Stanley

Alles ist very British in der wilden Natur der anderen Art und ideal zum Wandern

Stanley Hauptstadt der Falkland Inseln: Very britisch zeigt sich Stanley die südlichste Hauptstadt der Welt auf den Falkland Inseln. Natürlich gibt es „Fish and Chips“ und ein Guiness in der Globe Tavern, einem typisch englischen Pub. Hier kommt man schnell ins Gespräch mit Einheimischen. Lammkoteletts und große Steaks stehen genauso wie Tintenfisch und fangfrischer Seefisch auf der Speisekarte in den Restaurants der Stadt.

Bei Falkland Inseln, erinnert man sich, dass die Premierministerin Magret Thatcher, die „Eiserne Lady“, 1982 die Falkland Inseln von den angreifenden Argentiniern zurückerobert hat. Früher machten sich die Franzosen, Engländer, Spanier und Argentinier die Insel streitig, seit 1833 sind sie eine britische Kronkolonie und wird von einem Gouverneur regiert. Mit den Briten kam der Aufschwung durch die Schafzucht. Noch heute gibt es mehr Schafe als Menschen auf den Falkland Inseln. Der Ertrag aus der Schafwirtschaft des letzten Jahrhunderts wurde schon lange vom Verkauf von Fischereilizenzen an asiatische und europäische Fangflotten überflügelt und der Tourismus bekommt immer mehr Bedeutung.

Bei einer Bus-Sightseeing-Tour mit John, dem Guide geht es durch Stanley und Umgebung. Zuerst ist man noch vom Linksverkehr leicht irritiert. An der Uferpromenade der Ross Road konzentrieren sich die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt und Cafés, Restaurants und Souvenirläden. Das Jubile Haus, ist ein beeindruckendes Jugendstilhaus, das 1887 gebaut wurde und steht im Kontrast mit der sonst er schlichten Architektur in Stanley. Es ist Frühling, in den Vorgärten vieler kleiner Cottages blühen Rosen. Magellangänse nutzen die Ross Road um ihre Küken auszuführen.

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Etwas ganz besonderes ist der doppelte Walbeinbogen von 1933 aus den Kiefernknochen zweier Blauwalen. Sie stehen vor der neugotischen Christ Church Kathedrale von 1892, die die südlichste anglikanische Kathedrale der Welt ist. Daneben ist die katholische Kirche St. Mary’s, sie ist ein viktorianisches Fertighaus von 1899. Einen Steinwurf weiter steht der elegante Gouverneurs Palace mit der einzigen Baumallee auf der Insel. Der starke Wind lässt keine Wälder zu. Die nur wenigen Bäume die dem Wind trotzen, wachsen schief dem Wind angepasst. Im Frühling leuchtet das Gelb des Ginsters überall in der Landschaft.

Es gibt ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen im Falkland-Krieg und ein Mahnmal zur Erinnerung an die Seeschlacht von 1914. Im Falkland Museum ist die Geschichte der Insel anschaulich dargestellt und klärt über die Flora und Fauna der Inseln auf. Ein Film gibt einen Überblick über die 74 Tage des Falklandkrieges von 1982. Vor der roten englischen Telefonzelle im Museumshof kann man ein ganz britisches Erinnerungsfoto schießen.

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Dann geht es zur „Lady Liz“, wie die Einheimischen das Wrack in einer Bucht vor Stanley kurz nennen. „Die Lady Elisabeth“, war einst ein stolzer Dreimaster und rostet seit 1913 in einer Bucht vor Stanley vor sich hin. Das Schiff stach 1879 in England zur See und erlitt große Schäden bei der Umrundung um Kap Horn und schaffte es gerade noch bis Stanley zu segeln, um repariert zu werden. Da die Reparaturkosten zu hoch waren, lag sie im Hafen vor Stanley vor Anker bis ein starker Sturm sie 1936 in die Bucht trieb. Hier liegt sie jetzt als Star und bekommt als Wrack noch viel Interesse, da die Guides es sich nicht nehmen lassen, sie mit ihren Gruppen zu besuchen.

Die Nationalblume ist die kleine Pale Maidon. Im Frühling sieht man überall die zarten weißen Blüten in den Wiesen. Das Scurvy Gras schmeckt leicht sauer und passt gut in Salate. Die leuchtend roten kleinen Diddle-Dee Beeren werden zu Marmelade verarbeitet.

Alles ist sehr beschaulich in Stanley, von Hektik keine Spur. „Wenn drei Autos auf der Straße fahren, dann ist es schon Rush Hour“, erklärt lachend John, der Tourguide. Er ist in den siebziger Jahren auf die Insel gekommen. Im Krieg 1982 hatte er sich einen Bunker unter seinem Haus gebaut. Er erklärt stolz, dass Prince William im Jahr 2012 sechs Wochen auf den Falkland Inseln zur Ausbildung stationiert war.

Die Falkland Inseln bestehen aus zwei großen Hauptinsel, East Falkland und West Falkland, die so groß sind wie Schleswig Holstein und dazu gehören noch 778  kleinere Inseln, von denen nur zwölf Inseln bewohnt sind. Etwa 2.000 der mehr als 3.000 Bewohner der Falkland Inseln leben in der Hauptstadt Stanley. Die Einheimischen nennen sich Kepler nach dem den gelbbraunen Algen, dem Kelp. Die Inseln sind flach, es gibt ein paar Quarzfelsen, aber Heide und Tussockgras bestimmen die Landschaft. Charakteristisch sind die alten Moore, bis vor wenigen Jahren wurde hier noch Torf als Brennmaterial gestochen. Heute machen sich nur noch wenige die Arbeit. Der Mount Usborne auf East Falkland und der Mount Adam auf West Falkland sind gerade mal eben etwa 700 Meter hoch.

Im Garten von Mike Butcher in Stanley sieht man Skelette von großen Walen, bei deren Anblick ist man von der Größe der Walknochen beindruckt ist und man wird unweigerlich an die Walfangzeit erinnert. Am Flughafen Port Stanley vorbei geht die Fahrt zur

Gypsy Cove. Hier brüten Magellanpinguin in Höhlen versteckt. Eine Bucht mit weißem Sand erstreckt sich in einer bizarren Felslandschaft, die wird von den Einheimischen „Copacabana“ genannt. Doch betreten darf man den Strand nicht, ein Schild warnt davor. Da Minen, die die Argentinier gelegt haben, zwar entschärft wurden, aber man weiß nicht, ob alle gefunden wurden. Die Pinguine sind zu leicht, sie lösen keine Minen aus.

Und was kann man auf den Falkland Inseln machen?

Auf den Falkland Insel kann man wandern, angeln und die eindrucksvolle Tierwelt beobachten und fotografieren. Es gibt Seeelefanten, Robben, Pinguine und mehr als 100 Vogelarten. Für Ornithologen sind die Inseln ein absolutes Paradies.

Ob die Erdölfunde vor den Falkland Inseln die Natur und Beschaulichkeit der Insel in der Zukunft verändern werden?

New Island, eine Insel der Falkland Inseln

New Island im Nordwesten der Falkland Insel ist zum Naturpark erklärt worden. Kormorane und Felspinguine und Albatrosse brüten hier im Frühling. Trotz Sonne ist es nur acht Grad warm und das Wasser lädt mit sieben Grad gerade nicht zum Baden ein. Eine halbe Stunde dauert die Wanderung zur Klippe. Schon auf dem Weg tschilpt und piepst es überall in den Wiesen. Magellangänse und Dampfschiffgänse brüten im Gras versteckt. Ein paar Magellangänse führen ihre Küken aus. Der Gesang der Pinguine, das kratzige Getröte, kündigt die Kolonie an. Ein Geruch nach Fisch macht sich breit. Felsenpinguine, Königskormorane mit blauen Augen und Albatrosse brüten hier völlig durcheinander im Amphitheater an der steilen Küste. Alle stehen oder brüten mit dem Rücken zum starken Wind, der in Böen über die Klippe fegt. Die Felsenpinguine sind die Stars, mit ihren Federn am Kopf sehen sie aus wie kleine Punks. Sie sammeln Steine für den Nesterbau, als Dränage, damit das Wasser ablaufen kann und das Ei nicht feucht wird, wenn es schneit oder regnet. Gebrütet wird oben am Berg. Man wohnt oben, praktisch im Penthouse, da es dort zuerst schneefrei wird. Manche Felsenpinguine sind besonders schlau, sie klauen einfach heimlich aus dem Nest der Nachbarn Steine um sich den weiten Weg über die Pinguin-Highway zum Ufer nach unten und zurück zu ersparen. Die Kriminalität unter den Felsenpinguinen ist also sehr groß aber nicht gefährlich, bei entdecktem Diebstahl beißen die Bestohlenen den Dieb kräftig. Wenn die Raubmöwe Skua, die Nesträuberin kommt, dann setzten sich die Pinguine ganz schnell ganz sorgfältig auf die Eier oder Küken.

Die Pinguine haben immer Vorfahrt vor den Menschen. Nicht anfassen ist die oberste Regel. Fünf Meter Abstand müssen die menschlichen Besucher zu den Vögeln einhalten. Die Pinguine machen, was sie wollen, sie sind sehr neugierig und verringern häufig den Abstand. Man könnte ewig sitzenbleiben und dem Treiben in der Kolonie zusehen.

Auf dem Rückweg geht es noch einen Sprung in das kleine Museum von Charlene und John Rowland. Sie leben seit zwei Jahren auf der Insel und arbeiten für den Naturpark und haben ein kleines Museum am Strand aufgebaut. Auch hier liegt ein Wrack am Strand. Charlene ist auf der Insel geboren. Ihre Eltern sind bereits 1842 auf die Insel gekommen, sie hatten hier eine Farm mit Kühen, Schafen und Pferden. Einsam? Nein. In den Wintern gibt es nicht viel Schnee und es ist im Durchschnitt nur minus ein bis minus zwei Grad kalt. Das Einzige was lästig ist, ist der starke und eisige Polarwind. Der Frühling und Sommer bringen viel Abwechslung, denn etwa 30 Schiffe gehen vor Anker und Charlene und John führen die Besucher über die Insel zu den Pinguinkolonien. Wenn sie nach Stanley wollen buchen sie den Hubschrauber.

ReiseTravel Fact: Kontrastreicher könnten die Falkland Inseln nicht sein. Da ist zum Einen die britische Lebensart und im Gegensatz dazu die Natur mit ihren Pinguinen, Kormoranen und Albatrossen.

ReiseTravel Service: Falkland Tourismus, www.falklandislands.com

Anreise mit dem Expeditionsschiff Fram der Hurtigruten-Linie von Buenos Aires nach Stanley auf den Falkland Inseln.

Hurtigruten GmbH, Burchardstraße 14, D-20095 Hamburg, Tel.: 040-37693-0, www.hurtigruten.com

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Dräger ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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