Dubai

Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf: Meine Erlebnisse!

Reisebericht: Meine Reise nach Dubai begann in Paris. Nach sechs Stunden Flugzeit bin ich in einer anderen Welt. Um 20 Uhr Ortszeit ist es im März in Dubai bereits dunkel; meine Uhr zeigt 17 Uhr deutsche Zeit.
Der erste Eindruck: Dubai ist eine lichtdurchflutete Stadt, in der ein reger Autoverkehr herrscht, wobei vorwiegend japanische Autos zu sehen sind. Fußgänger sind jedoch keine unterwegs. Am nächsten Tag sah ich nur einen Audi, einen BMW und zwei Smarts, obwohl „für „German Cars“ Reklame gemacht wird.  
Sehr geehrte ReiseTravel User, gern lade ich Sie ein, zu einer Visite nach Dubai. Ich hoffe, mein Bericht findet Anklang. Ihre Edelgard Richter.

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Im Zimmer ist ein Goldpfeil an der Decke, der nach Mekka zeigt. Das Frühstück am nächsten Morgen überrascht mich: Es gibt Vierkorn-Brötchen, dunkles Brot auf deutsche Art, Croissants, aber natürlich auch dicke Bohnen, gedünstete Pilze, Kroketten und Porridge. Gestärkt begebe ich mich auf einen kleinen Stadtbummel. Obwohl die Stadt mitten in der Wüste liegt, sind große Rasenflächen zu sehen und die Straßen sind mit Sommerblumen, wie Gerbera, Fingerhut, Nelken, Löwenmaul, Petunien und fleißigen Lieschen bepflanzt. Sie werden durch ein Tropfensystem mittels überall verlegter Schläuche am Leben erhalten. Die Sonne brennt heiß vom Himmel, aber es weht ein kühlender Wind. So ist es auszuhalten. Schließlich sind neun Monate des Jahres heiß, insbesondere in den Monaten von Juli bis August, wo 50 Grad Celsius im Schatten gemessen werden.

Soweit ich feststellen kann, kosten Lebensmittel fast das Doppelte wie in Deutschland. Es gibt in Dubai 27 Shopping Malls. Das City-Center bietet Luxus aus aller Welt an, speziell Haute Couture-Mode aus Paris. Sonntags sind alle Geschäfte geschlossen. Auch jetzt sind wenige Fußgänger auf der Straße. Meist sind es dienstbare Geister oder Touristen. Eine Postzustellung kennt man in den Emiraten nicht. Der Muezzin ruft fünfmal am Tag: Frühmorgens um 5 Uhr, dann etwa um 10 und um 13 Uhr. Auch gegen 16 Uhr und um 19 Uhr höre ich ihn. Die Frankfurter Allgemeine kostet 14 Dirham und ist einen Tag alt (10 Dirham = 3 Euro).

Überrascht war ich von einer Eisbahn in der Dubai Mall, auf der sich die Kinder tummelten. So etwas erwartet man in einem Wüstenstaat nicht. Aber für Menschen aus heißen Ländern oder aus Südeuropa übt die Eisfläche eine große Faszination aus. Von einem Café am Rande der Eisbahn kann das muntere Treiben beobachtet werden.

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Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Persischen Golf.  Sie hat über zwei Millionen Einwohner. Jährlich kommen rund 14 Millionen Touristen um die aus der Wüste gewachsene Stadt mit den auf künstlichen Inseln gebauten Wolkenkratzern zu besichtigen. Diese Entwicklung konnte jedoch nur durch den Ölreichtum ermöglicht werden. Allerdings wird mit einem Rückgang der Fördermenge gerechnet, sodass Dubai zunehmend auf den Tourismus als Einnahmequelle setzt.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war Dubai ein Fischerdorf am Persischen Golf. Ein lukrativer Erwerbszweig war die Perlentaucherei, die mit etwa 3.000 Booten betrieben wurde. Um daran teilzuhaben, kamen die Beduinen aus dem Landesinneren an den Golf; sie lebten in Zelten. Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren nur noch zehn Prozent der Einwohner Dubais Nomaden. 1930 hatte die Stadt circa 20.000 Einwohner, davon stammten 25 Prozent aus Indien, dem Iran und anderen Ländern. Bis in die 1960er Jahre waren die meisten Einwohner Analphabeten.
Vor der Küste Dubais wurde 1966 Öl entdeckt; der Bauboom begann. In wenigen Jahren wurden der Flughafen, der Hafen, Schulen, Krankenhäuser und Straßen gebaut, denn noch 1950 gab es in Dubai weder Elektrizität, noch fließendes Wasser, Telefon, Schulen, Straßen oder ein Krankenhaus waren auch nicht vorhanden. Inzwischen hat Dubai auch eine Meerwasser-Entsalzungsanlage, die täglich 50 Millionen Barrel Wasser produziert. Die erste Moschee wurde 1980 aus importierten Sandsein gebaut; zwei ägyptische Architekten waren dazu herbei zitiert worden. Der erste Wolkenkratzer der Stadt war das Dubai World Trade Center, das ebenso wie der Hafen 1979 eingeweiht wurde.

Bis zum Jahr 2002 durften Ausländer weder Häuser noch Wohnungen erwerben, jedoch für ein Jahr mieten, denn eine monatliche Miete kannte man nicht.  Kriminalität gibt es angeblich nicht, trotzdem wird ein Gefängnis vorgehalten.
Es sind so gut wie keine Menschen auf Fahrrädern unterwegs. Wenn doch, sind es Zeitungsboten. Zu meiner Verwunderung sah ich auf meinem Spaziergang drei Fahrräder, die mit Schlössern gesichert waren. Also doch! Allerdings sind die Strafen sehr hoch; Stockschläge, Erhängen und eventuell eine Hand abhacken.
Das weltweit erste Sieben-Sterne-Hotel Burj Al Arab wurde 1999 eröffnet; Bauzeit fünf Jahre. Die Baukosten betrugen eine Milliarde D-Mark. Es war damals mit 321 Metern das höchste Gebäude der Stadt und wurde als Hotel genutzt. Inzwischen wurde 2010 der Burj Khalifa mit 828 Metern fertiggestellt. Er steht auf mehreren hundert Betonpfählen im Meer.  Hier wurden die aus dem Palast der Republik in Berlin ausgebauten Stahlteile verbaut. Im Burj Khalifa gibt es neben Hotel- und Wohnnutzung es auch eine Aussichtsplatzform, die gern besucht wird. Der erste Generaldirektor des Burj Al Arab war der Deutsche Wolfgang Nitschke, inzwischen hat der Engländer Anthony McHale den Job übernommen.
Der Burj AL Arab, der die Form eines Segels hat, wurde zum Wahrzeichen von Dubai. Das Gebäude wurde auf einer künstlichen Insel in 45 Meter tiefem Wasser erbaut. Allein die Lobby im Burj El Arab ist überwältigend. Wasserspiele empfangen den Gast. Die Höhe des Foyers beträgt 182 Meter. Gold wohin das Auge blickt; fotografieren ist verboten. An jeder Wand hinter dickem Glas Fische vom Great Barrier Riff, bunt und exotisch. Ein Brunnen befindet sich am Ende der Rolltreppe.  Ein Diener ist ununterbrochen beschäftigt das Spritzwasser zu beseitigen. Der Mosaikfußboden weist viele goldfarbene Steinchen auf. Ein seltsamer Geruch hängt in der Luft; vermutlich Weihrauch. Zu beiden Seiten je drei Fahrstühle; die Kabinen sind luxuriös und raffiniert verspiegelt. Von einem separaten Fahrstuhl kann man auf den Persischen Golf schauen; er hält erst beim Restaurant „AL Muntaha“ in 190 Meter Höhe. Die Speisen sind indisch inspiriert und es gibt viele vegetarische Gerichte. Bei meinem Besuch war der Schweizer Joachim Felber als Chefkoch tätig, der jetzt ein Hotel auf den Philippinen betreut. Ein Hubschrauber-Landesplatz befindet sich in 210 Meter Höhe.
Das Restaurant „Al Mahara“ liegt in Meerestiefe. Dort kann man in Gesellschaft von Fischen vom Great Barrier Riff speisen. Das U-Boot, das angeblich zu dem Fisch-Restaurant unter Wasser fährt, ist lediglich eine Computer-Simulation, das heißt, ein Fahrstuhl, der eine Etage überbrückt. Als ich das Gebäude verlasse, spüre ich einige Regentropfen wie Tränen in meinen Gesicht. Es wird doch nicht in der Wüste regnen? Vorsichtshalber nehme ich ein Taxi zu meinem Hotel.
Pferderennen sind ein großes gesellschaftliches Ereignis in Dubai, zu dem aus den anliegenden arabischen Ländern die Herrscher mit großem Gefolge anreisen und unter anderem auch im Burj Al Arab logieren. Die einzelnen Etagen können durch schmiedeeiserne Gitter voneinander getrennt werden. Die europäisch gewandeten Damen sind gehalten, beim Pferderennen, wie in England, Hüte zu tragen, die teilweise auch sehr ausgefallen sind.
Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum von Dubai besitzt über 600 Pferde, die er früher jeden Sommer nach England auf die Weise bringen ließ. Als ihm die Pensionspreise zu hoch wurden, ließ er für seine Pferde klimatisierte Ställe bauen.

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An einem der nächsten Tage fahre ich mit der Buslinie 6 zum weltberühmten Goldmarkt in Dubai. Ein sehr preiswertes Busliniennetz durchzieht die Stadt. Die Plätze im Bus sind bis zur Mitteltür ausschließlich für Frauen reserviert, was ich als angenehm empfinde. Als ich zur Mitteltür aussteigen will, bedeutet man mir, dass ich nur vorn aussteigen darf. Wenn die Frauenplätze besetzt sind, darf sich keine Frau zu einem Mann setzen; sie muss dann Stehen. Andere Länder, andere Sitten!
Als seltsam empfinde ich, dass bei jedem Halt mehrere Männer den Fahrer augenscheinlich fragen, wohin der Bus fährt. Schließlich gibt das rotierende Wechselschild an der Stirnseite des Busses das Ziel in Arabisch und Englisch an. Bis mir aufgeht: Es sind Analphabeten.
Um dem auch in Dubai wachsenden Verkehr Rechnung zu tragen, wurde 2009 die U-Bahn eröffnet. Sie fährt vollautomatisch ohne Fahrer. Natürlich ist ein Waggon ausschließlich für Frauen und Kinder reserviert.

Der Goldmarkt in Dubai ist einer der größten der Welt und ist bis 22 Uhr geöffnet. Über 300 Geschäfte bieten ihre Ware an. Schmuck wird nach Gewicht gekauft und hat 18 oder 21 Karat. Die Preise sind günstiger als in Deutschland und feilschen ist oberstes Gebot.  Angeblich werden Halsketten und Goldgürtel in Bangkok, Ringe und Armbänder in Italien produziert. Ich sehe keine Sicherheitskräfte vor oder in den Läden, aber ein Wagen der Polizei fuhr durch die schmale Straße im Gold-Souk. In der Umgebung des Goldmarktes gibt es viele kleine Läden, die zumeist von Indern betrieben werden. Es scheint ihnen gut zu gehen, zumal in Dubai keine Einkommensteuer erhoben wird.

Der Dubai Creek ist ein natürlicher Meeresarm von 14 km Länge und teilt die Stadt in zwei Hälften. Nach wie vor wird hier Handel getrieben. Damit er auch von größeren Schiffen befahren werden kann als den traditionellen Daus ließ der Scheich in verbreitern und ausbaggern. Mit sehr preiswerten Wasser-Taxis kann der Creek überquert werden. Am Creek liegt auch der Gewürzmarkt, wo es eine Vielfalt an Gewürzen gibt und wo man auch Weihrauch und Safran kaufen kann.
Schon um 19.30 Uhr ist es im März dunkel in Dubai. Die Hauptstraßen sind aber märchenhaft illuminiert. Die rund und flach geschnittenen Bäume auf den Mittelstreifen sind mit Lämpchen durchsetzt.; die Palmenstämme am Straßenrand mit einem leuchtenden Netz versehen und in ihren Wipfeln flackern weitere Lämpchen. Die Stadt sieht in dieser abendlichen Beleuchtung traumhaft aus, zumal viele Gebäude mit fächerartigen Lichtern und Leuchtgirlanden geschmückt sind. Eine Verschwendung an Elektroenergie. Der Ölreichtum macht es möglich. Dazu gibt es an jedem Abend dreimal ein Feuerwerk im Abstand von zwei Stunden. Das Erste ist um 20.30 Uhr.

Die Abreise am nächsten Abend fiel mir schwer. Nicht alle Sehenswürdigkeiten konnte ich in der kurzen Zeit besuchen. Um alle interessanten Stätten zu besichtigen, sollte ein längerer Aufenthalt in der Wüstenstadt geplant werden. So ist mir beispielsweise der Besuch des Burj Al Khalifa, des Aquariums und des Zoos von Dubai, ein ausgedehnter Bummel durch die Altstadt, ein Besuch am Strand oder die Wüstensafari entgangen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press
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