Voltera

Alabaster und Gelati: Volterra liegt inmitten von Weinbergen, Olivenhainen, Zypressen und Wiesen auf einem Hügel!

San Gimignano: Volterra ist eine alte Etrusker Stadt, in der man noch ein paar Reste eines Stadttores, das „Porta all’Arco“ sehen kann. Auf dem Piazza dei Piori mit dem ältesten Rathaus in der Toskana, pulsiert das Leben. Es gibt noch Haken am Rathaus um Pferde anzubinden und das Maß, die Elle, ist eingeritzt, dies sind noch Zeugnisse der Vergangenheit. Viele prachtvolle Palazzi aus dem Mittelalter, reihen sich um den Platz, sie sind eine schöne Szenerie für eine Pause in einem der Cafés. Da fällt einem der hohe Turm, „Torre del Podestà“ auf, der „Porcellino“, Schweinchenturm von den Einheimischen genannt wird, weil er von einem Alabasterschwein im Gesims geziert ist. Am Piazza Priori beginnen viele Straßen mit Geschäften und Restaurants, hier kann man herrlich bummeln und shoppen. Wer eine Pizza, Pasta oder eine Kleinigkeit essen möchte, der geht am Besten in kleine Nebenstraßen, dort ist alles ein bisschen preiswerter.

Madonna mit goldenem Schuh

Madonna mit goldenem Schuh by Gabi Draeger ReiseTravel.eu

Beim Eintritt in den Dom „Santa Maria Assunta“ fällt einem zuerst die prachtvolle Kassettendecke auf. Am Ausgang steht eine Madonnenfigur, deren linker Schuh golden glänzt, weil er schon so abgerieben ist. Es soll Glück bringen, wenn man über den Schuh streicht.

Teatro Romano

Von Volterra aus hat man eine gute Aussicht auf das tieferliegende „Teatro Romano“, das im 1. Jahrhundert n. Chr. entstand. Teile der Tribüne, die Bühne und die Ruinen der Thermen sind noch erhalten. Man kann sich gut vorstellten, wie damals ein Theaterstück aufgeführt worden ist. Oberhalb des römischen Theaters haben sich viele Juweliere angesiedelt, die edlen Schmuck im Stil der Etrusker herstellen.

Alabaster

Etwas ganz Besonderes in Volterra sind die vielen Alabaster Werkstätten. Schon die Etrusker haben den Alabaster verarbeitet. In den Werkstätten in Volterra darf man zusehen wie die Handwerker den Alabaster zu Vasen, Schalen, Lampen und Skulpturen verarbeiten. Der Alabaster wird in der Nähe im Tagebau abgebaut. Der glatte und seidig glänzende Alabaster stand schon immer für Schönheit und Ästhetik. Der Ausspruch „Eine Haut wie Alabaster“ kommt daher.

Gefängnis in der Fortezza

Ein kurzer Spaziergang führt zum Park, in dem an vielen Stellen Ausgrabungen stattfinden. Die Burg von Volterra, die Fortezza, ließ Lorenzo de’ Medici 1472 bauen. Die Festung wird schon seit Langem als Gefängnis genutzt. Das Etruskische Museum „Museo Etrusco Guarnacci“ in Volterra ist sehenswert mit vielen Exponaten der Etruskerzeit wie Graburnen, Goldschmuck, Bronzefiguren und Votivfiguren.

Im Mittelalter war die Toskana Schauplatz blutiger Kriege und Eroberungen. Als sich ab dem 12. Jh. republikanische Stadtstaaten gründeten, verlagerten sich die Schlachten der rivalisierenden Adelsfamilien in die Gassen innerhalb der Stadtmauern, deshalb wurden die Palazzi wie Festungen gebaut. Wer den anderen überlegen sein wollte, baute hohe befestigte Türme. Wer viel Geld hatte, baute einen höheren Turm, als der Turm des feindlichen Nachbarn, der falls er angreifen wollte, mit kochendem Pech und Felsbrocken überschüttet oder mit Pfeil und Bogen beschossen wurde. 72 Türme gab es noch am Ende des Mittelalters in San Gimignano. Das vollkommen erhaltene Stadtbild hat heute immerhin noch dreizehn Türme. Nicht umsonst wird San Gimignano das „Manhattan des Mittelalters“ genannt. 54 Meter war das Maß aller Dinge, das wurde 1311 mit dem Bau des Rathausturms „Torre Grossa“, der dicke Turm, festgelegt. Es durfte kein Turm höher sein, als der Rathausturm. Nach dem Ausbruch der Pest 1353 wurden keine Türme mehr gebaut und San Gimignano wurde von Florenz regiert.

Fina, die Schutzpatronin

Eine große Freitreppe führt zur romanischen Kirche Maria Himmelfahrt am Plaza del Duomo. Sehenswert in der Kirche sind vor allem die Fresken mit Szenen aus dem alten und Neuen Testament aus dem 14. Jahrhundert eines Seneser Künstlers. Die Schutzheilige der Stadt ist die Bauerntochter Fina, der Wunder nachgesagt werden. Sie war ein frommes Waisenkind, das schwer krank war. Acht Tage vor ihrem Tod im Alter von fünfzehn Jahren sah sie Papst Gregory als Vision. Acht Tage vor ihrem Tod im Jahre 1253 läuteten von alleine die Glocken und malvenfarbene Blumen blühten in San Gimignano. Ein blinder Chorknabe hatte die Füße Finas berührt und konnte wiedersehen und eine Krankenschwester hat eine Hand Finas berührt und ihre Lähmung verschwand. Der Sarkophag der Fina steht in einer Seitenkapelle, die ein Meisterwerk der Renaissance ist.

Das beste Eis weltweit

Der „Piazza della Cisterna“, mit dem Ziehbrunnen aus dem 13. Jahrhundert, ist der Mittelpunkt in San Gimignano. Zuerst fällt einem eine Menschenschlange auf, sie stehen vor der besten Eisdiele der Welt „Gelateria Dondoli“. Obwohl die Schlange fast bis zur Zisterne reicht, geht es schnell bis man sein Eis bekommt, denn sechs Verkäufer bedienen blitzschnell. Manche sagen Schokolade ist die beste Sorte, andere behaupten Grapefruit mit Champagner ist unschlagbar, aber das muss man einfach selber ausprobieren. Die Via San Giovanni ist die Einkaufsstraße für Souvenirläden, Delikatessenläden, Eisdielen und Cafés.

Tipp: Im Bazar dei Sapori kann man Wildschweinsalami kaufen, entweder mit Knoblauch oder Fenchel.

Toskana: www.turismo.intoscana.it - Volterra: www.volterratur.it - www.comune.volterra.pi.it/english/

Tipp: Eine „Volterra Twilight Tour“, ist eine Führung der anderen Art. Es geht auf den Spuren des Twilight Buchs „New Moon“ von Stephenie Meyer und der Verfilmung durch Volterra. Der Vampirfürst Volturi soll hier im Pallazzo Viti gewohnt haben. Der Uhrenturm, die Stadtmauern und der Eingang des Palazzo Viti gehören zum Rundgang mit vielen Informationen über die Schritte von Edward und Bella. Im Tourismusbüro gibt es eine extra Twilight-Karte.

Alabaster, Rossi Alabastri, www.rossialabastri.com - San Gimignano: www.sangimignano.com

Bazar dei sapori, Via San Giovanni, 8, 53037 San Gimignano, Tel.: 0039-0577-942021, www.bazardeisapori.it

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger by ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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