Franzensbad

Der kleine Franz

Kurort in Böhmen: Franzensbad, am südlichen Rand des Kaiserwaldes, wurde 1793 von Kaiser Franz II. gegründet und erhielt auch dessen Namen. Schnell entwickelte sich der kleine Weiler zum aufblühenden Kurort und wurde Ziel zahlreicher, nach Heilung suchender, Badegäste.

Nicht nur die Nähe zur Stadt Eger – bekannt durch Wallenstein und Karl Mosch mit seinen „Egerländer Musikanten“, lockte Gäste und Besucher an. Nach 1945 wurde der Name in das tschechische übersetzt: Františkovy Lázne.

Franzensbad Böhmen

Als im einstigen Straßendorf mit einer einzigen Straße - der Kurpromenade Národní teída - drei parallel verlaufende Straßen hinzukamen, wurde dies erst eine Stadt

Um echtes Kurmilieu zu schaffen, umgaben die Franzensbader den heutigen Stadtkern mit einem breiten Band von englischen Parks, die dem Ort das Flair einer Gartenstadt verleihen

Alle Straßen führen entlang der schönen Grünflächen, wodurch einer der anmutigsten Kurorte in Europa entstand – ein Heilbad in einem „Meer von Parks“.

Im Jahre 1865 verlieh Kaiser Franz Joseph I. Franzensbad dann das Stadtrecht. Der Anschluss an das sächsische, bayerische und böhmische Eisenbahnnetz machte nun den Ort zum Weltbad. Nach dem II. Weltkrieg wird das ganze Heilbad verstaatlicht und es entsteht ein Staatsbetrieb. Ab 1991 wurden zahlreiche Kureinrichtungen von der AG Lázne Františkovy Lázne übernommen.

Doch die Geschichte von Franzensbad begann bereits lange vor seiner Gründung: Ärzte entdeckten die heilende Wirkung des Wassers und so wurde die Quelle zu einem der gefragtesten Naturheilmittel. Trinkkuren am Trinkbrunnen samt Bummel zur Quelle standen an der Wiege des Heilbades und leiteten deren goldenes Zeitalter ein. 

Wichtig war immer das Wasser aus der Quelle der Schlada, aus den Moorgebieten um die Stadt Eger. Bereits der Arzt und Mineraloge Agricola erkannte deren heilende Wirkung. Hinzu kommt das Moor: Franzenbad gehörte zu den ersten Moorbädern in Europa. Behandelt werden Herz- und Kreislaufkrankheiten. Die „Franzens“ Quelle wurde zur Heilung nahezu aller Krankheiten verwendet.

Besonders Frauenkrankheiten, jeglicher Art, werden hier behandelt und die „weibliche Unfruchtbarkeit“ spielt dabei eine relevante Rolle.

Statue des Franzel oder Franzl auch František

Franzensbad Böhmen

Franzensbad im Bäderdreieck gilt als Kurort zur Heilung von Frauenleiden

Eine Bronzefigur: Ein kleiner nackter Junge sitzt auf einer Kugel und drückt mit seinen bloßen Händen einen recht großen Fisch an sich.

Eine Figur als Symbol: Die untere Hälfte seines Körpers ist von den Berührungen tausender Frauenhände ganz blank. Dieses Symbol von Franzensbad, die Statue eines kleinen Jungens mit Fisch, ist der so genannte Franzel. Der Fisch, den der kleine Franz in den Händen hält und das ist das Symbol der Fruchtbarkeit.

Die Legende: Frauen, die in Franzensbad zur Kur weilten und den großen Zeh am linken Fuß des kleinen Franz berühren, werden danach schwanger und bringen nach neun Monaten einen Sohn zur Welt.

Eine liebevolle Legende in Böhmen: Frauen ließen sich bereits damals vor der Figur gern fotografieren. Ausgedacht von Kurort-Fotograf Škarda.

Noch heute flaniert man hier, berührt die Figur, verweilt und macht sich so seine Gedanken.

Diskret sollte man beobachten: Es werden auch andere Körperteile des „Kleinen Jungen mit dem Fisch“ berührt und angefasst. Ein paar Stellen sind besonders blank durch diese Anfassen und funkeln besonders hell in der Sonne.

Die ursprüngliche Parkplastik aus dem Jahre 1924 vom Franzensbader Bildhauer Adolf Mayerl wurde nach dem Krieg vor dem Gesellschaftshaus aufgestellt, wo sich bereits damals die Patientinnen gern mit ihm fotografieren ließen. Noch heute ein beliebtes Motiv, immer ein weiteres Foto um den Bekanntheitsgrad des Franzels noch weiter zu erhöhen.

Die Originalstatue steht im Städtischen Museum. Auch hier kann der Franzel oder František natürlich jederzeit begutachtet und auch „angefasst“ genau begutachtet werden.

Franzensbad ist klein, überschaubar und angenehm: Begehrt sind Moorbäder und andere Anwendungen, da das hochwertige schwefel-eisenhaltige Heilmoor sich anbietet. Ebenso Bäder in natürlichen Kohlendioxidquellen. Die balneologischen Kuranwendungen beruhen auf traditionellen und wissenschaftlich belegten Heilmethoden. In Franzensbad widmet man sich der Heilung von Herz- und Blutkreislaufkrankheiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates und gynäkologische Erkrankungen. Zur Erholung für Jung und Alt wurde ein „Aquaforum“ eröffnet, ein Freizeitbad mit vielseitigen Varianten zum Erlebnis und Regenerierung. www.frantiskovylazne.cz/de/aquaforum

Extra Tipp: Eine Kur oder Ferien im „Imperial“. Das Hotel liegt sehr ruhig mitten im Park und bietet alle Facetten zur Erholung.

Reisen nach Böhmen und in Marienbad, Franzenbad zum kleinen Franz sind zu jeder Jahreszeit möglich. Facettenreiche Hotels, aller Preisgruppen, mit und ohne Kuraufenthalt, können auch vor Ort gebucht werden. Restaurants aller Couleur offerieren diverse Köstlichkeiten und warten immer auf Gäste. Bezahlt wird mit CZ-Kronen, der Geldumtausch ist (fast) überall möglich. Die Anreise erfolgt mit dem Zug, dem eigenem Pkw oder per Flugzeug via Prag und mit Privat-Maschinen bis Karlovy Vary www.airport-k-vary.cz   

Czech Tourism – Wilhelmstrasse 44, D-10117 Berlin, www.czechtourism.comwww.tschechienentdecken.de  

Von Gerald H. Ueberscher

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