Nokosia

Kirchen und Klöster auf der Insel Zypern im Mittelmeer

Insel im Mittelmeer: Zypern, gelegen im nordöstlichen Mittelmeer, ist dort die drittgrößte Insel, nur 65 km von der Türkei entfernt. Die Insel hat eine mehr als 9000jährige Geschichte, die noch überall sichtbar ist. Alexander der Große hinterließ hier seine Spuren, ebenfalls die Phönizier, Griechen, Römer, Kreuzritter und Venezianer. Es gibt auf der Insel sechs größere Städte: Limassol, Larnaka, Paphos, das in einen griechischen und einen türkischen Teil geteilte Nikosia sowie Kyrenia und Famagusta, die seit 1974 unter türkischer Verwaltung stehen. Seit dem 1. Mai 2004 gehört der griechische Teil Zyperns der Europäischen Union an. Von 1898 bis 1960 stand Zypern unter britischer Herrschaft. Davon zeugt heute noch der Linksverkehr und der Teekocher im Hotelzimmer. Auffallend sind die Wassertanks auf den Dächern der Häuser, aus denen von der Sonne erwärmtes Wasser entnommen wird. Es gibt sie seit den 1970er Jahren als ganz Zypern Wasserleitungen und Elektrizität erhielt. Seitdem praktizieren die Zyprioten diese Art der Energieeinsparung, als in Deutschland noch nicht einmal daran gedacht wurde. Im Süden von Zypern wird überwiegend Landwirtschaft betrieben. Gerste, Zitrusfrüchte und Wein werden angebaut. Die wichtigste Einnahmequelle ist jedoch der Tourismus. Das im 3. Jahrtausend v. Chr. entdeckte Kupfer gab der Insel ihren Namen: Kipros. 

Bei der Ankunft in Paphos herrschte eine Temperatur von 18 Grad Celsius. Im Sommer beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 30 Grad, in den Städten über 40 Grad. Gleich am nächsten Tag wurden die Königsgräber in der Nähe von Paphos besucht, die 1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Allerdings wurden hier keine Könige bestattet, denn in den Jahren ihrer Entstehung 294-58 v. Chr. gab es auf Zypern keine Könige. Man vermutet, dass hier hochgestellte Persönlichkeiten begraben wurden. Anschließend ging es zu der im 9. Jahrhundert erbauten Kirche Agia Paraskevi mit ihren fünf Kuppeln und den Wandmalereien, die die Auferstehung des Lazarus sowie das letzte Abendmahl darstellen.

Am nächsten Tag ging die Fahrt nach Limassol, am sagenumwobenen Geburtsort der Aphrodite vorbei, der zwischen Paphos und Limassol liegt. Zypriotisches Kunsthandwerk konnte in den schmalen und verkehrsarmen Gassen der Altstadt besichtigt und erworben werden. Zeugen der Geschichte sind in Limassol eine Moschee und ein türkisches Bad sowie die aus britischer Zeit stammende Markthalle mit ihrer Eisenkonstruktion. Das bedeutendste historische Bauwerk von Limassol ist die Burg. Hier heiratete 1191 Richard Löwenherz Berengaria von Navarra. Weiter ging es dann nach Larnaka, Zyperns drittgrößter Stadt. In der Altstadt befindet sich die aus dem 10. Jahrhundert stammende Lazaruskirche, eine byzantinische Mehrkuppelkirche, von es nur wenige auf Zypern gibt. Anschließend wurde in der geteilten Hauptstadt Nicosia die erzbischöfliche Johanneskathedrale im griechischen Teil von Nicosia aus dem Jahr 1662 besichtigt, die kostbar mit Fresken ausgestattet ist. Hauptthemen sind die Passion Christi und das Jüngste Gericht. Prachtvoll ist das Gold der Ikonostase und die prunkvolle Krone über dem Sitz des Erzbischofs. Die durch die Green Line geteilte Altstadt wird von einer sternförmigen Festungsmauer mit rund 5 km Länge aus venezianischer Zeit (16. Jh.) umschlossen; eine der größten und best erhaltenen in Europa. Innerhalb dieser Befestigung befinden sich viele historische Gebäude, die in den letzten Jahren restauriert wurden.

Heute wurde im Troodos-Gebirge das Bergdorf Pano Panagia, der Geburtsort von Erzbischof Makarius besucht. Zwei Kilometer entfernt steht das kleine Kloster Chrysorogiatisssa (Heilige Jungfrau des goldenen Granatapfels) mit einer sehr verehrten Marien-Ikone; eine Sammlung von Ikonen und schöne Fresken sind ebenfalls zu besichtigen. Über enge Serpentinen mit tiefen Schluchten geht es zum 1.400 Meter hoch gelegenen Kykkos-Kloster, dem größten und reichsten von vielen Klöstern Zyperns, das der Jungfrau Maria geweiht ist. Mehrmals durch Brände und Erdbeben zerstört stammt die Anlage aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die in den 1990er Jahren geschaffenen prachtvollen Fresken und Mosaiken in den Klostergängen sowie die mit Gold versehene Klosterkirche sind sehr beeindruckend. Die Klosterkirche selbst ist mit einer Ikonostase ausgestattet, die zu den prächtigsten der gesamten griechisch-orthodoxen Welt zählt. Davor befindet sich die Ikone der Gottesmutter Maria; eine von drei Ikonen, die der Apostel Lukas gemalt haben soll. Sie gilt als wundertätig. Das Kloster ist wirtschaftlich unabhängig und untersteht dem Patriarchat von Jerusalem. Es unterstützte in den 1950er Jahren den Freiheitskampf gegen die britische Kolonialmacht mit Geld und versteckte gesuchte Freiheitskämpfer. Das nächste Ziel war die byzantinische Scheunendachkirche des Heiligen Nikolaos. Der Bau der Kirche wurde Anfang des 11. Jahrhunderts begonnen und später mit dem Scheunendach versehen, um den Bau gegen das regenreiche Klima und den meterhohen Schnee im Troodos-Gebirge zu schützen. Außen sehr schlicht, befinden sich im Kirchenraum prächtige Fresken, die zu den ältesten Zyperns gezählt werden. Die Kirche zählt neben zehn anderen Scheunendachkirchen zum Weltkulturerbe.

Der nächste Ausflug führte an der Westküste von Zypern entlang zu dem kleinen Fischereihafen an der Bucht von Agios Georgios, wo sich neben einer größeren Kirche die Reste einer frühkirchlichen Basilika befinden. Dann wurde die nördliche Küste des Akamas, der Halbinsel mit Naturschutzgebiet, besucht, wo im Sommer Landschildkröten und Karettschildkröten ihre Eier ablegen. Durch einen kleinen botanischen Garten führte der Weg zu dem „Bad der Aphrodite“. Man sieht in einer Felsgrotte einen kleinen Teich, der von einer Quelle gespeist wird. Hier soll Aphrodite gebadet haben, die Göttin der Liebe und der Schönheit. Wer das Wasser aus dieser Quelle trinkt, bleibt immer jung und schön! Der Tag wurde endete mit einem Besuch des kleinen Bergdorfs Ómodos, das vom Weinanbau lebt und wo eine Taverne zur Weinverkostung einlud.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter ReiseTravelEdelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern.  

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