Antalya

Meine Reise in die Türkei beginnt am Bahnhof Südkreuz in Berlin. Von dort fahre ich mit einem Zug der Deutschen Bahn nach Hamburg. Und von dort geht es mit der Airline Sunexpress nach Antalya.

Türkei Rundreise: Dort angekommen, bringt mich ein Bus in ein nahegelegenes Hotel, wo sich eine Gruppe von rund 30 Personen zusammenfindet.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus in Richtung Konya in Kappadokien. Eine bergige Landschaft, karg und trocken begleitet die Fahrt. Ein typisch anatolisches Mittagessen stillt unseren Hunger vor der Weiterfahrt zum Mevlana-Kloster aus der Seldschukenzeit in Konya. Hier steht der Sarg des Mystikers, Gelehrten und bedeutenden Dichters aus dem Mittelalter, dem Gründer des Mevlana-Derwisch-Ordens, der nach ihm benannt wurde, denn Mevlana bedeutet „unser Meister“. Konya ist das Zentrum der Sufis, der Tanzenden Derwische, die sich in Trance tanzen, um ihrem Gott näher zu sein.

Die Seldschuken waren eine türkische Fürstendynastie, die etwa von 1040 bis 1194 über Mittelasien, Iran, Irak, Syrien, Anatolien und die arabische Halbinsel herrschte, bis die Osmanen das Reich übernahmen.

Konya liegt in 1.000 m Höhe und hat circa 1,8 Millionen Einwohner. Die Stadt ist nicht nur das Ziel der kleinen Wallfahrt für alle, die nicht nach Mekka reisen können, sondern auch eine Industrie- und Messestadt mit der größten Universität der Türkei.

Eine kurze Nacht folgte, Wecken war um 5.00 Uhr in der Frühe. Der Bus brachte uns nach Göreme, wo eine Ballonfahrt startete. Unser Ballon ist nicht der einzige am Himmel; rund 150 dieser Luftfahrzeuge mit ihren Gondeln waren in der Luft. Mit der aufgehenden Sonne breitete sich unter uns eine zauberhafte Landschaft mit ihren unterschiedlichen Formationen aus Tuffstein aus. Felskegel, Türme und Schluchten waren zu sehen. Leider war die Fahrt nach 60 Minuten zu Ende, doch niemanden reute der Preis von 175 Euro.

Am nächsten Morgen ging es nach Ürgüp, eines der Haupttouristenzentren von Kappadokien und bekannt durch seine Felsenwohnungen, von denen auch heute noch einige bewohnt werden.

Nach dem Mittagessen wurde ein Feenkamindorf besichtigt, das wegen seiner phallusähnlichen Gebilde als Liebestal bezeichnet wird. Nach einem Spaziergang durch die Stadt Avanos, die für ihre traditionsreichen Töpfereien und Ziegeleien sowie den Teppichhandel bekannt ist, ging es zurück zu unserem Hotel in Nevsehir. Die Stadt ist bekannt durch ihre typischen quadratischen Steinhäuser. Ausgrabungen in der Umgebung ergaben, dass dieses Gebiet bereits 3.000 Jahre v. Chr. besiedelt war.

Am nächsten Tag wurden die Felsenkirchen von Göreme besucht. Der Nationalpark Göreme wurde 1985 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Die Landschaft wurde im Laufe von Millionen von Jahren durch Vulkanausbrüche und Wasser so geformt wie wir sie heute sehen. Seit dem Altertum schlugen die Menschen Höhlen, Kirchen, Kapellen und Wohnungen in das weiche Gestein. Nicht nur die verfolgten Christen legten unterirdisch Kirchen und Kapellen an, sondern auch Perser, Römer, Araber und Mongolen nutzen die Höhlen als Versteck. Die Wohnungen, bis zu zehn Stockwerke tief, waren im Sommer kühl; im Winter hatten sie eine gleichmäßige Temperatur. Die oft zu einem Klosterkomplex gehörenden Kapellen aus dem 10. und 13. Jahrhundert sind mit kostbaren Fresken geschmückt. Die Mittelkuppel der in Kreuzform erbauten Kirchen wird von vier Säulen gestützt. In der schmalen Vorhalle einiger der byzantinischen Kirchen befinden sich Felsengräber.

Die größte Kirche ist mit Szenen aus dem Neuen Testament bemalt, zudem sind über hundert Bilder von Heiligen sowie Szenen aus dem Leben des Basilius, dem größten Heiligen von Kappadokien, zu sehen. Die „Dunkle Kirche“ ist wirklich sehr dunkel, aber reich geschmückt. Durch die Dunkelheit haben sich die Malereien außergewöhnlich gut erhalten. Die“ Kirche mit den Sandalen“ hat ihren Namen von zwei Fußabdrücken auf dem Fußboden unter dem Himmelfahrtsgemälde, die eine Nachbildung der Fußspuren von Jesus Christus sind. Die „Kirche mit dem Apfel“ ist die kleinste und jüngste der Säulenkirchen. Die Wandmalereien stellen Heilige, Propheten und Szenen aus dem Leben von Jesu dar.

Am nächsten Tag fährt uns der Bus nach Antalya mit Zwischenstopp an einer Karawanserei. Eine Karawanserei ist eine ummauerte Herberge an den großen Karawanenstraßen, in der Reisende und mit ihren Tieren sicher übernachten und sich mit Lebensmitteln versorgen konnten. Baumwollfelder säumen die Straße, eine der Haupteinnahmequellen der Türkei. Erntezeit ist von August bis Oktober. Auch der Gemüseanbau bietet Verdienstmöglichkeiten in großem Stil. In Antalya wurde im Hotel Airport International übernachtet. Am nächsten Tag steht die Besichtigung von Antalya auf dem Programm. Es gibt hier große Einkaufszentren wie in Deutschland. Ikea, Mediamarkt und andere große Marken sowie die bekannten Automarken sind vertreten.

Weiter geht es zu den Düden Wasserfällen, die von zwei Flüssen gespeist werden, die im Taurusgebirge entspringen, etwa 30 km von Antalya. Im Sommer ist es ein beliebter Picknick-Ort für Familien, weil der Wasserschleier für Kühlung sorgt. Anschließend steht die Besichtigung der Altstadt von Antalya auf dem Programm. Durch das Hadrianstor betreten wir die Altstadt; es wurde im Jahr 130 n. Chr. anlässlich eines Besuchs des römischen Kaisers Hadrian erbaut. Der wichtigste Platz von Antalya ist der Cumhuriyet Meydani mit dem Atatürk Denkmal, umgeben von Geschäften und Restaurants. Auf dem Platz finden oftmals Kundgebungen und Konzerte statt.

Am nächsten Tag fahren wir zu der kleinen Stadt Myra, die jetzt Demre nach dem Demre-Fluss heißt. Sie liegt in einer Ebene, in der sich viele Gewächshäuser befinden, wo Zitrusfrüchte und Tomaten gezüchtet werden. An den teilweise unter Wasser befindlichen Ruinen der seit tausend Jahren im Meer versunkenen Stadt Dolichiste bei der Insel Kekova, die im 2. Jahrhundert durch ein Erbeben zerstört wurde, wird ein Zwischenstopp eingelegt. Vermutlich durch ein Erdbeben imJahrhundert versank Dolichiste dann teilweise im Wasser.

Myra ist vor allem bekannt durch Bischof Nikolaus, der dort lebte und sich insbesondere um Waisenkinder kümmerte. Sein Todestag am 6. Dezember wird heutzutage als Nikolaus-Tag in aller Welt gefeiert. 1087 wurden seine Gebeine von italienischen Kaufleuten entwendet und nach Bari mitgenommen, wo sie heute noch verehrt werden.

Die berühmte Grabeskirche in Demre wurde für Bischof Nikolaus im 4. Jahrhundert errichtet. Hier kann ein Steinsarkophag besichtigt werden, von dem angenommen wird, dass der Bischof darin beerdigt war. Im Laufe der Jahrhunderte versank die Kirche im Schlamm des Demre Flusses und wurde 1863 von Zar Alexander II. gekauft, der sie ausgraben und teilweise renovieren ließ. Bereits 1965 und 1968 wurden Teile von Myra freigelegt. An den Trümmerteilen sind reiche Verzierungen aus der Mythologie und dem alltäglichen Leben zu sehen. Archäologische Grabungen fanden ab 1988 durch die Universität von Ankara statt.

Von der antiken Stadt Myra blieben nur das römische Amphit-Theater mit etwa tausend Plätzen und die Felsengräber erhalten, in denen sich nur die reichsten Einwohner der Stadt eine Bestattung leisten konnten.

Am nächsten Tag sind wir in Kas. Wir passieren auf der Fahrt viele Gewächshäuser und große Ziegenherden. Kas liegt auf dem ehemaligen Stadtgebiet einer antiken Stadt, ganz im Südwesten der Türkei am Mittelmeer. Gegenüber befindet sich die griechische Insel Megisti. Die griechische Mehrheitsbevölkerung von Kas musste den Ort 1923 im Zuge des griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausches nach dem Vertrag von Lausanne verlassen.

In Kas gibt es viele historische Plätze: Besichtigt werden das Griechische Theater aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und die Felsengräber mit dem Löwengrab aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., das von zwei Löwen flankiert wird. In den schmalen Straßen von Kas befinden sich alte Holzhäuser mit vorgebauten Holzbalkonen. Kas wird gern von Tauchsportlern frequentiert, die mit Druckluftgeräten tauchen. In der Unterwasserwelt schwimmen Schildkröten und Tintenfische; in Küstennähe liegen ein versunkenes Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg sowie ein 1950 gesunkener griechischer Frachter. Rund 15 Tauchcenter und -schulen gibt es in Kas.

Sehr früh fahren wir nach Kemer, einem Badeort etwa 45 km von Antalya entfernt, der ausschließlich vom Tourismus lebt. Hier reichen die Felsen des 3.000 m hohen Taurusgebirges bis an das Meer heran, sodass es im Winter auf manchen Straßen von Kemer schon um 16 Uhr dunkel wird.

Kemer wurde als Bergdorf vermutlich von Griechen gegründet und trägt jetzt den Namen Deliktas. Es sind Reste einer Kirche aus dem 4. bis 7. Jahrhundert vorhanden; ebenfalls das sogenannte Seldschukische Jagdhaus aus dem 13. Jahrhundert. Bis in die 1960er Jahre war Kemer nur über den Seeweg erreichbar, bis der Ort durch eine Straße erschlossen wurde. Es entstanden zahlreiche Hotels mit rund 50.000 Betten sowie eine Seilbahn auf den 2.365 m hohen Berg Tahtali.

Auf dem Weg nach Antalya stoppen wir in Olympos, etwa 70 km von Antalya entfernt, wo noch Ruinen antiker Gebäude aus der griechischen Zeit zu sehen sind. Im Norden und im Süden der Stadt befinden sich Nekropolen, deren Felsengräber besichtigt werden können. Die Bergstadt hat eine bewegte Vergangenheit. Nach den Griechen nahm das Römische Reich sie in Besitz. Etwa 130 n. Chr. erhielt Olympos den Namen Hadrianopolis nach dem römischen Kaiser Hadrian.

Olympos ist oftmals von Erdbeben heimgesucht worden, zudem litt die Stadt im 14. Jahrhundert unter einer Pest-Epidemie, die 50 Prozent der Bewohner dahinraffte und zu Verarmung der verbliebenen Bevölkerung führte. Erst ab 1990 wurde Olympos für den Tourismus entdeckt, jedoch wurde der Bau von großen Hotels verboten. Dafür gibt es kleine Pensionen und die berühmten Baumhaus-Hotels. Besonders beliebt ist der Ort bei Rucksack-Touristen, die schon in den 1970er Jahren kamen und den Strand für sich entdeckten. Jedes Jahr kommen an den Strand von Olympos die Meeresschildkröten, um dort ihre Eier abzulegen. Weder die Badegäste noch die Schildkröten lassen sich dadurch stören.

Der Tag endet am späten Nachmittag am Flughafen in Antalya. Von hier startet die Heimreise nach Deutschland.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

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