Rhodos

Rhodos abseits der ausgetretenen Pfade sind Kontraste von quirlig bis Stille

Unentdeckte Wege auf Rhodos: Glasklares Wasser, Strände und Tavernen, was braucht man mehr? Auf Rhodos beeindruckt einen zuerst die Freundlichkeit der Rhodiner. Klar, in dem von Sonne verwöhnten Klima ist man einfach gut drauf.

Olivenbäume und weiße Häuser prägen den Charakter der Insel Rhodos. Orangen, Limonen, Hibiskus und Bougainville lassen mit ihrer Farbigkeit die weißen Häuser noch mehr leuchten und konkurrieren mit dem Duft von Thymian und Rosmarin. Schwimmen in kristallklarem Wasser, in dem man bis auf den Grund sehen kann, ist herrlich erfrischend. Griechenland hat das sauberste Meer Europas. Die Buchten von Rhodos mit kleinen Tavernen, in denen fangfrischer Fisch vom Grill serviert wird, ist das non plus Ultra der Insel. Der „Meltémi“, der konstante Wind sorgt mit seiner frischen Brise sogar im Sommer für angenehme Temperaturen.

Rhodos abseits der ausgetretenen Pfade sind Kontraste von quirlig bis Stille

Rhodos

Wer einen individuellen Urlaub machen möchte, der mietet sich ein Haus in Koskinou, das kleine Dorf liegt auf einem kleinen Hügel an der Ostküste. Die engen Straßen im Ortskern sind mit Weinranken überwachsen und die meisten Häuser haben die typischen blauen Haustüren, vor denen Blumentöpfe stehen und Katzen im Schatten dösen. In der Taverne bei Gianni ist es urgemütlich. Die gedeckten Tische stehen unter der weinbewachsenen Pergola und warten einladend auf Gäste. Gianni, der Wirt, tischt Knoblauchbrot, weiße Bohnen, Tsatsiki, Auberginen, gegrillten Käse, gefüllte Zucchiniblüten und Oktopus Bällchen als Vorspeise auf. Fangfrischer Fisch vom Grill folgt als Hauptgang. Zu dem köstlichen Essen mundet der Retsina, der geharzte Wein, vortrefflich. „Jeden Tag wird frisch gekocht“, erklärt Gianni. Gianni und seine Frau kochen, einer ihrer Söhne fabriziert verführerische Süßspeisen und der andere hilft, wo Not am Mann ist. Auf der Speisekarte stehen nur griechische Gerichte, darauf legt Gianni größten Wert. Jeden Morgen arbeitet er zwei Stunden im Garten, in dem er Gemüse anbaut und Paprika, Tomaten, Kartoffeln und Spinat ganz frisch für die Küche der Taverne mitbringt.

Rhodos

Die Erkundung der Strände steht auf dem Programm. Turbulent geht es in Faliraki zu. Der fünf Kilometer lange Stand ist von vielen großen Hotels gesäumt. Wer es quirlig mag mit vielen Restaurants und Bars, der ist hier richtig aufgehoben. Wer es dagegen ruhiger mag, der fährt Richtung Süden immer am Meer entlang nach Líndos, das in einer natürlichen Hafenbucht zu Füßen eines Hügels liegt. Auf dem überragen die mächtige Johanniterburg und die antiken Säulen der Akropolis die Altstadt. Nach einigen Stunden am kleinen Sandstrand wird man neugierig und geht durch die Altstadt mit vielen Geschäften und Restaurants die unzähligen Stufen zur Burg und den Säulen der Akropolis hinauf. Oben schweift der Blick über das türkisblaue Meer und über die Dächer der Altstadt von Líndos, auf denen sich einige Restaurants geschäftig für den Abend rüsten.

Rhodos Stadt ist hinter einer gewaltigen, meterdicken Stadtmauer versteckt. In der verwinkelten und quirligen Altstadt macht es Spaß, auf Entdeckungsreise zu gehen. Kirchen, Moscheen, Ritterhäuser, Geschäfte, Restaurants, Straßencafés und urige Kneipen bilden ein buntes Mosaik. Es ist quasi ein Spaziergang durch die Geschichte der Insel. Auf Schritt und Tritt begegnet einem eindrucksvoll die Vergangenheit von Rhodos. Römer, Kreuzritter, Türken, Italiener und Deutsche haben ihre Spuren hinterlassen. So ist es zum einen die Befestigungsanlage aus der Zeit der Byzantiner, die Ritterhäuser mit dem wuchtigen Großmeisterpalast, in dem heute ein Museum untergebracht ist und zum anderen die Moscheen aus der Zeit der über 400 Jahre andauernden Besatzung der Türken. Nicht umsonst ist die Altstadt zum UNESCO-Kulturerbe erklärt worden. Was besonders angenehm ist, ist das strenge Autoverbot. Wenn man die 85 Stufen des Uhrenturms, der höchsten Erhebung der Stadt, hinaufsteigt, hat man den totalen Überblick über Rhodos. Eine besondere Kostbarkeit im Museum ist die kauernde Aphrodite, eine kleine weiße Marmorstatue, die schon hundert Jahre vor Christi Geburt entstanden ist. Sie ist die Göttin der Liebe, ihr hat „Paris“ den Apfel gegeben. Wer das Nachtleben der Insel erleben möchte, geht nach Rhodos Stadt. Von einem Straßencafé kann man von einem Straßencafé aus dem nächtlichen Treiben zusehen. Neben urigen Restaurants gibt es genauso Fast-Food-Ketten wie Discos, die ihre Musik auch im Freien erschallen lassen. Junge Mädels mit immens hohen Schuhen und kurzen Röcken und junge Männer mit viel Gel in den Haaren treffen sich aufgestylt für die Disco.

Zum Hafen ist es nicht mehr weit. An der Hafeneinfahrt stehen auf zwei hohen Säulen ein Hirsch und eine Hirschkuh, sie sind die Wappentiere der größten Dodekanes Insel. Der mächtige Koloss von Rhodos aus Bronze, der den Sonnengott Helios darstellt, soll hier einmal gestanden haben. Bei einem Erdbeben 226 vor Christus so sagt die Legende, sei er in den Fluten untergegangen. Heute gibt es ihn in Kleinausgaben und auf Postkarten in den Souvenirläden. Als Zeus die Welt unter den Göttern des Olymps aufteilte, vergaß er Helios, den Gott der Sonne, denn er war bei der Versammlung nicht dabei. Als Helios von seiner Reise zurückkehrte, beklagte er sich verärgert bei Zeus. Er forderte, dass das Land das mitten aus dem Meer auftauchen würde, ihm gehören sollte. Das war Rhodos. Die Frau von Helios, eine Nymphe, hieß Rhodi oder Rhode. Rhodi bedeutete Rose, deshalb trägt Rhodos auch den Beinamen Roseninsel.

Der wohl edelste Strand mit einem Hauch von Luxus auf Rhodos ist Kallithéa. Für die renovierte Thermalbadanlage zahlt man drei Euro Eintritt pro Person, dafür bekommt man ganz luxusmäßig eine Liege mit Tischchen und einen Sonnenschirm. Die natürliche Bucht ist von Palmen gesäumt und kleine Wasserfälle plätschern von den Felsen. In der modernen Café-Bar am Strand lässt es sich herrlich entspannen, und man kann die Ausflugsboote beobachten, von denen hin und wieder Schwimmer ins Wasser springen, um im kristallklaren Wasser zu schnorcheln.

Am Abend trifft man sich in der Taverne in Kóskinou von Tasso und Jane. Sie sind die Spezialisten für Fleischgerichte. Tsatsiki, Lammkoteletts, gegrillte Zucchini und Paprika zeugen von ihren Kochkünsten. Zum Abschluss gibt es natürlich einen Ouzo.

Um die Ursprünglichkeit der Insel zu entdecken, geht es in den dünn besiedelten Süden. Die Fahrt führt am bergigen Zentrum der Insel mit dem höchsten Berg, dem Attáviros, mit stolzen 1.215 Metern entlang. Nach einer Anhöhe taucht die schmale Landzunge Prasonisi mit einem Leuchtturm auf. Bunte Farbtupfer tanzen am blauen Himmel. Kitesurfer und Windsurfer zischen im Affenzahn am Ufer entlang. Der konstant starke Wind ist die ideale Bedingung für Surfer. Für einen Badetag ist es allerdings zu windig. Auf dem Rückweg lockt die Taverne Platanos in Lachaniá. Sie könnte nicht besser liegen. Im Schatten eines großen Blätterdachs direkt neben der Kirche laden kleine Tische zum Verweilen ein. Einfach hinsetzen und es sich schmecken lassen. Michaelis, der Wirt, tischt verschiedene Vorspeisen und einen Retsina auf. Hier könnte man ewig bleiben.

Und wieder lockt der Strand. Einer der schönsten Strände der Insel liegt in der Tsambiká-Bucht. Der Sandstrand erstreckt sich zwischen hohen Bergen. Das Beste ist, es gibt keine Hotels, die Bucht ist unverbaut. Der Sandstrand wird von einem 240 Meter hohen Berg mit Kapelle und auf der anderen Seite von einer Sanddüne begrenzt. Mehrere kleine Tavernen sorgen für Erfrischungen. Was will man mehr? Sonne, Strand und die gute griechische Hausmannskost in einer kleinen Taverne.

Rhodos Tourismus www.rhodos-tourismus.de – Condor www.condor.com

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr: Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt, Tel.: 0030-6944885652, Tel.: 069-25782-0, www.gzf-eot.de, www.visitgreece.gr

Reiseführer: Michael Müller Verlag – individuell reisen „Rhodos“ von Hans-Peter Siebenhaar, 16,90 Euro.

Häuser mieten: www.smallhotelsingreece.com - www.rohdestraditionalhouses.gr, steliosscordilis@gmail.com - www.rentagreekhouse.com, www.yourgreekhome.com

Gudrun: Tel. 0030-6944885652.

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Dräger ReiseTravel
 

Unsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Hotels & Restaurants. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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