Madeira

Madeira bietet seinen Besuchern auch in den Wintermonaten ein mildes Klima

Die Zuflucht vor den Wintermonaten bleibt ein wichtiges Reisemotiv: Als ein immer attraktives Reiseziel bietet sich Madeira an. Es ist die Insel des ewigen Frühlings mitten im Atlantik. Sie liegt 600 Kilometer westlich von Casablanca und trägt den Flair des nahen Afrika. Hier kann sich der Besucher anstelle von Frost und Schnee über ein mildes Klima mit Temperaturen bis zu 20 Grad und jede Menge üppige Natur freuen.

Madeira öffnet sich Massentourismus

Madeira ReiseTravel.euDie touristische Karriere der portugiesischen Vulkaninsel begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Hochadel und gut betuchtes Bürgertum in der kalten Jahreszeit Europas das Reisen in die warmen Gefilde entdeckte. In Madeira fanden sie für ihresgleichen einen exklusiven Erholungsort. Aber erst die Eröffnung eines Flughafens in den 60er Jahren und schließlich die Verlängerung der Landebahn durch eine Landebrücke auf Stelzen für Großraumflugzeuge mit EU-Geldern öffnete dem Massentourismus alle Tore. Fast eine Million Gäste besuchen jährlich die Insel. Hinzu kommt die wachsende Zahl von Kreuzfahrtschiffen, die in der schönen Bucht der Hauptstadt der Insel Funchal vor Anker gehen. Zum traditionellen groß angelegten Silvester-Feuerwerk tummelten sich hier zum Jahreswechsel allein zehn der Ozeanriesen.

Doch die Insellage sowie ihre Ausmaße von 20 Kilometer Breite und 50 Kilometer Länge sorgen derzeit noch dafür, dass die große Schar von Touristen in den unzähligen Cafes und Restaurants, den Hotels und Ferienwohnungen sowie auf den vielen Wanderwegen ausreichend Platz finden. Wahr ist auch, dass die Reize von Landschaft und Klima für die Touristen oft abseits der Inselhauptstadt zu finden sind. Auf den Wegen entlang von Weinfeldern und Bananen-Plantagen, vorbei an Lorbeerbäumen in subtropischen Gärten und auf Bergstraßen im Innern der Insel.

Madeira ReiseTravel.euUrlauber mit weniger Kondition erreichen den Pico do Arieiro über kurze Wege von Parkplätzen und werden auch mit faszinierenden Aussichten belohnt. Zwar gilt Madeira als traditionelles Urlaubsziel der Briten, aber der Anteil der Touristen aus Deutschland ist auch dank günstiger Flugverbindungen in den letzten Jahren stark gestiegen. Mit Air Berlin, Condor und TUIfly fliegt der deutsche Urlauber mehrmals in der Woche in vier Stunden auf die Insel.

Baden in Meerwasser Pools des Atlantiks  

Die Insel Madeira mit ihren überwiegend steinigen, rauen Küsten hat für die Badeurlauber nur sehr wenige besonders präparierte mit Sand aufgeschüttete Strände anzubieten. Eine attraktive Alternative sind Meerwasser-Pools in einigen Hotels. Sie sind so konstruiert, dass das Meerwasser in sehr flach gehaltenen Bassins durch die intensive Sonne etwas erwärmt wird. Immerhin wird bereits im Januar in den Becken das Meerwasser auf bis zu 16 Grad erwärmt, im Sommer sogar auf 19 Grad. Der kleine Ort Porto Moniz an der nordwestlichen Küste hat eine Besonderheit zu bieten. Die starke Brandung hat mit der ständigen Erosion von Wind und Wasser im Lavagestein natürliche Fels-Badebuchten geschaffen. Verbunden durch einige schmale betonierte Wege und ein paar Betonflächen zum Sonnen sind ideale Meeresschwimmbecken entstanden. Sie erhalten durch die heran rollenden Brecher des Atlantiks immer wieder einen Zufluss, behalten aber durch das per Sonne aufgewärmte Wasser noch eine erträgliche Wassertemperatur.

Ein Meer exotischer Pflanzen

Madeira ReiseTravel.euMadeira macht seinem Ruf alle Ehre, als die Insel der Blumen zu gelten. Auch wenn an manchen Straßenrändern, an Waldwegen und auf Plätzen um den Jahreswechsel einige von den Hortensien schon verblüht sind, stehen sie an anderer Stelle noch in voller Pracht und werden durch Strelitzien, Rosen und riesige Farne ergänzt. Das Grün herrscht überall vor. Höhepunkte sind die in der Umgebung von Funchal angelegten Gärten. Da thront auf dem 550 Meter hohen Monte ein tropischer Park mit Fischteichen und einem orientalischem Garten, der den Blick auf die schöne Bucht von Funchal erlaubt.

Ein Meer exotischer und einheimischer Pflanzen präsentiert der vier Hektar große Jardim Botanico da Madeira. Hier nordöstlich von Funchal auf 300 Meter Höhe findet der Besucher auch das früher für die Inselwirtschaft so wichtige Zuckerrohr, aber auch Kaffeesträucher, Mangos, Bananenstauden,Papayas und Ananas.

Weltstar Ronaldo und Kaiserin Sissi

Der Weltstar Cristiano Ronaldo wurde auf Madeira geboren. Er hat sich wohl als einzige Fußball-Ikone noch zu Lebzeiten ein besonderes Denkmal setzen lassen. Der portugiesische Fußball-König ließ sich vor einem Jahr auf 400 Quadratmetern in mehreren Räumen sein Museum einrichten, das seine eroberten Trophäen wie Pokale, Medaillen und Fußbälle präsentiert. Die neue Ruhmeshalle von Ronaldo liegt etwas versteckt in einer kleinen Straße in Funchal. Die Touristen aus dem deutschsprachigem Raum werden von ihren Reiseführern wohl eher zu dem 500 Meter entfernten Casino-Park geführt. Hier ist eine kleine Statue aus Bronze für eine berühmte Kurpatientin aufgestellt - die junge Kaiserin von Österreich Sissi, die vor 150 Jahren ein paar Monate zurück gezogen auf Madeira lebte. www.madeira-web.com

Ein Beitrag für ReiseTravel mit Fotows von Ronald Keusch.

Ronald Keusch ReiseTravel.euUnser Autor ist freier Journalist mit dem Schwerpunkt Tourismus, er lebt und arbeitet in Berlin. 
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