Mostar

Die Brücke von Mostar ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde ebenso wie die Altstadt 2005 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen

Mostar ist eine alte türkische Ansiedlung: Eingebettet in das Flusstal der Neretva und bietet mit seinen vielen Minaretten und Moscheen einen fremdartigen Anblick. Mostar ist die Hauptstadt der kroatischen Herzegowina. Im ehemaligen Jugoslawien nahm die Herzegowina als autonomes Gebiet eine Sonderstellung ein. Während des Krieges in den Jahren 1992 bis 1994 kämpften in Mostar kroatische und bosnische Einheiten gegen serbische und Kroaten gegen Bosnier. Nachdem durch das Abkommen von Dayton im Jahr 1995 die Zwistigkeiten beigelegt worden waren, wurde Mostar in zwei Städte aufgeteilt: Am westlichen Ufer der Neretva wurde die Stadt kroatisch und am östlichen Ufer bosnisch verwaltet. 2004 einigte man sich dann diesen Zustand zu beenden und teilte Mostar in sechs städtische Gemeinden. 

Sehr geehrte ReiseTravel User, allein um die weltbekannte Brücke zu sehen, buchte ich von meinem Urlaubsort Budva eine Busfahrt nach Mostar, die einige Stunden dauern sollte. Ich hoffe, mein Bericht findet Anklang. Ihre Edelgard Richter

Wir verliessen Budva in nördlicher Richtung und genießen dabei einen fantastischen Blick auf das in der aufgehenden Sonne glitzernde Meer in seiner unwahrscheinlichen Bläue. Die Fahrt geht entlang der montenegrinischen Adriaküste durch verschlafene Dörfer, in denen uns hin und wieder ein Esel begegnet, dem hierzulande üblichen Last- und Reittier, durch völlig verlassene und verfallene Ansiedlungen, die einen trostlosen Anblick bieten, durch freundliche Badeorte und große landwirtschaftlich genutzte Gebiete, in denen hauptsächlich Wein angebaut wird.

Im Vorüberfahren sehen wir die wenigen Stände auf dem Markt, wo schwarz gekleidete Frauen selbst gemachten Ziegenkäse, lebende Hühner sowie Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten in geringen Mengen feilbieten. Es ist ein ärmliches Bild und hat so gar nichts von den lauten und lebendigen Basaren südlicher Länder an sich.

Die Frauen über Vierzig sieht man in Jugoslawien fast ausschließlich in schwarzer Kleidung, die keine Volkstracht ist, wie viele Touristen meinen, sondern echte Trauer ausdrückt, weil man hier noch sehr an dem traditionellen Trauerjahr festhält. Meist gibt eine große Anzahl an Familienmitgliedern, von denen viele schon älter sind, sodass es sich fast von selbst ergibt, dass die Frauen bis an ihr Lebensende die Trauerkleidung nicht mehr ablegen. Gestorben wird immer.

Natürlich gibt es in den einzelnen Provinzen des ehemaligen Jugoslawiens auch schöne bunte Volkstrachten, die jedem Landstrich eigen sind und besonders an Sonn- und Feiertagen von der jüngeren Generation getragen werden, sofern diese nicht dem westlichen Lebensstil anhängt.

Die Märkte und Geschäfte sind meist von 6.00 bis 12.00 und von 16.00 bis 20.00 geöffnet. Typisch sind die in der Nähe eines Marktes im Schatten zahlreicher Olivenbäume festgebundenen Eselchen, auf denen die Frauen von den Bergen herunter reiten um ihre kärglichen Waren auf dem Markt feilzubieten. Im Winter sollen diese Wege nicht ungefährlich sein, denn nach starkem Schneefall in den Bergen kommen Rehe, Hirsche, Hasen und seltener auch Wölfe herunter bis ins Tal, um Nahrung zu suchen. Ja, sogar Bären sollen schon vereinzelt in Montenegro gesehen worden sein! 

Auf der Autostraße geht die Fahrt weiter, vorüber am 1.660 Meter hohen Lovcen, auf dem 31jährig im Jahr 1844 der verstorbene Fürstbischof Petar Petrovic Njegos – im deutschsprachigen Raum besonders durch sein Epos „Bergkranz“ bekannt geworden – bestattet wurde. Heute noch wird dieser Fürst von der Bevölkerung Montenegros verehrt; er war der letzte Herrscher, der geistliche und weltliche Macht in einer Person vereinte. Im frühmorgendlichen Dunst sehen wir einige der 25 Serpentinen, die zum Lovcen-Pass hinaufführen.

Wir durchfahren den aufstrebenden Badeort Tivat, an dessen Peripherie sich der 1971 eingeweihte Flughafen, zwischen Magistrale und Meer gelegen, befindet. Es ist nach Podgorica der zweitgrößte internationale Flughafen von Montenegro. 

Vorbei an einer neu erbauten, weiß im Sonnenlicht schimmernden Kirche – der Stiftung eines erst in jüngster Zeit in Amerika reich gewordenen Jugoslawen an seinen Heimatort – gelangen wir nach Kamenari, von wo mit der Autofähre eine der schönsten buchten des adriatischen Meeres überquert wird. Diese Bucht ist eine eindrucksvolle Verschmelzung norwegischer Fjordlandschaft mit italienischer Riviera. Sie ist von Steilküsten umsäumt und bildet einen schützenden Naturhafen, an dessen Ufern noch heute die Ruinen alter Festungen zu sehen sind, deren Geschichte bis weit in die Römerzeit zurückreicht.

In den malerisch am Fuß der Berger liegenden Städtchen Kotor, Perast und Risan haben sich viele pensionierte Kapitäne und Seeleute zur Ruhe gesetzt, denn von hier gingen viele Söhne des Landes alter Tradition gemäß zur See. Die wohl berühmtesten Einwohner des Städtchens Perast sind die drei Brüder Zmajevic, von denen einer der Begründer der russischen Flotte im Zarenreich wurde.

In der durch eine vorgelagerte Landzunge geschützten Bucht von Kotor sehen wir während der Fahrt mit der Fähre eine kleine natürliche Insel, auf der die Kirche des heiligen Georg steht. Sie soll dem Maler Arnold Böcklin als Modell für sein berühmtes Bild „Die Toteninsel“ gedient haben. Ihr gegenüber ist eine ganz mit Zypressen bestandene Insel, die die Form eines Schiffes hat. Hier soll – so erzählt eine Sage – vor mehr als hundert Jahren ein Schiff mit Mann und Maus in einem schrecklichen Sturm untergegangen sein; nicht einer konnte sich retten. Zur Erinnerung an das tragische Schicksal der Schiffsbesatzung hat man an der Untergangsstelle die Insel aufgeschüttet und mit Zypressen bepflanzt.

Aber nicht nur ihrer landschaftlichen Schönheit wegen ist die Boka Kotorska (Cattaro) bekannt geworden, sondern auch durch den Matrosenaufstand 1918 gegen Österreich. 

Wir befinden uns jetzt an der Riviera von Herceg-Novi und durchfahren den Ort Zelenika. Bis hierhin ging bis vor einigen Jahren noch eine Schmalspurbahn von Dubrovnik. Nachdem die neue Autostraße entlang der Küste fertiggestellt war, wurde diese Bahnlinie abgebaut und jetzt sieht man nur noch an einzelnen Stellen die ursprüngliche Trasse.

Hoch auf den Gipfeln vieler Berge sehen wir hin und wieder ein weiß herab grüßendes Kirchlein. Hier werden die Montenegriner bestattet. Man wählte diese hoch gelegenen Plätze, weil das Wasser während der Schneeschmelze im Frühjahr zu Tal stürzt und dann weite Flächen der Ebene in Morast verwandelt.

Wir durchfahren nun eines der größten Karstgebiete der Erde. Ursprünglich war das größtenteils aus Kalkstein bestehende Dinarische Gebirge reich bewaldet. Da jedoch unter der häufig wechselnden Fremdherrschaft ein ungeheurer Raubbau in den Waldungen getrieben wurde (besonders die Römer brauchten das Holz für ihre Galeeren), verkarteten die Berge und der Regen spülte ungehindert den Erdboden von den Hängen fort. Mit den Bäumen verschwand auch die übrig Vegetation und heute werden weite Flächen von Krüppelkiefern, Farnen und Moosen bedeckt. Zahlreiche und kostspielige Aufforstungsversuche der ehemaligen jugoslawischen Regierung schlugen fehl. 

Wir fahren nun weiter, vorbei an den roten Felsen von Konavle, lassen den Flughafen Dubrovnik- Cilipi rechts liegen und kommen durch die verstreut liegenden Badeorte Cavtat, Mlini, Srebereno und Kupari an die Riviera von Dubrovnik. 

Von der hoch oberhalb Dubrovniks vorbeiführenden Panoramastraße haben wir einen herrlichen Blick auf das grünblaue Meer mit der Insel Lokrum, dem Badestand der Dubrovniker (Dubrovnik selbst hat keinen Strand) und auf die Stadt Dubrovnik selbst, die im 7. Jahrhundert n. Chr. gegründet und mehrfach belagert wurde. Sogar die Truppen Napoleons drangen bis hier vor und marschierten 1808 in Dubrovnik ein. In ihrer Glanzzeit im 16. Jahrhundert wetteiferte die Stadt als „Königin der Adria“ mit Venedig. Prächtige Bauen aus jener Zeit, von der insbesondere die Barockkirche St. Blasius, der Rektorenpalast und die Divona, das frühere Zollamt der Stadt, noch heute beredte steinerne Zeugen sind.

Überhaupt ist Dubrovnik reich an steinernen Denkmälern der Geschichte. Gut erhaltene Paläste, Klöster und Brunnen im Stil der Gotik, der Renaissance und des Barock kann man heute noch bewundern. Auch eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Srd, von wo man einen einmaligen Blick auf Dubrovnik mit seinen Inseln im Hintergrund genießen kann, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wir verlassen das in Sichtweite gelegene Dubrovnik und fahren auf der in engen Windungen der Küste folgenden Straße weiter, die hier durch ihre vielen Kurven die volle Aufmerksamkeit der Autofahrer erfordert, wie eine ganze Reihe von Autowracks aus vielen Ländern Europas am Straßenrand eindrucksvoll beweist. Manche der „Rostlauben“ scheinen schon einige Jahre hier ihr Dasein zu fristen, ob als Mahnung an die Autofahrer gedacht oder weil die zuständige Gemeinde kein Geld zu ihrer Beseitigung hat, bleibt dahingestellt.

Unser Weg führt uns vorüber an der zauberhaften insel- und buchtenreichen Küste, die hier zur Republik Kroatien gehört. Durch Bewegungen der Erdrinde drang die Adria in die Täler des Dinarischen Gebirges ein und so entstand dieser Küstenstrich, von dem die Inseln Krk, Cres, Brac, Hvar, Korcula und Mljet zu den bekanntesten gehören.

Vor uns befinden sich jetzt die herrlich bewaldeten Inseln und Inselchen, deren Namen man sofort wieder vergisst. Wir sehen die Halbinsel Peljesac, die auch über eine Autofähre zu erreichen ist. Zum offenen Meer hin ist ihr die Insel Korcula vorgelagert, wo der Erholung suchende Urlauber garantiert wohltuende Ruhe und Entspannung findet. Er sollte sich allerdings nicht vom nächtlichen Geheul der Hyänen und Schlagen schrecken lassen, die hier zahlreich vertreten sind. Letztere werden übrigens von den einheimischen sehr schmackhaft zubereitet und schmecken zart wie Kalbfleisch.

Nachdem wir die Mündung der Neretva, das sogenannte Neretva-Delta, erreicht haben, begegnen wir zu unserer Linken der Bahnlinie Ploce-Sarajevo, die weit im Norden auf die Strecke Wien - Belgrad trifft. Teile der Strecke wurden im Bosnien-Krieg erheblich beschädigt, jedoch inzwischen wieder aufgebaut.

Das Neretva-Delta ist ein sehr fruchtbares Gebiet: Gemüse, Obst und Getreide werden angebaut, sogar Reis gedeiht hier aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen. Im Sommer 1971 kann man hier ein sehr seltenes Bild sehen: Große Flächen im Delta sind braunschwarz. Hier auf dem morastigen Boden hat der Grasband gewütet, eine Folge der langen Wochen ohne einen Tropfen Regen.

Wir folgen weiter dem Lauf der Neretva bis Metkovic. Bis hier ist der Fluss schiffbar, dann wandelt sich sein Charakter vom träge dahin gleitenden Strom zu einem breiten, nur hüfttiefen Gewässer von smaragdgrüner Farbe, das in glitzernden Kaskaden die Felsen und Steiner im Flussbett überspringt.

Die Straße führt uns weiter nach Pocitelj, einer alten türkischen Festung, deren zerfallendes Gemäuer noch immer trutzig die Felsen hinabsteigt und eine gut erhaltene Moschee mit einem Minarett, welches man auch besteigen kann, umschließt. Hier wohnen noch einige Familien nach mohammedanischem Brauch und in äußerster Einfachheit. Wir sehen eine alte Frau, verdeckt durch die den Innenhof umschließende mannshohe Maurer, wie sie vor der Haustür die Mahlzeit für die Familie zubereitet. Unten an der Straße begegnen wir mehreren Kindern, die uns in großen Körben Wein und Feigen zum Kauf aufdrängen wollen. Am Straßenrand der viel befahrenen Piste sind einfache Stände aufgebaut, an denen man die der Jahreszeit entsprechenden Früchte – Weintrauben und Feigen – kaufen kann. Auch ein kleiner Souvenirladen fristet in den Gemäuern der Festung ein recht bescheidenes Dasein. Das einzige Café in Pocitelj ist terrassenförmig angelegt und umschlossen von dicken Festungsmauern, wo man auf geschichtsträchtigem Boden seinen türkischen Mokka aus winzig kleinen henkellosen Gläschen schlürfen kann. Oleanderbüsche säumen die Wege wie in Deutschland im Frühjahr der Flieder, verstreuen ihre zarten weißen, rosa und roten Blüten im Wind und sind für den Naturfreund ein zauberhafter Anblick.

Nach kurzer Rast verlassen wir Pocitelj und fahren durch das Mostar umgebende riesige Weinanbaugebiet, wo uns dunkelblaue Trauben aus dem grünen Laub entgegen leuchten und die Ernte gerade begonnen hat. In diesem Gebiet von Bosnien wird der bekannte würzige Zilavka gekeltert. Wir folgen weiter dem Lauf der Neretva, die uns direkt zur Altstadt von Mostar führt.

Der Anblick von Mostar übt einen fremdartigen Reiz auf uns aus. Allein die zahlreichen spitz in den Himmel ragenden Minarette muten sehr orientalisch an. Hier, im Herzen der Hercegowina vollzog sich durch den jahrhundertelang immer wieder erfolgenden Ansturm der Türken eine weitgehende Orientalisierung der Bevölkerung, die schließlich ganz Bosnien erfasste. Tatsächlich erfolgte dann auch die Eingliederung dieses Gebietes in das Osmanische Reich. 

Besonderer Anziehungspunkt Mostars ist die 1566 von dem Baumeister Hajruddin erbaute einbogige Brücke über die Neretva. Für eine Handvoll Dinare springen junge Burschen von der etwa 20 Meter hohen Brücke in die zur Zeit unseres Besuchs nur wenig Wasser führende Neretva. Sekundenlang ist nur das Klicken der Kameraverschlüsse zu hören. Sie wurde im Krieg 1993 zerstört. In vierjähriger Arbeit wurde die „Stari Most“ (Alte Brücke) für rund 13 Mio. Euro neu gebaut. An den Kosten der Rekonstruktion beteiligten sich viele europäische Länder; eine türkische Baufirma führte die Arbeiten durch. Obwohl eine Brücke verbinden sollte, trennt diese Brücke seit dem Bosnien-Krieg die moslemischen Bewohner der Stadt von der kroatischen Bevölkerung.  

Anschließend besichtigen wir eine im 16. Jahrhundert erbaute Moschee. Ihre Kuppel wölbt sich hoch über uns, die Wände sind mit Sprüchen aus dem Koran geschmückt, denn bildliche Darstellungen sind im Islam nicht gestattet. Die Moschee wurde im Bosnienkrieg stark beschädigt, inzwischen aber restauriert.

Unser Stadtführer mahnt uns zur Eile, gleich ist die Gebetsstunde und der Muezzin begibt sich bereits auf das Minarett um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Wir nehmen in geringer Entfernung Aufstellung und zücken die Kameras, um das noch nie erlebte Schauspiel im Bild fest zu halten. Der Muezzin ruft, seine Worte verhallen im Wind, um uns braust der mittägliche Verkehr und die Arbeiter der nahe gelegenen Baustelle legen die Arbeit nieder, um dem Ruf des Muezzins zu lauschen. Die Moschee besucht keiner von ihnen.

Wir besichtigen noch den die Moschee umgebenden Friedhof mit den stelenartigen Grabmalen, die teilweise einen Turban aus Stein tragen, was anzeigt, dass hier ein Mann zur letzten Ruhe gebettet wurde. Die Koranschule bleibt uns verschlossen. Hier werden Knaben im Alter von 6 Jahren aufgenommen und 15 Jahre lang in hermetischer Abgeschiedenheit unterrichtet. Auch der Muezzin ist Lehrer an der Koranschule. 

Nach der reichhaltigen Mittagsmahlzeit auf der Terrasse hoch über der Neretva besuchen wir eine türkische Familie in Mostar, die noch nach den alten Traditionen lebt. Sie hat ihr Haus gastfreundlich allen Reisenden geöffnet. Wir dürfen einen Blick in die Räume des Hauses tun, nachdem wir an der Eingangstür unsere Schuhe abgestreift haben. Die drei Zimmer sind nach unserem Verständnis nur spärlich mit einigen altertümlichen Möbeln ausgestattet, die reiche Verzierungen von Beschlägen und Intarsien mit orientalischen Mustern aufweisen. Die Gastgeberin und ihre zwei Töchter zeigen sich in den alten Gewändern der Mohammedanerinnen, wenn sie auch die traditionelle Feredza, ein Gesichtsschleier, abgelegt haben. Mit Kaftan und Fez angetan führt uns der Hausherr altes, von seinen Vorvätern ererbtes Hausgerät sowie einige alte Gewänder vor. Unter anderem zeigt er uns auch die Unterhose seiner Urgroßmutter, die 160 kg gewogen haben soll, was angeblich dem Schönheitsideal eines Mohammedaners entspricht. Wir biegen uns vor Lachen, als er das zwei Meter breite Ungetüm vor uns entfaltet.  So mancher zweifelt insgeheim an der Schilderung unseres Gastgebers. 

Danach besuchen wir den türkischen Basar auf dem Obst und Gemüse, Teppiche, Lederwaren, Schmuck und mehr oder weniger nützliche Dinge angeboten werden. Nach orientalischer Sitte wird hier kräftig gefeilscht, je nach Geschick zum Vor- oder Nachteil der Kauflustigen. 

Auf den Straßen von Mostar sehen wir Frauen jeden Alters, teils in türkischen Faltenhosen, teils in europäischen Kleidern, die ihre Einkäufe in Bündeln oder Körben auf dem Kopf balancieren. Junge Mädchen in kornblauen Kitteln, der hiesigen Schulkleidung, beleben die Straßen. Die Linienbusse, die nur in großen zeitlichen Abständen verkehren, sind überfüllt und am Ortsausgang sehen wir eine Ansammlung von Einheimischen, die das bekannte Daumenzeichen machen, aber selten bietet sich eine Mitfahrgelegenheit. 

Durch einen dunklen Hausflur betreten wir einen patioähnlichen Hof und können hier einen Kupferschmied bei der Arbeit beobachten. Umgeben von sehr schönen in Kupfer geschlagenen Reliefs steht er an seinem Amboss und lässt sich durch die vielen Neugierigen bei seiner Tätigkeit nicht stören.

Sehr geehrte ReiseTravel User, allein um die weltbekannte Brücke zu sehen, buchte ich von meinem Urlaubsort Budva eine Busfahrt nach Mostar, die einige Stunden dauern sollte. Ich hoffe, mein Bericht fand Anklang. Ihre Edelgard Richter

PS: Das fällt auf: An einigen Bäumen in den Straßen von Mostar sind mit Reißzwecken Anzeigen in kyrillischer Schrift befestigt: In grüner Schrift wird die Geburt eines Sohnes oder einer Tochter, in schwarzer Schrift der Tod eines Familienangehörigen bekannt gegeben. Auch dies gehört zu Mostar.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

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