Hagen

Nach wie vor kommen täglich Menschen auf unseren Straßen ums Leben oder werden schwer verletzt.

Freie Fahrt für Rasente Bürger?: Es muss in den nächsten Jahren darum gehen, alle Potenziale auszuschöpfen, die im Sinne der Sicherheitsstrategie Vision Zero dazu beitragen, die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen. Wie notwendig das ist, belegen die vorläufigen Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes für 2018. Demnach sind 3.270 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, das sind 90 Todesopfer mehr als im Vorjahr. Um die Zahl der Getöteten nachhaltig zu senken, sind umfassende Maßnahmen bei der Infrastruktur, der Fahrzeugtechnik, aber auch im Hinblick auf das Fahrverhalten notwendig.

Vision Zero: Der DVR – Deutscher Verkehrssicherheitsrat – widmete sich dem Thema: Was den Straßenverkehr sicherer macht – in Form eines Seminares, mit hochkarätigen Referenten.

Prof. Dr. Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe TU Dresden, resümierte: „Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem keine allgemeine, auf dem gesamten Autobahnnetz geltenden Geschwindigkeitsbegrenzung existiert“.

Auf 23 Prozent der Bundesautobahnen (BAB) gilt ein streckenbezogenes, situationsunabhängiges Tempolimit (120 oder 130 km/h) und auf sechs Prozent ein streckenbezogenes, situationsabhängiges Tempolimit. Auf über 70 Prozent der deutschen Autobahnen gilt „freie Fahrt“, soweit keine kurzfristigen Geschwindigkeitsbegrenzungen angeordnet werden.

Tempolimit: Nach einen bestätigten Modell führt eine Verringerung der gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit um fünf Prozent zu etwa zehn Prozent weniger Unfällen mit Verletzten und zu 20 Prozent weniger tödlichen Unfällen. Das Bundesland Brandenburg hat auf 63 km Länge der BAB 24 eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h angeordnet. Die Anzahl der Unfälle und der Verletzten sank um 50 Prozent. Ein Tempolimit führt außerdem zu einem homogenen Verkehrsfluss und oft auch zur Verhinderung zu Staus.

Lösung: Rolle rückwärts: Einfach Langsamer Fahren? Ob das zum Erfolg führt?

Dipl. Ing. Christian Kräutler, Kuratorium für Verkehrssicherheit Wien, referierte zum Thema „Reiz mit hohen Risiko“. „Bereits ein Viertel aller im Straßenverkehr getöteten Verkehrsteilnehmer sind Motorradfahrer“.

Besonders häufig sind deren Unfälle mit Pkw-Fahrern. Eine entsprechende Untersuchung ergab: „Hauptunfallverursacher ist meist nicht der Motorradfahrer selbst, sondern der Pkw-Fahrer“.

Zum Thema: „Mein Freund der Baum“ referierte Prof. Dr.-Ing. Christian Lippold, TU Dresden: „Bäume und Verkehr stehen seit vielen Jahren in einem engen Spannungsfeld“.

Am Anfang wurden Straßen zur Fahrt mit Fuhrwerken gebaut. Pferde zogen diese Wagen und um den Tieren Schatten zu spenden, wurden, am Straßenrand, Bäume gepflanzt. Überall in der Welt und auf alle Straßen.

„Aus Sicht der Verkehrssicherheit sind solche Straßen mit Bäumen im Seitenraum ein schweres Erbe. Unfälle mit Aufprall auf einen Baum haben außerorts dramatische Unfallfolgen. Häufig enden sie tödlich“, betont Lippold. Unfälle auf Landstraßen sind durch eine besonders hohe Unfallschwere gekennzeichnet. Feste Hindernisse, also ein Baum, erhöhen die Unfallschwere.

Fact: Einfach langsamer fahren, wäre die beste Lösung. Neue Straße werden ohne Bäume am Straßenrand gebaut! 

Problem: Im Jahr 2017 ist die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr gesunken. 0,9 Prozent weniger Menschen sind zu Tode gekommen. Auch die Zahl der Verletzten ist gesunken, und zwar um 2,1 Prozent. Nach wie vor passieren jeden Tag schwere Unfälle auf unseren Straßen mit schwersten Folgen für Opfer und Angehörige. 3177 Getötete und 388200 Verletzte (vorläufig) sind nicht zu akzeptieren.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) haben zur Maßgabe ihres Handelns die Sicherheitsstrategie Vision Zero gemacht. Niemand soll durch einen Verkehrsunfall getötet oder schwer verletzt werden. Nach wie vor fokussiert sich der DVR auf die Maßnahmen, die den größten Nutzen versprechen. Welche das sind, hat der DVR in seinen zehn „Top-Forderungen zur Verkehrssicherheit“ zusammengefasst. Einigen ausgewählten Forderungen widmete sich unser Presseseminar „Richtung Vision Zero – Was den Straßenverkehr sicherer macht“.

ReiseTravel Fact: Die Zukunft der Mobilität gehört zu den großen Themen. Fast alle Bürger diskutieren intensiv und auch kontrovers über diese gesellschaftliche Frage unserer Zeit.

Das Seminar in Hagen (NRW) beschäftigte sich mit der Frage: Was den Straßenverkehr sicherer macht, und war ein Erfolg.

Die Aufgabe des DVR – Deutscher Verkehrssicherheitsrat - ist die Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Schwerpunkte sind Fragen des menschlichen Verhaltens, der Fahrzeugtechnik, der Infrastruktur, des Verkehrsrechts, der Verkehrsüberwachung und der Verkehrsmedizin. Der DVR vertritt die Positionen, die geeignet sind, Leben zu retten bzw. schwere Verletzungen zu vermeiden, deutlich in der Politik, den gesellschaftlichen Gruppen, den Medien, den Bundes-, Landes-, europäischen und sonstigen nationalen und internationalen Institutionen.

DRV - Deutscher Verkehrssicherheitsrat. Jägerstraße 67-69, D-10117 Berlin, Tel. 030 2266771-0, info@dvr.dewww.dvr.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher

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