Hamburg

Der Tourismus hat in der Regel positive wirtschaftliche Auswirkungen auf eine Region, da die Besucher Geld für Hotels, Restaurants, Souvenirs und Attraktionen ausgeben.

Reisende können auch weniger bekannte Reiseziele bekannt machen und so zusätzliche Möglichkeiten für den künftigen Tourismus schaffen.

Diese Art von Wachstum kann jedoch zu einer Belastung für eine Region oder ein Reiseziel werden, wenn zu viel Tourismus und zu viele Menschen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Ein Beispiel dafür sind die Riffe im Meer: Viele von ihnen sterben, unter anderem, weil Schnorchler und Taucher den Korallen zu nahekommen. In der Zwischenzeit sind europäische Städte wie Venedig und Amsterdam mit verstopften Straßen konfrontiert, da Kreuzfahrtschiffe Tausende von Touristen an diese beliebten Reiseziele bringen, was zu Überfüllung und Verschmutzung führt. Übermäßiger Tourismus und der daraus resultierende Beitrag, den ausgedehnte Reisen zum Klimawandel leisten können, sind sowohl bei Verbrauchern als auch bei Branchenführern zunehmend ein Thema. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kreuzfahrtschiffe wohl eine der schwerwiegendsten Auswirkungen auf unseren Planeten haben.

Kreuzfahrten werden immer beliebter und inzwischen stechen jährlich über 25 Millionen Passagiere in See. Denn es gibt nicht viele andere Urlaubsmöglichkeiten, die ein so umfassendes Erlebnis bieten wie eine Kreuzfahrt. Auf einer Kreuzfahrt können mehrere Ziele bereist werden, ohne das Zimmer zu wechseln und ständig das Gepäck ein- und auspacken zu müssen. Auf einer Kreuzfahrt hat man die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Unterhaltungsangeboten und Restaurants zu wählen, die alle nur wenige Schritte vom Zimmer entfernt sind.

Die meisten Kreuzfahrten bieten ein abendliches Unterhaltungsprogramm mit Komödianten, Live-Bands und anderen Live-Acts. Außerdem gibt es Tanzveranstaltungen, Casinos und zusätzliche Unterhaltungsmöglichkeiten für Kinder. Glücksspielliebhaber kommen hier beispielsweise voll auf ihre Kosten, aber auch Neulinge können sich erstmals in diversen Casino-Spielen versuchen. Oft werden sogar Poker- und Blackjack Turniere ausgerichtet. Auf dem Deck kann man sonnenbaden, schwimmen, Shuffleboard spielen und andere Aktivitäten im Freien ausüben. All das kann man auf der Reise zwischen den Zielen genießen. Wenn das Schiff anlegt, können verschiedene Orte erkundet und die lokale Kultur kennengelernt werden. Dabei muss man nicht erst das Internet und die Landkarten durchforsten, um Restaurants zu finden, denn alles befindet sich direkt auf dem Schiff. Dennoch rückt diese Branche immer mehr ins Rampenlicht der Kritik.

Zur Veranschaulichung: Der hohe Verbrauch an fossilen Brennstoffen auf den Schiffen bedeutet, dass eine Person auf einer siebentägigen Kreuzfahrt die gleiche Menge an Emissionen verursacht wie während 18 Tagen an Land. Außerdem können sie die empfindlichen Ökosysteme der Ozeane durch Praktiken wie die unverantwortliche Entsorgung von Abwässern schädigen. Offenbar ist der „Kohlenstoff-Fußabdruck“ jedes Passagiers dreimal so groß wie an Land. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kreuzfahrtgesellschaften darauf reagieren.

Die Umweltbewegung hat nicht nur die Kreuzfahrtbranche, sondern die gesamte Reisebranche erfasst. Neue Richtlinien und Standards legen fest, welche Schritte unternommen werden müssen, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Ab dem 1. Januar 2020 hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) eine neue Vorschrift eingeführt, nach der Schiffe von stark schwefelhaltigem Kraftstoff auf teurere schwefelarme Alternativen umsteigen müssen. Der maximale Schwefelgehalt solcher Kraftstoffe beträgt 0,5 Prozent gegenüber dem bisherigen Gehalt von 3,5 Prozent. Da Kreuzfahrtschiffe zunehmend als starke Umweltverschmutzer wahrgenommen werden, ist es auch eine Herausforderung, die negative Presse auszugleichen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Lösung nicht darin besteht, das Reisen einzustellen oder einzuschränken. Vielmehr wird nach Alternativen gesucht und es werden Innovationen entwickelt, die eine nachhaltigere Kreuzfahrt ermöglichen. Das Ziel einer emissionsfreien Kreuzfahrt ist auch nicht unbedingt unmöglich.

Kreuzfahrtgesellschaften haben auch Maßnahmen an Bord eingeführt, um die Passagiere zu einem nachhaltigeren Verhalten zu bewegen. Einige dieser Maßnahmen können auch zu Hause umgesetzt werden. Die Einsparung von Wasser steht beispielsweise ganz oben auf der Liste der nachhaltigen Prioritäten. In den Küchen, Bädern und Wäschereien wurden Technologien zur Wassereinsparung installiert. Man hält seine Gäste außerdem dazu an, fließendes Wasser abzustellen und undichte Wasserhähne zu melden sowie Handtücher und Bettwäsche wiederzuverwenden.

Kreuzfahrtunternehmen wie Oceania veranstalten an Bord häufig Vorträge über das Leben im Meer und die Umwelt. Norwegian beschäftigt ausgebildete Umweltexperten, die junge Gäste über den Planeten, sauberes Wasser und die Vermeidung von Umweltverschmutzung aufklären. Auch die Besatzung muss an einem „Environmental Familiarisation Training" teilnehmen, um die Einhaltung der Umweltrichtlinien zu gewährleisten. Auch Seabourn fördert im Rahmen seiner Partnerschaft mit der UNESCO den nachhaltigen Tourismus in den Welterbestätten. So werden den Gästen pädagogische Vorträge über Welterbestätten von Experten angeboten. Die Einnahmen aus den Führungen werden dann an den Welterbefonds der UNESCO gespendet.

Außerdem haben sich viele Linien dafür entschieden, Einwegplastik an Bord zu vermeiden oder zu reduzieren. Sie werden durch Metallutensilien und -spender anstelle von kleinen Toilettenflaschen ersetzt, und auch die Lebensmittelverpackungen werden strenger gehandhabt. Plastikstrohhalme wurden ebenfalls verboten.

Royal Caribbean hat sich verpflichtet, alle Einwegplastikartikel zu verbieten, und Regent Seven Seas ist der erste Luxusliner, der sie vollständig abschafft. Auch Norwegian führte 2018 die Kampagne „Skip the Straw" ein und entfernte daraufhin alle Plastikstrohhalme von ihren Schiffen. Mittlerweile gibt es auch schon erste Fortschritte bei der Herstellung von „Hybrid"-Kreuzfahrtschiffen, die mit Batterie betrieben werden können. Diese Technologie ist zwar noch recht neu und im Moment nicht sehr praktisch, aber wir erwarten, dass sich der Schwerpunkt auf umweltfreundlichere Kreuzfahrten verlagern wird.

Da das Thema Nachhaltigkeit so aktuell ist und sich ständig weiterentwickelt, ist es schwer vorherzusagen, was am Horizont an „grüner Technologie" zu erwarten ist, die zu greifbaren Ergebnissen führen wird. Strengere Vorschriften für Kreuzfahrten haben sich als Fortschritt erwiesen, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns, um unsere Ozeane wirklich zu respektieren und zu schätzen. Die CLIA (Cruise Lines International Association) hat sich 2019 verpflichtet, die Kohlenstoffemissionen der Kreuzfahrtindustrie bis 2030 weltweit um 40 Prozent zu senken. Das bedeutet, dass wir mit weiteren Durchbrüchen und technologischen Fortschritten rechnen können, die uns zu einer nachhaltigeren Kreuzfahrt verhelfen werden. 

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