Berlin

Noch Fragen: Redewendungen, Sprichwörter, Zitate, Bonmot, by ReiseTravel: Das ist mir doch „Wurst“!

Wurst, Wurst: Das hört man vorrangig in Bayern oder auch in Österreich, wenn ein Mensch ausdrücken will, dass einem der Sachverhalt oder der Ausgang einer Entscheidung vollkommen gleichgültig ist. Andernorts bezeichnet man das als „piepegal“, „worscht wie Käs“ oder auch „I don`t give a damn“. Ganz vornehm artikuliert lautet das Ganze: „Das tangiert mich nur peripher“ (Das berührt mich nur am Rande).

Aber warum nutzt man ausgerechnet ein Produkt aus Fleischwaren, um die Bedeutungslosigkeit in Szene zu setzen. Gerade heutzutage will man ja ansonsten ganz genau über die Inhaltsstoffe Bescheid wissen. Als das Sprichwort entstanden ist, spielten gesundheitliche Aspekte bei einem Nahrungsmittel keine so große Rolle. Wie alt genau der Ausdruck ist, weiß niemand, die Wurst an sich gibt es jedenfalls schon seit der Antike. Reichskanzler Otto von Bismarck soll folgenden Ausspruch geprägt haben: „Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie“.

Das ist mir doch „Wurst“: Lassen wir mal den starken Arm des Gesetzes außen vor. Was die Wurst angeht: Bei der Verwertung von Tieren blieb immer noch ein kleiner Teil übrig, der zerkleinert, gewürzt und mit anderen Zutaten verfeinert wurde. Alles was nicht wirklich brauchbar war, kam hinein. Deshalb entwickelte sich auf die Frage, wohin mit den Resten der Ausdruck „In die Wurst“. Also wenn man nicht genau wusste, was man mit einer Sache anfangen sollte, dann war es eben kurz und knapp „Wurst“.

Bösartige Zungen behaupten, eine Wurst könne in Anbetracht der Zutaten ohnehin nur der essen, dem es tatsächlich „Wurst“ ist was drin ist. Andere Deutungsweisen schildern, das Bonmot käme daher, das ja bekanntlich alles Mal ein Ende hat außer der Wurst. Die hat dessen zwei. Aus diesem Grund sei es vollkommen gleichgültig, an welcher Seite man sie anschneidet, also wieder „Wurst“. Auch Röhrich in seinem „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“ und Krüger-Lorenzen „Deutsche Redensarten und was dahinter steckt“ sprechen sich  für diese Deutung aus. Dem Nutzer kann`s wirklich Wurst oder Wurscht sein, Hauptsache sein Gegenüber versteht, was gemeint ist. Von Sabine Erl.

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