Volker Tschapke

Ernst Moritz Arndt

Sehr geehrte ReiseTravel User, verehrte Freunde der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg: in diesem Jahr ist der 150. Todestag des Historikers, Schriftstellers und Politikers Ernst Moritz Arndt. Geboren am 26. Dezember 1769 auf Rügen als Sohn eines der Aufklärung zugewandten leibeigenen Bauern und einer gebildeten Mutter, lernt er früh die Knechtschaft kennen, studiert in Greifswald Theologie und Geschichte und schließt sich schon in jungen Jahren der patriotischen Freiheitsbewegung gegen die napoleonische Fremdherrschaft, gegen Fürstenherrschaft und Kleinstaaterei an. Seine Schriften und Lieder („Das ganze Deutschland soll es sein“) sind wie die von Theodor Körner deutsches Kulturgut.  

Arndt tritt für die Einheit von Volk und Staat in der Überzeugung ein, dass jeder Staatsbürger, Mann und Frau, verantwortlich am Ganzen teilhaben muss. Das nationale Denken jener Zeit war nie, auch nicht bei Arndt, von einem engstirnigen Nationalismus oder Rassismus begleitet. In den Werken von Herder, Goethe und Schiller erkennt Arndt seine ideale Weltsicht.

Er wird ein enger Vertrauter des preußischen Reformers Carl Reichsfreiherr von und zum Stein und Freund des Militärreformers an der Seite von Scharnhorst, des Generals Neidhard von Gneisenau. Minister Stein setzt 1807, beraten von Ernst Moritz Arndt, die Befreiung der Bauern von der Leibeigenschaft sowie 1808 die Städte- und Verwaltungsreform durch.

Als Stein auf Weisung Napoleons entlassen wird, geht er mit Arndt, seinem Privatsekretär, nach Russland als Berater des Zaren. In Petersburg gründet Stein das „Deutsche Comité“ und beauftragt Arndt mit der publizistischen Aufklärung für die Vereinigung der deutschen Länder um Ringen um die Befreiung.  

In Breslau sind Stein und Arndt dabei, als im Februar 1813 das Freikorps Lützow gebildet wird. Musiker, Rechtsanwalt, Politiker und vor allem Mensch – LdM, wie er von Freunden genannt wird Arndts Flugschriften und andere Publikationen sind in der Sammlung „Geist der Zeit“ enthalten. 1821 wegen seiner angeblich demokratischen Gesinnung als Geschichtsprofessor an der Universität Bonn entlassen, widmet er sich still und privat der wissenschaftlichen Forschung. 1840 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV geehrt, kehrt er in das öffentliche Leben zurück.

In der Revolution von 1848 wird Arndt Abgeordneter der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt.  

Im heutigen Greifswald rumoren nun Anhänger einer Partei, die ihren Namen von Seeräubern und Luftpiraten entlehnten. Sie wollen der Universität den ehrwürdigen Namen Ernst Moritz Arndt rauben. Er sei nationalistisch und rassistisch gewesen, wird unwissend von den Gedankenspähern und Geschichtsnihilisten gesagt. Seine heutigen Feinde, die bornierten Namensstürmer, stehen in der Tradition seiner Verfolger von 1821. Es gibt keinen würdigeren Namen für die Universität zu Greifswald als den Namen Ernst Moritz Arndt. Er starb am 21. Januar 1860 in Bonn.

Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung

Pro Gloria et Patria

Gott befohlen

Volker Tschapke

Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin

Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org

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