Prof. Dr. Klaus Kocks

Den Untergang der Dinosaurier hat er überlebt, der Ginkgo Biloba

Ginkgo: Ein einzelnes Exemplar gar die Hölle von Hiroshima. Weil er vorsichtig ist und sehr bedächtig. Heute erst, zu Sommerbeginn, schlägt er voll aus, als Letzter aller Gartenbäume. Er ist immer der Letzte.

Und als Erster wird er, mit dem initialen Frost, Anfang Dezember, alle Blätter abwerfen. Für 25 Jahre tarnt er sich als schlanker Pfahlwurzler, um erst dann sein Wesen zu zeigen, indem Wurzeln und Krone breit in die Horizontale gehen.

Prof. Dr. Klaus Kocks „Profi-Talkshow-Gast“

Prof. Dr. Klaus Kocks

Den Untergang der Dinosaurier hat er überlebt, der Ginkgo Biloba

Ein weiteres Jahrzehnt tarnt er sein Geschlecht, um erst dann Mitte Dreißig, die weiblichen Wesen der Gattung zu offenbaren, die nun Früchte tragen, Mirabellen ähnlich.

Damit diese Samen nicht dem Verzehr anheimfallen, sind die Schalen extrem übel riechend. Im Hof der Humboldt-Uni in Berlin steht einer; am Gestank leicht zu finden.

Der älteste Baum

Ginkgo Biloba by ReiseTravel.eu

„Der Ginkgo der Ginko - Ginkgo bilobaist der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ausgestorbenen Gruppe von Pflanzen. In Asien wird der Baum wegen seiner essbaren Samen als Tempelbaum kultiviert. Seit etwa 1730 als Zierbaum in Deutschland angepflanzt. Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends. Der Ginkgo ist ein „lebendes Fossil“.“

Goethe empfand die Blätter als Liebessymbol, dem Philosophen zeigen sie Yin & Yang, die asiatische Kulinaristik fühlt sich an Entenfüße erinnert. Die Alzheimer-Gemeinde isst die Blätter, hat aber vergessen, warum. Aber all das ist oberflächlich. Trifft nicht sein Wesen.

Er hat nicht nur die Ruhe weg, er ist misstrauisch, der Ginkgo. Er hat schon zu viel gesehen. Ich habe mehrer, unterschiedlichen Alters, und schaue ihnen zu, wie sie bedächtig grün, dann gelb, dann kahl werden. Sie haben eine innere Uhr, die nicht von unserer Zeit ist.

Von Prof. Dr. Klaus Kocks „Profi-Talkshow-Gast“. www.goslar-institut.de

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