Ingolstadt

Gruselführung durch Ingolstadt

Es ist die Nacht, die Frankenstein wieder zum Leben erweckt: Auch über  90 Jahre nach seiner literarischen Geburt spuken der Gruseldoktor und seine Kreatur noch immer durch Ingolstadt. Bei der „Mystery Tour“ erlebt man den Mythos von der heiter-gruseligen Seite, fernab von den ernsten Themen des Romans, die Literaturwissenschaftler, Medizinhistoriker und Philosophen beschäftigen. Der Frankenstein der „Mystery Tour“ ist beseelt vom schwarzen Humor der Briten, gefärbt von Mel Brooks „Frankenstein junior“ und inspiriert von Geistern, Grusel und Klamauk.

Wenn die Schatten länger werden und die Dunkelheit hereinbricht, wirft Dr. Frankenstein seinen weiten Mantel um und lädt Unentwegte zu einem Spaziergang durch die dunkle Vergangenheit Ingolstadts ein. Historisches und Histörchen aus der Geschichte, Hexenverbrennungen und Hinrichtungen, dunkle Gesellen und geheimnisvolle Wesen säumen den Weg von Deutschlands erster und langer Zeit einziger Stadtführung dieser Art. Seit über zehn Jahren erleben Touristen und Einheimische im flackernden Licht einer Fackel diese abendlichen Spaziergänge der besonderen Art.

Ingolstadt am Tag

Ingolstadt Gruselführung

Entstanden ist die „Mystery Tour“ 1995, als man auf der Suche war nach einer unterhaltsamen Abendveranstaltung für Jugendliche aus den Partnerstädten. Bald nachdem die Idee zu der Gruselstadtführung geboren wurde, war klar: Nur eine einzige Persönlichkeit kann die Geister und Legenden bändigen, nur einer kann die Reise zu den dunklen Ecken Ingolstadts anführen. Eben jener Dr. Frankenstein, der als Student der Anatomie in der Stadt gewirkt hat, der hier Leichenteile von den Friedhöfen und aus den Gebeinhäusern zusammengetragen hat, um daraus seine Kreatur zu erschaffen. Er und seine düstere Geschichte schaffen den Rahmen für die „Mystery Tour“.

Auch wenn sich die Tour nicht ausschließlich mit ihm und seiner Geschichte beschäftigt, so bilden die Ereignisse um den wohl „berühmtesten Studenten“ der Stadtgeschichte eine wichtige Klammer: Um seinen Gehilfe Igor, der als Faktotum für die Sauberkeit des Laboratoriums sorgt, Leichenteile von zweifelhafter Herkunft beschafft oder die Kreatur zu bändigen weiß, um den Gruseldoktor selbst, der von langen Stunden über Büchern und geöffneten Leichen berichtet und nicht zuletzt um das Monster, das, in einer zugegeben sehr freien Adaption, am Ende der Tour erscheint. Dazwischen bietet die Handlung weiten Raum für Sagen und Legenden, für Berichte über Hinrichtungen, Hexenverbrennungen und andere dunkle Episoden der Stadtgeschichte.

Mit all den finsteren Gesellen und Geistern, die sich in den Weg stellen, aus dunklen Ecken schreiend durch die Gruppe brechen und sich arglose Opfer suchen, ist die „Mystery Tour“ eher ein episodenhaftes Straßentheater als eine Stadtführung. Die Tour lebt von der Spontaneität von Besuchern und Schauspielern, von Absurditäten und grotesken Situationen. Eines ist sie auf jeden Fall: Grauenvoll unterhaltsam. Über 40.000 Besucher haben sie in den zurückliegenden Jahren besucht. Ingolstädter, Gäste aus der Region und Touristen von überall her.

Und so hat Ingolstadt allen Grund der Autorin des Romans, Mary Shelley, zutiefst dankbar zu sein. Sie war es, die die Geschichte ersonnen hat, die weite Teile des Romans in Ingolstadt spielen ließ und so den „Mythos Frankenstein“ fest mit der Stadt verbunden hat. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist heute wichtiges touristisches Kapital, das immer wieder die Aufmerksamkeit auf Ingolstadt lenkt – auch international.

„Dr. Frankensteins Mystery Tour“ ist von Mai bis Oktober bei öffentlichen Führungen zu erleben, ganzjährig können Gruppen eine Sonderführung mit vorherigem Abendessen buchen.

Ingolstadt Tourismus und Kongress GmbH - Tourist Information im Alten Rathaus
Rathausplatz 2, D-85049 Ingolstadt, Tel. +49 841 305-3030, Fax +49 841 305-3029
info@ingolstadt-tourismus.de - www.ingolstadt-tourismus.de

Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau, Neue Straße 45, D-89073 Ulm, www.deutsche-donau.de - www.die-junge-donau.de

Von Tanja Kraus, Fotos Gerald H. Ueberscher

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