Potsdam

Die Rebfläche für Brandenburg ist auf insgesamt 30 Hektar begrenzt

In Brandenburg ist Halbzeit bei der jährlichen Weinernte: Nur 30 Hektar beträgt die Rebfläche, die im Land Brandenburg für den Weinbau zur Verfügung stehen. Im Vergleich dazu: Über 102.000 Hektar umfasst der Anbau deutschlandweit. Und dennoch gibt es auch hier interessante, gut schmeckende Tropfen.

Das Brandenburger Agrarministerium führt für das Land die Weinbaukartei und verwaltet die Rebrechte. Hier laufen die Daten zu den Weinbauflächen und erzeugten Weinmengen zusammen. 78 Prozent der Rebfläche werden von Einzelunternehmen bewirtschaftet. Darunter sind einige Betriebe, die den Weinbau sehr intensiv und professionell betreiben und die den Anspruch an einen Vollerwerbsbetrieb erfüllen können.

Sehr wichtig für den Brandenburger Weinbau waren und sind insbesondere die acht Weinbauvereine. Diese haben großen Anteil daran, den historisch belegten Weinbau wieder aufleben zu lassen. In vino veritas.

Denn der Weinbau kann in der Mark auf eine lange Tradition verweisen. Immer wieder finden sich als Ortsbezeichnungen wie „Weinberg“ oder Straßennamen wie „Am Weinberg“, „Weinbergsweg“, „Weinmeisterstraße“.

Im 16. Jahrhundert wurden heimische Weine mit Herkünften aus Ungarn, vom Rhein und sogar aus dem Mittelmeergebiet verglichen und für gut befunden.

Erst mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert wurde es ökonomisch lukrativer, Tafeltrauben und vor allem Obst für die Lieferung nach Berlin anzubauen.

Der Wandel von einem flächendeckenden Weinbau zu einem Anbau auf klimatisch begünstigten Wärmeinseln hat sich schon über einen langen Zeitraum vollzogen. 95 Prozent der Rebflächen konzentrieren sich heute in den südlichen Landesteilen sowie in Werder (Havel). Die Bezeichnungen der deutschen Weinbaugebiete sind im Weingesetz und der Weinverordnung geregelt. Es werden Anbaugebiete für Qualitätswein sowie für Landwein unterschieden.

Die Anfang der Neunzigerjahre bestehenden Anbauflächen wurden zu den Qualitätsweinanbaugebieten Sachsen (Schlieben im Landkreis Elbe-Elster) sowie Saale-Unstrut (Werder im Landkreis Potsdam Mittelmark) zugeordnet.

Die Mehrzahl der Rebfläche in Brandenburg gehört heute zu dem seit 2007 zugelassenen Landweingebiet Brandenburg.

Die Rebfläche für Brandenburg ist auf insgesamt 30 Hektar begrenzt. Diese Rebrechte sind aufgrund stetiger Nachfrage in jüngster Zeit – zuletzt kamen einige Quadratmeter auf dem Gelände der Landesgartenschau in Prenzlau hinzu - mittlerweile vergeben und nahezu vollständig aufgerebt.

Erst Ende September wurde ein altes Wirtschaftsgebäude im Kloster Neuzelle (Oder-Spree) saniert und umgebaut. Jetzt beherbergt es den Winzerverein. Der Umbau wurde vom Landwirtschaftsministerium mit Mitteln aus der ländlichen Entwicklung in Höhe von 132.000 Euro gefördert.

Da traditionelle angebaute Sorten aufgrund ihrer Anfälligkeit gegen pilzliche Erreger einen hohen Aufwand zum Pflanzenschutz erfordern, wurden in Brandenburg viele widerstandsfähige Rebsorten gepflanzt.

Landesweit haben Winzer etwa 20 Sorten im Programm. An bekannten Weißweinsorten findet man Müller-Thurgau, Weißburgunder, Riesling, Ruländer, Sauvignon Blanc. Daneben gibt es neue pilzwiderstandsfähige (PiWi-) Sorten wie Johanniter (als Riesling-Ersatz), Solaris und Helios (als Müller-Thurgau-Ersatz) sowie Schönburger, Muscaris und Saphira als neue Bukettsorten.

Die rote PiWi-Sorte Regent ist die mit 5,7 Hektar am meisten angebaute Rebsorte in Brandenburg. Weitere Rotweinsorten sind Dornfelder und Cabernet Dorsa.

In den vergangenen Jahren wurden jährlich zwischen 300 und 600 Hektoliter Wein er-zeugt. Die Hektarerträge sind im Mittel zwischen 30 und 40 Hektoliter je Hektar niedrig. 2012 war eher ein schwächeres Jahr. 2013 wird wieder ein guter Jahrgang erwartet – Qualität und Mengen stimmen. Die märkische Sonne lässt dennoch sehr gute Traubenqualitäten reifen. Die daraus gekelterten Weine überzeugen bei den Weinproben, erlangen Preise bei Weinprämierungen und haben ihre Stammkundschaft gefunden.

Dem natürlichen Erbe alter Rebsorten in Brandenburg widmet sich der Förderverein Niederlausitzer Weinbau e.V. gemeinsam mit vielen Netzwerkpartnern.

Informationen und Termine dazu bietet die Internetseite www.wein-land-brandenburg.de  – hier finden sich auch Angaben zu allen 26 Weinbaustandorten in Brandenburg, von Annenwalde bis Zesch am See. Brandenburgs Weinberg: www.wachtelberg.de

Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, www.mil.brandenburg.de

Von Dr. Jens-Uwe Schade.

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Es gibt eigentlich nur einen triftigen Grund, Wein zu lagern, nämlich ihn dann trinken zu können, wenn er am besten schmeckt!

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Das Buch kostet im Buchhandel 19,90 Euro.

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