Bogota

Kaffee wurde vom Schmuggelgut zum Lifestyle Klassiker

Auf eine Tasse Kaffee nach Bogota: Kaffee ist das Getränk nach Wasser und Tee, das auf der Welt am meisten konsumiert wird. Kaffee ist nach dem Erdöl das zweitwichtigste Welthandelsprodukt.

Kaffee aus Kolumbien

In Kolumbien hat der Kaffee eine Heimat: Kaffeetrinken in Santa Fé de Bogotá, der Hauptstadt, wird zum Erlebnis und der Besuch lohnt. Die in 2.600 Meter Höhe gelegene Metropole verkörpert Kolumbien pur: malerische Häuser aus der Kolonialzeit neben futuristischen Wolkenkratzern, lebhafte Märkte und moderne Shopping-Passagen, Straßenkinder und reiche Geschäftsleute, Maultiere und Maseratis.
Die Hauptsstadt ist ein Schmelztiegel aller kolumbianischen Kulturen und bietet neben zahlreichen architektonischen Sehenswürdigkeiten auch viele abwechslungsreiche Museen. Hier leben über fünf Millionen Einwohner. Im Zentrum die „Plaza de Bolivar“, mit dem Bolivar Denkmal.

Kolumbien wurde nach Christoph Kolumbus benannt, der die Region jedoch nie betrat. Die Kolonialisierung des Landes wurde durch die Legende vom Goldreich „El Dorado“, das seinen Entdeckern wahnsinnigen Reichtum bescheren sollte, vorangetrieben. Beim Bogotá Besuch sollte das Museo del Oro – ein Goldmuseum, auf dem Programm stehen. Einfach überwältigend!
Den vielen Klimazonen verdankt das Land seinen unglaublichen Artenreichtum. Allein die Strände sind sehenswert und bestens geeignet für Badeferien. Das Karibische Meer und der Pazifik laden ein. Nachbarländer sind Panama, Venezuela, Brasilien und Peru.
Kaffee prägt und Kaffee gibt es überall in der Stadt: In den zahlreichen Kaffee Shops, im Supermarkt und spätestens am Airport: Kaffee wird in jeder Qualität, Verpackung und Menge offeriert. Ein Mitbringsel mit Genuss „Made of Colombia“.
Bei Geschäftsverhandlungen in Kolumbien ist Kaffee das beliebteste Getränk. In Behörden und Firmen gibt es so genannte „Kaffeemänner“ - heute auch Frauen. Diese haben die Aufgabe, mehrmals täglich – mit einem Servierwagen – von Büro zu Büro zu fahren, um Kaffee oder Tee, anzubieten. Dies Personal ist in den Büros sehr gefragt, weil sie immer eine Neuigkeit in petto haben. Statt einer Zigarette, ein Kaffee, dazu etwas Tratsch und Klatsch. Warum nicht!
Das Kaffee-Dreieck: Die Departamentos (Provinzen) von Caldas, Quindío und Risaralda bilden das sogenannte Kaffee-Dreieck. Es wird so genannt, weil dort der beste milde Kaffee der Welt gedeiht. Um die Geheimnisse dieses Gourmet-Getränkes zu verstehen, muss man die Gegend bereisen und die Vielfältigkeit des Klimas und der Landschaften mit eigener Haut spüren.

Der Kaffee war eines der wichtigsten Exportprodukte Kolumbiens und um ihn anzubauen, besiedelte man die Berghänge der Kordilleren. Wie der berühmte Juan Valdéz, entwickelten die Bauern der Gegend die besten Anbau-, Ernte- und Verarbeitungstechniken der Kaffeebohne. Sie schufen eine eigene Wirtschaft und Kultur. Und sie haben die Lebensformen und Traditionen der ersten Siedler aus Antioquia, zu denen Hauptwerte wie Familie, Religion, Ehrenwort und Liebe zur Erde gehören, bewahrt. Das Kaffee-Dreieck hat sich als erstes ländliches Touristenziel Lateinamerikas, dank der Herrichtung seiner traditionellen „Haciendas“ – Landgüter, zu komfortablen touristischen Unterkünften, gefestigt. Die Städte der Kaffeeregion zeichnen sich durch ihren Aufschwung und durch ihre von der Kolonisation durch die „Antioqueños“, das sind Bewohner von Antioquia, geerbten Traditionen aus. Viele dieser „Haciendas“ bieten behagliche Unterkünfte und regionale Küche. Hier werden Wanderungen durch Kaffeeplantagen, Ausflüge zu Pferd entlang der alten Reitwege und Touren in die nahe gelegenen Dörfer offeriert. 

Das Hotel „Capital“ in der Metropole Bogotá ist zentral gelegen und bietet sehr guten Wohnkomfort. In den Restaurants wird internationale Küche – aber auch Einheimisches offeriert. Dieses Hotel wird von Geschäftsreisenden aus Deutschland gern gebucht.
Kolumbien Probleme: Das Land gilt als Zentrum des Drogenanbaus, politische Unruhen und Gewalt gehören zur Tagesordnung. Oft ist von der Mafia und Entführungen die Rede. Touristen sollten deshalb „eine mit deutscher Reiseleitung angebotene Tour buchen“. Solche Reisen erfolgen in – kleiner oder großer – Form von Gruppen und im Fahrzeug. Im Vorfeld einer Kolumbienreise sollten unter www.auswaertiges-amt.de  Informationen über die aktuelle Lage eingeholt werden. www.colombia.travel

Kaffee gefiltert: Es sollten übrigens 300 Jahre europäischer Kaffeekultur vergehen, bis eine patente Frau die Kaffeezubereitungsmethode in vielen Ländern der Welt entscheidend veränderte.

Melitta Bentz, eine Dresdner Hausfrau, kam 1908 auf die Idee, den Kaffeesatz mithilfe eines Papierfilters aus den Tassen zu verbannen. Den Boden eines Messingtopfes durchlöcherte sie zu einem siebartigen Gefäß und legte darauf ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres Sohnes. Sie meldete die Erfindung beim „Kaiserlichen Patentamt Berlin“ an. Am 20. Juni 1908 erhielt Melitta Bentz Gebrauchsmusterschutz für ihren mit „Filterpapier“ arbeitenden „Kaffeefilter, auf der Unterseite gewölbt und mit einer Vertiefung versehenem Boden sowie mit schräg gerichteten Durchflusslöchern“. Dieses Prinzip hat noch heute Gültigkeit. Die Marke „Melitta“ ist weltbekannt und deren Produkte finden auch im Kaffeeland Kolumbien Anwendung. www.melitta.de
ReiseTravel Fact: Ob Kaffee aus Kolumbien oder in der Messestadt Leipzig sagt man dazu „Plempe“ oder „Lorke“. Zur Zubereitung einer Tasse Kaffee muss nicht Hightech vorhanden sein.

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt zur Einstimmung zur Reise und einem guten Kaffee:

Es gibt Menschen, die können sich den Start in den Tag ohne eine Tasse Kaffee gar nicht vorstellen, andere pflegen das Getränk als Betthupferl zu sich zu nehmen.

Kaffee. Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker. Be-bra Verlag Berlin

Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker: Zwischen Aufstehen und Zubettgehen frönt man weltweit dem heißen Aufguss aus gemahlenen und gerösteten Samen: wegen seines besonderen Aromas, seiner anregenden Wirkung oder schlicht aus Gründen der Geselligkeit. In Deutschland ist Kaffee das mit Abstand beliebteste Genussgetränk. Drei Jahrhunderte Kaffeekultur werden im Buch abgehandelt: „Coffee, Coffee muss ich haben, und wenn jemand mich laben will, ach so schenkt mir Coffee ein!“ So hieß es, als der Siegeszug des Kaffees in Deutschland bereits in vollem Gange war, in Johann Sebastian Bachs „Kaffeekantate“. Zeitweilig verhängte Friedrich der Große in Preußen sogar ein Kaffeeverbot. Die Inspektoren, die in dieser Zeit das heimliche Rösten von echten Bohnen verhindern sollten, wurden verächtlich „Kaffeeschnüffler“ genannt.

ReiseTravel Fact: Das Buch vermittelt ein umfassendes Bild der Kulturgeschichte des Kaffees. Ein interessantes Lesebuch, nicht nur für Kaffeetrinker.  

Kaffee. Vom Schmuggelgut zum Lifestyle-Klassiker. Be-bra Verlag Berlin, ISBN 3-930863-91-X. www.bebraverlag.de   

Das Buch kostet im Buchhandel 14,90 Euro.

Von Gerald H. Ueberscher.

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