Karl-Dietmar Plentz

Karl-Dietmar Plentz ist Bäckermeister und kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten

Ohne Brot kein Leben: Das Brot ist in unseren Breitengraden ein regelrechter Klassiker, auch ein Kulturgut, dies schon seit vielen Jahrhunderten, es ist sogar gestattet, von Jahrtausenden zu reden, wenn es um das tägliche Brot geht. Im Jahre 1877 gründete Carl Plentz in Oranienburg eine Bäckerei und nunmehr ist man nach fast 140 Jahren bei der 5. Generation in diesem traditionsreichen Handwerk bei der Familie Plentz angekommen. Der heutige Inhaber Karl Dieter Plentz übernahm 1989 den Betrieb von seinem Vater Karl, 2 Jahre zuvor, also 1987, bestand Karl- Dietmar Plentz in Dresden seine Meisterprüfung. Der Familienvater hat 5 Kinder und ist nicht nur Bäcker, er ist auch als Gastronom tätig, bereits 1991 eröffnete er ein an der Bäckerei in Schwante angegliedertes Café, im Jahre 2000 erfolgte ein Aus - und Umbau, der bis heute Bestand hat.

Karl-Dietmar Plentz Der Bäckermeister in Schwante kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Er beschäftigt 100 Mitarbeiter, Tag für Tag werden 20 bis 30 Brotsorten gebacken, 20 bis 25 Brötchensorten und dabei 1 bis 2 Tonnen Mehl täglich verarbeitet:

Karl Heinz Plentz Bäcker SchwanteReiseTravel Autor und Karl Heinz Plentz vor dem Backofen, Konditor Christian schiebt frischgebackenes Brot aus dem Ofen. Guten Appetit zum Frühstück!  

Vor knapp 2.000 Jahren sprach der in Rom lebende Autor Juvenal von „panem et cirsenes“, bis in unsere Zeit ist auch den Nicht-Lateinern der Ausspruch „Brot und Spiele“ ein Begriff. Der römische Herrscher Kaiser Trajan, auch als Traianus in die Geschichtsbücher eingegangen und um 117 nach Christi Geburt verstorben, sprach von zwei Dingen, mit denen ein Machthaber dafür Sorge tragen kann, beliebt beim Volk zu sein und sich somit eine lange Amtszeit zu verschaffen: Getreide und Schauspiele.

Ohne Getreide, sei es nun Hafer, Gerste, Weizen, Roggen oder eine andere auf den Feldern wachsende Getreideart gibt es kein Brot, keine Brötchen, keinen Kuchen und keine Torten, ohne Brot droht Not. Kriege sind geführt worden um das tägliche Brot, es diente in vielen Kulturen als Tauschmittel oder Ersatzwährung und es fand Eingang in das Christentum. Im Gebet „Vater Unser“, das sowohl von katholischen als auch evangelischen Christen gebetet wird, lautet eine Zeile: „Unser täglich Brot gib uns heute.“

In Deutschland wissen ältere Mitbürger, die noch den Weltkrieg miterlebt hatten, auch unter Flucht und Vertreibung leiden mussten, was es heißt, wenn der Magen knurrt und man für jede Scheibe Brot, sei sie auch noch so trocken und steinhart, dankbar war. Im letzten Weltkrieg war das Brot streng rationiert auf Lebensmittelkarten; im 1. Weltkrieg brachen kurz vor Kriegsende sogenannte Hungerrevolten in einigen deutschen Regionen aus, weil selbst das Grundnahrungsmittel Brot nicht mehr an die notleidende Bevölkerung verteilt werden konnte. Heutzutage ist es für alle hier lebenden Menschen beinahe eine Selbstverständlichkeit, mit Brot versorgt zu sein oder zu werden. Notausgabestellen für Bedürftige wie beispielsweise die Bahnhofsmission am Berliner Bahnhof Zoo kann einen Schalter aufweisen, an dem immer „Stullen“ verteilt werden für arme und hungrige Menschen. Das lebensnotwendige Brot wird mittlerweile auch in regelrechten Fabriken hergestellt, den Brotfabriken. Den ortsansässigen Bäckermeister, der mit Qualität und Frische seine Kundschaft tagtäglich überzeugt, gibt es glücklicherweise immer noch. Einer dieser „Meister“ ist im Land Brandenburg angesiedelt, in Schwante, dort betreibt Bäckermeister Karl Dietmar Plentz die Bäckerei, Konditorei und das dazugehörende Café. Das Unternehmen hat Filialen in Germendorf, Kremmen und in Oranienburg.

Verkäuferin Stefanie offeriert „Schrippen“: „Frisch aus dem Backofen

Karl Heinz Plentz Bäcker SchwanteKarl Dietmar Plentz erhält das Mehl aus einer Mühle in Müllrose bei Frankfurt an der Oder. Die Bäckerei hat dort einen eigenen Silo parat. Tankwagen beliefern direkt von der Mühle aus den Backbetrieb, somit entfällt eine umständliche und zeitaufwendige Belieferung mit Säcken. Der notwendige Zucker wird dagegen in Säcken angeliefert, besonders für das Backen von Torten und Kuchen ist er notwendig, wobei Bäckermeister Plentz darauf verweist, die sonstigen „Zutaten kommen immer aus der Region und sind saisonabhängig“. Frische Erdbeertörtchen gibt es zur Erdbeerzeit April bis zum Juni; in der Erntezeit des Rhabarbers freuen sich die Kunden auf Kuchen mit dieser Frucht.

In der Backstube und im Café ist alles bis ins letzte Detail durchorganisiert, das trifft auch für die bereits angefertigten Produkte zu. Im Klartext, Kuchen und Brot vom Vortag wird rabattiert an die Kundschaft abgegeben, besonders preisbewusste Verbraucher schätzen dieses Angebot.

Bäckermeister Karl Dietmar Plentz ist sich seit Kindesbeinen bewusst, welch hohen Stellenwert Brot hat, daher wird „altes Brot“, das keinen Weg mehr zum Kunden findet, keineswegs vernichtet, damit werden gemeinnützige Tafeln ausgestattet und Kirchengemeinden sowie Kinderheime. Ist etwas wirklich nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet, freuen sich Tiere über die Produkte aus Schwante; ein Tierpark holt diese Backwaren ab und verfüttert sie an seine Tiere.

Der Bäcker Plentz hat vor vorgefertigten Backwaren, wie sie oft an Tankstellen, Kiosken und Bachshops angeboten werden, die dort nur noch im Schnellverfahren aufgebacken werden, keinerlei Angst als Unternehmer. Er sieht diese Konkurrenz als Herausforderung an und betont: „Wir backen ständig, manchmal optimiert bis zum Abend und wir geben uns alle Mühe, unsere handgefertigten Produkte auch herauszustellen. So sprechen wir in dem Betrieb nicht von Brötchen oder Schrippen, sondern von „Handgedrückten“, schon damit unterscheiden wir uns deutlich von Fertigprodukten, wie sie in manchen Geschäften angeboten werden“.

Positive Wege begeht der Bäckermeister, wenn es um Kundenbindung und um den Gewinn von Neukunden geht. So hat er jetzt eine alte Getreidesorte regelrecht wieder auferstanden lassen, es ist der „Champagner Roggen“. Diese alte Getreidesorte wurde einst von den aus Frankreich nach Brandenburg kommenden Hugenotten mitgebracht und zeichnet sich durch ein sehr langes Stroh aus. Alles geriet in Vergessenheit, jetzt bauen Landwirte den Champagner Roggen wieder an, damit hat er ein Alleinstellungsmerkmal, auch für den Bäcker in Schwante.

Optimistischer Blick in die Zukunft: Karl-Dietmar Plentz

Karl Heinz Plentz Bäcker SchwanteSein Betrieb gehört auch dem Brandenburger Verband „pro agro“ an, dieser unterstützt den ländlichen Raum bei der Herstellung, Vermarktung und dem Absatz von Produkten sowie Dienstleistungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Karl Dietmar Plentz ist zudem immer bestrebt, von nationalen und internationalen Kolleginnen und Kollegen zu lernen und sich weiterbilden zu lassen, das gilt auch für seine Auszubildenden. Seine Lehrlinge kommen in den großen Genuss, einen Teil ihrer Lehrzeit bei befreundeten Bäckern in Spanien, Italien und Frankreich verbringen zu dürfen, das sorgt für eine Internationalität, die dann in der Bäckerei in Schwante angeboten wird. Die jungen deutschen Bäcker sehen im Ausland, was dort die Verbraucher so verzehren an Backwaren und bringen die Rezepte mit nach Brandenburg, Bäckermeister Karl Dietmar Plentz traf sich auf der Grünen Woche in Berlin zum Austausch sogar mit Kollegen aus dem fernen Japan.

Seine Azubis sind sehr erfolgreich, einer von ihnen backt jetzt auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ und hat aber bereits verlauten lassen, wenn es ihn wieder an Land drängt, dann nur zur Bäckerei Plentz nach Schwante. www.plentz.de

ReiseTravel Fact: Das tägliche Brot ist auf unseren Tischen eine Selbstverständlichkeit, die deutsche Sprache hat oft für ein und dasselbe Produkt verschiedene Begriffe anzubieten: Der Hamburger genießt sein Rundstück, der Berliner seine Schrippe, der Westfale nennt es preußisch korrekt Brötchen, in Süddeutschland spricht man von Wecken und Semmeln. Vielleicht gibt es sogar noch viel mehr Ausdrücke für das Brötchen, als unserer Redaktion bekannt sind. Wir sind für Hinweise unserer werten User sehr dankbar. Unser täglich Brot gib uns heute

Volker T. Neef ReiseTravelEin Beitrag für ReiseTravel von Volker-T. Neef.  

Unser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

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