Frankfurt

Gut essen in Hessen von Ebbelwoi bis Weckewerk

Engländer lieben die grüne Soße: Die Hessen tun es auch. Die Original Frankfurter Grüne Soße besteht allerdings aus heimischen Kräutern in einer bestimmten Zusammensetzung, die am Ende des Artikels verraten wird.

Rechts im Bild der typisch hessische Kochkäse:

Kulinarik in HessenWie in keinem anderen Bundesland werden Hessens Landschaften von Streuobstwiesen mit ihren charakteristischen Hochstämmen geprägt. Da heimische Äpfel hier schon in vergangenen Jahrhunderten überall ausreichend verfügbar waren, wurde der Apfelwein zu einem populären hessischen Getränk. Aber nicht nur das, den „Streuobstwiesen-Champagner“ verwendet man auch zum Kochen. Zum Beispiel in der „Ebbelwoi-Suppe oder im Hessen Sabayon.

Getrunken wird auch Riesling aus den Anbaugebieten Rheingau und Hessische Bergstraße, Rüdesheimer Kaffee, Karamalz-Bier oder Reichspost-Bitter, die allesamt hessischen Ursprungs sind. Wer das Bier dem Wein vorzieht, hat auch in Hessen die Qual der Wahl. Zahlreiche Brauereien brauen nicht nur, sondern bieten auch Brauereibesichtigungen an.

Auf der hessischen Milch- und Käsestraße kann man sich in Molkereien und Hofkäsereien die Herstellung von Milch und Käse vorführen lassen. Handkäs oder Kochkäse sind typisch hessische Schmankerl. Darüber hinaus präsentieren Hessens Regionen allerlei Spezialitäten aus dem Taunus, dem Rheingau, dem Odenwald sowie dem Rhön- oder Lahntal. Rund 100 Betriebe haben sich auf Initiative des DEHOGA Hessen und des Hessischen Tourismusverbandes zur Kooperation Hessen à la carte zusammengeschlossen. Und präsentieren Neues und Althergebrachtes wie Weckewerk, Lumpen und Flöh, Bloatz oder Beulches. Die hessischen Regionen unterscheiden sich nicht nur in Landschaft, Geschichte und Kultur, sondern auch in der Vorliebe der Einwohner.

Als einzige hessische Spezialität machte das Frankfurter Würstchen internationale Karriere. Aber was ist nun der Unterschied zwischen einem Frankfurter und einem Wiener Würstchen. Nun, zunächst mal brachte sie ein Frankfurter 1805 mit nach Wien. Ein Metzger vom Main namens Johann Georg Lahner. Und nannte seine Würste dort dann eben Frankfurter. Allerdings verwendete er in Wien erstmals Rindfleisch bei den Würsten, die in Frankfurt stets aus Schweinefleisch hergestellt worden waren. Der Grund dafür war, dass in Frankfurt die Schweine- und Rinder-Metzgereien streng voneinander getrennt waren. Dies war in Wien nicht der Fall.

Nun müssten logischerweise die Würstel mit Schwein und Rind Wiener und die ausschließlich mit Schwein Frankfurter heißen. Tun sie aber nicht. Weltweit bezeichnet man die Würstel als Frankfurter in Deutschland als Wiener. Warum, das bleibt noch zu klären. Wer mag, kann sich mit dem Thema unter www.wurstakademie.com auseinandersetzen.

Seit 1860 jedenfalls sind die Frankfurter Würstchen als geografische Herkunftsbezeichnung offiziell gelistet. Der Name Frankfurter darf tatsächlich seit 1929 nur noch für Würstel verwendet werden, die tatsächlich aus dem Raum Frankfurt stammen. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Am besten schmecken sie mit Kren oder Senf und Kartoffelsalat.

Hier das Rezept für die Grüne Soße: 1 Paket Grüne Soße-Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch), 250 g Schmand, 1 TL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Zucker, Senf, Meerrettich nach Geschmack.

Kräuter verlesen, waschen und mit einem Wiegemesser sehr fein schneiden. Mit den Gewürzen mischen und abschmecken. Frankfurter Grüne Soße sollte man am Vorabend zubereiten, damit sie mindestens 12 Stunden durchziehen kann. Serviert wird sie mit Kartoffeln, Eiern oder Frankfurter Ochsenbrust.

Hessen

 

 

 

Das Rezept wurde entnommen aus dem Buch Fünfzig Mal Mund auf in Hessen von Barbara Goerlich und Ingrid Schick, Dryas Verlag, ISBN 978-3-940855-39-8, www.DRYAS.de 

Das Buch kostet im Buchhandel 10,95 Euro.

Das Buch „Fünfzig Mal Mund auf in Hessen“ enthält keine weiteren Rezepte, sondern gibt auf amüsante Weise Einblick in die kulinarische Geheimsprache der Hesse und die Herkunft von „Haddekuchen“, Ahle Worscht oder Magrönscher . Viel Spaß und Guten Appetit.

 

 

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl ReiseTravel
 

Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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