Florenz

Im 15. Jahrhundert wurde der Buchdruck erfunden und Amerika entdeckt. In Italien breitete sich zu dieser Zeit der Handel auf Europa aus, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte.

Architektur in Italien: Eine neue gesellschaftliche Schicht, die Kaufleute, die durch den Handel reich geworden ist, entstand. Sie vergaben neben der Kirche und dem Adel auch Aufträge für den Bau von Stadtpalästen und ländlichen Villen. Außerdem wurden sie Förderer der Kunst, um sich mit Ruhm zu schmücken und um ihre Stellung in der Gesellschaft zu zeigen. Die Stadtstaaten standen in Konkurrenz zu anderen Stadtstaaten, sie waren entweder untereinander in Kriege verwickelt oder versuchten, sich in der Architektur ihrer Städte zu überbieten. Das aufkommende Bank- und Kreditwesen erleichterte den Handel.

Wiege der Renaissance

Wiege der Renaissance by Gabi Draeger ReiseTravel.eu

Renaissance

Das Wort Renaissance kommt aus dem Französischen und bedeutet „Wiedergeburt“: Es steht damit für die Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert. Der Stil der vorausgegangenen Gotik zeichnet sich vor allem in Kirchen in streng zulaufenden, steilen und spitzbogigen Formen und einer mächtigen Raumhöhe aus. Die Renaissance ist die Wiedergeburt des Schönheitsempfindens der Antike Griechenlands und Roms in der Architektur, Malerei und Bildhauerei. Der Baustil von Tempeln, Basiliken und Thermen des Altertums wurden zu Vorbildern. Die Künstler waren bemüht, die Welt so realistisch wie möglich wiederzugeben. Schönheit und Wahrheit wurde mit der klassisch-antiken Tradition und mit wissenschaftlichen Grundlagen verbunden. Der Mensch steht im Mittelpunkt, er ist nicht mehr der arme Sünder. Durch die Naturbeobachtung wurden Erkenntnisse über Proportion und Perspektive gewonnen. Auch der menschliche Körperbau wurde in mathematischen Formeln festgelegt. Quadrat, Kreis und Goldener Schnitt sind die Leitmotive der Renaissance-Architektur.

Wiege der Renaissance

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Grundlage der Renaissance-Architektur

Die Architekten der Renaissance ließen sich von der Architektur der Antike inspirieren. Als man 1415 von Vitruv, einem römischen Architekten und Ingenieur, die Aufzeichnungen „Zehn Bücher über Architektur“ fand, hatten die Baumeister der Renaissance einen Leitfaden. Vitruv lebte im 1. Jahrhundert vor Christus.

Gemälde und Skulpturen in der Renaissance

Die Gemälde der Renaissance sind allgemein bekannt, so sind das zum Beispiel die „Geburt der Venus“ von Botticelli, die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, die „Schule von Athen“ von Raffael und die Sixtinische Kapelle von Michelangelo. Die bekanntesten Renaissance-Skulpturen sind „David“ und die „Pietà“ von Michelangelo. Die Familie der Medici kam durch den Textilhandel und Bankgeschäfte zu Reichtum. In Florenz hat Cosimo de’ Medici die Kunst und Architektur gefördert. Er ließ den Palazzo Medici, die Biblioteca Laurenzia und die Kirche San Lorenzo bauen. In der Kirche San Lorenzo befinden sich heute die Grabmäler der Medici-Familie.

Die Renaissance teilt sich in drei Zeiten:

  1. Frührenaissance ca. 1420 bis 1500
  2. Hochrenaissance 1500 bis 1525
  3. Spätrenaissance oder Manierismus 1525 bis 1590

Frührenaissance

Florenz war 1420 bis 1500 das Zentrum der Frührenaissance: Quattrocento mit den Skulpturen von Donatello, den Bronzereliefs von Ghibertis, den Fresken von Masaccio und vor allem mit den Bauten von Filippo Brunelleschi und Battista Alberti. Die Renaissance begann, als um 1420 in Florenz die Linearperspektive entwickelt wurde und man dreidimensionalen Raum auf Papier wiedergeben konnte.

Florenz ist mehr oder weniger bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts das Zentrum der Kunst der Renaissance und gilt als Wiege der Renaissance.

Filippo Brunelleschi

Brunelleschi war Maler, Bildhauer, Architekt und Ingenieur. Er wurde 1377 in Florenz geboren und starb 1446 in Florenz. Als Sohn eines wohlhabenden Florentiner Notars erhielt Brunelleschi eine gute Schulbildung und machte eine Ausbildung zum Goldschmied. Gegen den Wunsch seiner Familie arbeitete er als Bildhauer, denn der Beruf des Bildhauers entsprach nicht dem Ansehen einer Notarfamilie. Auf seinen Reisen nach Rom interessierte er sich für die antiken Baumeister und begann sich immer mehr mit der Architektur zu beschäftigen. In Florenz wurde ein Auftrag für die Gestaltung der Tore des Baptisteriums ausgeschrieben. Brunelleschi reichte einen Vorschlag ein, den Auftrag erhielt jedoch Lorenzo Ghiberti, ein Maler, Bildhauer und Kunsttheoretiker.

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Die Kuppel des Dom in Florenz – ein Highlight der Renaissance

Das Meisterwerk von Filippo Brunelleschi ist die Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore in Florenz von 1420 bis 1436. Die Kirche war fertig gebaut, nur die Kuppel fehlte noch, die den 46 Meter offenen Raum bedecken sollte. Nach einer Ausschreibung erhielt Filippo Brunelleschi den Auftrag. Hier hat er mit Lorenzo Ghiberti zusammengearbeitet und ihn aber in die zweite Reihe gedrängt. Brunelleschi entwarf für die Kuppel zwei Schalen, eine innere und eine äußere Schale. Zwischen den Schalen wurden 24 Gewölberippen gelegt. Die äußere Kuppel wird von acht Gewölberippen aus weißem Marmor getragen und im Kontrast dazu steht die rote Abdeckung aus Ziegelsteinen. Diese bahnbrechende Konstruktion des Kuppelbaus machten Brunelleschi weltweit berühmt. Diese Kuppel ist das Wahrzeichen von Florenz und prägt bis heute das Stadtbild. 1435 wurde nach Brunelleschis Entwurf das Auge in der Kuppel mit einer Laterne geschlossen und so wurde der Kuppel quasi die Krone aufgesetzt. Der Bau der Kuppel gehört mit zur ersten Stunde der Renaissance. Brunelleschi war Revolutionär der neuen Architektur, er hat ein neues Zeitalter in Florenz geschaffen. Brunelleschi erfand wären des Kuppelbaus auch Maschinen, wie einen Holzkran, der Baustoffe nach oben transportierte. Er konnte dadurch das Innengerüst im Dom einsparen und die Materialien wurden viel schneller nach oben transportiert. Die Handwerker kamen über die Außengerüste zum Arbeitsplatz.

Das Findelhaus

Das Findelhaus „Ospedale degli innocenti“ von Filippo Brunelleschi gehört mit zu den ersten Renaissancebauten in Florenz und gilt als wegweisendes Bauwerk der Frührenaissance. Die Seidenweberzunft hatte 1419 den Auftrag ausgeschrieben. Mit dem Findelhaus in Florenz plante Brunelleschi eine der Profanbauten mit einem einfachen Grundriss, klaren Proportionen und einer harmonischen Gliederung der Fassade. Brunelleschi gestaltete als erster Säulen in seinem Findelhaus. Die Arkaden werden von neun Rundbögen auf schlanken korinthischen Säulen mit Kapitellen eingerahmt. Keramikmedaillons schmücken die Bogenwinkel. Die Bauarbeiten mussten jedoch aus Geldmangel eingestellt werden. Außerdem war Brunelleschi so mit dem Dombau beschäftigt, dass er Francesko della Luna mit dem Weiterbau beauftragte. Filippo Brunelleschi übernahm 1418 bis 1428 auch den Bau der Kirche San Lorenzo. Der Innenraum der Kirche ist geometrisch und klar gegliedert und mit Rundbögen und Pilastern verziert. Der neue Stil der Renaissance wird auch an den Kirchenbauten von San Lorenzo und Santo Spirito deutlich. Der Grundriss beider Kirchen ist ein Kreuz. Mit der Pazzi-Kapelle gelingt Brunelleschi ein Bauwerk vollkommener Proportionen – sie gilt als Vollendung der Renaissance Architektur.

Leo Battista Alberti

Leon Battista Alberti war Mathematiker, Architekt, Schriftsteller, Kunst- und Architekturtheoretiker sowie Humanist. Er hat Architekturabhandlungen herausgegeben. Der Palazzo Rucellai von Leon Battista Alberti, der 1458 fertiggestellt wurde, ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Frührenaissance in Florenz. Der italienische Baumeister Leon Battista Alberti schlug vor, die antiken Meister nicht nur zu kopieren, sondern sie sollten die Natur und Realität verbessern und idealisieren. Durch den Aufstieg der Kaufleute und Bankiers wurden auch Stadtpaläste und repräsentative Wohnhäuser gebaut. Die Symmetrie des Grundrisses, der Säulen, die einen zentralen Hof umgeben und die Säulenanordnung der Fassade waren die Goldene Regel der Renaissance. Das Zentrum des Gebäudes ist der Innenhof, der oft mit schlanken Arkaden umgeben ist. Das Erdgeschoss wird oft mit „Rustika“, mit nur grob behauenen Steinen verziert; hier befinden sich die Lager- und Diensträume, Stallungen und Küchen. Das erste Stockwerk „piano nobile“ – ist das „schöne Geschoss“, das auch schon in der Fassade gezeigt wird. Sie ist mit geglätteten Steinen und Rundbogen über den Fenstern und Säulen dekoriert. Im Inneren befinden sich die Repräsentationsräume. Im zweiten Stock befinden sich die Schlafräume. Das Mezzaningeschoss ist ein Zwischengeschoss, das eine niedrigere Raumhöhe hatte, denn hier lebten die Dienstboten. Alberti und Brunelleschi haben die Renaissancearchitektur nachhaltig geprägt.

Entdeckung der Perspektive

Filippo Brunelleschi gilt als Entdecker der Perspektive und ihrer Gesetze. Er hat in Rom die Bauwerke der Antike studiert und festgestellt, dass ihre Proportionen auf einfachen mathematischen Regeln basieren. Der Maler Masaccio war der Erste, der Perspektiven, Fluchtpunkt und Räumlichkeit auf Leinwand darstellte und veränderte damit die Malerei. Die Architekten orientieren sich an einfachen geometrischen Formen, wie Quadrat und Kreis. Säulen, Pilaster, Kapitelle und Dreiecksgiebel werden direkt der Antike nachempfunden.

Die Hochrenaissance

Die Zeit von1500 bis etwa 1520 bezeichnet man als Hochrenaissance. Leonardo da Vinci malte „Das Abendmahl“ und „Mona Lisa“. Raffael malte die Stanzen mit der „Schule von Athen“ aus und Michelangelos Skulpturen „David“ und die Pietà“ sowie seine Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle sind alles Hauptwerke der Hochrenaissance. Florenz musste 1500 aufgrund politischer Verwicklungen seine Führungsrolle an Rom abgeben, dadurch wurde Rom die Stadt der Päpste und zum Zentrum der Hochrenaissance. Das Thema dieser Epoche war die Vollkommenheit und Harmonie in der Kunst. Architekten wie Bramante, Leonardo, Michelangelo und Raphael schufen den neuen Stil für Kirchen und Stadtpaläste. Kuppeln wurden wichtig, nicht nur im Sakralbau, sondern auch im Profanbau. Die größte Domkuppel in Italien wurde von Michelangelo in Rom geschaffen und ist damit der zentrale Bau der Hochrenaissance-Architektur. Die Kuppel des Petersdoms wurde nach Brunelleschis Florentiner Domkuppel gebaut, sie ist jedoch größer und besitzt etwa doppelt so viele Rippen wie die Florentiner Kuppel.

Leonardo da Vinci war ein Universalgenie, denn er war Maler, Zeichner, Baumeister, Bildhauer, Naturforscher und Erfinder. Er wurde 1452 in Vinci geboren und starb 1519 im Schloss Clos Lucé in Frankreich. Leonardos vollständiger Name war Leonardo di ser Piero. Schon als Kind interessierte sich für das Zeichnen und Modellieren. Nach seiner Lehre bildete der Kunstmaler, Bildhauer und Goldschmied Andrea del Verrocchio Leonardo da Vinci in seiner Werkstatt aus. Es wird behauptet, dass Leonardo sexuellen Kontakt zu Jacopo Saltarelle, einem 17-jährigen Malermodell und Prostituierten, hatte und wurde von der Anklage freigesprochen. Leonardo da Vinci arbeitete mehr als 20 Jahre in Mailand für die Familie Sforza. Zu seinen bekanntesten Gemälden gehören die „Mona Lisa" und „Das Abendmahl". Das Bild „Mona Lisa“ zeigt das Porträt Lisa del Giocondo, der dritten Ehefrau des reichen Florentiner Kaufmanns und Seidenhändlers, der das Bild bei Leonardo in Auftrag gab, es aber nie erhalten hat. Andere vermuten, dass das Bild „Mona Lisa“ seinen Geliebten Salaj darstellt. Heute ist das Bild im Louvre ausgestellt, das rätselhafte Lächeln der Mona Lisa ist heute der Hauptanziehungspunkt im Louvre.

Die Pestepidemie der Jahre 1484 bis 1485 in Mailand veranlasste Leonardo ein Kanalsystem zu entwerfen, um den Arno zu kontrollieren, um die hygienischen Verhältnisse zu verbessern. In den Jahren 1485–1486 war er an der Planung des Castello Sforzesco und des Mailänder Doms beteiligt, er konnte seine Ideen jedoch nicht durchsetzen und entwarf daraufhin für die junge Herzogin Sforza einen Badepavillon. In Pavia wurde er als Berater zum Bau der Kathedrale berufen. Er plante und leitete zwei Jahre Kanal- und Hafenarbeiten zwischen Cesena und Cesenatico und er war auch mit der Restaurierung des Palasts von Friedrich II. beauftragt worden. Während seiner Zeit in Rom war er wahrscheinlich am Hafen und an den Verteidigungsanlagen von Civitavecchia und an der Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe beteiligt. Er fertigte viele Zeichnungen und Skizzen über die Natur, den Kosmos und menschlichen Körper an. Er entwarf technische Geräte und Waffentechniken, die für ihn Studien waren und die damals nicht gebaut wurden. Von sich selber sagte er, dass er die Idee mehr liebe als deren Ausführung. Seine Notizbücher, Zeichnungen und Skizzen bestehen aus ca. 6000 Blättern. Er war seiner Zeit voraus, denn er entwarf schon den Vorläufer von Flugzeugen. Leonardo verbrachte seine letzten Lebensjahre mit seinen Begleitern Salaj und Francesco Melzi im Schloss Clos Lucé in Amboise in Frankreich und dort starb er auch im Jahre 1519. Der Französische König Franz I. hatte ihn eingeladen, seinen Lebensabend in Frankreich zu verbringen. Leonardo nahm an, denn er war in Rom, wo er für den Papst arbeitete, nicht glücklich. 1519 wurde der Bau des Châteaus de Chambord begonnen, es ist nicht belegt, dass der Entwurf für eines der schönsten Loire-Schlossanlagen von Leonardo da Vinic stammt. Eine der letzten Realisierung war wohl der Bau der Leonardo-da-Vinci-Brücke bei Oslo nach dem Entwurf von Leonardo da Vinci. 

Raffael

Raffaello Sanzio da Urbino oder nur kurz Raphael oder Raffael genannt. Er wurde 1483 in Urbino geboren und starb schon früh, 1520, in Rom. Er war einer der bedeutendsten Maler und Architekten der Hochrenaissance. Sein Thema war die Harmonie, das Bezeugen seine Madonnenbilder. Sein Vater war Goldschmied und Maler Giovanni Santi, seine Mutter starb früh. Als auch sein Vater starb, ging er als Schüler in die Werkstatt von Pietro Vanucci, der Perugino genannt wurde. Anfang des 16. Jahrhunderts schuf er bereits eigene Gemälde. Seine Bilder sind von geometrischen Formen beherrscht, so wie es in der Renaissance üblich war.1504 ging er nach Florenz und dann nach Rom. In den päpstlichen Gemächern „Stanza della Segnatura“ im Vatikan malte er das berühmte Fresko die „Schule von Athen“. Nachdem Bramante, der den Petersdom entwarf, starb, wurde 1514 Raffael Architekt und Bauleiter. Raffael war unverheiratet, er war lange mit Maria da Bibbiena, einer Nichte des Kardinals Bernardo Dovizi da Bibbiena, verlobt. Sie starb 1520. Raffael hat wahrscheinlich mit Margharita Luti, der Tochter eines Bäckers in seinem Haus in Rom, bis zu seinem Tod 1520 gewohnt. „Fornarina“, wie Margharita genannt wurde, stand oft Modell für Raffaels Werke.

Er starb schon im Alter von 37 Jahren. Es ist vermutlich an einer Geschlechtskrankheit gestorben. Raffael wurde auf seinen Wunsch hin im Pantheon in einem Sarkophag beigesetzt.

Donato Bramante

Der bekannteste italienische Architekt und Maler der Hochrenaissance war Donato Bramante. Er wurde 1444 geboren – das Jahr, in dem Brunolleschi starb. Sein eigentlicher Name war Donato di Pascuccio d’Antonio. Er starb 1514 in Rom. Donato Bramante wurde in Urbino zum Architekten ausgebildet. 1499 kam er nach Rom, dort studierte er die antiken Ruinen und entwickelte seinen Baustil der Hochrenaissance. Er verfasste die „Vier Bücher zur Architektur“. Sein erstes Bauwerk war ein Rundtempel „Tempietto“ im Hof des Klosters San Pietro in Monotorio. Der wurde zum Gedenken an Petrus, den ersten Papst, der an dieser Stelle als Märtyrer gestorben ist, erbaut. Der Tempel zeigt deutlich die Form eines altrömischen Rundtempels. Sein Rundbau ist eine perfekte Architektur der Renaissance mit 16 dorischen Säulen im Erdgeschoss. Den Abschluss des Gebäudes bildet eine halbkugelige Kuppel. Die Treppe, die ohne Stufen spiralförmig nach oben führt, sodass auch Pferde sie begehen konnten, hat Bramante entworfen und sie wurde nach ihm benannt – die Bramante-Treppe.

Die Spätrenaissance oder der Manierismus

Nach der Plünderung Roms 1527 und der Rückkehr der Medici nach jahrelangem Exil, bekam Florenz seine führende Stellung in der Kunst zurück. Michelangelo, Palladio und Vasari brachten die Kunst der Spätrenaissance in Rom zu voller Blüte, die erst 1590 durch den Barock abgelöst wurde.

Der bekannteste Architekt des Manierismus ist Michelangelo Buonarroti, der kurz Michelangelo genannt wird. Er wurde 1475 geboren und starb 1564. Er war zuerst Bildhauer, dann Maler, später Architekt, der die Kolossalordnung erfand; außerdem war er Dichter. Er erhielt den Auftrag für die Erneuerung der Fassade von San Lorenzo, für die Neue Sakristei, den Lesesaal der Biblioteca Laurenziana und das mächtige Vestibül sind auch heute noch beeindruckend. Die Medici-Grabmäler und das Gebäude des Petersdoms in Rom gehören zu seinen Meisterwerken sowie das „Jüngste Gericht“ in der Sixtinische Kapelle und die Skulptur des David in Florenz.

Andrea Palladio

Andrea Palladio wurde als Andrea di Pietro Gondola 1508 geboren und starb 1580. Er war Steinmetz und Architekt. Er legte mit seinem Renaissance-Stil „Palladianismus“ den Grundstein für spätere Bauwerke in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Als er dreißig Jahre alt war, traf er den Dichter und Humanisten Giangiorgio Trissino. Der erkannte das Talent von Palladio und finanzierte ihm die Ausbildung zum Architekten sowie mehrere Studienreisen. Es war Andrea Palladio, der erstmals eine Kuppel in einem Profanbau, der Villa Rotonda, einsetzte. Die Fenster wurden einzeln oder auch paarweise angeordnet, dann aber mit einem darüber befindlichen Bogen zusammengefasst. Das berühmteste Bauwerk Palladios vor Vicenza ist die Villa Capra, auch La Rotonda genannt. Der zentrale Raum ist kreisrund, von dem kreuzförmig vier Flure abzweigen, in denen Türen nach außen führen. Der Vorbau hat einen dreieckigen Giebel auf sechs Säulen. Palladio hat mehr als 80 Bauwerke geschaffen und mit seinen Villen erreichte er einen Höhepunkt der Spätrenaissance. Sein letzter Auftrag für Vicenza war der Entwurf für das Teatro Olimpico, hier wendete er die Regeln der Zentralperspektive an. Palladio übersetzte mit Daniele Barbaro den Vitruv und ergänzte ihn mit mathematischen und geometrischen Studien. In seinen „Vier Büchern zur Architektur“ befinden sich auch detailreiche Zeichnungen.

Giorgio Vasari

Giorgio Vasari war Architekt, Hofmaler der Medici und hat über zeitgenössische Künstler seiner Zeit Biografien und Werksbeschreibungen geschrieben. Er wurde 1511 in Arezzo geboren und starb 1574 in Florenz. Er schrieb wahrscheinlich als erster das Wort „rinascita“ – Renaissance. Sein Vater gab ihn zur Ausbildung zur Familie der Medici, mit der er sein Leben lang Kontakt hielt. Sein Hauptwerk in der Architektur war der Entwurf der Uffizien in Florenz. Cosimo I. de’ Medici wollte ein Bauwerk für Ministerien und Regierungsangestellte. Es entstanden zwei ziemlich gleich aussehende gegenüberliegende Fassaden, die einen Platz einschlossen. Vasari schuf den Verbindungsgang für die Medici zwischen dem Palazzo Vecchio und dem Palazzo Pitti über den Arno, der nach ihm als Vasarikorridor bezeichnet wurde.

Der Humanismus ist die Geisteshaltung der Renaissance. Grundlage war die Freiheit und Eigenständigkeit des Einzelnen. Ausgewogenheit in allen Dingen war das Ideal der Künstler. Der ideale Renaissance-Mensch sollte möglichst in allen Bereichen gleich begabt, entwickelt und fähig sein: also in Künsten, Wissenschaft und Sport gute Kenntnisse und Leistungen zeigen. Verehrt wurde das „Universalgenie". Die Renaissance ist auch der Beginn der freien Wissenschaften. Das Bürgertum in den Städten wurde einflussreicher, die Kirche war nicht mehr so absolut beherrschend im Leben und Denken, der Glaube nicht mehr alles, was zählen durfte.

Kontakt: Italienische Fremdenverkehrsamt ENIT, Barckhausstr. 10, D-60325 Frankfurt/M., Tel.: 069-237434, frankfurt@enit.it - www.enit.it

Toskana: www.turismo.intoscana.it

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger by ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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