Neuharlingersiel

Der Meeresbiologe und zertifizierte Nationalparkführer Bernd Koopmann begeistert Besucher für das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer in Neuharlingersiel und vermittelt die weitreichende Bedeutung der biologischen Vielfalt, die als Naturerbe zu schützen ist

Gezeitenwechsel: Ebbe und Flut wechseln sich alle sechs Stunden ab und in jedem Augenblick verändert sich die Landschaft an der Nordseeküste. Begeistert von der einzigartigen Vielfalt berichtet Koopmann von einer Fläche, die sich entlang der Nordseeküste von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark auf einer Fläche von rund 11.500 Quadratkilometer erstreckt und im Jahr 2009 von der UNESCO für das außergewöhnliche Naturphänomen zum Weltnaturerbe anerkannt wurde und sich, damit in die Welt der Naturwunder einreiht, die Gran Canyon oder Great Barrier Reef heißen.

Weltweit einzigartig

Das Wattenmeer ist eine außergewöhnliche Landschaft, die sich dem Besucher erst auf den zweiten Blick erschließt, denn „nirgendwo auf der Welt hat sich unter dem Einfluss der Gezeiten eine so vielfältige Landschaft entwickelt“, so der Meeresbiologe Koopmann. Mit seinen Führungen ins Wattenmeer vermittelt er den Gästen in Neuharlingersiel einen Lebensraum, der mit rund 10.000 Arten unverzichtbar zum Erhalt der weltweiten Artenvielfalt beiträgt.

Suche nach dem Wattwurm
Bernd Koopmann ist Meeresbiologe in Neuharlingersiel

Bernd Koopmann ist Meeresbiologe und zertifizierte Nationalparkführer

Ökologischer Spezialist

Als besonderer Spezialist hat sich im Wattenmeer der Wattwurm einen Namen gemacht. „In der Regel sieht man den Wattwurm nicht, nur seine Kothaufen die wie die Spaghettihäufchen aussehen sind im Wattenmeer sichtbar.“ Koopmann berichtet über dieses nützliche Lebewesen, das unter extremen Umweltbedingungen überleben kann und in den sandigen Tiefen des Wattenmeeres lebt.  Um den Wattwurm sichtbar zu machen nutz Koopmann seine Schlickgabel und sticht in das Watt, um in bis zu zwanzig Zentimetern Tiefe den Wurm in seinen Wohnröhren ausfindig zu machen. „Dort wo alles schwarz ist, fehlt der Sauerstoff – aber hier, wo die Wattwürmer leben, zeigen sich Spuren von hellem Sand.“ Koopmann zeigt einen Teil seiner Ausgrabungen und berichtet darüber, dass die Wattwürmer durch ihre Lebensweise maßgeblich zum Gleichgewicht des empfindlichen Ökosystems beitragen.

Lebensraum und Artenvielfalt

„Der Wattwurm ernährt sich von Sand“, so der Meeresbiologe, der darauf hinweist, dass im Sand Nährstoffe wie Algen und Pflanzenreste enthalten sind, die der Wattwurm zur Nahrungsaufnahme herausfiltert und dann wiederum den Rest-Sand als Kot ausscheidet. Im Zuge dieses Stoffwechselprozesses werden nicht nur abgestorbene Pflanzenreste verwertet, sondern auch Sauerstoff und Nährstoffe produziert, die anderen Tieren des Wattenmeers als Lebensgrundlage dienen. Ein einzigartiges Ökosystem, in dem sich die Lebewesen an immer wieder täglich ändernde Bedingungen anpassen.

Wattwanderungen Neuharlingersiel: https://www.neuharlingersiel.de/entdecken/erlebnisse-in-neuharlingersiel/wattwanderungen/

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Sabine Zoller.

Sabine Zoller by ReiseTravel.euSabine Zoller lebt im Schwarzwald. Als freie Journalistin schreibt sie für verschiedene online Portale, Magazine und Tageszeitungen. Kultur,  Handwerk und Brauchtum fasziniert Sie ebenso wie gute Küche und Natur. Ihre Berichte beschäftigen sich mit historisch attraktiven Themen, landschaftlich reizvollen Regionen und lukullisch attraktiven Stationen und machen Lust auf Reisen.

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