Athen

Stunde Null: Aktuell nicht nur in Griechenland das tägliche Thema zahlreicher Gespräche

Patras: Brandaktuell ist die Diskussion um die "Euro Krise", nicht nur in Griechenland ist dies das tägliche Thema fast aller Gespräche. Die Ereignisse überschlagen sich und könnten außer Kontrolle geraten.

ReiseTravel.eu besuchte das Land der Antike in "Westgriechenland" und beobachtete das dortige Geschehen. "Deutsche Touristen sind besonders in Westgriechenland willkommen", informiert Christina Staraka, Landesregierung. www.pde.gov.gr  Griechenland zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Rund 2,5 Millionen Bundesbürger reisten im vergangenen Jahr nach Hellas, ein neuer Besucherrekord. Für das Land selbst ist der Tourismus der größte Wachstumsmotor und steuert einen Löwenanteil zur Wirtschaftsleistung bei. So beliefen sich die Einnahmen aus dem Tourismus 2014, laut Angaben des Auswärtigen Amtes, auf über 13,4 Milliarden Euro. Griechenland hat dafür doch eine gewaltige Unterstützung erhalten. Die Europäische Union hat in den letzten 30 Jahren 150 Milliarden Euro für Investitionen und den Ausbau der Infrastruktur an Griechenland gezahlt. Und auch bei den Hilfspaketen sind etwa 20 Prozent für Investitionen vorgesehen, der Rest ist für die Rückzahlung der Schulden gedacht.

Aufstrebendes Westgriechenland

Patras ReiseTravel.eu

Patras: Die Brücke wurde 2004 zu den Olympischen Spielen in Athen eingeweiht und ist das Wahrzeichen der Region. Erdbebensicher gebaut und 2.252 Meter lang. Sie verbindet den Peloponnes mit dem Festland. Von hier führt eine Autobahn in Richtung Athen. Alles wurde mit finanziellen Mitteln der EU gebaut. Die in Abständen aufgestellten Bauschilder besagen: Gefördert mit 35 Millionen Euro. Jedes Projekt. Überall sind Baustellen, oft ruhen die Bauarbeiten: Kein Geld in den Kassen!

Die niedrigen Zinsen, zu denen sich Griechenland Geld leihen konnte, verdankte es den Garantien des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und der Eurozone. Bis vor wenigen Monaten war das Land auch auf einem guten Weg. "Athen hatte einen Primärüberschuss erwirtschaftet und man ging von einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent aus. Aber das ist wegen des Durcheinanders in der neuen Regierung jetzt Geschichte", sagt Theo Weigel. Deutschland ist der wichtigste Markt für die griechischen Hoteliers. So reisten 2014 insgesamt 2,5 Millionen deutsche Gäste nach Griechenland (2013 fast 2,3 Millionen). Die Buchungsdaten für diesen Sommer sind eindeutig: Griechenlandreisen sind weiterhin sehr gefragt. Eine Buchungszurückhaltung oder Ablehnung lässt sich nicht erkennen. Zu den bevorzugten Urlaubszielen zählen die zahlreichen Inseln, Kreta, Rhodos, Kos und Korfu sowie die Küstenregionen in Westgriechenland.

Grexit

Stunde Null: ReiseTravel.eu besuchte das Land der Antike in "Westgriechenland" und beobachtete das dortige Geschehen. Keine Auswirkungen der Euro-Krise auf den Urlaub! Oder?

Die aktuelle Diskussion über die Staatsfinanzen und die Euro Zukunft hat an dem starken Zuspruch für das Land nichts geändert: Deutsche reisen nach wie vor gerne nach Griechenland und lassen sich durch die derzeitigen Schlagzeilen nicht verunsichern. Das bestätigen auch die Buchungszahlen der Reiseveranstalter für diesen Sommer: "Nach Auswertungen der GfK-Marktforscher liegt die Zahl der Vorausbuchungen im Zeitraum von Januar bis einschließlich Mai 2015 auf Höhe des sehr guten Vorjahreszeitraums". DRV Deutscher ReiseVerband e. V. www.drv.de

Korinth Kanal

Der Kanal von Korinth trennt das griechische Festland von der Halbinsel Peloponnes, wurde zwischen 1881 und 1893 erbaut und gräbt sich 84 Meter in die Tiefe. Die Wassertiefe selbst beträgt 8 Meter. Ein imposanter Anblick von der Straße und ein Erlebnis während einer Schiffspassage. Irina erläutert die Erbauungsgeschichte.  

Staatsbankrott oder Wiedereinführung der Drachme: Für Urlauber hätte dies nur geringe Auswirkungen. Gerade Gäste von Reiseveranstaltern haben keine Konsequenzen zu fürchten: Der Reisepreis ist in Euro bezahlt, egal welche Währung in einem Land gilt. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers sind eingekauft und vertraglich abgesichert. Die Ausgaben vor Ort, etwa für Souvenirs oder den Tavernenbesuch, lassen sich mit Bargeld bezahlen. Klar ist, dass nicht nur die deutschen Reiseveranstalter, sondern auch die Griechen selbst alles tun werden, um Touristen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Schließlich ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes und sichert jeden fünften Arbeitsplatz.

Messolongi: "Garten der Helden"

Messolongi Garten der Helden ReiseTravel.euKampf um die Freiheit: 1825 wurde Messolongi von den Türken belagert. In ihrer verzweifelten Lage sprengten sich die verblieben Einwohner in die Luft. Der Garten der Helden erinnert an das damalige Geschehen.

Muss man in Griechenland Angst haben? Nein!

Wie in anderen Ländern – darunter auch in Deutschland – kann es hin und wieder Streiks oder Demonstrationen geben. "In der Regel werden diese im Vorfeld angekündigt, sodass Reiseveranstalter Ausweichmöglichkeiten finden können, um die Auswirkungen für den Urlauber möglichst gering zu halten. Die Reiseleiter vor Ort sind stets über die aktuelle Lage im Bilde und informieren die Gäste der Reiseveranstalter direkt. Demonstrationen sollten generell in jedem Reiseland gemieden werden. In der Vergangenheit waren diese auf Athen und andere Großstädte beschränkt, sodass die Urlauber auf den Inseln davon – wenn überhaupt – nur durch die Medien erfahren haben. In den touristischen Regionen ist die Lage seit jeher ruhig. Dort spüren Reisegäste von der Wirtschaftskrise des Landes kaum etwas. Wer jetzt seinen Urlaub in Griechenland verbringt, unterstützt die dortige Privatwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Lage". www.drv.de

Nafpaktos: Idylle am Golf von Korinth, rund 40 km von Messelonghi entfernt. Einst venezianischer Flottenstützpunkt, später türkisch besetzt, heute ein verträumtes Fischerdorf. Zahlreiche Restaurants, mit frisch gefangenen Fisch auf dem Tisch, laden ein:

Grexit Griechenland ReiseTravel.eu

Nicht nur Westgriechenland ist bekannt für seine herzliche Gastfreundschaft. Es ist ein abwechslungsreiches Reiseland und ein lohnendes Ziel nicht nur für Badetouristen, sondern auch für Kulturinteressierte. Gerade in Zeiten der Eurokrise sind Hoteliers und alle Weiteren im Tourismus Beschäftigen bemüht, die Gäste rundum zufriedenzustellen.

TV Direktübertragung aus dem Deutschen Bundestag Berlin in die griechischen Wohnstuben und Restaurants:

Grexit Griechenland ReiseTravel.eu

Besonders in den Tavernen und Cafés wird viel diskutiert, denn die Menschen haben viel Zeit: Grexit, Troika und die Namen Merkel sowie Schäuble fallen. Meist negativ. "Schuld sind unsere Politiker", lautet ein Grundtenor. Dem folgt in aller Regel: "Die EU und den Euro möchten wir behalten". Und wer bezahlt die Schulden?

Gegen Angelos Metaxas, Spirituosen Milliardär, wurde jetzt Haftbefehl erlassen. "Steuerflucht und Geldwäsche" lautet der Vorwurf. 10.5 Millionen Euro hat er illegal auf sein Konto bei der HSBC Bank in die Schweiz transferiert. Metaxas ist nur einer von Vielen. Derweil stürmen Tausenden die Geldautomaten. "Pro Tag dürfen 60 Euro aus der Cash Maschine gezogen werden", sagen die in der Schlange stehenden Menschen und die Warteschlange wird immer länger. Theatervorstellungen werden abgesagt: "Wegen der außerordentlichen politischen Entwicklungen", lautet der Grund. Plakate werden angebracht: "Nein zu den Maßnahmen der Geldgeber!" Wer bezahlt die Schulden? Das steht nicht auf den Plakaten!

"Im Schnitt bekommen die 2.6 Millionen griechischen Rentner 883 Euro pro Monat", schreibt das Statikamt Eurostat. In Portugal liegen die Renten bei 833 Euro, in der Slowakei bei 408 Euro, in Polen bei 504 Euro. In Deutschland Ost liegt der Durchschnitt bei 1.260 Euro.  

Deutsche Touristen sind stets willkommen und die griechischen Gastgeber sind für jede Unterstützung dankbar. Trotz vereinzelter gegen Deutschland gerichteter politischer Kampagnen brauchen deutsche Urlauber nicht zu befürchten, dass ihnen in Griechenland Feindseligkeit oder sogar Hass entgegenschlägt. Das sind Aktionen Einzelner, die sich zumeist auf Athen beschränken. In den Urlaubsgebieten ist davon nichts zu spüren.

ReiseTravel Fact: Griechenland muss sich verändern, entweder innerhalb der Währungsunion oder eben außerhalb. Wenn das Land Teil des Euroraums bleiben will, dann muss es auch die Bedingungen akzeptieren, die der Internationale Währungsfonds, die Europäischen Kommission und die Europäische Zentralbank stellen. Die Geldgeber haben für einen Verbleib Griechenlands im Euro bereits viel Kompromissbereitschaft bewiesen. Wenn Griechenland aber aus der Eurozone ausscheiden sollte, wird das ein ganz schwerer Weg mit einer riesigen Belastung für die griechische Bevölkerung. Es würde zu einem Vertrauensverlust kommen. Und wer soll diesem Land dann noch Geld leihen?

Reisende und alle Urlauber sind derzeit nicht betroffen, eine "Griechenlandreise" kann angetreten werden. Allerdings sollte sich Jeder kurzfristig vor Reisebeginn noch einmal "schlau" machen und Bargeld mit sich führen. ReiseTravel wünscht "Gute Reise", besonders nach Westgriechenland.

ReiseTravel Service: Mit Aegean Airlines ab verschieden Städten bis nach Athen und von hier mit dem Bus weiter. http://de.aegeanair.com / Am Airport einen Mietwagen chartern. Eine Tour mit einem Reiseveranstalter wäre am günstigsten.

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Holzgraben 34, D-60313 Frankfurt, www.visitgreece.gr  - www.pde.gov.gr

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher.

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