Berlin

Verrückt nach Berlin

 
 

Das Wasser glitzert und plätschert bei jeder Bewegung der Paddel, von der Ferne durchdringt helles Kinderlachen die Stille. Kaum vorstellbar, dass man sich in einem Boot auf dem Neuen See im Tiergarten inmitten der pulsierenden Millionenmetropole Berlin befindet. Ganz nah sind die sehenswerten Nordischen Botschaften und die Botschaft Spaniens, die Siegessäule sowie das Zentrum der City West mit Zoologischem Garten und Kurfürstendamm. Im Sommer ist das Café am Neuen See einer meiner Lieblingsplätze, um einen entspannten Sonntag zu genießen. Im großen Biergarten lässt es sich morgens ausgiebig frühstücken, man sitzt im Grünen und liest Zeitung. Anschließend kann man sich ein Paddelboot mieten und in See stechen. Berlin hat viele solcher Oasen Mehr als ein Drittel des 891 Quadratkilometer umfassenden Stadtgebiets besteht aus Flüssen, Kanälen und Seen, Wäldern, Garten- und Parkanlagen. Schiffbare Wasserstraßen von insgesamt mehr als 180 Kilometern Länge durchziehen „Spree-Athen“. Ein ganz besonderes Erlebnis ist daher auch eine Stadtrundfahrt mit dem Schiff. Mit Start ab Nikolaiviertel, der Wiege Berlins, passiert man auf einer einstündigen Tour viele Sehenswürdigkeiten: den Berliner Dom mit den Hohenzollerngräbern aus fünf Jahrhunderten, die zu den UNESCO Welterbestätten zählende Museumsinsel, den Reichstag mit seiner imposanten begehbaren Kuppel von Lord Norman Foster, das Bundes­kanzleramt sowie den täglich wachsenden Berliner Hauptbahnhof, derzeit noch Europas größte Bahnbaustelle und ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, der im kommenden Jahr in Betrieb gehen sein soll. Von vielen weiteren Anlegestellen aus lässt sich die Stadt auf immer wieder neue Art entdecken.

Im Sommer öffnen auch die vielen Strandbars und bringen mediterranes Flair an die Spree. Am Bundespressestrand im Regierungsviertel kann man sein Bier schon mal Schulter an Schulter mit hochrangigen Politikern trinken. Der Oststrand an der Mühlenstraße in Fried­richshain rühmt sich, Berlins größte Beach Bar zu sein – Blick auf die East Side Gallery, das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer, inklusive. Der reizvolle Gegensatz von Großstadtkulisse und Strandatmosphäre zieht bei schönem Wetter zahlreiche Menschen an, die den Tag oder Abend in entspannter Sommerlaune genießen wollen.

Mehr Museen als Regentage

Schönes Wetter hin oder her: Kein Berlin-Gast sollte wieder abreisen, ohne zumindest eines der vielen Museen der Stadt besucht zu haben. Wer sich einen vollständigen Überblick ver­schaffen will, sollte allerdings Zeit mitbringen: Nahezu ein ganzes Jahr wäre man unterwegs, wenn man jeden zweiten Tag ein anderes Museum oder Ausstellungshaus besichtigen würde! Unter den rund 175 Einrichtungen gibt es auch Kuriosa wie das Hanf Museum, das Museum der unerhörten Dinge oder das Zucker-Museum.

Zu meinen Favoriten zählt die Gemäldegalerie am Kulturforum Nähe Potsdamer Platz. Sie beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert und vereint die zu Mauerzeiten im Bodemuseum auf der Museumsinsel im Osten und in Berlin-Dahlem im ehemaligen Westteil der Stadt untergebrachten Bestände. Zu den etwa 2.700 Gemälden zählen hochkarätige Exponate aus allen kunsthistorischen Epochen: Schätze von Dürer, van Eyck, Holbein, Brueghel, Raffael, Vermeer, Rembrandt, Rubens und vielen anderen Meistern ihrer Zunft.

Als Betthupferl: Kunst

Wer den schönen Künsten zugeneigt ist, muss in Berlin jedoch nicht unbedingt ins Museum gehen. Warum nicht einmal in einem Gesamtkunstwerk übernachten? Im Hotel Künstlerheim Luise wurde jedes der knapp 50 Zimmer von einem anderen Künstler individuell gestaltet. Als Galerie mit Betten darf sich auch die Propeller Island City Lodge bezeichnen. Inhaber und Künstler Lars Stroschen hat seine 45 Zimmer mit in Handarbeit gefertigtem Inventar ausgestattet, Betten im Boden eingelassen oder an die Decke montiert, Wände komplett verspiegelt oder wie in einer Gummizelle ausgepolstert. Ein Geheimtipp für Wagemutige, die sich auch nicht scheuen würden, in einem Sarg zu schlafen!

Weniger skurril geht es zwar in den übrigen der rund 560 Berliner Beherbergungsbetriebe zu, dafür ist aber für jeden Geldbeutel und Anspruch garantiert das Richtige dabei. Die Hotellerie der Stadt ist in Sachen Standard, Ausstattung und Komfort mittlerweile führend in Europa, denn nach dem Mauerfall wurde in zahlreiche neue Hotelprojekte oder umfassende Renovierungsarbeiten bestehender Betriebe investiert. Eine stattliche Bettenzahl von mehr als 80.000 ist derzeit am Markt verfügbar.

Diese bieten Platz für die jährlich knapp sechs Millionen Hotelgäste der Metropole. Weitere 90 Millionen Tagesbesucher zieht es an die Spree, und im Rahmen von privaten Ver­wandten- und Bekanntenbesuchen kommen im Jahr noch 28,5 Millionen Übernachtungen hinzu.

Berlin – das ist ein Sog, dem sich niemand entziehen kann. Wann kommen Sie?

 

ReiseTravel Chefredakteurin Dr. Britta Grigull recherchierte in der Hauptstadt.

Buchtipp ReiseTravel empfiehlt

Berlin erleben

Erlebnisreiche Reisereportage und interaktive Stadttour durch Berlin

Berlin ist 24 Stunden am Tag geöffnet, irgendwo ist immer Licht " - mit diesem Bild steigt das erstmals verlegte Marco Polo Reise-Hörbuch „Berlin" mitten ins Geschehen des deutschen „Big Apple" ein. Die Doppel-CD bietet eine unterhaltsame Erlebnisreportage zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie eine interaktive Stadttour mit den angesagtesten, wichtigsten und spannendsten Sehenswürdigkeiten und Plätzen von Berlin - mit Hintergrundinfos und Insider-Tipps. Dabei zeigen dem Reisenden auch Berliner die deutsche Hauptstadt: Der Aufzugführer vom Alex oder der Kellner im Tiergarten verraten ihre ganz persönlichen Tipps. Es geht durch hippe Clubs, schicke Bars und die besten Läden - von Kreuzberg über Mitte bis zum Prenzlauer Berg. Durch beide CDs führt die angenehme Stimme von SWR-Hörfunk-Moderator Ben Streubel.
Dank des praktischen Cityplans schreitet man - je nach Interesse und Gemütslage - die besten Routen für „Aussicht & Entspannung" oder „Shopping & Geschichte" ab und findet problemlos zu den besten Marco Polo Highlights. Der Reisebericht auf der ersten CD spricht nicht nur vom prunkvollen, sondern auch vom dreckigen Berlin - und führt damit ungeschminkt durch die Hauptstadt und ihre unterschiedlichen Viertel. Insider-Tipps, wie ein Besuch des originellsten Schwimmbads von Berlin, „das Badeschiff', wo man mitten auf der Spree 30 m lange Bahnen schwimmen kann, wechseln sich ab mit unterschiedlichen Klangkulissen. Presslufthämmer verkünden, dass überall in Berlin gebaut wird. Türkische Händler preisen ihre Waren an und Marco Polo lässt Berliner wie Bademeisterin Anja oder eine Mitarbeiterin des Luxus-Hotels Adlon zu Wort kommen und ihre besonderen Tipps geben.
Präzise Detailschilderungen bestimmen die zweite CD. Die interaktive Stadttour führt zu fünfzehn berühmten Orte, darunter der Potsdamer Platz, wo einst Bomben fielen und heute Weltunternehmen ihre Firmenzentralen aufgeschlagen haben, und zur „Mutter aller Flughäfen", dem Tempelhof. Für Spannung und gruselige Einzelheiten sorgt der Beitrag über das Stasigefängnis Hohenschönhausen, das man zu DDR-Zeiten auf keinem Stadtplan finden konnte.
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Marco Polo Reise-Hörbuch „Berlin" - Autoren: Anno Wilhelm & Volker Janitz, Datenträger: Doppel-CD mit DIN-A4 Cityplan Gesamtlaufzeit CD 1: 34:00 / CD 2: 52:12,

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Das Hörbuch kostet im Buchhandel 12,95 Euro.

Marco Polo Hörbücher gibt es auch über Hamburg, London, München, Paris und Wien. www.marcopolo.de/hoerbuecher

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