St.Jakob

Die Wiedersehensfreude war groß, nach einem Jahr und wir erlebten St. Jakob im Defereggental in Osttirol aus neuer Perspektive.

Defereggental: Aus einer Mischung von Wassererlebnis und Bergtour, vom Relaxen am Seerosenteich bis zur Mitternachtsstunde in der Vinothek. Kann man bisher Genossenes noch toppen?. Man kann. Wer ein bisschen Gespür für Natur und Beziehung zum Lebenselixier Wasser hat, für den tut sich eine Wunderwelt auf.                     

Gespeist von einem Gletscher windet sich die Schwarzach, vorbei an der Jaghausalm, der Ältesten in ganz Österreich, in vielen glasklaren, kleinen Kaskaden 40 Kilometer hinunter in die Isel. Und da ist der große und kleine Wasserlehrweg von St. Jakob hinaus nach Maria Hilf ein Eldorado für seltene Flora und Lebewesen in geschützter Natur. Stille, geheimnisvoll schillernde Tümpel, ein pittoresker Wasserfall, der Boden üppig bewachsen. Auf Bildtafeln wird man über die gefährdete Symbiose von Hochgebirge, Pflanzen-und Tierwelt informiert. 

St. Jakob Defereggental by ReiseTravel.eu

Typisches Defereggental-Haus im Zentrum von St. Jakob                                              

Da schlängelt sich real der Alpensalamander im Feuchtgebiet entlang, die Grasfrösche quaken, die Erdkröte guckt einen erstaunt an, fleischfressende Pflanzen halten Ausschau nach Insekten. Die Deutsche Tamariske, die Pionierpflanze für Schotterbänke, buscht sich imponierend, hat im Defereggental fast ein Alleinstellungsmerkmal in den Alpenregionen. Es gibt ständig was Neues zu entdecken.

Nicht weit von der Schwarzach in St. Jakob entfernt das Heilquellhaus. Dort wird das „Deferegger Heilwasser“, das aus einer Tiefe von etwa 2000 Metern kommt, in Flaschen abgefüllt und zum Verkauf angeboten. Der jodhaltigen Natrium-Chlorid-Sole, reich an Cadmium und Magnesium, wird heilende Wirkung nachgesagt.

St. Jakob Defereggental by ReiseTravel.eu

Hüttenwirt Bruno serviert selbst gemachte Leberknödel

Ganz neu der Wassermythos Ochsenlake, die Spiel-und Ausflugsoase auf 2350 Metern Höhe. Hinauf geht es bequem mit der Bergbahn, der Nachwuchs findet dann ein Paradies vor. Zum Steigen, Navigieren, Klettern auf Netzen, zum Kriechen, Balancieren und Schwingen.

Wieder hinunter ins Tal und bei der Pension „Angela“ im Zentrum von St. Jakob auf einem Golfplatz-Rasen im Liegestuhl entspannen, den Swimmingpool nutzen, und dann später nur ein paar Schritte ins „Vaco Vinum“, um ein bisschen Stadtatmosphäre zu genießen. Die Vinothek gleich neben der Kirche könnte auch in Lienz, Kitzbühel oder Innsbruck stehen. Erlesene Weine, Prosecco, Champagner, selbst gebackener Karotten-und Marillenkuchen mit einer Wiener Melange, - viel schöner kann ein Tag nicht ausklingen. Erst um Mitternacht ist Schluss. Es gibt also Gründe genug, ins Defereggental und speziell nach St. Jakob zu kommen. Locken doch zusätzlich noch viele Mountainbike-Touren, das nahe Südtirol, das über den Stallersattel schnell zu erreichen ist. Und den größten Zirbelkiefernwald der Ostalpen nicht zu vergessen. Wen einmal der Defereggenvirus erfasst hat, bleibt dem Tal und der Region auf Jahre treu.

St. Jakob Defereggental by ReiseTravel.eu

Man findet im Defereggental nach dem Aufstieg per Seilbahn und kurzer Wanderung viel unberührte Natur

Da muss man hin: Auf 1.774 Metern Höhe empfängt einen, eine Gehstunde von Maria Hilf entfernt, urige Hüttenatmosphäre. Man taucht ein in eine andere Welt. Voller Nostalgie und einem Gefühl als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Alpe Stalle ist ein Refugium, wo der Wirt Bruno noch Zeit hat ein bisschen von seinem Leben zu erzählen. Blickt zurück vor 40 Jahren, als er als18-Jähriger herauf kam und seitdem hier ist. Seine Gäste im wahrsten Sinne des Wortes umsorgt. Der drahtige Mann aus St. Veit, den die Landschaft und die Höhenluft geprägt haben, macht nie Urlaub, hat keinen Ruhetag. „Das Arbeiten hier ist meine Aufgabe, ich habe keine Langeweile, mag Menschen“, lacht er. Und Bruno tischt Köstliches auf: Schlipfkrapfen, Leberknödel, Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren. Die aus dem nahen Wald sind, genau so wie die Steinpilze.

„Unsere Gerichte sind alle hausgemacht, wir brauchen das Wort Bio nicht, wir holen unsere Sachen direkt von den Berghöfen oder produzieren selbst“. Nebenan liegt als Beweis eine Menge frisch gehackter Schnittlauch aus dem Garten auf dem Tisch. Die Alpe Stalle, über 100 Jahre alt, ist so wohnlich, dass man am liebsten sitzen bleiben würde. Das Interieur aus Lärchenholz, das Panorama durch die kleinen Fenster oder auf der Veranda beeindruckend.

Für Wanderer und Mountainbiker der richtige Ort, um nach anstrengender Tour auszuruhen. Wer es einfacher haben will, lässt sein Auto auf dem Parkplatz bei Maria Hilf stehen und läuft die letzte Strecke. Im Winter ganz nah eine 2,5 Kilometer lange Naturrodelbahn, in der Nacht bei Beleuchtung ein Supererlebnis, wie ein Gast berichtet. Wer das Defereggental und St. Jakob besucht, sollte den Trip zur Alpe Stalle im Programm haben, Bruno kennenzulernen, lohnt.

Ein Beitrag mit Foto für ReiseTravel von Horst Wunner.

Horst Wunner ReiseTravel.euUnser Autor arbeitet als Journalist und lebt in Altenplos in Bayern.

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