Hermann Unsöld

Hermann Unsöld ist Inhaber und Küchenchef Hotel Ochsen Blaubeuren

Der Blautopf: Sagenumwobene, stärkste und wohl schönste Karstquelle Deutschlands. Der trichterförmige Quelltopf ist 21 Meter tief und zeigt ein intensives Blau. Eduard Mörike hat die Historie der „Schönen Lau“ in seine Werke eingebettet. Das wunderschöne, romantische Märchen berichtet über eine junge Wasserfrau, die am Grund des Blautopfes lebt und durch aufheiternde Erlebnisse in Blaubeuren von einem bösen Fluch erlöst wird.

Blautopfstadt Blaubeuren

Blaubeuren Donau

Der Blautopf

„Ein Besuch im Museum und das Stöbern in Archiven ist immer von Vorteil. Bereits in alemannischer Siedlungszeit (6./7. Jahrhundert) bestand eine Siedlung Beuren an der Blau. Die Basis der Stadt bildet das 1085 von den Grafen von Tübingen, direkt am Blautopf, gegründete Benediktinerkloster Blaubeuren. Das Kloster förderte die Entwicklung des Handwerkes und auch Märkte wurden abgehalten. Übrigens die erste Erwähnung besteht in Form von Urkunden vom 24. Dezember 1267“, informiert Günter Blümle.

Blaubeuren Donau

„Die historische Altstadt Blaubeurens gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte im Land“, so Günter Blümle. Blümle ist Stadtführer und ehemaliger Direktor der „Blautopf-Schule“ von Blaubeuren. www.blaubeuren.de/schulen/blautopfschule

Blaubeuren Donau

In Blaubeuren ist Geschichte sowie die Vergangenheit auf Schritt und Tritt optisch zu Sehen, zu betrachten oder zu Besichtigen. Mitten in der mittelalterlichen Stadt steht der „Ochse“ und das ist ein Hotel mit langer Tradition. Erstmals wird der Ochsen 1457 als Eigentum des Richters Hans Joss genannt. 1501 gehörte das Anwesen Lienhard Schnitzer und 1523 Hans Baumeister, genannt „der Junge“, diese Tradition lässt sich über die Jahrhunderte gut verfolgen.

Das heutige Hotel Ochsen in Blaubeuren ist nach wie vor in Familienbesitz: „Immer wenn ich unsere Historie lese, werde ich mir bewusst, was für ein kleines Teilchen ich in dieser jahrhundertelangen Historie bin und versuche immer wieder mein bestes zu geben. “Was du ererbt von deinen Eltern erwirb es um es zu besitzen“, es steckt viel Wahrheit in diesem Spruch“, sagt Hermann Unsöld gegenüber ReiseTravel.  

Hermann Unsöld ist Inhaber und Küchenchef Hotel Ochsen: Ab 1934 tritt unsere Familie Unsöld ein, Adalbert Unsöld kaufte den Ochsen und baute den Ochsen aus und modernisierte. Unsöld betrieb ebenfalls einen Pferdehandel um den Ochsen zu finanzieren. Unter ihm wurde die „Gastherberge Ochsen“ zum „Hotel Ochsen“. Nach amerikanischer Besatzung 1945 im Ochsen war das meiste kaputt. Der Umbau und die Reparaturen begannen wieder von vorn. Nur durch die Einnahmen vom Pferdehandel konnte dies bewerkstelligt werden. Adalbert Unsöld starb im Jahr 1951. Josef Unsöld, mein Vater, übernahm den Ochsen und baute weiter aus und modernisierte. Bereits 1952 war im Ochsen in jedem Gästezimmer ein Telefon, zu damaliger Zeit ein großer Luxus. 1958 wurde der Pferdehandel eingestellt, da die Mechanisierung vor der Landwirtschaft keinen Halt machte. Unter Josef und Hermine Unsöld erhielt der Ochsen seinen heutigen „guten Namen“ und wurde weit über die Grenzen Blaubeurens hinaus bekannt. Hermine Unsöld war eine großartige Köchin. 1987 stirbt Josef Unsöld und Hermine führte den Ochsen nach dem Tod ihres Mannes mit Ihrer Tochter Ursula weiter. 1990 tritt Hermann Unsöld in den Ochsen als Ersatz für Ursula ein, die ebenfalls einen Gastronomen heiratet und mit ihm zusammen den “Oberschwäbischen Hof“ in Schwendi bewirtschaftet. 1995 Hermann und Susanne Unsöld übernehmen den Ochsen. Seit 1995 wurden wieder alle an den Ochsen angrenzenden und ehemals zugehörigen Gebäude und Grundstücke gekauft, sodass der Ochsen wieder seiner Größe von einst entspricht. 1997 wurde auch das herrschaftliche Fachwerk, das 200 Jahre unter Putz lag wieder freigelegt und ein Personen-Aufzug eingebaut. 2004 Kauf des Nachbargrundstücks, auf dem sogleich Parkplätze angelegt wurden und Schaffung des Gartenlokals “Ochsen-Garten”. Der Kern des Grundstücks, auf dem heute der Ochsen in der Marktstraße Nr. 4 steht, ist ein Haus und eine Hofstatt daneben, die 1457 und 1501 als Eigentum des Richters Hans Joss genannt werden.

Eine Episode: Am Freitag, dem 09. Juni 1730 um 10 Uhr war dann in der Marktstraße eine „laydige Feuersbrunst ausgebrochen. Innerhalb von 7 Stunden verbrannten 16 Gebäude, worunter leider der Ochsen war. 500 württembergische Soldaten waren zugegen, leicht hätte die ganze Stadt in Flammen aufgehen können. Das Zollhaus „wollte lange nicht brennen“; doch konnte der Zoller das beste seiner Habseligkeiten retten. Es fehlte an Wasser und Leuten, um die Ketten an die Aach zu ergänzen, bis endlich die auswärtigen Soldaten kamen. Der Brand ist in eines Becken Stadel hinter dem Ochsen vermutlich „durch das Tobaac Trünkchen des Becken uhngezogenen Bueben“ entstanden. Der Ochsen lag in kurzer Zeit in Schutt und Asche. Da dem Ochsen auch eine Bier-Brauerei angehörte, verbrannten auch 800 Scheffel Frucht und 100 Imi Malz. Ochsenwirt Augustin Däschler erhielt vom Hospital Blaubeuren - also half wieder das Kloster, zum Aufbau seines Anwesens 35 Eichenstämme sowie ein Darlehen von 1.000 Gulden. Nach heutiger Erkenntnis muss davon ausgegangen werden das der Ochsen damals bis zum 1. Stock abgebrannt war, da die Grundmauern und Teile des 1. Stocks noch aus älterer Zeit stammen müssen“.

Man sieht es Hotel von 1457 nicht an, die Zimmer sind groß und modern eingerichtet, WLAN ist selbstverständlich und Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Hervorzuheben ist die Küche, die bietet Bestes. 

Hotel Ochsen in Blaubeuren. Hermann Unsöld Küchenmeister -  Ihr Haus gepflegter Gastlichkeit - Fon: +49 (0)7344/969890, info@ochsen-blaubeuren.de - www.ochsen-blaubeuren.de

ReiseTravel Fact: Im „Urgeschichtlichen Museum“ kann die „Urgeschichte entdeckt“ werden. www.urmu.de Der „Blautopf“ wirkt beeindruckend www.blaubeuren.de und die Einkehr im Hotel Ochsen führt zu kulinarischen Genüssen.

Blaubeuren Donau

Der „Hohle Fels“ ist eine Hallenhöhle und hier finden noch immer Ausgrabungen statt. Vor einiger Zeit wurde die „Venus“ gefunden, echt stark. Geöffnet vom 1. Mai bis 31. Oktober. www.museum-schelklingen.de

Anreise: Blaubeuren liegt an der Donau und der Donau-Radweg ist bestens ausgeschildert. Mit der Bahn bis Blaubeuren, dann mit dem Bus weiter. Die A7 und A8 kreuzen. Fazit: Gute Anreisevarianten.

Deutsche Donau: Die Deutsche Donau ist landschaftlich idyllisch gelegen, ob an der Quelle der Donau und Scheer ist eine gastfreundliche Stadt. Der „Hohle Fels“ von Schelklingen mit seiner berühmten „Venus“ und natürlich die Blautopfstadt Blaubeuren oder einfach einmal nach Fridingen reisen.   

Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau, Neue Straße 45, D-89073 Ulm, www.deutsche-donau.de - www.die-junge-donau.de

Von Gerald H. Ueberscher

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