Stralsund

Von der Ostseeküste über Berlin bis nach Sachsen Anhalt mit dem Zug „Hiddensee“

Neue Linie RE 3 und RE 5: Vor 136 Jahren, am 1. Januar 1878 fuhr der Erste Zug auf der Strecke Berlin Stralsund. Die sogenannte „Perle der Ostsee“ war schon immer ein beliebtes Reiseziel von Erholungssuchenden Menschen aus der Region Berlin und herum. Heutzutage ist die Anreise bestimmt bequemer und schneller aber auch immer noch sehr lohnend, sich eine frische Ostseebrise um die Nase wehen zulassen. Seit dem 14.Dezember 2014 werden nach Betriebsaufnahme des Verkehrsvertrages Nord-Süd die Linien RE 5 und RE 3 ab Stralsund die Bundesländer Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg und Sachsen Anhalt verbinden. Beide Linien führen über den Berliner Hauptbahnhof bis nach Elsterwerda und Falkenberg oder Lutherstadt Wittenberg. Ein Sonderzug startete von Berlin Hauptbahnhof nach Stralsund um sich im neuen Glanze zu zeigen und um in Stralsund auf den Namen „Hiddensee“ getauft zu werden. Die Doppelstockzugeinheiten wurden modernisiert, sie sind klimatisiert, haben breitere und bequemere Sitze, viel Beinfreiheit, Steckdosen an fast jedem Platz und einiges mehr. Videokameras sollen dem Reisenden mehr Sicherheit bieten aber auch der Snack- und Getränkeautomat ist eine sinnvolle Ergänzung, gerade auf der 321 bis knapp 400 Kilometern langen Fahrt der Regionallinien. In der hellen, frischen und klaren Struktur der modernisierten Wagen, werden die Reisenden sich mit Sicherheit wohlfühlen. Jeder Zug wir begleitet werden von einem Kundenbetreuer der Ansprechpartner für alle Mitreisenden sein wird.

Besonders positiv hervorzuheben ist der sich im Mittelwagen befindliche barrierefreie Mehrzweckraum. Gerade Reisende mit Mobilitäts Einschränkung, haben nun eine angenehmere Atmosphäre und ein ausreichendes Platzangebot. Auch ein extra gestalteter, großzügiger Fahrradwagen erweitert gerade in den Monaten von April bis Oktober das Angebot der Regionalbahnlinie.

Wermutstropfen sind trotzdem die unterschiedlichen Ausstiegshöhen an den Bahnsteigkanten aber diese Bahnsteige sind offensichtlich noch der alten Zeit geschuldet. Des Weiteren sind die an den Seitenwänden angebrachten Garderobenhaken etwas unpraktisch. Wenn alle 4 Haken voll hängen würden, wie kann dann der Reisende noch gemütlich sitzen ohne sich von der Kleidung bedrängt zu fühlen. Möglicherweise sollte da noch einmal überlegt werden, ob Nachbesserung angebracht ist!

Eine weitere offene Frage bleibt: Warum ist die gefahrene Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke nur 100 Kilometer pro Stunde, wenn die neuen Doppelstockzüge aber für eine Geschwindigkeit bis zu 160 Stundenkilometer ausgelegt sind, die Oberleitungen und teilweise das Gleisbett für diese Geschwindigkeit nutzbar? Bei Ausnutzung der fahrtechnischen Möglichkeiten, könnte sich die Fahrzeit verkürzen und somit die „Schiene“ seine Attraktivität gegenüber der Straße erhöhen.

Die Sonderfahrt war aufwendig gestaltet. Fahrgäste einer Medienkooperation und die geladenen Journalisten, konnten sich von den Neuen Vorzügen der Regionalbahnlinien überzeugen. Nette Abwechslungen waren live musikalische Darbietungen, der an Bord mitgereiste Weihnachtsmann und eine überaus freundliche Bewirtung durch Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Bei der Ankunft in Stralsund wurde der Zug und seine Fahrgäste vom ansässigem Shanty Chor, aus vollen Kehlen wohlklingend, freundlich empfangen. Die darauf folgenden inhaltsreichen Grußworte von Herrn Detlef Lindemann: Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg Vorpommern, Herrn Karsten Schumacher: Leiter des Produktionsstandorts Rostock und Herrn Dr. Ing. Alexander Badrow: Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund machten deutlich, wie wichtig diese Regionalbahnverbindung für Stralsund aber auch für die Reisenden der am Verkehrsvertrag beteiligten Bundesländer sei. Der Zugname wurde enthüllt und ohne die Flaschen gegen die Zugwand zu schmeißen, wie doch sonst an der Küste an Schiffen üblich, übergoss das „nordische Herrentrio“ den Schriftzug des Zuges mit Sekt und taufte ihn auf den Namen „Hiddensee“!

ReiseTravel Fazit: Wer von der Elbe oder der Elster an die Ostseeküste aber auch umgedreht gelangen möchte, hat mit den Neuen Linien RE 3 und RE 5 eine bequeme Möglichkeit. Die verschiedenen Ticketangebote der Deutschen Bahn sind eine preiswerte und attraktive Reise- Alternative zur Straße aber auch für ein geändertes Umweltbewusstsein. Wir wünschen den Fahrgästen eine angenehme Fahrt, den Zügen der Neuen Linien RE 3 und RE 5 immer (hoffentlich) Pünktlichkeit und „allzeit gute Fahrt“!

Ein Beitrag für ReiseTravel von Klaus-Dieter Richter

Klaus-Dieter Richter ReiseTravel.euUnser Autor lebt und arbeitet in Berlin.

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