Hamburg

Wenn die Traumhochzeit zum Albtraum wird oder Hochzeitspannen der Deutschen

Traumhochzeit Albtraum: Ein beschwipster Gast fällt in die Hochzeitstorte, die Tante kippt Rotwein über das weiße Hochzeitskleid und der kleine Neffe zieht mit der Decke die teuren Gläser vom Tisch. Nahezu jeder kennt diese Szenen aus romantisch-komödiantischen Hollywoodfilmen.

Doch so weit weg ist das nicht von der Realität: 22 Prozent der Deutschen haben bei ihrer eigenen Hochzeit oder der Trauung von Verwandten und Freunden schon erlebt, wie Gäste teure Schäden verursacht haben. Auch unzuverlässige Dienstleister und Diebstähle ruinieren öfter als gedacht die Feierlaune. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage der Aachen Münchener Versicherung unter 1.000 Bundesbürgern.

Am schönsten Tag des Lebens sollte eigentlich alles perfekt sein. Doch in einigen Fällen trifft das leider nicht zu. Am häufigsten verursachen alkoholisierte Gäste und missglückte Hochzeitsspiele ärgerliche Schäden. Auf Platz zwei der Hochzeitskatastrophen landen unzuverlässige Dienstleister. 15 Prozent der Deutschen haben erlebt, dass Hochzeitsplaner, Band oder Gastronomen bei einer Hochzeit betrogen haben. Versprechungen wurden nicht eingehalten und am Ende gab es Fleisch für Vegetarier, der DJ tauchte nicht auf oder die Rechnung war überhöht.

13 Prozent kennen ein Paar, dem hohe Kosten entstanden sind, weil die Hochzeit kurzfristig abgesagt werden musste. Immerhin fünf Prozent haben dies bereits am eigenen Leibe erfahren.

Im Vorfeld Regeln aufstellen, um Gefahren zu vermeiden

Traumhochzeit zum Albtraum

Wenn die Braut sich nicht traut, hilft auch keine Vorsorge. Vor anderen Risiken können sich die Frischvermählten schützen. „Das Brautpaar sollte gefährliche Situationen vermeiden und riskante Hochzeitsspiele untersagen", rät Stefan Köhlbach,

Versicherungsexperte bei der Aachen Münchener. Gefährlich sind beispielsweise Skylaternen, brennende kleine Ballons, die in den Himmel steigen. Weil sie durch ausgelöste Brände schwere Sach- und Personenschäden verursacht haben, sind sie in den meisten Bundesländern verboten. Zudem sind derartige Risiken in der Regel von der privaten Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Das Brautpaar bleibt auf dem unter Umständen enormen Schaden sitzen.

Beim Junggesellenabschied vergessen Männer jegliche Vorsicht

In Filmen wie "Hangover" lassen es Männer beim Junggesellenabschied so richtig krachen. Doch auch in Wirklichkeit sind die Herren bei der Traditionssause besonders unvorsichtig. 17 Prozent haben schon einen Junggesellenabschied erlebt, bei dem Geld und Wertsachen verloren gingen oder gestohlen wurden.

Unter den Frauen haben nur elf Prozent dieselben Erfahrungen gemacht. „Trägt der Junggeselle an dem Herrenabend seine teure Uhr oder die Junggesellin den diamantenbesetzten Verlobungsring, kann eine spezielle Wertsachen-Versicherung bei Diebstahl oder Verlust zumindest den materiellen Schaden abdecken", sagt Versicherungsexperte Köhlbach. Bei einer Allgefahrenabsicherung ist auch das sogenannte Tragrisiko versichert, zum Beispiel wenn der Diamant aus der Fassung fällt oder die Perlenkette in der Hitze der Junggesellinnenparty reißt.

Und was ist, wenn nicht nur Sachen, sondern Personen zu schaden kommen?

Im Übermut stolpert ein Gast auf der Tanzfläche und verletzt sich so schwer, dass dauerhafte Folgen bleiben. Zum Beispiel, weil der Kreuzbandriss für immer die Bewegungsfähigkeit des Knies einschränkt. Passiert ein Unfall in der Freizeit, kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht zum Tragen. Diese kommt nur für Schäden auf, die während der Arbeitszeit oder auf dem Hin- und Rückweg passieren. In der Freizeit hilft nur eine private Unfallversicherung weiter. Dafür muss aber jeder Hochzeitsgast selber sorgen.

Bei der Bevölkerungsbefragung „Hochzeitspannen“ im Auftrag der Aachen Münchener Versicherung AG wurden 1.000 Deutsche online befragt. Die Ergebnisse sind bevölkerungsrepräsentativ hochgerechnet. Befragungszeitraum: Mai 2014.

Von Juliana Hartwig, Faktenkontor GmbH, www.faktenkontor.de

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