Volker Tschapke

Heiliger Abend

Liebe ReiseTravel User, mir ist es ein Herzensbedürfnis, Ihnen und den Ihrigen zum Weihnachts- resp. zum Christfest meine besten Grüße und Wünsche zu übermitteln. Lassen Sie mich dazu mit Rainer Maria Rilke sprechen, der seiner geliebten Mutter „zur gesegneten Stunde“ des Festes 1920 schrieb: „Was ich Dir wünsche, liebe Mama, ist, daß an diesem weihevollen Abend das Erinnern aller Not, ja das Bewusstsein der nahen Sorge und Unsicherheit des Daseins ganz aufgehalten und gewissermaßen aufgelöst sein möchte in jenem innersten Wissen um die Gnade, der ja keine Zeit zu dicht im Verhängnis und keine Bangheit so verschlossen ist, daß sie nicht zu ihrer Zeit – die nicht die unsere ist! – einzutreten und das scheinbar Unüberwindliche mit ihrem milden Sieg zu durchdringen wüsste. Dieses aber ist die Nacht der aufgetanen strahlenden Tiefe –: möge sie Dir geweiht und gesegnet sein.“

Volker Tschapke - Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Volker Tschapke 

In all dem Jubel und Trubel um das Fest der Feste, den manche als Kaufrausch bezeichnen, sollte nicht der Ursprung des Heiligen Abends vergessen werden, wie er u. a. in Jesaja in Kapitel 9 geschildert wird: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben... er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende, mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in alle Ewigkeit. „Friede auf Erden“ lautet der Höhepunkt der Freudenbotschaft.

Friede meint den allumfassenden Frieden: den zwischen Völkern wie den zwischen Menschen. Wir wissen, wo er im auslaufenden Jahr in vielen Teilen der Welt gestört und zerstört worden ist. Nicht allein mit todbringenden Waffen, sondern auch mit verletzenden Worten, mit Unterdrückung, mit Haß, mit Gleichgültigkeit, mit Besserwisserei und dergleichen mehr. Milliarden werden für Kriege, Rüstung und Banken verschwendet, derweil Millionen an Hunger sterben. Der klaffende Widerspruch zwischen arm und reich ist praktizierter Unfriede, den zu überwinden auch wir gerufen sind. Besinnung tut not. Auf das Humane, das Mitmenschliche, auf Toleranz, wie sie Atheist Friedrich der Große übte, auf das Füreinander-Dasein. Mögen die Orte des heißen Unfriedens zu Stätten der Versöhnung werden, damit unsere Soldaten, denen mein besonderer Festgruß gilt, wieder gesund nach Hause kommen können. Man schaue auf das Kind in der Krippe. Pastor Friedrich von Bodelschwingh d. Ä., Schüler des berühmten Joachimsthalschen Gymnasiums in Berlin, schrieb in seinem Wort der Weihnacht auf, was es uns sagen will:

Bring mir all deinen Unfrieden ich gebe dir meinen Frieden. Alles, was mein ist, das ist dein. Gib mir deine Sünde ich bin dein Versöhner mit Gott. Ihnen allen wünsche ich eine frohe, fröhliche und besinnliche Weihnacht im Kreise Ihrer Lieben.

Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung

Pro Gloria et Patria

Gott befohlen 

Volker Tschapke  

Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin

Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org

 

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