Berlin

Gedanken zum Christfest

Sehr geehrte ReiseTravel User, verehrte Freunde der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg: öfter als sonst wandern in den Tagen vor dem und zum Christfest die Gedanken vieler Menschen zur Geburtstätte Jesu in Bethlehem. Was dort einst geschah, berührt und bewegt noch heute. Hunderte Millionen Christen in aller Welt ziehen Kraft aus ihrem Glauben an den Messias und Sohn Gottes. Sie leben in seinem Sinn. In Zeiten zunehmender wirtschaftlicher und damit verbundener sozialer Probleme ist brüderlich-schwesterliches Mit- und Füreinander besonders vonnöten. UN-Statistiken melden nüchtern: Jeder sechste Mensch hungert. Ein jeder von ihnen bedarf der geistigen Solidarität und des materiellen Teilens der Reicheren. Wie die Besitzenden darauf reagieren, dazu wird nach Matthäus 25 Jesus als Weltenrichter urteilen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan... Die Hilfe, die ihr meinen geringsten Brüdern verweigert habt, die habt ihr mir verweigert.“

Zu den Letztgenannten wird er sprechen: „Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, das für den Teufel und seine Helfer bestimmt ist! Denn ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben. Ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben. Ich war ein Fremder unter euch, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich war nackt, aber ihr wolltet mir nichts zum Anziehen geben. Ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt euch nicht um mich gekümmert.“  

So sehr mich Bach mit seinem Weihnachtsoratorium zum „Jauchzet, frohlocket“ ermuntert, so schwer lasten auf mir aktuelle Worte des römisch-katholischen Bürgermeisters von Bethlehem.  

Dr. Victor Batarseh beklagte jüngst in einem Zeitungsinterview die katastrophale Lebensumstände in der Geburtsstadt Christi: „Unsere Stadt ist von einer acht Meter hohen Betonmauer eingeschlossen. Wir leben wie in einem großen Gefängnis. Ohne Genehmigung der israelischen Behörden kann niemand die Stadt verlassen. Israelische Armeefahrzeuge dringen in die Stadt ein, wann immer sie wollen, und zerstören Häuser ebenso wie Obst- und Olivenbäume. 40 unserer Abgeordneten befinden sich in israelischen Gefängnissen. Die ganze Welt tut nichts zur Sache. Wir sind sehr unglücklich über die Rede von Bundeskanzlerin Merkel vor der Knesseth zum 60. Jahrestag der israelischen Staatsgründung. Ich weiß, die Deutschen befürchten, als Antisemiten bezeichnet zu werden, El Greco: Heilige Familie wenn sie die Wahrheit sagen. Aber Deutschland ist so stark geworden, dass es die Wahrheit sagen kann. Deutschland sollte sich an das Recht gebunden fühlen.“

Im Zusammenhang mit Bethlehem kommt mir Mekka in den Sinn. In diesen Tagen pilgerten nahezu drei Millionen Muslime in die heiligste Stadt des Islam, zum symbolischen „Haus Gottes“, der Kaaba. Wie wohl reagierten die Anhänger dieser Religion, müsste die Geburtsstätte des Islam gleiches erleiden wie Bethlehem als Geburtstadt Christi! Ein Weihnachtsgedanke: Es sollten ja nicht gleich Millionen Christen nach Bethlehem pilgern, es reichte ja aus, zöge der Santo Padre stellvertretend für die Christenheit seinen für das Frühjahr geplanten Besuch Bethlehems – politisch korrekt integriert in einen Israel-Besuch – vor, weilte zum Christfest 2008 in der Geburtskirche Jesu und erteilte von dort den Segen Urbi und Orbi. Moderne Technik erlaubte spielend eine weltweite Übertragung. Nicht allein Christen in aller Welt würden diesen Schritt im Sinne des Friedensfürsten begrüßen und mit Dankbarkeit begleiten.

Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg 

 

 

Folgen Sie mir bitte jetzt 195 Jahre zurück. Überall in Preußen stiegen Anno 1813 Dankgebete in den weihnachtlichen Himmel. Nach herben Niederlagen auf den Schlachtfeldern im Kampf gegen napoleonische Truppen und nach der kränkenden Besetzung Berlins durch die Franzosen konnten die Preußen mitsamt ihren Berlinern endlich aufatmen: Sie und ihre Verbündeten – unter ihnen Russland – brachten in der Völkerschlacht bei Leipzig dem Korsen das Laufen bei. Freiheitsdichter Ernst Moritz

Arndt rief begeistert, als „der Schande Zentnerschwere sich von Deutschlands Nacken“ löste:

Tapfre Preußen! Tapfre Preußen! Ihr, die Glück und Sieg versöhnt,

Deutschlands Retter sollt ihr heißen, Wo nur deutsche Sprache tönt;

In der Enkel fernsten Tagen, Durch der Säkeln Nacht hinaus

Soll noch jeder Deutsche sagen: Diese fochten's mutig aus.  

Wir sind die fernen Enkel, haben nicht vergessen und wollen „Deutschlands Retter“ sein, wie unsere Satzung und Programmatik kundtun. Berlin jubelte und feierte in der Weihnachtszeit vor 195 Jahren wie selten zuvor. Der traditionelle Weihnachtsmarkt mit seinen Hunderten bunten Buden in der Breiten Straße stand ganz im Zeichen des

Sieges über Napoleon. Feilgeboten wurden Büsten der Freiheitshelden wie Blücher und Scharnhorst, viel bewundert waren Schlachtenbilder mit tapfer kämpfenden Zinnsoldaten. Selbst Napoleon konnte gekauft werden – als Hampelmann. In der Französischen Straße 43 führte das Theater von Gropius „Die Schlacht bei Leipzig oder vielmehr Der Rückzug der Großen Französischen Armee“ für die Einlasspreise von 4 und 2 Groschen Courant auf. Die berühmte Vossische Zeitung - sie zählte u. a. zu unterschiedlichen Zeiten die nicht ganz unbekannten Herren Lessing, Fontane und Tucholsky zu ihren Mitarbeitern – schickte einen Rezensenten zum Gropius-Diarium. Er schwelgte vor Bewunderung:

„Die Bewegung der Figuren, besonders der herumschweifenden Kosaken und vorzüglich der Artilleristen, die eine preußische Batterie bedienen, sind täuschend der Natur nachgeahmt.“ Konditor Eberke pries „einem hochzuverehrenden Publikum“ an, dass er in seiner Weihnachtsausstellung Unter den Linden 45 eine Ansicht der Stadt Leipzig zeige, „wo mehrere hundert Gefangene eingebracht werden“.  

Lassen Sie mich zum Abschluss meines kleinen Ausfluges ins weihnachtliche Preußen der Befreiungszeit den bekannten Stoßseufzer Wellingtons abwandeln: Ich wünschte, es wäre Heilignacht und wir Preußen kämen. Ich wäre ja zunächst mit einem Freistaat zufrieden, den wir mutig ausfechten.

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, zum Christfest und zum Jahreswechsel meine guten Wünsche und Gratulationen auszusprechen. Ich wünsche Ihnen allen Fortune.

Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung

Pro Gloria et Patria

Gott befohlen

Volker Tschapke

Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin

Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org

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