Volker Tschapke

Gedanken im November

Sehr geehrte ReiseTravel User, verehrte Freunde der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg: der zumeist dunkel-regnerische November trübt schon mal die Gedanken, zumal einem am und am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, beim Gang über Kirch- und Friedhöfe zu den von uns Gegangenen die Endlichkeit des eigenen Seins vor Augen geführt und in der Hektik des Alltags mal wieder bewusster wird. Am Volkstrauertag habe ich der Gefallenen des überflüssigen Krieges in Afghanistan gedacht, deren Knochen – um mit Bismarck zu sprechen - für fremde Interessen am Hindukusch bleichten. Dass dieser Krieg nicht gewonnen werden kann, sagen politische und militärische Experten und sagen die historischen Kriegsverlierer England und Sowjetunion. Wie normal ist es eigentlich, sich – noch dazu für viel Steuergeld –an einer absehbaren Niederlage zu beteiligen?

Demokratiebringer der demokratischsten Länder dieser Welt haben in einem nunmehr achtjährigen Krieg, in dem sie fast 100 000 bestens ausgerüstete Soldaten gegen zerlumpte Straßenkämpfer einsetzten, dort nicht einmal eine auch nur halbwegs normale Präsidentenwahl über die sagenhaft peinliche politische Schmierenbühne bringen können. Die neue deutsche Bundesregierung sollte endlich im deutschen Sinne reagieren und die Truppen zurückziehen. Volksmund sagt: Wer sich eine Suppe einbrockt, der soll sie auch auslöffeln.

Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg 

 

Am Volkstrauertag musste ich auch an Kunersdorf denken. Nein, nicht an jenen Ort, an dem Friedrich II. am 12. August vor 250 Jahren eine empfindliche, aber nicht Kriegsentscheidende Schlacht verloren hatte. Ich meine das Kunersdorf westlich der Oder. Dort liegt etwas außerhalb des Ortes und nahezu versteckt mitten im Wald ein weithin unbekannter kleiner Soldatenfriedhof. Bestattet sind hier etwa 300 Gefallene der letzten harten Kämpfe Anfang 1945 rund um die Seelower Höhen. Wer die Gräber aufsuchen und der hier Ruhenden gedenken will, der muss einen Hügel hinaufsteigen.

Durch eine kleine Pforte lässt sich die gepflegte, bescheiden anmutende Gräberstätte betreten. Die sanfte Ruhe des Waldes steht in scharfem Kontrast zu dem Kampflärm, der hier zwischen Februar und April 1945 herrschte. In der schlichten, aber ordentlich gepflegten Anlage steht ein hohes Gedenk-kreuz aus Holz. Auf einer Tafel am zweistufigen Gedenksockel heißt es: „199 deutsche Soldaten gefallen 1945“. Eine andere Tafel verweist mit der Inschrift „95 unbekannte deutsche Soldaten – gefallen im April 1945“ auf ein Kameradengrab.

Die dort in Kunersdorf und anderswo zur letzten Ruhe gebettet worden sind – sie bleiben mit ihrer Mahnung am Leben. Am letzten November-Sonntag werden die Tage der Trauer von Hoffnung und Freude auf Kommendes abgelöst: Auf unzähligen Adventsgestecken und Adventskränzen wird die erste Kerze leuchten. Hoffentlich auch in die Herzen.

Mit Bedacht habe ich immer mal wieder über die seit dem Großen Kurfürsten und Friedrich dem Großen auf- und ausgebauten vielfältigen Beziehungen zum Reich der Mitte informiert. Ich wollte damit – wie es unsere Satzung fordert - die politische Weit- und Weltsicht sie auf diese Weise zum Bedenken ihrer eher kurzsichtigen Politik anregen. Beispiel: Den seit 50 Jahren im Exil lebenden Dalai Lama über alle vernünftigen Maße zu hofieren, wie es 2007 in Berlin geschah, löste nicht zuletzt zum wirtschaftlich-kulturellen Nachteil Deutschlands eine schwere Krise mit China aus. Dagegen dachte und denkt US-Präsident Obama zuförderst an sein eigenes Land: Er empfing jüngst den in Washington weilenden Exil-Tibeter nicht, weil er – wie er es aussprach – die Verbindungen zu China nicht zu gefährden beabsichtige.

Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung

Pro Gloria et Patria

Gott befohlen

Volker Tschapke

Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin

Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org

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