Volker Tschapke

Einig Volk und Vaterland

Sehr geehrte ReiseTravel User, verehrte Freunde der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg: Der Schlüssel zu Vernunft und Unvernunft innerhalb einer Gesellschaft liegt in jedem einzelnen Individuum. Doch dessen gedeihliche Entwicklung unterliegt wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte der Schnelllebigkeit unserer ruhelosen Zeit. Steigender Erfolgsdruck bei gleichzeitig schwindenden Familienstrukturen führen auf einen zunehmend steinigen Weg, auf dem Vorurteile, Vorteilsnahme und Egoismus einen fruchtbaren Nährboden finden und zur schillernden Rüstung im Kampf um den Selbsterhalt werden. Das historische Erbe bleibt dabei weitgehend auf der Strecke.

Die herrschende Meinung fordert eine schnelle Anpassung, das Denken in möglichst übersichtlichen Schubladen wird zur Voraussetzung. Schon wer mehr Ehrlichkeit und wissenschaftliche Wahrhaftigkeit im Umgang mit der eigenen nationalen Geschichte anmahnt, findet sich schnell in der rechten nationalistischen Schublade wieder. Wer einen Kampf gegen entmenschlichte Profitgier einfordert, wird ebenso schnell in die linke wirtschaftsfeindliche Schublade verbannt. Es ist das unheilvolle Prinzip der Simplifizierung, jenseits jeder Vernunft. Für eine Rückbesinnung und die Selbsterkenntnis ist es nie zu spät, doch ist sie gerade im hier und jetzt auch dringend erforderlich. Schließlich ist die europäische „Aufklärung“ in Preußen begründet worden, bereits Jahrzehnte vor Diderot und Voltaire.

Die historische Bedeutung dieses Königreichs als Architekt deutscher Nationalstaatlichkeit ist unbestreitbar. Ohne das preußische Erbe würde es die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte so nicht geben. Diese Erkenntnis erfordert keinen Mut, lediglich den Wunsch nach Wahrhaftigkeit sowie einen legitimen Patriotismus. Hinweise darauf kann man häufig schon unweit der eigenen Haustür finden. Beispielsweise bietet ein Spaziergang zu dem Deutschen Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg, im gleichnamigen Berliner Stadtbezirk, eine sehr interessante Zeitreise zu den Ursprüngen einer gesamtdeutschen Identität.

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir einen Freistaat Preußen errichten müssen“  

König Friedrich Wilhelm III. ließ das gusseiserne Denkmal von 20 Metern Höhe in Gedenken an die Befreiungskriege gegen die napoleonische Fremdherrschaft errichten. Die Grundsteinlegung war am 19. September 1818. 12 Statuen symbolisieren die bedeutendsten Kriegsschauplätze, abermals hervorgehoben sind 4 entscheidende Schlachten.

Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg 

Volker Tschapke Wer den Weg dorthin über die nahe Yorckstraße nimmt, erweitert die Symbole des preußisch-deutschen Patriotismus um eine verdiente Persönlichkeit der Deutschen Geschichte – General Ludwig Graf Yorck von Wartenburg. Als Befehlshaber des preußischen Hilfscorps schied er eigenmächtig aus der französischen Allianz aus, als er mit dem russischen Kriegsgegner am 30. Dezember 1812 die Konvention von Tauroggen verabschiedete. Mit diesem Ungehorsam gegen den Willen seines Königs Friedrich Wilhelm III. demonstrierte er das vorrangige Recht auf Widerstand und selbständiges Handeln aufgrund patriotisch-nationaler Legitimität und markierte damit ein Novum in der Weltgeschichte.

Das Handeln des preußischen Generals wurde anschließend nicht nur von höchster Stelle legitimiert, sondern es folgte am 16. März 1813 die preußische Kriegserklärung an Frankreich, und der König höchstpersönlich richtete sich am 17. März 1813 mit deutlichen Worten an sein Volk und beschwor den Kampf um Unabhängigkeit, für König, Vaterland und die Ehre. Als Monarch von einem Krieg des Volkes zu sprechen, widersprach nicht minder dem Zeitgeist als Yorcks Eigenmächtigkeit und kann, ja muss, als modern und fortschrittlich bewertet werden.

Die Schlacht von Großgörschen fand am 02. Mai 1813 statt und bildete den Auftakt der Befreiungskriege. Im Verlauf wurden 8.500 Preußen schwer verwundet oder starben. Mit ihrem General und Heeresreformer Gerhard von Scharnhorst verlor die preußische Armee einen ihrer herausragendsten Strategen.

Zwar endete die Schlacht für Preußen und das verbündete Russische Zarenreich mit einer Niederlage, doch waren die Verluste auf Seiten Napoleons wesentlich höher.

Völkerschlacht Leipzig - Deutsches Nationaldenkmal  

Die Völkerschlacht bei Leipzig gilt als die größte Schlacht zu Lande vor Ausbruch des I. Weltkrieges. In einer Koalition mit Österreich, Russland und Schweden wurden die napoleonischen Truppen am 19. Oktober 1813 entscheidend geschlagen und zum Rückzug auf linksrheinisches Gebiet gezwungen. Napoleons Macht auf deutschem Boden war unwiederbringlich gebrochen. 16.600 Preußen zahlten diesen historischen Sieg mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit.

Im Ergebnis führte schließlich die Schlacht bei Paris vom 30. März 1814 zur Abdankung Napoleon Bonapartes. Und abermals war Preußen militärisch involviert, diesmal an der Seite von Russland, Österreich, Bayern und Württemberg. Die Verluste blieben vergleichsweise gering. Napoleon trat am 20. April 1814 seine Reise ins Exil nach Elba an, aus dem er nur wenig später wieder nach Frankreich zurückkehrte.  

Die Schlacht bei Waterloo stellte den Höhepunkt und gleichzeitig den Abschluss der Befreiungskriege dar  

Am 18. Juni 1815 musste sich das napoleonische Frankreich den alliierten Truppen unter Führung des britischen Generals Wellington sowie deren Verbündeten Preußen unter Feldmarschall von Blücher geschlagen geben. Der Blutzoll Preußens lag diesmal bei 7.000 Toten und Verwundeten. Wellington und Blücher wurden zu Helden der Befreiungskriege. Für den Verlierer Napoleon gab es von der Insel St. Helena diesmal keine Wiederkehr mehr. Der Boden für einen späteren deutschen Nationalstaat war bereitet. Und die preußische Armee hatte daran einen außerordentlichen Anteil. Kampfeswillen, die Überwindung von Ungerechtigkeit und das Vermögen für eine bessere Zukunft prägen die preußische und damit auch die gesamtdeutsche Geschichte. Diese Geschichte ist es Wert, erzählt und geehrt zu werden. Nicht zuletzt die Überwindung der deutschen Teilung, die sich vor 50 Jahren mit dem Bau der Berliner Mauer zu manifestieren schien, ist Ausdruck des Einheitswillen des Deutschen Volkes, der auch nach 200 Jahren ungebrochen ist. Und keine Mauer, sei sie noch so hoch, könnte daran etwas ändern.

Was hätte der „Alte Fritz“ wohl dazu gesagt 

Die EU wird in ihrer Stabilität bedroht von kollabierenden Volkswirtschaften in ihrer Mitte, und insbesondere Deutschland vollführt den Spagat zwischen Zahl- und Zuchtmeister – ein trostloses Unterfangen.

Womöglich würde Friedrich der Große dazu seinen Vater Friedrich Wilhelm I. zitieren, der schon früh feststellte: „Die Bevölkerung ist der Reichtum des Landes. Eine Regierung hat nicht zu faulenzen, sondern zu arbeiten und die Länder wohl zu regieren. Wirtschaft und Fabriken sind der Nerv aller Staatsangelegenheiten. Sie müssen daher unterstützt werden. Alles was Ihr kauft, müsst Ihr richtig bezahlen. Macht keine Schulden und gebt nicht mehr aus als Ihr einnehmt.“ Und es ist wohl nicht vermessen anzunehmen, dass er die Spitzenfunktionäre der EU Kommission sowie die Mitglieder des EU-Parlaments angesichts der vielfach zu beobachtenden Verschwendung von Steuergeldern und gelebten Eigeninteressen mit beißendem Spott und Sarkasmus überziehen würde – ein Wesenszug den er pflegte und missliebigen Personen und Persönlichkeiten gegenüber an den Tag zu legen beliebte. Unter dem Eindruck seiner Präsenz, Scharfzüngigkeit sowie seines ebenso schonungslosen wie erfolgreichen Einsatzes für das Gemeinwohl, würde zweifellos so mancher Kragen in der Debatte eng werden.

„Es ist der letzte entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unseren Wohlstand; keinen anderen Ausweg gibt es als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegen gehen um der Ehre willen, weil ehrlos der Preuße und Deutsche nicht zu leben vermag.“ (Friedrich Wilhelm III: An mein Volk. Breslau, den 17. März 1813)

Ein Hauch von Friedrich II. von Preußen in Brüssel, ein schöner Traum

 

Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung

Pro Gloria et Patria

Gott befohlen

Volker Tschapke

Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg 

Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin

Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org  

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