München

Urlaubsbegleitung gesucht!

Bekanntermaßen reist der Mensch nicht gern alleine: Allerdings stellt sich bei manchen Angeboten eine Frage: „Wie weit will ich gehen?“ Was jüngere Frauen ganz naiv als nette Offerte verstehen, löst bei erfahrenen weiblichen Wesen sofort die Alarmglocken aus. Will ein Mann, der mich auf seine Kosten mit auf Reisen nimmt, tatsächlich nur nett unterhalten werden?

Gratisurlaube gegen angenehme Gesellschaft bieten Internet-Portale. Escorts sind nicht willkommen. Dennoch – wer garantiert den Schutz vor unangenehmen Überraschungen, wenn man mit einem bislang unbekannten Herrn tausende von Kilometern entfernt von zu Hause weg ist. Ist das eigene Bedürfnis nach Freizeit und Luxus tatsächlich so groß, dass das in Kauf genommen wird und hat das dann was noch mit Urlaub zu tun. Wenn man einen allzu aufdringlichen Begleiter ständig in die Schranken weisen muss. Man weiß ja nie, wen man an seiner Seite hat.

„Man soll nicht alles über einen Kamm scheren“, meint dazu Gerti Senger, die Autorin des US-Blogs Jezebel nach ihrer Registrierung in dem Portal. „Es sind auch geschiedene 40jährige dabei, die einfach keine Zeit zur Partnersuche haben“. Doch – die direkten Ansprüche einiger anderer Herren sollten zu denken geben: „Dunkelhäutige“ werden da z. B. explizit gesucht. In solchen Fällen kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Sponsor während der Reise ganz unverbindlich plaudern will. Das klingt dann doch ein klein wenig wie Prostitution anstelle von Urlaubsbegleitung. Gratisurlaub gegen angenehme Gesellschaft.

Wobei unter angenehm wohl eher hübsch zu verstehen ist. In die Datenbank werden ausdrücklich nur schöne Frauen aufgenommen, diese müssen bestimmten Anforderungen entsprechen. Es wird also nur ein ausgewählter Kreis dem wohlhabenden Kundenstamm bestehend aus Ärzten, Anwälten oder Manager vorgeschlagen. So will das Portal schöne Mädchen mit reichen Suchenden zusammenbringen, die auf der Suche nach attraktiven Reisebegleiterinnen sind. Klingt ganz ordentlich, verbirgt aber so manche Tücken. Reiche alte Männer, die junge unerfahrene Teenager mit Vorzügen locken? Ungeachtet dessen, ob diese auch auf die Begleiterscheinungen vorbereitet sind. Nicht immer, aber sehr oft, ist davon auszugehen, dass es diese geben wird. Darauf sollte man vorbereitet sein und bereit sein entsprechend zu handeln.

Der Betreiber der Seite zeichnet des Weiteren noch für eine ganze Reihe zweifelhafter Web-Angebote verantwortlich. „Seeking Arrangements“, „Seeking Millionaires“ oder „What`s your price“ – sie alle wurden schon der versteckten Prostitution beschuldigt. Eine Userin erklärte dazu der New York Times gegenüber: „Ich fühle mich mit meinem Sponsor nicht wie eine Prostituierte, aber wahrscheinlich bin ich eine.“

Wer diese Gewissensfrage eindeutig für sich geklärt hat und die Tatsachen in Kauf nimmt, für den steht einer Anmeldung nichts mehr entgegen. Unmoralisch oder nicht – das muss jeder für sich selbst entscheiden. Gefährlich wird es allerdings, wenn man sich dessen nicht bewusst ist.

Eine Erscheinung der Neuzeit ist das auf jeden Fall nicht. Diese Art zu reisen gibt es nicht erst seit der Erfindung des Internets. Es macht`s nur leichter möglich. Und auch die Entscheidung dafür schneller, gelegentlich vielleicht sogar übereilt. Dazu gibt es aber immer noch die Möglichkeit nach einem ersten Treffen die Reise abzulehnen und „Nein“ zu sagen, wenn man sich unwohl fühlt. Doch es gibt Situationen im Leben, die kann man vorher gar nicht planen, hier ist größte Aufmerksamkeit geboten.

Was man auf jeden Fall nicht erst im Gepäck haben sollte ist der gesunde Menschenverstand. www.misstravel.com  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl  

Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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