München

Integration in München, Palermo und anderswo: Gespräch und Musik mit Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo und Pippo Pollina, italienischer Liedermacher

Benvenuti in München: Was haben der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, und Pippo Pollina, der Liedermacher, gemeinsam?

Sie sind beide Italiener und in Palermo geboren. Im Muffatwerk-Ampére in München fand eine besondere Diskussion zum Thema Integration statt.

Die Hauptgäste waren Leoluca Orlando – Bürgermeister der sizilianischen Stadt Palermo und Verfasser der „Charta von Palermo – Freizügigkeit ist ein Menschenrecht“ –  und Pippo Pollina „der Europäer“ und Liedermacher aus Palermo, der in Zürich lebt. Seine Lieder handeln von Engagement, von Haltung, Treue und davon, wie man das Träumen auch in einer zynischen Zeit nicht verlernt. Die BR-Moderatorin Jutta Prediger moderierte den Abend.

Vier Jahre nach dem November 2015, als sich am Münchner Bahnhof die deutsche Willkommenskultur von ihrer besten Seite gezeigt hat, blieb die Frage offen: Wie können Menschen mit Fluchterfahrung gut integriert werden?

Die zwei Organisatoren des Abends, die Petra-Kelly-Stiftung und Kolibri-Interkulturelle Stiftung, haben sich von europaweiten Beispielen inspirieren lassen. Was hat z. B. Leoluca Orlando in Palermo gemacht? Was können wir von ihm lernen und hier umsetzen?

Er sagte: „in Palermo gibt es keine Migranten, alle, die in Palermo wohnen, sind Palermitaner“. Um seine Vision umzusetzen, verwand er alle Möglichkeiten, die ihm als Bürgermeister in Italien zur Verfügung standen. Er hat jedem Migranten einen Wohnsitz gegeben und hat sie dadurch sichtbar gemacht. „Sichtbarkeit heißt Sicherheit“, sagte er. „Sobald ein Migrant einen Wohnsitz bekommt, kann er arbeiten und Steuern zahlen. Er ist nicht an den Schwarzmarkt gebunden und fühlt sich so der Stadt Palermo verbunden.“

Dabei spielt die Kultur eine wichtige Rolle, sagte Pippo Pollina: Mit seinen Liedern greift er die Probleme in der Politik und Gesellschaft auf.

Wie kann geflüchteten Familien ein würdiges Wohnen in Deutschland ermöglicht werden? Wie kommen junge Geflüchtete zu den notwendigen Schulabschlüssen und in Ausbildung? Diese und andere Fragen wurden in der Gesprächsrunde behandelt. Der Schulleiter der Städtischen Berufsschule zur Berufsintegration Eric Fincks berichtete aus dem Schulalltag, der ihn tagtäglich vor neue Herausforderungen stellt. Er findet es problematisch, dass es ab dem 18. Geburtstag weniger bis keine Maßnahmen für schulische Integration gibt. Ob München dem Vorbild Palermos folgen wird? Petra-Kelly-Stiftung www.petrakellystiftung.de - Kolibri Interkulturelle Stiftung www.kolibri-stiftung.de

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger by ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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