Reiner Jäck

Jäcks Weinprobe: Die Welt feiner deutscher Rotweine

Jäcks Weinprobe

Sehr geehrter ReiseTravel User,

wie immer am ersten Wochenende im September, traf sich die Weinwelt in Berlin wieder zur „Gutswein“ des „Verbandes der Prädikatsweingüter Deutschlands“ (kurz „VDP“ genannt) im Daimler Center am Potsdamer Platz.  Diese große Veranstaltung ist sowohl für die Winzer des VDP, als auch für die nationale und internationale Fachpresse und natürlich auch für die zahllosen deutschen und internationalen Weinfreunde ein Ereignis von herausragender Bedeutung. Warum? Hier findet in jedem Jahr die Premiere der so genannten „Großen Gewächse“ aus den „ersten Lagen“, also Spitzenweine aus den besten Weinbergen Deutschlands statt. Und nicht nur das. Im Umfeld der „Gutswein“ gibt es schon in den Tagen davor und danach eine fast schon nicht mehr überschaubare Zahl von weiteren Veranstaltungen rund um den Wein. Egal ob es besondere Weinproben einzelner Winzer oder Winzergruppen sind, kulinarischen Reisen rund um den Wein und feines Essen in vielen Berliner Restaurants oder fröhliche „Bottle-Partys“: Die Freunde edler Tropfen finden hier dann, was das Herz begehrt. Genau genommen ist die „Gutswein“ aber nur so etwas wie die Krönung des Weinjahres in Berlin, denn auch das ganze Jahr über kommen die Weinfreunde in dieser Stadt auf ihre Kosten. Kleine und große Häuser, weniger bekannte aber auch Spitzenrestaurante laden regelmäßig zu Weinpräsentationen und feiner Küche ein. In wohl kaum einer anderen deutschen Stadt gibt es ein so großes und vielfältiges Angebot an Weinfachgeschäften und in keiner deutschen Stadt gibt es, neben den allseits bekannten „Biergärten“ inzwischen so viele „Weingärten“ wie in Berlin. Daher kann man Berlin getrost als die „Hauptstadt des deutschen Weines“ bezeichnen, denn hier findet man in der Gastronomie wie auch im Handel Weine aus allen deutschen Weinbaugebieten; hier kann man alle deutschen Weine kennen lernen und genießen, vom preiswerten Literwein bis zum „Großen Gewächs“. Für den Weinfreund ist der Besuch der "Gutswein" immer auch eine imaginäre Reise durch die deutschen Weinlande. In diesem Jahr wollte ich mich ausnahmsweise nicht den weißen „Großen  Gewächsen“ widmen sondern großen Rotweinen. Deutschland kann hier in der Tat absolute Spitzenweine bieten, die auch international nicht zurückstehen müssen. Das Problem des deutschen Rotweines ist eigentlich nur, dass Deutschland (noch) kein Image als Rotweinland hat – und daher fällt bei „Nicht-Kennern“ schnell das unberechtigte Urteil, dass deutsche Rotweine international nicht mithalten können. Es gibt eine Reihe von Beispielen dafür, dass deutsche Rotweine, wenn sie von namhaften Weinexperten unerkannt, also „blind“ verkostet werden, große Spitzengewächse aus den bekannten Rotweinländern auf die Plätze verweisen. Eines muss man dabei nur lernen. Deutsche Rotweine sind keine Weine wie aus dem Burgund oder der Toskana oder aus Spanien, deutsche Rotweine sind „anders“ aber trotzdem „Spitze“.

Vielleicht ist Deutschland als Rotweinland aber einfach auch nur zu klein und die Menge der erzeugten großen Rotweine zu gering, um international Gewicht zu bekommen. Mein Urteil und meine Schlussfolgerung daraus lautet daher ganz einfach: „Klein aber fein“ 

Meine „Rotwein-Tour“ auf der „Gutswein 2008“ begann ich im Rheingau am Stand vom Weingut Fritz Allendorf in Oestrich-Winkel. Dort empfing in diesem Jahr Stefan Rittger, Vertriebsleiter für  Berlin und Brandenburg die Berliner Weinfreunde. Ich verkostete eine trockene Spätburgunder Spätlese aus dem Assmannshäuser Höllenberg, der wohl bekanntesten Spätburgunderlage des Rheingaus. Ein weicher und dennoch kräftiger Rotwein, mit sehr schöner Frucht im Abgang und mit feinen Tanninen. Ein Wein der bei Allendorf, da von herausragender Qualität, zur „Goldkapselkollektion“ gehört.  Kostenpunkt 17 € 

Kontakt: Weingut Fritz Allendorf, Kirchstraße 69, 65375 Oestrich-Winkel,

Tel. 06723-91850, E-mail: Allendorf@Allendorf.de  

r Weg führte mich weiter nach Franken, zum „Weingut am Stein“ von Ludwig Knoll in Würzburg. (Der „Würzburger Stein“ ist ja eine nicht nur der bekanntesten fränkischen Weinlagen sondern auch eine der Spitzenlagen Frankens. Betriebsleiter Christian Lau (Mitte) empfing uns mit einem trockenen Spätburgunder aus der Serie „Montonia“. Der Name verrät schon den „Wein aus dem Berg“, ein Wein aus den besten Steillagen des Weingutes in Würzburg und Randersacker. Es werden, streng selektiert und handverlesen, nur beste vollreife und gesunde Spätburgundertrauben verwendet, die unter meisterlicher Hand perfekt im Barrique reifen. Ich habe vor mir im Glas einen vielschichtigen Qualitätswein von ausgeprägter und konzentrierter Frucht mit dem dezenten Eichenholzton des Barrique. Ein großartiger Roter aus Franken zu 23 €. Mit mir verkostete auch Werner Sonne (rechts) vom ARD-Hauptstadtstudio Berlin (Tagesthemen) diesen Wein – und war, glaube ich, von ihm sehr beeindruckt. 

Kontakt: Weingut am Stein Ludwig Knoll, Mittlerer Steinweg 5, 97080 Würzburg,

Tel. 0931-25808, E-Mail: mail@weingut-am-stein.de   

 Franken nach Sachsen. Am Stand des Weingutes Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe, dem größten privaten Weingut des Freistaates, empfingen mich Juliane Kremtz und Jörg Fiedler. Nach den beiden vorher probierten Spätburgundern war es Zeit für einen anderen Roten. Ich fand ihn in einem vorzüglichen  trockenen 2006er „Dornfelder“, einem tiefroten, fast schwarzen Qualitätswein mit ausgeprägten Aromen von Kirsche und Holunder und – da sanft im Barrique gereift – mit feinen angenehmen Röstaromen. Es gibt viele Dornfelder-Weine auf dem Markt. Aber auch große Unterschiede, in Qualität und Preis. Aber dieser hier hat's in sich und er ist seinen  Preis, 16 €, wert. Das Weingut bietet aber auch einen wundervollen 2006er Spätburgunder-Auslese aus der klassifizierten Lage „Schloss Proswitz“, der – für 34 € - als „Großes Gewächs“ präsentiert wird. 

Kontakt: Weingut Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe, Dorfanger 19, 01665 Zadel (bei Meißen)

Tel. 03521-76760, E-Mail: weingut@schloss-proschwitz.de   

 

ch bleibe beim Spätburgunder, dem „Riesling unter den Rotweinen“ und probiere ihn bei einem weiteren Weingut aus den „neuen Bundesländern“, dem Weingut Lützkendorf in Bad Kösen, im Anbaugebiet Saale-Unstrut. Der Gault Millau zählt das Weingut „zweifelsfrei zu den besten im Osten der Bundesrepublik“ und führend im Anbaugebiet. Inhaber Uwe Lützkendorf präsentierte mir – mit berechtigtem Stolz – eine trockene 2006er Spätlese aus der Karsdorfer Lage „Hohe Gräte“. Die „Hohe Gräte“ zählt zu den wärmsten Lagen des Gebietes – Spätburgunder lieben warme Standorte – und bietet mit seiner Bodenbeschaffenheit (Gips, Keuper und Muschelkalk) beste Voraussetzungen für einen vollmundigen aber sehr eleganten  Spätburgunder. Der Preis von 16 € ist der hohen Qualität angemessen, ja aus meiner Sicht ist der Wein sehr preiswert. 

Kontakt: Weingut Lützkendorf, Saalberge 31, 06628 Bad Kösen,

Tel. 034463-61000, E-Mail: weingut.luetzkendorf@t-online.de    

 

Wer den Spätburgunder liebt, kommt natürlich nicht an der Ahr vorbei, dem Weinbaugebiet mit dem berechtigten Anspruch für große und großartige deutsche Spätburgunder-Weine. Daher besuchte ich hier gleich zwei Betriebe. Zuerst das Weingut Adeneuer – bei Spätburgunder-Fans ein Begriff und für viele die „Nr. 1 an der Ahr“. Gault Millau feiert das Weingut der Brüder Frank und Marc Adeneuer (seit über 500 Jahren im Familienbesitz!!) als „Aufsteiger des Jahres“. Eine der feinsten Spätburgunderlagen (und wohl die feinste) ist die klassifizierte Lage „Walporzheimer Gärkammer“, mit knapp 0,7 ha die kleinste Weinlage Deutschlands und im Alleinbesitz des Weingutes. Die Rebstöcke dort, sog. „alte Reben“, sind durchschnittlich 70 Jahre alt. Die Weine aus der „Gärkammer“ – natürlich steht hier nur die Rebsorte Spätburgunder – gehören regelmäßig zu den Top-Ten der deutschen Rotweine. Aber auch international genießen sie den Ruf, zu den feinsten Rotweinen der Welt zu zählen. Allein die Tatsache, dass durch eine konsequente Mengenbegrenzung der Hektar-Ertrag nur bei 3.500 Litern liegt, zeigt den außergewöhnlichen Qualitätsanspruch der Andeneuers. Ich hatte das Vergnügen unter der fachkundigen Anleitung von Frank Adeneuer (Mitte) diesen Traum von einem Spätburgunder zu verkosten. Der Preis für den erstmals auf der Gutswein vorgestellten 2006er „Gärkammer“ erscheint mit 54 € auf den ersten Blick und im Vergleich mit den Preisen anderer Spitzen-Spätburgunder hoch; aber er ist es allemal und zehnmal wert. Ganz abgesehen davon, dass der Wein auch von der verfügbaren Flaschenzahl her schon jetzt eine Rarität ist. 

Kontakt: Weingut J.J.Adeneuer, Max-Plack-Str. 8, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler,

Tel. 02641-34473, E-Mail: JJAdeneuer@t-online.de   

 

Das zweite Weingut an der Ahr, das ich besuchte, war das Weingut Kreuzberg in Dernau. Bei aller Hochachtung vor den herrlichen Spätburgunder-Weinen der Ahr verkostete ich hier einen im Barrique gereiften Frühburgunder, den mir Ludwig Kreuzberg (Mitte) kredenzte. Für ihn ist dieser Wein im Moment sein  „Paradepferd“. Das Cuvée besteht aus handverlesenen, streng selektierten vollreifen und gesunden Frühburgundertrauben aus den Top-Lagen „Dernauer Hartberg“ und „Walporzheiner Himmelchen“. Der Wein reifte 10 Monate im Barrique und präsentiert sich in der Tat als ein „himmlischer Tropfen“, samtig, mit  hoher Körperfülle, feinen an Waldbeeren erinnernde Noten, reifen Tanninen und niedriger Säure. Es ist ein Wein, der durchaus mit dem Spätburgunder mithalten kann (bei Blindverkostungen schneidet der Frühburgunder oft besser ab als sein „Vater“, denn der Frühburgunder ist eine Mutation aus dem Spätburgunder). Was man heute kaum noch weiß: Der Frühburgunder war einmal vor allem  d e r  Wein der im 19. Jahrhundert an der Ahr angebaut wurde und dann fast ausstarb, bis er nun seit wenigen Jahren wieder ein richtiges „come back“ erlebt. Der Wein kostet, ab Weingut, 29 €. Auch hier gilt: Höchste Qualität durch strenge Mengenbegrenzung (nur 4.000 Liter/ha). Von der lieferbaren Menge her also auch eine Rarität. 

Kontakt: Weingut Kreuzberg, Schmittmann-Str. 30, 53507 Dernau,

Tel. 02643-1691, E-Mail: info@weingut-kreuzberg.de   

 

Der Weg führte mich weiter in das Weinanbaugebiet Baden und dort zum Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech. Adrian Graf von Hoensbroech präsentierte mir einen „weißen“ Rotwein, einen so genannten „Blanc de Noir“ (auf deutsch „Weißer aus dem Schwarzen“). Da die meisten deutschen Rotweinsorten weiß-fleischige Trauben sind, kann man aus ihnen einen weißen Wein gewinnen, wenn man die Trauben sofort nach der Lese keltert (also auspresst). Die rote Farbe bekommen diese Weine erst, wenn man sie nach der Lese maischt (das heißt, sie werden in einer „Traubenmühle“ zerquetscht) und sie in der Maische eine Weile liegen lässt. Da die rote Farbe nur in der Beerenhaut enthalten ist, gelangen erst durch den Gärprozess  die roten Farbstoffe aus der Beerenhaut in den Most. Der mir angebotene trockene 2007er „Blanc de Noir“ stammt aus der Rebsorte „Blauer Limberger“ und kommt aus der klassifizierten „Ersten Lage“ „Michelfelder Himmelberg“ (im Alleinbesitz des Weinguts). Es ist ein Wein mit ausgeprägter Frucht und etwas herben Aromen, die typisch für den Blauen Limberger (auch als „Lemberger“ bekannt) sind und einem sehr soliden Preis von  7,95 €.  „Blanc de Noirs“ sind, wie ich wiederholt feststellen konnte, derzeit regelrecht „in“. 

Kontakt: Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech, 74918 Angelbachtal-Michelfeld,

Tel. 07265-911034, E-mail: mail@hoensbroech.eu   

 

     

Am Nachbarstand - ich blieb im Badischen – traf ich auf eines der ältesten deutschen Weingüter: Seit über 750 Jahren ist hier das Geschlecht der Freiherren Göler von Ravensburg dem Weinbau verbunden. Heute präsentiert es sich mit dem Weingut Burg Ravensburg. Der Geschäftsführer der Freiherr von Göler'schen Verwaltung, Claus Burmeister (Mitte), hatte gerade hohen Besuch: Markus del Monego (rechts), der bisher einzige Deutsche unter den Sommelier-Weltmeistern. Gemeinsam verkosteten wir wiederum, einen Lemberger, den 2006er  „Dicken Franz“. Der „Dicke Franz“ ist  eine so genannten „Erste Lage“, also eine klassifizierte Toplage. Der Wein feierte auf der Gutswein seine Premiere. Wenn auch noch jung, so ist er bereits schön weich und von feiner Struktur und großer Fülle, feinen rauchigen Noten und viel Frucht von Waldbeeren und dunklen Kirschen. Er kostet 17,80 € und dürfte in weiteren zwei oder drei Jahren ein noch feinerer Tropfen sein, als er sich schon heute zeigt.  

Kontakt: Weingut Burg Ravensburg, Hauptstraße 44, 75056 Sulzfeld,

Tel. 072069-91410, E-Mail: weingut@burg-ravensburg.de   

 

Ein Lemberger (oder Blauer Limburger) als Blanc de Noir aus edlem Haus, das reizte auch Michael Prinz zu Salm-Salm (Mitte), langjähriger Präsident des VDP und auch den badischen Nachbarn, Claus Burmeister.

 

Es ist eine alte Erfahrung und ein immer guter Rat: Zu jeden Glas Wein sollte man auch einen Schluck gutes Mineralwasser trinken. Vor allem für Weinfreunde mit einem empfindlichen Magen ist diese Empfehlung sehr wichtig. Zu achten ist dabei vor allem auf die Zusammensetzung eines Mineralwassers. Gute Wasser haben z.B. einen hohen Anteil an Hydrogencarbonat. Er sollte bei mindestens 1.200 mg/L besser noch bei mehr als 1.500 mg/L liegen. Das neutralisiert im Magen sofort die Weinsäure für einen unbeschwerten Weingenuss. Beim „Gerolsteiner“ liegt der Anteil an Hydrogencarbonat übrigens bei über 1.800  mg/L. Besser geht's wohl kaum noch. 

Baden-Württemberg – ein Land und trotzdem zwei traditionelle aber unterschiedliche Weinländle, korrekt gesagt „Weinanbaugebiete“. Im Württemberger Ländle besuchte ich  das Weingut Drautz-Able aus Heilbronn. Dort empfing mit Monika Drautz (Mitte) mit einem typischen Württemberger Wein, einem trockenen 2007er Trollinger vom Heilbronner „Hausberg“ dem „Wartberg“, der besten Lage Heilbronns. Ein heller Rotwein – typisch für den Trollinger – frisch, rassig, mit ansprechender Säure zu einem auch wirklich ansprechenden Preis: 5,40 €. Trollinger-Weine sind im allgemeinen keine Lagerweine sondern Trinkweine. Man sollte sie also nie zu lange liegen lassen. (Was ja auch nicht verkehrt ist, denn schließlich ist Wein ja zum Trinken da.) 

Kontakt: Weingut Drautz-Able, Faisststraße 23, 74076 Heilbronn,

Tel.: 07131-177908, E-Mail: info@drautz-able.de   

 

Wenn man auf der Gutswein auf einem Weinstand als Schmuck einen schönen Blumenstrauß findet, dann steckt da meist eine Frau dahinter. Diesen schönen Strauß hatte Monika Drautz selbst mitgebracht, weil sie sich neben den köstlichen „Blumen aus dem Keller“ auch an richtigen Blumen erfreut. 

Württemberg, ein großes Weinland mit großer Vielfalt! - Wenige Schritte weiter treffe ich auf das Weingut Ellwanger, nicht aus Ellwangen sondern aus Winterbach im Remstal. Dort bietet mir Jürgen Ellwanger (links) einen sehr feinen roten Tropfen aus der Zweigeltrebe an. Der Zweigelt ist eine Rebsorte, die vor allem in Österreich zu Hause ist, sich aber auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit erfreut. Sie wurde vor fast 100 Jahren als Kreuzung aus St.Laurent und Blaufränkisch (also Lemberger) gezüchtet. Typisch ist eine feine Kirschfrucht, oft mit angenehmen pfeffrigen Noten. Im Remstal wird der Zweigelt seit rund 25 Jahren angebaut. Das Weingut Ellwanger gehört zu den Spitzenbetrieben der Region mit höchsten Auszeichnungen (mehrfach mit dem Deutschen Rotweinpreis und anderen Titeln geehrt). Der deutsche Weinführer Eichelmann kürte Ellwanger nun zum Weingut des Jahes 2008. Der angebotene Zweigelt, ein trockener Qualitätswein kostet 7,50 €. - Die fröhliche Gruppe auf der rechten Seite sind Berliner Freunde aus der Ellwanger Straße. Daher wollten Sie mal die Weine – wenn auch nicht aus dem württembergischen Ellwangen – des Top-Weingutes Ellwanger (das zu den 100 besten Weingütern Deutschland gezählt wird) probieren. 

Kontakt: Weingut Jürgen Ellwanger, Bachstraße 21, 73650 Winterbach (Remstal),

Tel.: 07181-44525, E-Mail: info@weingut-ellwanger.de   

 

An der Pfalz kommt kein Weinfreund vorbei. Nach Rheinhessen das zweitgrößte deutsche Anbaugebiet, bietet die Pfalz die wohl größte Vielfalt an Weinen. Mein Besuch führte mich zum Weingut Ökonomierat Rebholz aus Siebeldingen. Hier kredenzte mir Inhaber Hansjörg Rebholz (Mitte) seinen Rotwein „R“ - Hansjörg Rebholz. Eine herrliche, wunderschön gereifte trockene Spätburgunder-Spätlese aus dem Jahr 2004. Sie stammt aus der klassifizierten Lage „ Im Sonnenschein“, in der Muschelkalk dem Wein seine typische Eigenart gibt. Es ist also ein so genannter  „Terroir-Wein“, der den Vorgaben für ein „Großes Gewächs“ entspricht. Durch eine sehr strenge Mengenbegrenzung  (3.550 – 4.000 L/ha) erhält der Wein eine komplexe Fülle, wie man sie von einem großen Spätburgunder erwartet. Der Preis: 25 € 

Kontakt: Weingut Ökonomierat Rebholz, Weinstraße 54, 76833 Siebeldingen,

Tel.: 06345-3439, E-Mail: wein@oekonomierat-rebholz.de   

 

Gleich „nebenan“  probiere ich beim Weingut Pfeffingen aus Bad Dürkheim einen Wein aus der Lage „Ungsteiner Herrenberg“. Er ist ein trockenes Cuvée aus Spätburgunder und Cabernet Dorsa (einer Kreuzung aus Cabernet Sauvingnon und Dornfelder) des Jahrgangs 2005, im Barrique gereift. Angeboten wird er unter dem Eigennamen „Auriga“.  Ein kraftvoller, dunkelrubinroter Tropfen mit Süßkirsch- und Brombeernote und Hauch von herber Schokolade. Dieser Wein errang wiederholt höchste Auszeichnungen, unter anderem auch den Deutschen Rotweinpreis. Wegen der geringen Menge wird er in der 0,5-Liter-Flasche verkauft und kostet 11 €.

Nach diesem „starken“ Tropfen richtete sich meine Neugier noch auf einen Weißen Burgunder aus der Top-Lage „Vogelsang“, der als „Großes Gewächs“ seine Premiere hatte und den mir  Juniorchef Jan  Eymael (links) einschenkte. Das Foto zeigt auch, dass die jungen Winzer von heute nicht mehr engstirnig sind sondern gebietsübergreifend kooperieren. Die junge Dame, rechts im Bild, Anja Landau,  kommt aus einem bekannten VDP-Gut an der Nahe und hilft mal so eben freundschaftlich mit  Man kennt sich von der Studienzeit. 

Kontakt: Weingut Pfeffingen – Fuhrmann-Eymael, Pfeffingen 2, 67098 Bad Dürkheim,

Tel.: 06322-8607, E-Mail: info@pfeffingen.de   

 

Für Rheinhessen besuchte ich den Stand des Weingutes Kühling-Gillot, einem Betrieb mit über 200 Jahre Weinbautradition. Interessant ist hier der 2006er GIRO XIII, ein Rotwein-Cuvée aus vier verschiedenen Rotweinsorten, die dem Wein eine fast unglaubliche Vielfalt von Geschmacksnoten mitgeben. Wer eine gute Nase und einen feinen Gaumen hat, schmeckt hier Sauerkirsch, wie auch Waldfrüchte, Himbeer- und Johannisbeeraromen, die von dezenten Röstaromen und weichen Tanninen begleitet werden. Trotz dieses Straußes an Noten und Düften ist er ein unkomplizierter Wein, für 8,90 €. Der ungewohnte Name Giro ist die Abkürzung von Gillot und Roland, die XIII bedeutet, dass man dieses Cuvée schon mit viel Erfolg im 13. Jahrgang anbietet.

Auf dem Foto sehen wir links Caroline Spanier-Gillot und  rechts neben ihr den bekannten Weinautor und Weinkritiker Stuart Pigott (gerne auch als „Riesling-Papst“ bezeichnet). 

Kontakt: Weingut Kühling.Gillot, Ölmühlstraße 25, 55294 Bodenheim,

Tel.: 06135-2333, E-Mail: info@Kuehling-Gillot.de   

 

Zum Schluss ging es noch an die Nahe, meine Weinheimat. Dort besuchte ich zunächst den Stand der Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim, die frühere „Weinbau-Domäne“, die der große Wein-Autor und -Kritiker Hugh Johnson mal als das „beste Riesling-Weingut der Welt“ bezeichnete. Seit 5 Jahren ist das Weingut in Privatbesitz und neben den nach wie vor phantastischen Rieslingweinen aus weltbekannten Steillagen gibt es auch einen besonderen Rotwein. Mit einer Kostprobe dieses Weines begrüßten mich Inhaber Erich Maurer und seine Frau Tilli (Mitte). Der Wein ist auf den Namen „Rotatio“ getauft und ist ein trockenes Cuvée aus Spätburgunder, Cabernet Cubin und Dornfelder des Jahrgangs 2005 aus der Spitzenlage „Niederhäuser Hermannsberg“, die sich im Alleinbesitz des Weingutes befindet. Ein unglaublich starker Wein für 7,90 €. Gute zusammengestellte Cuvées vereinen in sich die Vorzüge ihrer

einzelnen „Partner“ - und wenn man den Fachleuten glaubt, dann ist es schwieriger ein gutes Cuvée zu kreieren als einen Wein Rebsorten-rein gut hinzubekommen. 

Kontakt: Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim, 55585 Niederhausen,

Tel.: 06758-9250-0, E-Mail: info@riesling-domaene.de   

 

Zum Abschluss stattete ich dem Weingut Prinz Salm meinen Besuch ab. Dort empfing mich Felix Prinz zu Salm-Salm mit einem klassischen, trocken ausgebauten Spätburgunder aus der Lage „Wallhäuser Johannisberg“, einer klassifizierten „Ersten Lage“, aus der auch die „Großen Gewächse“ des Weingutes kommen. Der „Johannisberg“ ist eines der ältesten urkundlich nachgewiesen Weinbergslagen Europas mit z.T. extremer Steillage (60%). Der mir angebotene Spätburgunder aus dieser Lage präsentierte sich als ein sehr feiner, trockener Wein in Spätlese-Qualität, in klassischer Maischegärung und exzellent im Barrique ausgebaut und kostet 9,50 €. 

Kontakt: Prinz zu Salm-Dalberg´schen Weingut Schloss Wallhausen, 55595 Wallhausen,

Tel. 06706-944411, E-Mail: info@prinzsalm.de   

  

Sehr geehrter ReiseTravel User,   

das war's wieder einmal von der jährlichen „Gutswein Berlin“ des VDP und aus der Hauptstadt des Deutschen Weines - diesmal nicht mit einem Bericht über die großen Rieslinge sondern über große deutsche Rotweine. Wegen der Vielzahl der auf der Gutswein anwesenden Betriebe, es waren in diesem Jahr über 130 Weinguter vertreten, kann die von mir vorgenommene Auswahl nicht vollständig sein. Sie bedeutet auf keinen Fall eine Rangliste oder Ähnliches; vielmehr steht sie beispielhaft für die Vielfalt des Angebots.

  

Mit herzlichem Gruß

Ihr

 

 

 

(Reiner Jäck)

Jäcks Weinprobe

Kontakt

 

Reiner Jäck - Exclusive Weine
Naheweinstraße 18, D-5559 Berlin, e-Mail: info@wein-reiner.de

 

VDP. Die Prädikatsweingüter
Im Johannishof
Langgasse 22, D-55435 Gau–Algesheim
Tel: 49-(0)6725 / 3086-0, Fax: 49-(0)6725 / 3086-10, e-Mail vdp@vdp.de

www.vdp.de - www.grossesgewaechs.com

 

ReiseTravel Weinspezialist: Reiner Jäck

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Reiner Jäck mit Fotos von Gerald H. Ueberscher 

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