Reiner Jäck

Jäcks Weinprobe: Die Rückkehr zur Leichtigkeit des Weins

Jäcks Weinprobe 

Sehr geehrte ReiseTravel User, 

„Am liebsten trinke ich einen leichten Mosel“, diese Worte meines alten vor fast 30 Jahren  verstorbenen Vaters klingen mir immer im Ohr, wenn beim Wein sie Sprache auf den Alkoholgehalt kommt. In den letzten Jahren waren Alkoholärmere Weine kaum „in“. Im Gegenteil: Die in Deutschland heranwachsende junge Winzergeneration berauscht sich gerne an den hohen Alkoholgraden ihrer Weine. Damit wollen sie zeigen, dass sie hier auch mit den Italienern, Franzosen, Spaniern und auch den Weinen aus der „Neuen Welt“ mithalten können. Die seit  Jahren stets überdurchschnittlich guten Jahrgänge brachten ja auch Weine hervor, die solche fülligen, zuweilen „fetten“ Tropfen zuließen.

„Der Alkohol“ sei ein wichtiger Geschmacksträger“, heißt es dann sehr schnell. Nun, dass ist sicher nicht zu bestreiten – und bei manchen Weinen, vor allem bei den schweren Rotweinen ist Alkohol in der Tat ein natürlicher „Geschmacksvertärker“. Aber: Muss der Alkohol immer auch der Maßstab für hohe Weinqualität sein? (Ganz abgesehen davon, dass Alkohol grundsätzlich ein gefährliches Nervengift ist, mit dem ein gesunder Organismus zwar fertig wird, aber nur, wenn man ihn bei Speis und Trank in Maßen geniest. Da sollte der regelmäßige tägliche Weingenuss, je nach Alkoholgehalt bei Männern nicht bei mehr als 0,2 bis 0,25 Liter liegen. Bei Frauen – Gleichberechtigung hin oder her - sind diese Mengen um die Hälfte zu reduzieren. In diesen kleinen Mengen, täglich genossen, verringert Wein sogar, laut ernst zu nehmender wissenschaftlichen Untersuchungen und Langzeitstudien, deutlich das Infarktrisiko.)

Seit geraumer Zeit meldet sich nun die Sehnsucht – und damit auch der Bedarf - nach Alkoholärmeren Weinen  wieder zurück. Als „leichte Weine“ gelten Weine mit weniger als 12 % Alkohol. Das ist zweifellos eine besondere Chance für den deutschen Wein, der sich im gemäßigten Weinbauklima zu besonders schönen, eleganten, feinfruchtigen und leichteren Gewächsen ausbauen lässt.

Auf der „Grünen Woche“ in Berlin ging ich dieser offensichtlichen Rückkehr zu den leichteren Weinen nach und stellte erfreut fest, dass viele Winzer dieser neuen bzw. alten Erkenntnis aufgeschlossen gegenüber stehen. Gerade der nun anstehende neue Jahrgang bietet dafür gute Voraussetzungen.

Ein Gang über die „Internationale Grüne Woche“

Zunächst führte mich mein Weg zum Deutschen Weininstitut (DWI) in der Halle 23. Als dem Interessenvertreter für den deutschen Wein (im Internet unter www.deutscheweine.de), hat man hier den besten Überblick über das, was sich in der deutschen Weinwelt tut. Ich fand dort gleich euch eine interessante Auswahl „leichter“ Weißweine aus  immerhin 6 deutschen Anbaugebieten – und ich traf  dort auch die amtierende Deutsche Weinkönigin, Marlies Dumbsky. Die ausgesuchten Weine gemeinsam mit der obersten Repräsentantin des deutschen Weines zu testen, ist natürlich ein ganz besonderes Vergnügen.  

Marlies Dumbsky trug vor ihrer Wahl zur 60. Deutschen Weinkönigin die Krone der Fränkischen Weinkönigin

Der erste Wein den mir DWI-Standleiter  Kurt Jannett (rechts) anbot, war ein trockener 2007er Riesling “Granit“ aus dem Weingut Simon-Bürkle, aus Zwingenberg im Weinanbaugebiet „Hessische Bergstraße“ 

 

Der deutsche Riesling erfreut sich nicht nur in Deutschland sondern auch international steigender Beliebtheit.  Er ist ja auch eines der besten Beispiele für die besondere Harmonie von (gerade für den Riesling) typischer Säure und eleganter Restsüße. Im DWI-Stand der „Grünen Woche“ gab es daher auch eine „Riesling Longe“  

Und so gehörte zur Probe auch eine wundervolle leichte Riesling-Spätlese von der Mosel, aus der Lage Erdener Treppchen vom Weingut Andreas Schmitges in Erden 

Ein sehr empfehlenswerter leichter Wein war auch eine trockene 2008er Weißburgunder-Spätlese aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut. Sie stammte aus der Einzellage  Burgscheidunger Veitsgrube des Weingutes Klaus Böhme in Kirschscheidungen. Herr Jannett (DWI) kredenzte ihn der Deutschen Weinkönigin und mir vor der Kulisse der Halle 23 des Bundeslandwirtschaftsministeriums  

Nicht nur zum guten Essen darf ein guter Tropfen nicht fehlen; Wein gehört auch in jede gute Küche. Dies bestätigte uns Ronny Pietzner (rechts) vom Restaurant Bäkemühle D-14532 Kleinmachnow, der während der „Grünen Woche“ in der Schauküche der Halle 23 des Bundeslandschaftsministeriums den Besuchern die Vorzüge regionaler Küche mit regionalen Produkten näher brachte. Mit ihm genossen wir eine 2007er halbtrocken Riesling-Spätlese vom Mittelrhein, aus der Lage Bopparder Hamm Feuerlay vom Weingut Toni Lorenz, Boppard 

Ronny Pietzner - Geschäftsführer Gastronomie Management GmbH, Couch der Nationalmannschaft der Köche von Deutschland und Buchautor: Ronny Pietzner, Harry Balkow-Gölitzer „Preußen-Krimi-Kochbuch“, Be Bra Verlag Berlin.

Inhalt: Friedrich II. gab in den „Preußen-Krimis“ dem Zweiten Hofküchenmeister Honoré Langustier immer wieder Gelegenheit, seinen Spürsinn zu beweisen. Inspiriert durch Langustiers Kochkunst haben sich der Meisterkoch Ronny Pietzner und der Historiker Bernd Maether auf die Suche nach alten Rezepten gemacht und manches neu entdeckt. Pietzner nimmt Bezug auf die Region und die Zutaten, die Krimifans und Hobbyköchen heute zur Verfügung stehen. Entstanden ist ein buntes Lese- und Kochbuch mit Krimi-Szenen, historischen Originalrezepten und Geschehnissen aus der königlichen Hofküche sowie praktischen Anleitungen für den eigenen Herd.    

Wenn es um Wein geht, führt kein Weg am „Weinland Rheinland-Pfalz“ in der „Länderhalle“ (Halle 20) vorbei. Immerhin liegen in Rheinland-Pfalz 6 der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Zudem stammt rund zwei Drittel des deutschen Weines aus Rheinland-Pfalz. Das Restaurant im Obergeschoss des Standes steht, im Gegensatz zu manchem anderen Länderstand, jedem Besucher der „Grünen Woche“ offen. Hier kann man in aller Ruhe Spezialitäten des Landes aus Küche und Keller probieren und genießen. Zusammen mit Marlies Dumbsky besuche ich den Stand. 

Standleiter Dr. Dirk Haupt (2. von links) freut sich über den Besuch der Deutschen Weinkönigin (Mitte) und über den Besuch der Weinrepräsentantinnen aus  benachbarten Anbaugebieten, der Württembergischen Weinprinzessin Tabea Buck (links) und der „Badischen Weinkönigin, Isabell Kindle (rechts). Im Glas hatten wir, wie kann es anders sein, einen trocknen Riesling-Kabinett aus der Pfalz und danach einen 2006er trockenen Riesling SELECTION aus Rheinhessen.

Auf der „Grünen Woche“ trifft man auf Schritt und Tritt auf Prominenz, egal ob aus der Politik, aus Verbänden oder, wie hier, auf königliche Prominenz.  Die „Länderhalle“ (Halle 20) stand unter dem Motto „Kulinarisches Deutschland“. Hier präsentierten sich die deutschen Bundesländer mit ihren Spezialitäten. Auf dem Bild sehen wir die Badische Weinkönigin Isabell Kindle (Mitte), die Württembergische Weinkönigin Christl Schäfer (rechts) und ihre Prinzessin Tabea Buck (links) vor einer Auswahl badischer und württembergischer Weine und Sekte

Sehr geehrte ReiseTravel User,

die „Internationale Grüne Woche 2009“ ist zu Ende. Und so lade ich Sie schon heute herzlich zur nächsten „Grünen Woche“ ein, die im kommenden Jahr etwas früher stattfindet, nämlich vom 10. bis 20. Januar 2010. Vielleicht laufen wir uns dann wieder über den Weg, bei einer von „Jäck's Weinproben“.

 

Mit herzlichem Gruß

Ihr

 

 

(Reiner Jäck)

Jäcks Weinprobe 

 

Kontakt

 

Reiner Jäck - Exclusive Weine
Naheweinstraße 18, D-5559 Berlin, e-Mail: info@wein-reiner.de 
  

ReiseTravel Weinspezialist: Reiner Jäck

Ein Beitrag für ReiseTravel von Reiner Jäck mit Fotos von Gerald H. Ueberscher 

 

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