Garda

Hotel Boffenigo in Costermano

Der Gardasee und seine Bergwelt ist eine perfekte Aktiv-Arena und ein Paradies zum Entspannen: Die Lage des Hotels Boffenigo könnte nicht besser sein, es liegt in den Bergen und nur einen Katzensprung von dem Städtchen Garda am Gardasee entfernt. Sieben Hügel umschließen den Ort und das Hotel Boffenigo erhielt seinen Namen von dem Hügel, auf dem es steht. Schon die Aussicht auf den See und die umliegenden Berge ist entspannend. Zypressen, Oliven- und Zitronenbäume charakterisieren die Landschaft und die Ruhe wird nur durch Vogelgezwitscher unterbrochen.

Remo Padovani hat 1997 dieses kleine Hotel gekauft, sechs Jahre später abgerissen und moderner und größer wieder aufgebaut. Erfahrung als Hotelier hatte Remo Padovani, da er bereits besitzt schon ein Hotel in Bardolino und eines in Garda besitzt.

Es ist naheliegend zu wandern, wenn man in den Bergen wohnt. Also geht es nach dem Frühstück los zur Erkundung der Gegend. Eine schmale Straße führt bergab nach Garda an Wiesen mit blühendem Thymian, Salbei und Klatschmohn vorbei. Olivenhaine und Weingärten wechseln sich mit Häusern und Hotels ab. Ein Kuckuck ruft immer wieder lautstark und Eidechsen huschen vorüber. In Garda angekommen, quirlt das Leben, trotzdem hat sich die Stadt ihren nostalgischen Charme bewahrt. An der Seepromenade drängeln sich Cafés, Restaurants und kleine Hotel dicht an dicht. Dazwischen liegen versteckt antike Herrschaftshäuser. In der verwinkelten Altstadt mit ihrem alten Uhrenturm gibt es auffallend viele Eisdielen und Pizzerien neben schicken Boutiquen und Souvenirläden. Man kann stressfrei bummeln, denn die Straßen der Altstadt sind autofrei. Ein paar Schritte weiter im schlichten Kreuzgang der Pfarrkirche Santa Maria Maggiore tritt man in eine Oase der Ruhe. Doch die weltlichen Gelüste stellen sich bald wieder ein. Im Caffe ’Amaro auf dem Platz vor der Kirche gibt es deshalb ein Vittelo Tonato im Schatten der riesigen Platanen.

Der Ort und der See Garda erhielten ihren Namen der Legende nach von der blauhaarigen Nymphe Engardina, in die sich der Wassergott verliebte. Sie sollte ihm folgen, doch sie wollte ihren kleinen Bergsee um nichts in der Welt verlassen. Da schuf der Wassergott kurzerhand mit seinem Dreizack einen See, der so groß war, dass die Nymphe überwältigt, sofort mit ihrem Gott hinsprang. Ihre Haare gaben dem See das leuchtende Blau, das heute noch so bewundert wird.

Der Abend ist die beste Zeit im Hotel Boffenigo. Die Berge auf der anderen Seeseite sind im Dunst kaum zu erahnen und der Gardasee zeigt sich mal in tiefem Blau, mal milchig Grau und mal Gold gesprenkelt vom Licht des Sonnenuntergangs. Es ist Zeit für einen Aperitif auf der Terrasse in der rotgoldenen untergehenden Sonne. Die Philosophie des Hotels ist, die Gäste sollen sich erholen. Die Atmosphäre ist lässig, deshalb ist Dress-Code auch sportlich, da gibt es kein Vorgeschriebenes in Schale werfen. Das Restaurant „Taverna Scalchi“ im Hotel Boffenigo ist im Michelin 2012 erwähnt, das zeigt ein Aufkleber an der Türe.

Stefano Bellini, der Chefkoch, wie sollte es wohl anders sein, ist Italiener aus der Region. Erfahrungen hat er in Porto Cervo, auf Elba und in St. Moritz gesammelt. Die klassische mediterrane und italienische Küche sind sein Thema. Natürlich bevorzugt er regionale Produkte. Doch seine ganze Leidenschaft sind Fischgerichte. Das Team beim Abendessen harmoniert perfekt im a la Carte Restaurant. Mauro Cofone, der Oberkellner und Sommelier wurde bei Giorgio Lingero, in die Geheimnisse der Weine eingeführt. Kamel Saad, der lustige Kellner, ist Tunesier, der am Gardasee geboren wurde. Er ist sehr aufmerksam und Deutsch spricht er bequemerweise auch. Er serviert Gorgonzolacreme, dann Tintenfisch-Carpaccio und anschließend Seehecht mit Muscheln. Mauro Cofone schlägt zum Fisch einen Lugana, einen Weißwein aus der Region vor, der erfrischend schmeckt und den Fisch nicht dominiert und herrlich mundet.

Für die Wanderung am nächsten Tag gibt Enrico Padovani, der Sohn des Besitzers, den Wandertipp zu den Felsenmalereien. Die Tour ist ganz einfach. Start ist in Garda am Hafen, in dem die vor Anker liegenden Boote im Wasser dümpeln. Der Weg zieht sich direkt am See entlang. Beeindruckend liegt die schlossähnliche Villa Carlotti-Canossa aus dem 17. Jahrhundert in einem Park. Der Palast war Zeuge der unglücklichen Liebe zwischen dem Poeten und Schriftsteller Gabriele D’Annunzio und der blonden Marchesa Alessandra Rudini, der Witwe des verträumten Gelehrten Marchese Marcello Carlotti. Auf der Hochzeit ihres Bruders lernte sie Gabriele D’Annunzio kennen, der sich unsterblich in sie verliebte. Nur vier Jahre dauerte die leidenschaftliche Beziehung mit dem Frauenliebhaber, der oft seine Frauen wechselte. Erschüttert von der Trennung, fasste sie den Entschluss, dem mondänen Leben zu entsagen und trat in Frankreich in ein Kloster der Karmeliter ein und wurde dort schon nach kurzer Zeit Priorin.

Dann geht die Wanderung weiter am Kieselstrand entlang bis zum Schild „Graffitis“ um rechts in einen grünen Baumtunnel abzubiegen. Hier geht es holperig bergauf bis zur Hauptstraße, auf der man ein Stück gehen muss, bis rechts wieder ein Hinweisschild auftaucht. Der Weg führt durch einen Steineichenwald steil aufwärts und zieht sich dann in der Höhe eben dahin. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte, die Blicke auf das tief unten auf einer Halbinsel liegende Punta San Vigilio mit seiner Parkanlage und seinen schlichten antiken Villen freigeben. Der weitere Weg zu den Felszeichnungen ist spärlich beschildert, doch dann tauchen unvermittelt die in den Felsen eingeritzten Zeichnungen auf. Schiffe, Sonnensymbole, Tiere, Menschen und Schriftzeichen sind zu erkennen, die aus prähistorischen, mittelalterlichen und leider auch aus heutiger Zeit stammen. Hirten haben sich mit dem Gravieren die Zeit vertrieben. Auf dem gleichen Weg geht es dann wieder zurück nach Garda.

Die dritte Wanderung führt vom Hotel bergab zum Einstieg für das Eremo del Camaldolesi. Die Abzweigung ist leicht zu übersehen. Aber es gibt viele Möglichkeiten für den Aufstieg. Von Ca’ Nova vor Garda führt ein Weg steil zum Ristorante Dacia. Von dort geht es durch einen Olivenhain und an Weinbergen entlang langsam aufwärts bis zum Kloster aus dem 17. Jahrhundert. Dicke Mauern umschließen die Kloster-Einsiedelei mit ihren Olivengärten. Lorenzo der Benediktinermönch führt den kleinen Klosterladen. Honig, Kosmetik und Liköre werden von einem Kloster in der Toskana angeboten, die die Produkte selber herstellen. Doch das Highlight ist das Olivenöl, das die Mönche selbst produzieren. Zehn Mönche leben hier, jeder in einem kleinen Häuschen. Die nächste Etappe ist der Aussichtspunkt Rocca di Garda. Der Weg führt um die Klostermauer herum, dann ein Stück bergab und in üppiger Vegetation, die den Blick nach Garda verhindert wieder bergauf. Nur Motorengeräusche und Hundebellen sind aus dem Tal zu hören. Das letzte Stück führt auf einem mit Felsen durchzogenen und Steinen bedeckten Weg aufwärts. In der steilen Felswand sieht man Eingänge zu Höhlen, in denen früher Wein gelagert wurde. Der Aufstieg auf den 200 Meter hohen Berg lohnt sich, die Aussicht auf San Viglio, Garda und Bardolino ist gigantisch. Diesen Platz wussten schon die Kelten zu schätzen. Von der Burg, die hier vor Tausend Jahren stand, sieht man heute nur noch ein paar Steine. Italiens Königin Adelheid wurde hier vom Markgrafen Berengar gefangen gehalten, weil sie ihn nicht heiraten wollte. Sie floh mit ihrer Tochter über die steilen Hänge und bat Otto I. um Hilfe. Der bezwang den Marktgrafen und heiratete Adelheid, so wurde sie Kaiserin des Römischen Reichs. Auf der großen Wiese kann man sich vom Aufstieg erholen und picknicken. Der Abstieg nach Garda ist gut gekennzeichnet. Einen Abstecher zur weißen Madonna del Pino kann man noch einlegen und dann führen unzählige Stufen bis zur Pfarrkirche nach Garda. In der Sauna oder im Dampfbad kann man dann im Hotel die strapazierten Muskeln entspannen, um den Muskelkater zu vermeiden.

Langeweile kommt keine auf, auch wenn man nur im Hotel bleibt. Im Liegestuhl am Pool kann man herrlich relaxen oder im Thermalwasser ein paar Bahnen schwimmen. Gesund ist das auch noch, „Sanus per aquam“, gesund durch Wasser, wird großgeschrieben im Boffenigo Hotel – weil das Heilwasser direkt ins Hotelareal sprudelt und von den Behörden offiziell anerkannt wurde. Seither darf sich die Quelle als „Terme di Garda e Costermano“ bezeichnen. Mit dem Heilwasser, das Kalzium, Magnesium und Bicarbonate enthält, und kombiniert mit Fangotherapien lassen sich Arthrosen, rheumatische Erkrankungen, Rückenbeschwerden und sogar manche Atemwegserkrankungen lindern. Und wer es nicht so medizinisch möchte, der kann bei Kosmetikanwendungen und Massagen sein positives Körpergefühl wieder herstellen. Oder man gönnt sich einfach nur einen Aperol-Spritz an der Pool-Bar, an der Kamel Saad aufmerksam die Gäste bewirtet, und macht Pläne für den nächsten Tag. Für Abwechslung ist gesorgt. Mit dem Aktiv-Guide kann man entweder zu Fuß oder per Mountainbike die Bergwelt erkunden. Die Mountainbikes können kostenlos im Hotel ausgeliehen werden. Oder man entschließt sich wieder für einen ganz entspannten Tag am Pool. 

Kunst in Costermano: Wer sich für Kunst interessiert, der kann den international bekannten Pino Castagno in seinem Atelier in Costermano besuchen. Wenn man auf der Hauptstraße an seinem Haus vorbeifährt, dann fallen einem schon die meterhohen in klaren Linien gehaltenen Skulpturen auf. Im Garten stehen weitere Skulpturen aus Muranoglas, Stahl, Eisen, Beton und Holz. Das Atelier besteht aus zwei riesigen Hallen mit vielen Skulpturen. Außerdem stehen kleine Entwürfe von Skulpturen, die im Original bis über 30 Meter lang und mehrere Meter hoch sind im Atelier. Pino Castagna zählt auf, an welchen Orten der Welt seine Skulpturen stehen: Japan, Amerika, China, Spanien, Portugal, Frankreich, Schweiz, Deutschland. Dann gibt es da noch mehrere Regale voll mit Porzellan und Keramik. Tassen und Vasen in ausgefallenen Formen und Lampen, die wie aufspringende Eier aussehen. Oben im Atelier ist sein Studio, er nennt es seine kreative Keimzelle, hier zeichnet Pino Castagna seine Ideen auf nach denen er produziert. Seine Lebensgeschichte ist bewegt. Geboren wurde er 1932. Er studierte in Verona und Venedig und unterrichtete anschließend Zeichen in einer Berufsschule. Er brachte Gefängnisinsassen das Tischlern bei. Mit dem Bildhauer Michael Noble richtete er in Garda eine Malerei- und Keramikwerkstatt zur Förderung gestalterischer Fähigkeiten von psychiatrisch kranken Patienten ein. Doch immer mehr kristallisierte sich seine Leidenschaft für die Bildhauerei heraus. Er arbeitet mit Materialien, wie Keramik, Stein, Holz und Beton in Verbindung mit Metall. Äste, Seile verarbeitet er im Kontrast mit Metall. Er nahm mehrmals für Italien an der Biennale in Venedig teil.

Fremdenverkehrsbüro, Piazza Donatori di Sangue, 1, 37016 Garda, Tel.: 0039-045-6270384, iatgarda@provincia.vr.it - www.tourism.verona.it

Im Fremdenverkehrsbüro gibt es einen kostenlosen Führer „Bike Tour & Trekking Garda.

Hotel Boffenigo, via Boffenigo, 6, I-37010 Costermano, Lago die Garda, Tel. 0039-045-7200178, info@boffenigo.it - www.boffenigo.it

Frühstück 7:30 bis 10:00 Uhr, Abendessen 7:30 bis 21:30 Uhr, Deutsches Fernsehen, WLAN,

Eremo del Camaldolesi, Öffnungszeiten 9:00 bis 12:40 Uhr und von 15:30 bis 18:30.

Anreise: Auto: Autobahn A22 Brenner, Ausfahrt Affi-Lago Sud

Zug bis Rovereto, dann Bus bis Riva umsteigen in den Bus Richtung Verona in Garda aussteigen. Flughafen Verona

Tipps: Caffe´Amaro, Piazzale Roma, 2, 37017 Garda, Tel.: 0039-045-3466332296, osteria.caffeamaro@gmail.com

Ristorante im Hotel La Vittoria, Via Lungolago Regina Adelaide, 57, 37016 Garda, Tel.: 0039-045-6270473, www.hofellavittoria.it, Fisch und ausgefallene Nudelgerichte. Im Korbsessel relaxen und dem Treiben auf der Strandpromenade zusehen.

Ristorante La Dacia, Via die Monvei, 1, 37011 Bardolino, Tel.: 0039-045-7211408, info@ristoranteladacia.com - www.ristoranteladacia.com

Ristorante Cà Persiane da Valentino, 37010 Cavaion, Veronese, Tel.: 0039-045-7236847, Mobil: 0039-347-9202430, gute rustikale und sehr preiswerte Küche.

Literatur:

Monika Kellermann, Kulinarische Entdeckungen am Gardasee. ...

Eine perfekte Woche am Gardasee, Süddeutsche Edition, gibt gute Tipps.

ADAC Reiseführer plus, Gardasee, mit Karte

ADAC Reiseführer, Spiralbuch mit Klappkarten

Michael Müller Verlag, Gardasee, Eberhard Fohrer

Merian live!, Gardasee, mit Karte

Gardasee, Zeit für das Beste, Monika Kellermann und Udo Bernhart, des Tafelbergs Bruckmann Verlag

Marco Polo, Gardasee, mit Faltkarte

Baedeker Allianz Reiseführer, Gardasee Verona, mit Reisekarte und Special Guide Wandern mit Aussicht

DuMont, Reise-Taschenbuch, Gardasee, mit Reisekarte, Nana Claudia Nenzel

DuMont direkt, Gardasee, mit Faltplan, Barbara Schäfer

DuMont, Kunst-Reiseführer, Walter Pippke, Ida Leinberg, Gardasee, Verona, Mantua, Trentino. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Dräger ReiseTravel

Unsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Hotels & Restaurants. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München.

 

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