Treviso

Die Straße des „Roten Chicorée“ in der Provinz Venetien lockt mit Roten Chicorée

Bella Italia: Entlang des Flusstales Sile in der italienischen Provinz Venetien macht eine Straße auf sich aufmerksam, die Strada del Radicchio. Besonders zur Erntezeit des legendären Blattgemüses - eine Form der Zichorie - im Spätherbst, herrscht hier Hochstimmung. Die steigert sich noch zum Beginn eines neuen Jahres, wenn das traditionelle Radicchio-Festival beginnt. Vom 23. Januar bis 1. Februar 2015 wird bereits das 29. Festival rund um Treviso veranstaltet. http://radicchiorossodosson.it/

Radicchio ReiseTravel.eu

Typisch italienisch ist beim Radicchio nicht nur der Name – auch die Art, ihn zuzubereiten, stammt von „la mamma“. Trotzdem oder gerade deshalb erfreut sich das bitter schmeckende Gemüse mit den attraktiven roten Blättern auch in Deutschland steigender Beliebtheit. Seinen Zweitnamen „Roter Chicorée“ trägt der Radicchio deshalb aus gutem Grund. Denn abgesehen von einer sehr engen botanischen Verwandtschaft ähneln sich auch die Anbaumethoden; und im Geschmack gibt es ebenfalls Parallelen. Der Radicchio Rosso di Treviso gilt gemeinsam mit dem Radicchio Variegato di Castelfranco als König in der gastronomischen Tradition der Mark und wird im unteren Teil Trevisosangebaut, wo er traditionsgemäß auch entstanden ist. In den Restaurants wird er“in allen Variationen” mit verschiedenen Rezepten serviert, durch die er weltweitberühmt wurde. Die einzelnen Destinationen kulinarisch und historisch zu erkunden, dazu bietet die 200 km lange R-Straße zehn verschiedene Routen an. www.stradadelradicchio.it

Radicchio ReiseTravel.euWir haben uns für Route 5 entschieden und starten in Casier. Hier bietet der Fluss Sile die Gelegenheit, eine Strecke von großem landschaftlichem und historischem Interesse zu Fuß oder besser noch mit dem Fahrrad zu erkunden. Natalino Salvato, Präsident des Radicchio-Vereins, empfängt uns mit einem Muschel-Menue in der Trattoria al Sile. http://www.trattoriaalsile.it/ Hier erfahren wir, dass die durch 25 Kommunen führende Route offiziell seit sechs Jahren besteht. Neben den Gemeinden gehören viele landwirtschaftliche Betriebe, Weingüter und Restaurants zur Gemeinschaft. Die Provinz Treviso wird aufgrund einer besonderen Lebensfreude als „freudige und liebevolle“ Mark bezeichnet. Ursache dafür sind u. a. die fruchtbare Ebene mit Quellwasser, grünes und beruhigendes Hügelland um Asolo und eine abwechselnde Voralpenlandschaft.

Foto 4: Natalino Salvato, Präsident der R-Route, Foto 5: Chefkoch Andrea Sartorato Nächste Station unserer Rundreise wird Istrana mit der Aziendaagricola. Das Typische hier: eine Wasserbüffelzucht als Grundlage für eine aromatische Milch zur Produktion von Mozzarella. Der Familienbetrieb von Käsemeister Michele offeriert neben „Buffarella“ von 950 Tieren auch andere Käsesorten. www.trecomuni.it Eine echte Großproduktion für die geschützten Radicchio-Arten erleben wir bei Bellia Claudio in Capella di Scorzè. Hier werden schon viele Feld- und Erntearbeiten maschinell ausgeführt. Zusätzlich zur Saisonfrucht wird auch Spargel angebaut. Als Pflichtbesuch mit üppiger Bewirtung gestaltet sich die Einkehr im Fisch-Restaurant I Savi in Peseggia. www.isavi.it Hier wird edle Kochkunst zelebriert zumal der Hof im Michelin- sowie Veronelli-Führer vertreten ist.

Radicchio ReiseTravel.euDie Radicchio-Straße im „Garten Venedigs“ hat auch kulturhistorisch viel zu bieten. Ein Besuch lohnt sich in Badoere mit einer einzigartig gestalteten Rotunde für Handel und Gastronomie. Ein paar Kilometer weiter liegt die Villa “Marignana Benetton“, die im 18. Jahrhundert Sommerresidenz von adeligen venezianischen Familien war. Heute ist sie das Hausmuseum des Meisters Toni Benetton und beherbergt viele Kunstwerke.

Die alte Hauptstadt Treviso  - nur knapp 40 km nördlich von Venedig entfernt - hat einen Charme wie keine andere Stadt: Arkaden und Paläste, Kirchen und Kanäle, antike Mühlen und Patrizierwillen. Das beste Tiramisu probiert man in der Gelateria da Renato in der Via Toniolo. Maria und Renato Bortolato experimentieren auch an neuen Backwaren mit der Radicchiopflanze. Insgesamt beruht die trevisanische Küche auf ländlichen Traditionen und volkstümlicher Kultur, wodurch die bodenständigen Produkte voll zur Geltung gebracht werden: vom renommierten Radicchio Rosso di Treviso und dem Radicchio Variegato di Castelfranco bis zum Spargel aus Cimadolmo; vom frischen Käse und Bergkäse zu den Pilzen und wild wachsenden Kräutern. Eine große Auswahl an typischen Produkten passend zu den Weinen der Provinz: der Prosecco DOCG di Conegliano-Valdobbiadene, die Weiß- und Rotweine DOC des Piave, des Montello und der asolanischen Hügel. Eine Empfehlung – nicht nur Jenseits der Alpen. www.marcatreviso.it

Kontakt: Natalino Salvati, Villa Guidini, Via G.B. Guidini 50; 31059 Zero Branco (TV)
CELL 328 5947185, P.IVA 04066180268, www.stradadelradicchio.it - stradadelradicchio@libero.it

Kontakt: Tiziana Benincà, Via Venier, 55 – 31100 Treviso, Tel. +39 0422-541052 Fax +39 0422-591195 http://www.marcatreviso.it  – info@marcatreviso.it 

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Günter Knackfuß. Freier Journalist.

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