Mötzow

Das edle Gewächs hat zwischen April und Johanni in der Küche Hochsaison

Frischesaison: Ungeachtet der wenig frühlingshaften Temperaturen im April lassen es sich die Brandenburger Spargelbauern, die im Osten Deutschlands das größte Anbaugebiet dieses Edelgemüses repräsentieren, nicht nehmen, die Erntesaison pünktlich mit einem feierlichen Spargelanstich zu begrüßen.

Lust auf Genuss: Spargel - Es ist Spargelzeit

Spargel Domstiftsgut Mötzow ReiseTravel.eu

Die festliche "Eröffnung der Brandenburger Frischesaison" auf dem Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow in D-14778 Beetzseeheide wurde groß gefeiert. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger und Stefanie Patron, Geschäftsführerin Verband pro agro, begrüßten die zahlreichen Besucher. Der Hausherr, Heinrich Thiermann und sein Team, hatten sich intensiv und gut auf dieses Event vorbereitet: "Unser leckerer Mötzower Spargel wächst in der Beettseeregion, nahe der Stadt Brandenburg an der Havel. Die Landschaft ist geprägt von Seen. Kiefernwäldern und den Spargelfeldern", betonte Heinrich Thiermann.

Spargelkönigin: Eine Saisoneröffnung ohne eine Spargelkönigin ist nicht denkbar.

Spargel Domstiftsgut Mötzow ReiseTravel.eu

Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird Spargel im Raum Brandenburg angebaut. Heute wird das "königliche" Gemüse von allen Feinschmeckern des Landes im Frühjahr mit Begeisterung genossen. Spargel ist gesund. Schmeckt lecker und ist kalorienarm.  

Je nach Wetterlage, im April, wird der erste Spargel gestochen und der letzte am 24. Juni, dem Johannistag. Zwar gibt es auch nach diesem Datum noch Spargel der geerntet werden könnte, aber das würde der Ernte für das nächste Jahr nicht gut tun. Spargel braucht Zeit, um sich auf den kommenden Frost vorzubereiten und sich für die Überwinterung zu rüsten. Da es vom 24. Juni bis zum ersten Frost meist 100 Tage sind und diese einhundert Tage dem Spargel zustehen, um sich auf diesen vorzubereiten, endet die Spargelsaison eben am 24. Juni.

Die jährliche Spargelsaisoneröffnung bietet immer eine gute Gelegenheit, die vergangene Saison Revue passieren zu lassen und auf die vielen Veranstaltungshöhepunkte auf den Spargelhöfen in den kommenden Wochen hinzuweisen.

Spargel Domstiftsgut Mötzow ReiseTravel.euBrandenburger Frischesaison: "Wie wäre es mit einen Schnaps zum Spargel aus unserer Brennerei", fragt der Händler. Zahlreiche Aussteller, Produzenten und Handwerker stellten ihre Produkte aus und verkauften diese. Die Offerten der Aussteller fanden bei den Besuchern Anklang. Ein voller Erfolg, nicht nur für den Unternehmer Heinrich Thiermann und sein Team. "Vor der historischen Kulisse des Domstitsgut Mötzow haben die Besucher die Möglichkeit, zu sehen, zu riechen und zu kosten, was das Land Brandenburg zu bieten hat", betonte Stefanie Patron von pro agro. Die anwesenden Gäste griffen dies auf und unternahmen eine kulinarische Entdeckungsreise durch Brandenbug in Mötzow.

Vor mehr als 150 Jahren begann der Spargelanbau im heutigen Bundesland Brandenburg. Viel hat sich von den Anfängen bis in die Gegenwart verändert. 2014 erreichten die Erntemenge und die Anbauflächen einen neuen Höchststand. Der Erfolg datiert mehr als 100 Jahre zurück, als 1861 der Ackerbürger und Glasermeister Herrmann den ersten Beelitzer Spargel nach Berlin brachte. Die Großstädter kamen auf den Geschmack. Dennoch gingen zu DDR-Zeiten die Anbauzahlen zurück. Spargel wurde zur Bückware – leider auch im übertragenen Sinne. Dennoch wurde – vor allem in Berlin - die Erinnerung an die Beelitzer Stangen in Zeiten der Teilung und der Mangelwirtschaft bewahrt. Nach 1990 hat kein anderes Gemüse in Brandenburg so einen Aufschwung genommen wie der Spargel. Brandenburgs Gemüseanbau wird wie in den Vorjahren vom Spargel bestimmt. 2014 wuchs Spargel auf 4.200 Hektar. Davon stehen 2.860 Hektar im Ertrag. Die größte zusammenhänge Anbaufläche liegt im Beelitzer Raum. Von diesem Gemüse wurden 59,9 Dezitonnen je Hektar im Jahr 2014 gestochen. 2013 waren es 54,7 Dezitonnen je Hektar. Bezogen auf die Anbaufläche steht der Brandenburger Spargelanbau nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf Platz drei in Deutschland und ist demzufolge Spitzenreiter der neuen Länder. Mit mehr als 2.150 Hektar Anbaufläche kommen gut 62 Prozent der Brandenburger Spargelernte aus dem Landkreis Potsdam Mittelmark. Die Frische und die Qualität des Produkts aufgrund der kurzen Wege und sicher auch die besondere Zusammensetzung der märkischen Region mit ihren leichten, sandigen Böden, die der Spargel liebt, sind ein Garant für die Qualität des Brandenburger Spargels.

ReiseTravel Fact: Der Anbau von Spargel ist sehr arbeitsintensiv und ein sandiger sowie steinfreier Boden ist erforderlich. Die Ernte ist, trotz eingesetzter technischer Geräte, reine Handarbeit. Das Spargelmesser, ein Korb und eine Kelle zum Glätten der Dämme sind relevante Arbeitsgeräte für die Erntehelfer. In Mötzow erfolgt Anbau, Ernte und Produktion aus einer Hand. "Bis Johanni nicht vergessen, sieben Wochen Spargel essen", lautet der Slogan. "Pro Mund ein Pfund", das sind 500 Gramm pro Person und die sollten 10 Minuten im Topf kochen. Mit dem Gabeltest lässt sich prüfen, ob der Spargel gar ist. Die Stange darf sich nicht biegen, sollte aber nicht über der Gabel hängen.

Vielfruchthof Domstiftsgut Mötzow GmbH, Gutshof 1, D-14778 Beetzseeheide, www.vielfruchthof.de - www.mlul.brandenburg.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher.

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