Wien

Kaiserliche Tage im Hotel Imperial mit Luxus und dem Hauch der Geschichte

Luxus in Vollendung: Schwungvoll holt der Wagenmeister das Gepäck aus der Limousine und öffnet mit einer Verbeugung zuvorkommend die Türe zur luxuriösen Lobby des Hotel Imperial. „Herzlich willkommen im Imperial, gnä’ Frau“, grüßt Chef Concierge Michael Moser mit einem charmanten Lächeln. Er macht keinen Unterschied zwischen einer Berühmtheit und einem ganz normalen Gast. Man fühlt sich gleich zehn Zentimeter größer und auch ein ganz kleines bisschen berühmt.

Im Hotel Imperial übernachtet man nicht. Nein, man zelebriert den Aufenthalt, denn wahrer Luxus prägt und bleibt einem in wohltuender Erinnerung. Diesen Luxus strahlt ganz besonders die Fürstenstiege aus, die noch original erhalten ist und so etwas wie die Lebensader des Hotels ist. Auf hellen Kaisersteinstufen schreitet man direkt zur Marmorstatue des Donauweibchens, einer Sagenfigur aus dem 18. Jahrhundert, die vor dem ersten Stock prunkt. Auf der ersten Etage strahlt das Portrait von Kaiserin Sisi, das von Franz Xaver Winterhalter gemalt wurde, den Glanz der k. u. k. Monarchie aus.

Wien Hotel Imperial Wien

Auch die Hotelzimmer spiegeln die glanzvolle Epoche des Hotels wider. Eine Chaiselongue lädt zum Ausruhen ein, und falls man das möchte, kann man von dort das Treiben auf dem Ring beobachten und sich vorstellen, welche Berühmtheiten denselben Ausblick genossen haben. In manchen Zimmern und Suiten weht es vom Musikverein einige Noten einer Mozartsonate herüber, und man fühlt sich komplett in eine andere Zeit versetzt.

Wem hat man diesen exzellenten Luxus zu verdanken?

Prinz Philipp von Württemberg und seine Frau, die Erzherzogin Maria Theresia von Österreich, ließen sich 1865 diesen exquisiten Stadtpalast im Stil der italienischen Neo-Renaissance erbauen. Marmor, Trompe l’oeil-Marmor-Imitationen und Holz in warmen Farben prägten die Innengestaltung. Es gab bereits damals einen Personenaufzug und einen Telegrafen. Der Prinz konnte mit seiner Kutsche direkt in das Haus hineinfahren, so schritt er bei schlechtem Wetter trockenen Fußes ins Palais. Doch das Ehepaar hat nur ein paar Jahre in dem Palais gewohnt. Da der Prinz den wunderbaren Ausblick auf die Karlskirche und den Park sehr schätzte, verkaufte er das Palais wutschnaubend, als ihm der Musikverein direkt vor die Nase gesetzt wurde und die grandiose Sicht zur Karlskirche damit versperrt war. Der Käufer, der Bankier Horace Ritter von Landau, war in dieser Hinsicht wohl nicht so empfindlich. Allerdings wurde gemunkelt, dass der eigentliche Grund der Veräußerung des Palais Spielschulden gewesen sein sollen.

Geschichte des Hotel Imperial

Wien Hotel Imperial Wien

Das Palais wurde umgebaut und 1873 zur Wiener Weltausstellung als Hotel unter der Leitung von Johann Frôhner eröffnet. Dieser Name wurde bald in aller Welt zum Begriff. Auch Kaiser Franz Joseph kam immer wieder gerne in das Hotel, um sich von seinen Amtsgeschäften zu erholen und Gäste zu treffen. Aber wie in allen Luxushotels in Wien – Diskretion ist das oberste Gebot.

Es ist Zeit für eine Melange. Das Café Imperial ist eine Oase der Ruhe. Wiener schätzen diese Atmosphäre, hier ist man ungestört. Sei es nur für ein Treffen mit Freunden auf einen kleinen Braunen, für ein Frühstück, zum Brunchen oder für ein Abendessen vor dem geplanten Opernbesuch. Sitzt da nicht der berühmte Burgschauspieler – na, wie heißt er gleich – am Nebentisch? Tatsächlich, aber im Hotel Imperial genießen Prominente ihre ganz besondere Privatsphäre.

Kaiserzeit: Während der Zeit der Monarchie stiegen Gäste wie Otto von Bismarck, Richard Wagner, Eleonora Duse und Sarah Bernhardt im Hotel Imperial ab. Eine Bewährungsprobe für das Hotel war allerdings der Erste Weltkrieg. Da die meisten männlichen Angestellten in den Krieg ziehen mussten, wurde immer mehr weibliches Personal eingestellt. Die Portionen wurden kleiner, und die Damast Tischdecken waren manchmal sogar gestopft. Aber wie auch immer – seinen Stil hat das Imperial auch in dieser Zeit nicht verloren. Nach 1928 ging es wieder aufwärts, das Hotel wurde bald zu klein, und es kamen zwei weitere Stockwerke hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die Sowjets das Hotel zu ihrem Quartier. Die Mauern des Palais trugen nur einige kleine Schäden aus dieser Zeit davon. Allerdings waren die Möbel zerstört oder gestohlen und mussten ersetzt werden. Heute gehört das Hotel wieder zu den luxuriösesten Häusern Wiens. John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow waren die bekanntesten Gäste beim Gipfeltreffen im neutralen Wien im Juni 1961, und Nikita Chruschtschow hat damals im Hotel Imperial gewohnt.

Illustre Gästeliste: Auszüge aus dem Gästebuch kann man im Gang der Geschichte im Hotel bewundern. Politiker wie Bill Clinton, die indische Premierministerin Indira Gandhi, Königin Elisabeth II. von England, König Juan Carlos von Spanien sowie Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko von Japan waren Gäste. Prominente aus der Film- und Musikwelt haben ebenfalls im Imperial logiert. Um nur einige wenige zu nennen: Woody Allen, Louis Armstrong, Montserrat Caballé, José Carreras, Mariah Carey, Angelina Jolie, Karl Lagerfeld, Lang Lang, Sophia Loren, Gustav Mahler, Thomas Mann, Zubin Mehta, Luciano Pavarotti, die Rolling Stones, Liz Taylor und Bruce Willis. Michael Jackson wurde durch seinen Aufenthalt im Hotel Imperial so inspiriert, dass er das Lied „Earth Song“ schrieb. In der heutigen Zeit ergänzen sich der Musikverein und das Hotel Imperial perfekt. Viele weltbekannte Musiker sowie Maestri steigen im Hotel ab und genießen die kurzen Wege sowie die gute Küche des Hotels.

Kaiserlich wohnen

Wien Hotel Imperial Wien 

Die Fürstensuiten mit ihren sieben Meter hohen Räumen waren einst die privaten Zimmer von Prinz Philipp von Württemberg, die damals wie heute mit Stuck versehen und mit Parkett sowie wunderschön funkelnden Kristallleuchtern ausgestattet sind. Die prachtvolle Imperial Suite strahlt historischen Glanz aus, der sich in den barocken Spiegeln widerspiegelt. In den Maria-Theresia-Suiten findet man sehr individuell hier ein azurblaues Badezimmer und dort mehrere Ebenen – eine Selektion des Besonderen, bereichert durch opulente Luster, edle Stoffe und kostbare Antiquitäten. Der Inbegriff des absoluten Luxus ist es, eine Suite mit eigenem Butler, der einem 24 Stunden zur Verfügung steht, zu buchen. Bei all dem Luxus und perfekten Service wurde das Hotel Imperial 1994 von den Lesern von Condé Nast zum besten Hotel der Welt gekürt.

Restaurant Imperial

Wien Hotel Imperial Wien

Im Genusshimmel schwelgt, wer im Restaurant Imperial speist. Die Einrichtung ist traditionell und elegant. Unter den Bildern von Sisi oder Kaiser Franz Josef stehen die begehrtesten Tische. Ein geschulter und freundlicher Ober bringt als erstes ein kleines Tischchen für die Handtasche – egal, ob es sich um eine Kelly-Bag von Hermes oder um ein eher bescheidenes Täschchen von Zarah handelt. Nach einem Glas Champagner wird Brot und Butter gereicht, gefolgt von einem köstlichen Amuse Gueule. Der erste Gang ist dann ganz österreichisch – Zweierlei von der Gämse aus dem Villgratental mit Zirbenschnapsgelee. Das Gelee schmeckt tatsächlich wunderbar intensiv nach Zirbe. Die Weinempfehlung des Sommeliers – ein 2011 halbtrockener Grüner Veltliner Maulbeerpark vom Weingut F. Salomon-Gut Oberstockstall/Wagram – rundet diesen Gang perfekt ab. Als zweiter Gang werden Drautaler Kasnudeln mit Topfenfülle, brauner Butter und Minze serviert; gefolgt von einem Bodensee Felchenfilet auf cremiger Rollgerste mit aromatischen Ochsenherzkarotten. Geschmortes Backerl und gebratenes Karree vom Hausrucker Spanferkel mit Brünnerlinger Apfel-Weißkraut und Erdäpfelknödel werden als Hauptgang gereicht. Zum Dessert folgt eine „Mozartkuppel“ mit Mostbirne und Berberritzeneis.

Man gewöhnt sich sehr schnell an das Luxusprogramm, und der Abschied fällt schwer. Ohne Imperial Torte kann man natürlich nicht nach Hause fahren; die Spezialität des Hauses wird nach einem Geheimrezept aus Marzipan und Schokolade hergestellt. Sie ist so begehrt, dass sie handverpackt und versiegelt in schmucken Holzkistchen weltweit verschickt wird. Laut Legende kreierte ein Küchenjunge namens Franz-Xaver Loibner die Imperial Torte für Kaiser Franz Joseph I. zur Eröffnung des Hotels. Das Hotel Imperial feiert im Jahre 2013 sein 140-jähriges Bestehen und wird wie immer viele illustre Gäste anziehen.

Generaldirektor Klaus Christandl

Der Tag für den 45-jährigen Klaus Christandl, Generaldirektor des Hotels, beginnt nach diverser morgendlicher Routine zumeist mit dem Begrüßen und Verabschieden ankommender und abreisender Gäste an der Rezeption. Er nimmt sich oft und gerne Zeit für seine Gäste, obwohl sein Tag streng durchgeplant ist. Ganz wichtig ist ihm auch der Informationsaustausch mit den Angestellten, um etwaige Probleme bereits im Ansatz zu erkennen und beheben zu können.

Dem schönen Motto “Wünsche werden sofort erfüllt – Wunder dauern etwas länger“ trägt er mit seinen Mitarbeitern nach Kräften Rechnung. Die Ankunft der Stammgäste bereitet er persönlich vor. „Es ist wichtig, dass man für die Gäste da ist“, sagt Klaus Christandl. „Sie sollen das Gefühl haben, in gewisser Weise nach Hause zu kommen.“ Ganz besonderen Wert legt er auf den Service, da dieser dem Gast nachhaltig in Erinnerung bleiben und ihn an das Haus binden wird. Außerdem ist Klaus Christandl stolz, dass es im Hotel Imperial, das zu Starwood Hotels & Resorts gehört, so gut, wie keine Fluktuation gibt. Zufriedene Angestellte haben zudem eine positive Ausstrahlung. Klaus Christandl weiß, wovon er spricht, hat er doch mit Mandarin Oriental in Macao, auf den Philippinen und in Thailand Erfahrung gesammelt und dann in Dubai als Deputy General Manager gearbeitet. In Ägypten führte er 2007 das Sheraton Miramar zur Auszeichnung „Sheraton of the Year“ in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Seine Frau hat er in Macao kennengelernt, ist nun seit 20 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er hat zeigen können, dass man die Anforderungen und Aufgaben eines internationalen Hotel Managers sehr wohl mit einer Familie erfüllen kann. Und wie relaxed ein Generaldirektor? Klaus Christandl nutzt die endlosen Möglichkeiten, die Österreich und insbesondere Wien bieten und fährt in seiner Freizeit Ski, spielt Tennis und wandert sehr gerne in Niederösterreich sowie in der Steiermark.

ReiseTravel Fact: Die Leidenschaft für den Beruf liegt Klaus Christandl im Blut, und seine Weltoffenheit ist eine perfekte Ergänzung zu seiner Ausbildung. Wichtig für ihn ist es zuhören zu können. Nicht selber im Mittelpunkt stehen zu wollen, sondern den Gast in den Mittelpunkt zu stellen. Er nimmt sich Zeit, die Menschen zu verstehen.

Hotel Imperial, Kärntner Ring 16, A-1015 Wien, Tel.: +43-1-501100, +800-325-45454, www.imperialvienna.com

Das Hotel gehört zur Luxury Collection, einer Marke von Starwood Hotels & Resorts. The Luxury Collection ist ein exklusiver Zusammenschluss von Hotels und Resorts, die sich in den interessantesten und begehrtesten Destinationen der Welt befinden und ihren weit gereisten Gästen ein unvergessliches und authentisches Erlebnis bereiten. Jedes einzelne Hotel greift auf einzigartige Art und Weise die Besonderheiten und Traditionen des jeweiligen Standortes auf und gewährt so Zugang zur lokalen Historie und zu kulturellen Schätzen. Die Häuser der Luxury Collection sind bekannt für ihre Geschichte, ihre Architektur, ihr Interieur sowie ihre Kunst und binden einheimische Gebräuche und standorttypische Merkmale in das Erlebnis der Gäste ein. Dabei erfüllen sie jeden Wunsch mit herausragendem Service. Derzeit besteht die ursprünglich 1906 unter dem Namen CIGA gegründete luxuriöse Kollektion aus über 75 Hotels und Resorts in mehr als 30 Ländern, die alle den Ruf genießen zur Weltelite zu gehören. Zur Luxury Collection gehören zahlreiche preisgekrönte Hotels, die durch ihren unvergleichlichen Service, ihren Stil und ihre Klasse die Erwartungen der Gäste stets übertreffen. All diese Hotels, darunter zahlreiche Häuser, die mehrere Jahrhunderte alt sind, gehören zu den besten Hotels der Welt. Wie alle Marken von Starwood Hotels & Resorts nehmen auch die Hotels der Luxury Collection am renommierten Bonusprogramm Starwood Preferred Guest teil. www.luxurycollection.com - www.starwoodhotels.com

Hotel Imperial special: Gutes Essen ist wie große Kunst: Rupert Schnait ist ein Energiebündel, er sprüht nur so vor Ideen und er ist Mitglied im „Le Club des Chefs des Chefs“. Dem Club können nur Köche beitreten, die für einen Staatschef oder einen Monarchen kochen. Die Crème de la Crème der Köche: Der Club des Chefs des Chefs oder nur kurz C.C.C. genannt ist der beste Gastronomieverband der Welt.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Dräger ReiseTravel
 

Unsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Hotels & Restaurants. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. Co-Autorin des Beitrages ist Heidi Pfanzelt aus München.

Sehr geehrte ReiseTravel User, bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank. Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu

ReiseTravel aktuell:

Berchtesgaden

Berchtesgaden. Isabel hat ihre Finger ganz fest um den kleinen Vorsprung der Felswand geklammert. Auf zittrigen Knien hat sie die ersten 50 Meter...

Antalya

COVID-19 Urlaub in Antalya: In drei Stunden ist der Reisende mit dem Flieger aus Deutschland kommend in Antalya gelandet. Dann starten alle in die...

Kaèf Comics

ReiseTravel präsentiert Kaèf Comics: Bereits in seiner Kindheit fand Kaèf Zeichnen interessant. Mit sechs Jahren fielen...

Berlin

Pietät: Respekt und Ehrfurcht vor den Toten. Aktuell werden in der Bundeshauptstadt von den etwa 35.000 jährlich Verstorbenen fast die...

Balatonkeresztúr

Balatonkeresztúr: Archäologische Funde bestätigen, dass auch Kelten, Römer und Hunnen auf dem Gebiet des Dorfes lebten. Die...

Singapur

Singapur ist eine Stadt und ein Staat: Die „Löwenstadt“ ist einer der kleinsten Staaten der Welt. Der Name Singapur setzt sich aus...

Wolfsburg

Ein E-Auto für die Welt: Im Vergleich zu ihm erscheint der kompaktere ID 3 wie eine Fingerübung. Der Volkswagen ID 4, ein neuentwickeltes...

Rom

Er kann auch leise: Ferrari: Die Autos dieser im Rennsport gestählten Marke sind aggressiv, dominant, teilweise auch brutal. Subtilität und...

Minsk

Der Staatsapparat reagiert mit äußerster Brutalität. Zwei der drei Oppositionsführerinnen, darunter die Spitzenkandidatin...

Spremberg

Spremberg von oben: Bundestagsabgeordnete werden durch Wahlen gewählt. Dr. Klaus-Peter Schulze (MdB) wurde im Wahlkreis 64...

ReiseTravel Suche

nach oben