Berlin

Trends in der Schönheitschirurgie

Drei Experten berichten: Dr. Joachim Graf von Finckenstein, Prof. Dr. Peter Brenner und Dr. Jan Restel, Fachärzte für Plastische Chirurgie des Klinikverbundes Clinic im Centrum, geben einen Überblick über aktuelle Trends in der Plastischen Chirurgie.

Die Antwort auf die Frage „Was ist Schönheit?“ lautet im 21. Jahrhundert: Harmonie. „Der allgemeine Trend geht dabei in Richtung der natürlichen Ästhetik“, so Prof. Dr. Brenner, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in der Clinic im Centrum Sylt. Künstlich wirkende oder extreme Ergebnisse sind auch international inzwischen unerwünscht, ebenso Spuren des Eingriffs wie beispielsweise Narben. Allgemein ist eine klare Entwicklung hin zu minimalinvasiven Eingriffen zu verzeichnen, worauf die Hersteller mit der Einführung immer intelligenterer Produkte und Geräte reagieren. „Auffallend ist, dass sich das Schönheitsideal zunehmend globalisiert“, so Dr. Graf von Finckenstein aus der Clinic im Centrum München/Starnberg, der zahlreiche internationale Kongresse – unter anderem auch in Asien – wahrnimmt. Eindeutig bevorzugt wird dabei der europäische Look. Was das Alter der Patienten betrifft, bilden mit einem Anteil von rund 35 Prozent überraschenderweise junge Menschen zwischen 18 bis 30 die größte Kundengruppe der Plastischen Chirurgen. Sie wünschen sich meist Körperformende und ausgleichende Maßnahmen wie Brustvergrößerungen oder Fettabsaugungen. Die zweitgrößte Gruppe (23 Prozent) besteht aus Patienten um die 40 bis 50 Jahre, die unter Alterserscheinungen wie Falten und erschlafftem Gewebe leiden. Sie interessieren sich vorwiegend für verjüngende Eingriffe wie Faltenunterspritzungen, Augenlidkorrekturen oder Body Lifts.

Die Trends

1. Gesicht

Künstliche Lachgrübchen: Ein Lächeln wirkt attraktiv und sympathisch, besonders, wenn sich der Bereich um den Mund dabei in niedliche Grübchen legt. Künstliche Lachgrübchen sind daher neuerdings nicht nur unter Promis sehr gefragt. Bei dem Eingriff wird die obere Hautschicht mit einem winzigen Schnitt an die darunter liegende genäht. Einziges Problem: Die Grübchen sind ständig zu sehen – auch dann, wenn einem mal gerade nicht zum Lachen zumute ist. Davon abgesehen ist noch nicht bekannt, wie die künstlichen Grübchen aussehen, wenn im fortgeschrittenen Alter die Festigkeit des Gewebes nachlässt und sich Falten bilden.

Nasenkorrektur: Adlernasen stehen für Bösartigkeit, während lange Nasen gerne mit Gerissenheit assoziiert werden. Wenn der positive Ersteindruck am Riechorgan scheitert, kann eine Nasenkorrektur hilfreich sein. Der Trend geht dabei weg vom klassischen Hollywood-Stupsnäschen hin zu kleineren, feinen Nasen, die mit Gesicht und Gesamterscheinungsbild harmonieren. Dr. Jan Restel, Nasenspezialist der Clinic im Centrum Düsseldorf: „Nasenkorrekturen sind ein Dauerbrenner in der Plastischen Chirurgie. Dabei sind individuelle Lösungen wesentlich gefragter als die ‚Einheits-Nase', die einige Chirurgen gegenwärtig im Angebot haben.“

Faltenbehandlung mit minimalinvasiven Methoden: Immer mehr Menschen lassen sich Mimikfalten mit Botulinumtoxin wegspritzen. In den USA und in der Schweiz ist die Anzahl der Behandelten 2009 um 450 Prozent gestiegen, während im Gegenzug die für operative Facelifts drastisch zurückging. Dabei gibt es hinsichtlich der Altersklasse eine Trendwende zu verzeichnen. Die Patienten beginnen immer früher mit der Therapie – denn wenn sich die Fältchen erst einmal zu Furchen entwickelt haben, wird es schwierig, mit minimalinvasiven Methoden ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erreichen.

2. Hände

Die Haut an den Händen ist dünn und besitzt kaum Unterhautfettgewebe. Daher ist sie besonders anfällig für Umwelteinflüsse. Auch der persönliche Lebensstil zeichnet sich an den Händen oftmals schon in jüngeren Jahren deutlich ab. Die Schönheitschirurgie hat nun auch für dieses Problem eine Lösung gefunden: Handverjüngung. Mit Microdermabrasion und Laser gegen Altersflecken und Narben, Eigenfettbehandlung bei erschlafften Handrücken, Verödung übermäßig hervortretender Venen – die Liste der Möglichkeiten ist lang.

3. Brust

Während einst der knabenhafte Look „in“ war, wagen europäische Frauen heute wieder mehr Weiblichkeit. Brustvergrößerungen zählen deshalb zu den häufigsten plastischen Eingriffen bei Frauen. Auch im interkulturellen Vergleich, bei dem auch in diesem Fall der europäische Look tonangebend ist, wird diese Entwicklung deutlich: Während es beispielsweise in Brasilien in den 90er Jahren einen Trend zur Brustverkleinerung gab, geht die Tendenz nun entsprechend zu einer eher größeren Oberweite.

Allgemein sind beim Einsetzen von Brustimplantaten endoskopische Eingriffe im Kommen. Dabei wird zum Beispiel über den axilliären (über die Achsel) Zugang oder über einen Schnitt um den Brustwarzenhof herum implantiert. Auf diese Weise bilden sich kaum sichtbare Narben.

Ebenfalls im Trend: Brustvergrößerungen ohne dauerhafte Implantate. Anstelle des Silikonkissens kommt hier eine spezielle, großflächig injizierbare Hyaluronsäure (Macrolane) zum Einsatz. Auf diese Weise ist eine dezente Brustvergrößerung um maximal eine BH-Größe möglich. Nachteil: Nach sechs bis 12 Monaten lässt die Wirkung spürbar nach. Das Ergebnis für den stolzen Preis von zwischen 3.000 und 5.000 Euro ist somit von relativ kurzer Dauer.

4. Bauch und Hüfte

Auch wenn das Twiggy-Ideal inzwischen nicht mehr en vogue ist, sind Fettansammlungen an Bauch und Hüften (die so genannten „Lovehandles“) fast immer unerwünscht. „Fettabsaugungen gehören sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu den häufigsten plastischen Eingriffen“, erklärt Prof. Brenner. Moderne Methoden wie die wasserstrahlassistierte Liposuktion (WAL) arbeiten dabei besonders sanft und erzielen innerhalb kurzer Zeit ein deutlich wahrnehmbares Ergebnis. Aber auch mit sanften Mitteln lässt sich die Figur optimieren: Die Endermologie (LPG) kann erfolgreich unschöne Orangenhaut bekämpfen. Acht bis zwölf Sitzungen pro Monat genügen. Immer mehr in Mode kommt zurzeit außerdem die Ultraschall-Fettabsaugung (zum Beispiel „Ultra Shape“). Diese Methode wirbt damit, ohne Eingriff, Narbenrisiko und Schmerzen eine schöne, schlanke Silhouette zu erzielen, indem sie per Ultraschall das Fett ganz einfach zum Schmelzen bringt. Pro Sitzung kann allerdings leider nur maximal eine handgroße Fläche behandelt werden. In der Regel sind zehn Behandlungen nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen – bei ca. 600 Euro pro Sitzung ein teuerer Spaß. Auch die Nebenwirkungen sind nicht ohne: Die abgestorbenen Fettzellen verbleiben im Körper und müssen von diesem abgebaut werden, was Leber und Nieren belasten kann. Langzeitstudien zur Ultraschall-Fettabsaugung liegen noch nicht vor.

5. Beine

Besonders nach der Menopause kann es bei Frauen zu einer Erschlaffung des Oberschenkelgewebes kommen. Diesem Phänomen rückt die Plastische Chirurgie mit einem Oberschenkel-Lift (Thigh-Lift) zu Leibe. „Häufig führen wir den Eingriff auch im Zusammenhang mit einem Total Body Lift durch, bei dem Bauch, Beine, Po und Hüften zugleich gestrafft werden“, so Prof. Dr. Brenner. Kleine Makel wie leichte Dellen können auch minimalinvasiv durch die Injektion von Hyaluronsäure, zum Beispiel Macrolane, ausgeglichen werden.

6. Po

Ein knackiger, runder und straffer Po verheißt Sexappeal. Mithilfe von Poimplantaten können Plastische Chirurgen dem Gesäß neues Volumen verleihen. Der Eingriff erfolgt üblicherweise stationär. Die ersten Tage nach der Operation sind in der Regel für die Patienten etwas unangenehm, doch die meisten von ihnen erholen sich rasch. Das Ergebnis hält bis zu 10 Jahre vor. Danach sollten die Implantate ausgetauscht werden.

Bei der Wahl des Arztes gilt es, auf die richtige Facharztbezeichnung zu achten. Ein Plastischer Chirurg ist im gesamten Spektrum der Ästhetischen Chirurgie ausgebildet. Er sollte eine möglichst langjährige Berufserfahrung und eine nachweisbare Anzahl an Eingriffen vorweisen können. www.clinic-imcentrum.de

 

Clinic im Centrum: Unter der Marke Clinic im Centrum (CiC) werden 42 Standorte in Europa – davon 38 in Deutschland – geführt. Die rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie haben sich mit ihren Kliniken und Praxiskliniken zu dieser Markenkooperation, die der Qualitätssicherung im Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie dient, vereinigt. Dies ist einzigartig in Deutschland.

CiC repräsentierte im Jahr 2009 mit allen angeschlossenen Standorten einen Gesamtumsatz in Höhe von 102 Millionen Euro, resultierend aus 38.000 chirurgischen und minimalinvasiven Eingriffen. Da der Trend der steigenden Nachfrage nach plastischästhetischer Chirurgie anhält, wird für das Jahr 2010 ein weiterer Anstieg der Zahlen erwartet. Der Premium-Anspruch von Clinic im Centrum begründet sich sowohl in en Aufnahmekriterien als auch in einem einheitlichen Qualitätsmanagement an allen Standorten nach den Richtlinien der DGÄPC (Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch Plastische Chirurgie, älteste Fachgesellschaft auf diesem Gebiet) sowie durch die Anzahl und die Zusammensetzung der Markenkooperation.

 

Von Naciye Schmidt und Ulrike Seibold, www.mit-schmidt.de 

 

 

 

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