Taschkent

Der am 30. Januar 1938 geborene usbekische Staatspräsident Islom Karimov ist völlig überraschend am 2. September 2016 verstorben.

Neu Wahl Vorbereitung: S. E. Herr Botschafter Dr. Durbek Amanov lud in die Usbekische Botschaft in Berlin ein. Das zentralasiatische Land an der Seidenstraße wählt demnächst ein neues Staatsoberhaupt. Das Thema des Rundtischgesprächs lautete: „Demokratische Standards zur Vorbereitung und Durchführung der Präsidentschaftswahlen in der Republik Usbekistan.“

Aus Usbekistan angereist kam Prof. Dr. Akmal Saidov. Er ist „Vorsitzender des Ausschusses für demokratische Institutionen, nicht staatlicher Organisationen und Selbstverwaltungsorgane der Bürger der Gesetzgebungskammer des Oliy Majlis (Parlament) der Republik Usbekistan.“

Moderiert wurde das Rundtischgespräch von Prof. Dr. Edgar Klose, er ist 1. Vorsitzenden des „Märkischen Instituts für Technologie- und Innovationsförderung e. V.“ (MITI) mit Sitz in Strausberg. Prof. Klose wies darauf hin: „Der Tod von Herrn Staatspräsidenten Karimov ist wirklich ein sehr schwerer Verlust für das Land. Er war es, der Usbekistan seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 sehr gut vorangebracht hat.“

Wahlen in Usbekistan

Der Botschafter erklärte, der zu Besuch in Berlin weilende Prof. Dr. Saidov habe Bundestagsabgeordneten aus allen Fraktionen persönlich den aktuellen Stand der Entwicklungen erklärt. Auch habe der hochrangige Gast aus Taschkent wichtige Gespräche mit Repräsentanten der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung geführt. Prof. Saidov sagte: „Zu Deutschland hat mein Land seit unserer Staatsgründung wirklich ausgezeichnete Beziehungen. Deutschland war eines der ersten Länder, das unsere Unabhängigkeit unterstützt und anerkannt hat. Erfreulicherweise sind wir mittlerweile in der internationalen Weltgemeinschaft angekommen und aufgenommen worden.“

Er belegte das anhand einiger Zahlen: 170 Staaten haben die Unabhängigkeit Usbekistans völkerrechtlich anerkannt. Zu 130 Ländern unterhält Usbekistan diplomatische Beziehungen. In Taschkent haben mehr als 60 Staaten ihre Botschaften eröffnet. Usbekistan hat in 44 Ländern diplomatische Vertretungen errichtet. Dort sind Botschafter, Konsuln und ständige Vertreter für die usbekischen Interessen im Ausland und an internationalen Organisationen ständig im Einsatz. Über 200 internationale Verträge wurden seit der Unabhängigkeit ratifiziert. In Usbekistan kann man über 40 kulturelle Zentren vorweisen, darunter auch das deutsche. 16 große Religionen leben friedlich im Land und können sich allesamt frei entfalten.

„Der plötzliche Tod des Staatspräsidenten hat uns Usbeken allesamt sehr traurig gemacht. Nun müssen wir zum Wohle des Landes unser Augenmerk aber nach vorne richten und ein neues Staatsoberhaupt wählen. Dazu werden wir wie bei allen vorangegangenen Wahlen zuvor geschehen auch wieder zahlreiche neutrale Wahlbeobachter aus aller Welt zu uns einladen“, so Prof. Akmal Saidov.

Unter den geladenen Gästen traf man u. a. den Ehrenpräsidenten der „Preußischen Gesellschaft“, Dipl.-Ing. Volker Tschapke an. Er teilte mit: „So schmerzlich, ja so grausam der Tod des Staatspräsidenten Herrn Karimov auch ist, das Leben muss weitergehen. Da hat Herr Prof. Saidov mit seinen Ausführungen absolut Recht. Ein Land kann nicht im Stillstand verharren, weil der Präsident verstorben ist. Was im kleinen Rahmen gilt, gilt auch für den Staat. Stirbt in einer Familie beispielsweise überraschend der Vater, kann die Mutter von zwei heranwachsenden Kindern nicht regelrecht alles stehen und liegen lassen für unbestimmte Zeit. Die Kinder müssen weiterhin versorgt werden, sauber und adrett zur Schule gehen und dergleichen viel mehr. So lässt es sich auch auf ein Land übertragen.“ Der ehemalige Pankower Bezirksbürgermeister Alexander Lubawinski (SPD) gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Der Parlamentarier sagte: „Seit der Unabhängigkeit hat Usbekistan große Fortschritte gemacht. Daher wünsche ich dem usbekischen Volk, dass der Nachfolger von Herrn Karimov das Land weiterhin gut führt und dass die sehr guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern aufrechterhalten bleiben.“ www.uzbekistan.de

ReiseTravel Fact: Usbekistan trauert um seinen Präsidenten. Das ist verständlich, zumal Islom Karimov seit Staatsgründung 1991 im Amt war. Der erste Staatspräsident zu sein ist immer eine große Ehre und Besonderheit, bei jedem Land. Stirbt der Papst beispielsweise, endet damit ja nicht automatisch der Katholizismus. Es wird ein neuer Papst gewählt, der ja auch zugleich Staatspräsident des Vatikanstaates ist. So ist nun man der Lauf der Dinge. Der Tod gehört genauso zum Leben eines jeden Menschen wie die Geburt. Nicht allen politisch verantwortlichen Menschen ist beschieden, das ihnen anvertraute Amt immer bis zum Ende einer Wahlperiode ausüben zu können.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Volker T. Neef.  

Volker T. Neef by ReiseTravel.euUnser Autor berichtet aus der Bundeshauptstadt und ist in Berlin wohnhaft.

Sehr geehrte ReiseTravel User, bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank. Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu

ReiseTravel aktuell:

Giorgio Romano Schutte

Lula bleibt bei seinem Nein. In der vergangenen Woche betonte Brasiliens Präsident Luiz Inácio da Silva bei seinem Staatsbesuch in China...

Insel Usedom

Alle Urlauber auf der Insel Usedom – egal wo sie ihr Quartier aufgeschlagen haben – lassen sich von der Promenade begeistern, die an der...

Zundert

Vincent van Gogh wurde am 30. März 1853 in Zundert geboren. Nach dem Tod seines älteren Bruders und Namensvetters ist er der Zweite...

Prof.Dr.Klaus Kocks

Prof. Dr. Klaus Kocks - Logbuch Unser Autor Prof. Dr. Klaus Kocks ist Kommunikationsberater (Cato der Ältere) von Beruf & Autor aus...

Hannover

Reisen & Speisen: Hannover ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort und Shopping ist angesagt. Ein Besuch der „Metropole“ sollte...

Varna

Nach gut zwei Jahren erzwungener Corona Zurückhaltung boomt das Reisen. Endlich raus aus den eigenen vier Wänden. Neue Reiseziele...

Tokio

Von zeitloser Anmut: Nicht immer hatte man im Toyota-Konzern in der Vergangenheit ein glückliches Händchen, wenn es um das Styling von...

Köln

Der Elektrische aus Köln: Der Neue trägt einen bekannten Namen, und ist doch ganz anders. Der Ford Explorer, der im Herbst zu den Kunden...

Freyburg Unstrut

Seit über 160 Jahren knallen in Freyburg (Unstrut) die Rotkäppchen Sektkorken. Mit der neu eröffneten Erlebniswelt lädt der...

Berlin

Olivenöl ist zu einer unverzichtbaren Zutat geworden, die den Geschmack jeder Küche bereichert und ihr eine gesunde und schmackhafte Note...

ReiseTravel Suche

nach oben