Dobel

Leder als ein Geschenk der Natur: Leder-Wappen vom Hobby Künstler Michael Hoppe

Leder: „Es ist haltbar, flexibel und robust“, erklärt Michael Hoppe, der das Naturprodukt Leder als schmückendes Element für attraktive Unikate zu kunstvollen Wappenemblemen und Kissen mit Rückenstütze verarbeitet. 

„Nappaleder“, so Hoppe, „ist ein wunderbarer Werkstoff. Etwas lebendiges, dauerhaftes und zudem etwas natürliches, das in der Regel nur für Handschuhe, Handtaschen oder edle Schuhe verwendet wird.“ Seit sechzehn Jahren fertigt der Hobbykünstler aufwendige Unikate für prominente Auftraggeber in seiner Leder-Wappen-Manufaktur auf dem Dobel im Nordschwarzwald. 

Michael Hoppe sitzt in einer kleinen Werkstatt auf dem Dobel, die er stolz sein Atelier nennt. Hier erklärt er freudestrahlend mehr über sein Hobby, bei dem seine Frau Elke gerne helfend mitwirkt. Ja, sein Hobby! Denn der Ruheständler hat sich im Nordschwarzwald eine Oase geschaffen, in der er Freunde, Kunden und Bekannte empfängt und zudem die Möglichkeit hat, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Seit 2003 entwickelt und gestaltet Hoppe kunstvolle Leder-Unikate für prominente Auftraggeber.

Aktuell hat das Landeswappen für Baden-Württemberg die Werkstatt verlassen, um an eine Persönlichkeit aus der Politik überreicht zu werden. „Wir machen das, weil es uns einfach Freude bereitet“, schmunzelt Michael Hoppe und bestätigt, „die Wappen aus unserer kleinen Liebhaber-Werkstatt sind Unikate, die auf ausschließlich Bestellung gefertigt werden.“

Mittlerweile fertigt Hoppe auch Familienwappen aus Leder für Liebhaber im In- und Ausland und seine nächste Arbeit wird sogar bis nach Asien reisen.

Michael Hoppe fertigt Leder-Wappen

Michael Hoppe Leder-Wappen by ReiseTravel.eu

Einzigartige Ledermanufaktur

Das kleine Atelier mit Schaufenster liegt in einer Seitenstraße des Höhenluftkurortes Dobel und ist Mittwoch und Samstag von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Umgeben von dem unnachahmlichen Lederduft zieren Wappen, Tiersilhouetten, Sportarten oder Fantasielandschaften seine Lederkunstwerke. Hierbei handelt es sich überwiegend um Kissen, die nach Aussage des Künstlervaters auch noch eine praktische Funktion erfüllen: „Unsere spezielle Kissenfüllung dient wohltuend der Rückenstütze“ argumentiert Hoppe, der sich gerade sein Lieblingskissen mit dem Dobler Wappen zurechtrückt, um völlig entspannt das Interview zu führen. 

Zusatznutzen

Alles ist Hobby. Der fachkundige Spezialist hat sich schon längst aus seinem Produktionsbetrieb für Reitsportkleidung zurückgezogen. Seit über zwei Jahrzehnten wohnt er in Bad Herrenalb und seit 2003 hat er sein Atelier in der Wildbader Straße Nummer 24, der ehemaligen Schusterwerkstatt von Familie Hummel.

„Meine ersten Lederarbeiten sind dank einer Idee meiner Frau entstanden“, argumentiert Hoppe, der nach der Auflösung seines Fachbetriebes noch viele Lederreste aufbewahrt hatte, um für eventuelle Reparaturen seiner ehemaligen Kunden gerüstet zu sein. „Als ich 2003 die Lederreste entsorgen wollte, war meine Frau schlichtweg dagegen.“ Für sie waren die Naturstoffe zu kostbar, um einfach im Müll zu landen. Also entstand die Idee, aus einzelnen Lederresten fantasievolle Objekte zu entwickeln, die zum einen dekorativ und zum anderen auch noch nützlich sein sollten. 

Seine Frau Elke appellierte an die künstlerisch kreative Ader ihres Mannes. Und er nutzte die Eigenschaften des wertvollen Naturproduktes für eine neue Idee: Leder, das sich zum einen durch die Körpertemperatur erwärmt und zum anderen formstabil bleibt, ist für Hoppe die ideale Grundlage um den Rücken zu stützen, der auf den oftmals nachgiebigen Sofaecken gerne in eine Schieflage gerät, was auf Dauer zu Unwohlsein führt.

Lederkunst Unikate

„So sind unsere Lederkissen entstanden!“ Hoppe schmunzelt und zeigt eines seiner ersten Modelle. „Das waren einfache Kissen mit maximal 10 Schnittteilen“. Doch die Farbenpracht alleine genügte dem Künstler nicht. Nur mal eben so Quadrate in verschiedenen Farben zu arrangieren war seinem Anspruch nicht genüge getan. Also wurde getüftelt und wie ein Puzzle verschiedene Motive und Farben in Einlegearbeit (Intarsien) zusammengefügt. Gefragt ist dabei eine große Fingerfertigkeit und noch mehr Geduld. Die einzelnen Lederstücke, die je nach Qualität in verschiedenen Stärken vorliegen, müssen sorgfältig ausgeschnitten sein, um final eine glatte Oberfläche zu ergeben.

Sichtlich stolz präsentiert der Lederkünstler verschiedene Fotos mit aufwendigen Wappen. Bei diesen Arbeiten wird das Leder als Gesamtkunstwerk inszeniert und das Wappen meist in einem Goldrahmen gehalten, denn Liebhaber haben längst schon erkannt, dass die Handarbeit des Fachmannes auch an der Wand glänzen kann. „Es gibt Vorlagen, dabei ist so manches „Fitzelchen“ nicht größer als ein fünf Cent Stück“, erklärt der Fachmann, der den aufwendigen Werdegang erläutert: Zunächst wird ein Schnittmuster erstellt. Dann werden die Lederfarben zugeordnet und das Schnittmuster auf das Leder übertragen. „Leder ist sehr unterschiedlich in seiner Elastizität. So ist das Leder vom Rückenteil eines Tieres fester als ein Leder vom weitaus weicheren Bauchteil. Somit müssen die von Hand exakt ausgeschnittenen Lederstücke zuerst auf einem dünnen Trägermaterial verklebt werden, um dann final ein ebenmäßiges und glattes Kunstwerk entstehen zu lassen.“ Diese Puzzlearbeit benötigt eine ruhige Hand. Schließlich müssen die Lederstücke millimetergenau aneinanderpassen. Erst dann wird jedes Lederteilchen Stich für Stich aufgenäht. Das ist Präzisionsarbeit – Made in Dobel. 

Da es keine Webseite gibt, ist ein Besuch im Lederatelier auf dem Dobel empfehlenswert oder eine telefonische Absprache über 0171 – 7183992 nutzbringend.

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Sabine Zoller.

Sabine Zoller by ReiseTravel.euSabine Zoller lebt im Schwarzwald. Als freie Journalistin schreibt sie für verschiedene online Portale, Magazine und Tageszeitungen. Kultur, Handwerk und Brauchtum fasziniert Sie ebenso wie gute Küche und Natur. Ihre Berichte beschäftigen sich mit historisch attraktiven Themen, landschaftlich reizvollen Regionen und lukullisch attraktiven Stationen und machen Lust auf Reisen.

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