Dubai

Die Dubai Expo 2020 in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Persischen Golf war die erste Weltausstellung, die in einem arabischen Land veranstaltet wurde

Das Motto der Expo war "Gedanken verbinden, die Zukunft gestalten". Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Expo um ein Jahr verschoben und erst 1. Oktober 2021 eröffnet und am 31. März 2022 beendet. Nach der Weltausstellung wird das Expo-Gelände nun zu einer Smart City umgebaut und den Namen "District 2020" bekommen.

Al Wasl Plaza

Al Wasl Plaza fungierte als zentraler Platz und Verbindungsort mit den Themenarealen

Auf dem Expo-Gelände, das von über 200.000 Bauarbeitern, hauptsächlich aus Indien, Bangladesch, Pakistan und mehreren afrikanischen Staaten, konstruiert wurde, fanden Pavillons für 192 Teilnahmeländer Platz. Das ist mehr als in den vorigen Weltausstellungen. Trotz der Corona-Pandemie wurden über 24 Millionen Expo-Besucher registriert. Nach Indern stehen Deutsche, was die Besucherzahl betrifft, an zweiter Stelle.

Schon seit einigen Jahrzehnten befanden sich Dubai und gleichzeitig sämtliche Vereinigten Arabischen Emirate in der Entwicklungsphase, ihre Wirtschaft von Ölexporten unabhängiger zu machen. Dubai hat sich bereits als vitaler Geschäfts- und Wirtschaftsstandort im westlichen Asien behaupten können. Der Tourismus als wichtige Einnahmequelle wurde durch die Expo mit ihren Millionen an neuen Besuchern zusätzlich gestärkt und gesteigert. Aufgrund der Expo wurden auch mehrere neue Hotels in Dubai gebaut.

Das in der Wüste gebaute Expo-Gelände wurde schon früh durch unterschiedliche Verkehrsmittel mit der Stadt verbunden. Neue Straßen wurden gebaut und Dubais modernes und sauberes, fahrerlos funktionierendes Metrosystem erhielt eine neue Linie zum Expo-Gelände. Bequem kann man jetzt vom Expo-Gelände aus das Stadtzentrum, zwei Flughäfen und den Hafen von Dubai erreichen.

Schon vor dem Bau des Weltausstellungsareals bestand die Absicht, dass die Länder-Pavillons nach Ende der Ausstellung nachhaltig rückgebaut werden sollten und die Gebäudeteile widerverwendbar sein müssten. Geplant ist, dass einige Länder-Pavillons, zum Beispiel der vom Architekten Santiago Calatrava für das Gastland entworfene Pavillon, auch nach der Ausstellung stehen bleiben dürfen. Ebenso nicht abgerissen wird die 65 m hohe, 150 m im Durchmesser und 2.500 Tonnen wiegende Kuppel von Al Wasl Plaza der als zentraler Platz und Verbindungsort mit den drei Themenarealen "Möglichkeiten", "Mobilität" und "Nachhaltigkeit" während der Expo-Schau fungierte.

Von Architekten Santiago Calatrava entworfener Pavillon

Von Architekten Santiago Calatrava entworfener Pavillon darf auch nach der Weltausstellung stehen bleiben

Der Umbau des Expo-Geländes zur smarten Stadt "District 2020" hat schon begonnen. Die ersten Einwohner können im Oktober 2022 einziehen. "District 2020" soll eine sogenannte 15-Minuten Stadt werden: Arbeiten, Bildung, Kultur, und Shopping werden in "District 2020" ohne pendeln und ohne lange Fahrten hin zu anderen Stadtteilen Dubais möglich sein. "District 2020" wird fußgängerfreundlich sein und das vorhandene Radwegenetz wird vergrößert. Die neue smarte Stadt wird auch ein autonom funktionierendes Transportsystem bekommen.

Das Gesamtfläche von "District 2020" wird anfangs zwei Quadratkilometer betragen. Obwohl fast alle Länder-Pavillons abgebaut werden, werden noch 80 % anderer Gebäude, die zur Zeit auch anderweitig genutzt werden, auf dem Expo-Gelände stehen bleiben. Reserviert sind 65.000 Quadratmeter für Wohnbereiche, 45.000 Quadratmeter für kommerzielle Nutzung und 45.000 Quadratmeter für Grünflächen. Geplant ist, dass alle Gemeinschaftsgebäude in der weltweit verwendeten vierstufigen Klassifizierung der Nachhaltigkeitszertifizierung den dritthöchsten LEED Gold-Standard erreichen sollen.

In der Welt gibt es mehrere geplante Smart-City-Projekte. "District 2020" unterscheidet sich von den meisten dieser Planungen insofern, dass es schon realisiert wird. Jedoch wird erst die nähere Zukunft zeigen, wie nachhaltig und umweltfreundlich die Bauten und wie ressourcenschonend das gesamte Areal von "District 2020" tatsächlich sein werden.

Ein Beitrag für ReiseTravel mit Fotos von Markku Rainer Peltonen

Markku Rainer PeltonenUnser Autor stammt aus Finnland. Er studierte in Berlin: Dipl.-Ing. (Architektur), TU Berlin; M.A. (Altamerikanistik), FU Berlin. Er arbeitet als freier Journalist und Fotojournalist.

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