Berlin

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus COVID-19 haben sich das Bundesgesundheits- und das Bundeswirtschaftsministerium dafür ausgesprochen, die ITB Berlin abzusagen.

Die ITB Berlin 2020 findet nicht statt: Das zuständige Gesundheitsamt von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin hat die Auflagen zur Durchführung der Veranstaltung heute am 28.02.2020 (18:27 Uhr) stark erhöht.

Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben.

Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar.

Die Messe Berlin hat seit Wochen darauf hingewiesen, dass die Entscheidung über die Durchführung oder Absage von Großveranstaltungen nur auf der Grundlage der Empfehlung bzw. Anweisung der zuständigen Fachbehörden erfolgen kann. Nur diese verfügen über alle notwendigen Informationen und Fachkenntnisse, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dr. Christian Göke, CEO der Messe Berlin GmbH, sagte: „Die ITB Berlin ist mit mehr als 10.000 Ausstellern aus über 180 Ländern für die weltweite Tourismusbranche von herausragender Bedeutung. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gäste, Aussteller und Mitarbeiter sehr ernst. So blicken wir schweren Herzens auf die jetzt notwendig gewordene Absage der ITB Berlin 2020.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Messe Berlin Wolf-Dieter Wolf erklärt: „In ihrer mittlerweile 54-jährigen Geschichte haben die ITB Berlin und die Messe Berlin noch keine vergleichbare Situation erlebt. Wir danken allen Ausstellern und Partnern auf der ganzen Welt, die der ITB Berlin in den vergangenen Tagen und Wochen beigestanden haben und freuen uns auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Markt.“ www.messe-berlin.de - www.itb-berlin.de - www.itb-kongress.de

visitBerlin: Geschäftsführer Burkhard Kieker zur Absage der ITB Berlin 2020: „Die Messe Berlin hat entschieden, die ITB abzusagen. Hintergrund sind die erhöhten Auflagen des Gesundheitsamts, um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Die Verantwortlichen reagieren damit auf die aktuellen Sorgen in Teilen der Bevölkerung und in der Branche. Die erstmalige Absage der ITB zeigt, vor welcher Herausforderung die Reisebranche durch den Corona-Virus steht. Berlin und seine Gastgeber bedauern die Absage, haben jedoch Verständnis, obwohl es bisher in Berlin noch keinen nachgewiesenen Corona-Fall gibt. Wir hoffen, dass sich die Situation sobald wie möglich entspannt."

Dieter Hütte, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, zur Absage: „Die ITB ist weltweit die wichtigste Veranstaltung der Tourismusbranche. Wir bedauern es daher sehr, dass sie in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Für die Messe Berlin war dies eine Extrem schwierige Entscheidung. Wir möchten ihr dafür unseren Respekt aussprechen. Wir finden die getroffene Entscheidung nachvollziehbar und richtig. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von Partnern am Messestand sowie aller Messegäste von nah und fern haben Vorrang. Auch wir haben unseren Messeauftritt viele Monate lang vorbereitet. Aber welchen Charakter hätte die Messe nach den zahlreichen Absagen von Ausstellern und Fachbesuchern und unter diesen angespannten Vorzeichen denn gehabt? Den wirtschaftlichen Schaden können wir im Moment noch nicht beziffern, aber das ist in der jetzigen Situation für uns zunächst auch sekundär.“

ReiseTravel Fact: Zur ITB wurden ursprünglich rund 160.000 Besucher aus aller Welt erwartet. Sie alle hätten nach den neuen Auflagen an den Eingängen der Messe kontrolliert werden müssen. Ein schwer vorstellbares Unterfangen und dennoch keine Garantie für eine coronavirus-freie ITB. In den letzten Tagen hatten bereits eine ganze Reihe von Ausstellern und Fachbesuchern ihre Teilnahme aus Sorge um die Gesundheit abgesagt und Forderungen an die Messe, die ITB komplett abzusagen, wurden lauter.

Ob die ITB eventuell später im Jahr nachgeholt wird, dazu äußert sich die Messegesellschaft nicht.

Ein Beitrag der ITB Redaktion ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher

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