Innsbruck

Kristallwelten Wattens bei Innsbruck und Zotter Schokoladen-Manufaktur Riegersburg bei Graz

Reiseziel: Ausflügler außerhalb der Hochsaison können in Innsbruck genauso wie in Graz nicht viel falsch machen: Beide Städte genießen zu Recht ein sehr gutes Image, haben hübsche Innenstädte mit viel Kultur und besondere Schmankerl für „Spezialisten“ in unmittelbarer Umgebung: So bieten die Kristallwelten in Wattens nahe Innsbruck eine einzigartige Verbindung von Kunst mit mehr oder weniger echten Steinen und sind damit seit der Eröffnung 1995 mit 15 Millionen Gästen in die Liste der beliebtesten Ziele unter Österreichs Besucher-Attraktionen aufgestiegen - gleichauf mit Klassikern wie das Schloß Schönbrunn in Wien oder Mozarts Geburtshaus in Salzburg.  

In derselben Liga spielt die Familie Zotter in Riegersburg östlich von Graz: Ihr Umgang mit dem Thema „Schokolade“ überzeugt die härtesten Zucker-Hasser. Wir reden von 400 verschiedenen Sorten und von einer bunten Ausflugswelt rundherum.

Kristallwelten Wattens by ReiseTravel.eu

Die Kristallwelten

Das zweite Frühstück im Sterne-Restaurant noch vor der Kasse überzeugt, die Snacks im „Dicken Bus“ nahe beim Eingang ebenso (zwei Preisgruppen tiefer). Durch einen Park mit Wolken aus Kristallglas erreicht man frisch gestärkt 17 so genannte Wunderkammern, in denen renommierte Künstler und Architekten aus aller Welt ihren Zugang zum vielseitigen Medium „Kristall“ visualisieren konnten. Ganz am Anfang stand André Heller als erster Erfinder. Er bekam zum 100-jährigen Firmenjubiläum von der Besitzer-Familie den Auftrag, etwas gang Besonderes zu schaffen - seit 1995 ständig weiterentwickelt und ergänzt in Richtung Gesamtkunstwerk für die ganze Familie. Hat geklappt. Manchmal macht es die schiere Menge - so entstand ein Kristallbaum aus 150.000 Bausteinen und die Kristallwolke aus Draht und 800.000 Kristallen.

2019 kam u. a. das „Carousel“ vom spanischer Designer Jaime Hayon dazu, 6,5 Meter hoch mit Platz für 28 Mitfahrer. 15 Millionen Kristalle – mehr geht wirklich nicht - sorgen beim Drehen für eine spannend-glitzernde Optik und für nostalgisches Licht. Wie alle anderen Attraktionen ist dieses Karussell ganzjährig nutzbar. Die neue Kristallwolke neben weiteren Installationen im 75.000 m² großen Garten ist der Hingucker schlechthin. 2019 neu hinzugekommen ist die 17. Wunderkammer, gestaltet von Yayoni Kusama, eine der bekanntesten zeitgenössischen Künstlerinnen aus Japan. Ihre „Infinity Mirror Rooms“ begeisterten schon fünf Millionen Besucher weltweit. Nur hier in den Kristallwelten gibt es nun ihre permanente Installation „Chandelier of Grief“. Kusamas Markenzeichen sind farbige Punkte, die sie auf Leinen, Skulpturen und auch auf Menschen malt.

In der „Blauen Halle“ funkelt der größte handgeschliffene Kristall der Welt mit 310.000 Karat, immerhin 62 kg. Bewegter gibt sich das „Mechanical Theatre“, in dem maschinengesteuerte Figuren ihre Geschichte erzählen. Der Kristall-Dom mit seinen 595 Spiegeln vermittelt den Eindruck, im Inneren eines Kristalls zu stehen. Der indische Stardesigner Manish Arora baute in seiner Wunderkammer eine glitzernde Treppe, die in den „Palast der Liebe“ führt. Das russische Künstlerduo „Famos“ übersetzte Bauwerke wie das Taj Mahal oder die Cheops-Pyramide in kristalline Schöpfungen. Die „Heroes of Peace“ als Hologramme in Lebensgröße können auch sprechen und ihre wichtigsten Botschaften in Erinnerung rufen - mit dabei Nelson Mandela, John Lennon oder Mahatma Gandhi.

Der grasbedeckte Kopf des Riesen mit Mini-Wasserfall als Mittelpunkt einer Gartenlandschaft - mit der imposanten Nordkette als Hausberg von Innsbruck im Hintergrund - und das grüne Labyrinth in Form einer Riesen-Hand zählen genauso wie der Alpengarten mit seltenen, zumeist geschützten Pflanzen zu den Lieblingen bei Familienausflügen. Der Spielturm bietet ein Kletternetz, Schaukeln, Rutschen und Schwingen und seit 2017 eine 25 m lange Kletterstrecke extra dazu. Seine Fassade ist, wer hätte das gedacht, aus 160 kristallinen Teilen zusammengesetzt.  

Kristallwelten Swarovski, Kristallwelten-Straße 1, A-6112 Wattens, Tirol. Tel. 0043-5224-51080. service.kristallwelten@swarovski.com, www.kristallwelten.swarovski.com

Täglich 8:30 – 19:30, Eintritt € 19, 6-14: 7,50. Div. Ermäßigungen.

Schokoladen-Manufaktur Riegersburg by ReiseTravel.eu

Reiseziel: Die Familie Zotter arbeitet genauso wie die Familie Swarovski mit der Technik „rasant starten und dann ordentlich Gas geben“. 1987 eröffnet Josef Zotter im Zentrum von Graz eine Konditorei und fällt bald mit süßen Kreationen wie „Hanfschnitte“ oder „Käferbohnen-Roulade mit Koriander“ auf. Zur neuen Marke „handgeschöpfte Schokolade“ gehört auch das 70-Gramm-Format (für aktuell 90 Sorten) und die Abkehr vom Würfelbruch-Muster. 2002 startet die Verkostungsstation „Running Chocolate“ und das Schoko-Laden-Theater, in dem die Produktion von der Bohne über das Walzenpulver bis zu fertigen Tafeln mitverfolgt werden kann. Seit April 2019 serviert hier ein Roboter Kostproben, die per Touch-Screen ausgewählt werden. Das rund 30 Kilometer östlich von Graz gelegenen 27 ha große Gelände ist komplett begehbar und verfügt auch über einen „essbaren“ Tiergarten, der u.a. als eine Art Vorstufe für die Restaurant-Küche dient. Esel, Enten, Ziegen, Schafe, und Schweine zählen zu den Outdoor-Attraktionen für Kinder ab 5, die nach der Besichtigung auch mit Ferngläsern ein Bild malen dürfen. Im“ Am-Vieh-Theater“ ist die Kakaowelt Madagaskar mit 360-Grad-VR-Brillen zu sehen. Indoor geht es dann um insgesamt 400 verschiedene Schokolade-Sorten. Die meisten der 185 Mitarbeiter sorgen tagtäglich für absolut frische Kostproben, von denen gut 250.000 Besucher pro Jahr erkennbar begeistert sind.

Der internationale Durchbruch mit einer Auszeichnung als „Bester Schokolade-Hersteller der Welt“ (unter 270 getesteten Herstellern mit 2.700 verkosteten Proben) kam 2012. Im Ranking der Sorten liegt die Labooko Nicaragua als beste Milchschokolade auf Platz eins und die Erdbeer-Variante auf Platz zwei weltweit. Nur so als Tipp für die Wahl der Reihenfolge beim Verkosten.

Kaufen ist dann zum Schluss auch ohne Verpackung möglich - bei der „Low Waste Station“.

Alleine 2018 und 2019 kamen 21 neue Sorten dazu, wie z. B. Himbeeren mit Champagner. Auch welche ohne Zucker mit null Kalorien. Oder welche mit Softnebelröstung, bei der ein feiner Nebel mit Tee-Essenzen das Kakao-Aroma weiter verbessert. Es gibt auch die Käse-Schokolade und eine MiXing Bar, an der Forscher-Typen ihre eigene Schoko-Mischung kreieren. Nach einer Pause am Schoko-Brunnen kommt die Schocker-Abteilung: Z.B. mit „Heuschrecken in Weißwein“ oder mit Himbeer-Blut-Schokolade. Die enthält ein paar Tropfen Tier-Blut aus dem hauseigenen Tiergarten. Josef Zotters Idee dahinter: Ein paar Blutstropfen in der Schoko werden leicht zum Aufreger, die sehr blutige Massentierhaltung dagegen kaum.

Nichts zu kaufen gibt es auf dem Ideen-Friedhof. Hier werden (mit entsprechender Kommentierung) Sorten begraben, denen zu Lebzeiten die Mindest-Nachfrage in Kilogramm oder Euro verwehrt blieb. Andere schaffen es bis zu Greenpeace, die die Schokolade-Manufaktur für Leistungen bei Ökologie, artgerechter Tierhaltung sowie bei Sozialem mehrmals ausgezeichnet hat. Dass kein Weg aus der tiefsten Steiermark in die große Welt zu weit ist, beweist nicht nur Arnold Schwarzenegger, sondern auch das Vorlesungsverzeichnis der Harvard University. Dort steht nämlich die Firma Zotter als einziges österreichisches Unternehmen mit auf dem Lehrplan.  

Eintritt: € 16,90, Ermäßigungen für Kinder und Jugendliche. Mo-Sa 9-19h (Nov.- April), Mai – Oktober eine Stunde länger. Vor-Reservierung empfohlen.

Bergl 56, 8333 Riegersburg, Steiermark. schokolade@zotter.at, Tel. 0043-3152-5554. www.zotter.at

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Theo Reisner

Unser Autor lebt bei München. teo-redaktionsbuero.com

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