Dasing

Geburtstagsständchen: Erste Premiere bei den Süddeutschen Karl May Festspielen in Dasing nach dem Großbrand!

Dasing: Vom Großbrand vor einem Jahr ist nichts mehr zu sehen. Die verkohlten Trümmer sind weggeräumt. Wo im Juli 2017 noch das Fred-Rai-Museum, Toilettenanlage und Souvenirladen waren, steht jetzt eine große Blockhütte. Für viel Geld angemietet. Wie die Grillstände gepachtet von einem Anbieter auf dem Augsburger Christkindlmarkt und jederzeit wieder abbaubar. 

Aber so provisorisch wie sich der neue Salon gibt, ist das jüngste Stück der „Süddeutschen Karl May Festspiele“ in Dasing beileibe nicht. Die Bühne blieb vom Feuer verschont. Regisseur und einer der Hauptdarsteller Peter Görlach hat wieder ganz tief in die Radebeuler Wundertüte gegriffen und für die aktuelle Spielzeit die Geschichte „Im Tal des Todes“ bearbeitet. Am Samstag, dem Tag des großen Blutmondes, war dann große Premiere mit vielen Ehrengästen. 

Old Shatterhand in Dasing by ReiseTravel.eu

Dabei war nach dem Brand noch gar nicht klar, ob es überhaupt weitergehen würde. Im Publikum sitzt am Samstagabend auch Schirmherr und Staatsminister a. d. Thomas Goppel, der in seiner Kindheit die Karl-May-Abenteuer mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen haben will. Die örtlichen Politiker sagen vollmundig ihre Unterstützung zu und preisen die überregionale Ausstrahlung der Festspiele. 

Helmut Urban feiert heuer Jubiläum. Seit zehn Jahren gibt er den Old Shatterhand. Zunächst in Winzendorf, seit sieben Jahren in Dasing. Am Premierentag wird er 47. Klar, dass auch sein Freund Winnetou auf offener Bühne in die Happy-Birthday-Hymne des Publikums einstimmte. Das Winnetou-Kostüm hat sich wieder Matthias M. angezogen.

Mit dem gleichnamigen Spielfilm aus den Sechzigern hat die Geschichte nichts zu tun. Es geht um Glücksritter und Banditen im Indianerland. Um den Marikopa-Häuptling Hehata, der den Tod des Wächters dieses Tales rächen will und natürlich aufs falsche Pferd setzt, bis ihm die beiden Blutsbrüder davon überzeugen können, dass seine weißen Freunde mit gespaltener Zunge sprechen. Gemeinsam stehen sie Paloma-Nakana bei, der Tochter des größten Baumwollfabrikanten der Gegend.

Görlach wäre nicht Görlach, wenn er nicht wieder atemberaubende Stunts in seine Geschichte einbauen würde. Prügeleien mit Winnetou, Pferde, die über Feuer springen und ohrenbetäubende Schießereien und Explosionen. Für den amüsanten Teil zeichnen Sam Hawkins (Michael Englert) und Lord Emery Eagle (Björn Trenner) verantwortlich. Erstmals dabei: Randa vom Ecknachtal, eine Schäferhündin. Sven Kramer spielt einen skrupellosen US-Senator, der es nur auf Gold abgesehen hat und Volker Waschk, Mitglied der Geschäftsleitung der Süddeutschen Karl-May-Festspiele, gibt den jugendlichen Helden Martin Adler. Dazu kommen Dutzende Cowboys und Indianer als Nebendarsteller. Winnetou und Shatterhand kämpfen Seite an Seite jeweils am Samstag und Sonntag. www.karlmay-festspiele.de

Ein Beitrag mit Foto für ReiseTravel von Helmut Kunz.

Helmut Kunz ReiseTravel.euUnser Autor wohnt in Weiden.

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