Salzburg

Der Mittelpunkt Österreichs und der Literatur, bei der WASNERIN ist die Literatur zu Hause

Kraftplatz der Literatur: Der Auftakt zum Literaturfestival begann mit einer kleinen Feier im Alpen-Worte-Garten des Hotels „DIE WASNERIN“. Der Landtagsabgeordnete und Agrarsprecher, Karl Lackner war anwesend, er vertrat den Schirmherrn der Veranstaltung den Kulturlandesrat der Steiermark Dr. Christian Bachmann. Doris Lind, die Moderatorin, führte informationsreich und wortgewandt durch das Festival, sie ist die absolute Literaturexpertin. Bei Petra Barta, der Veranstalterin und der Direktorin des Hotels „DIE WASNERIN“, ist die Literatur zu Hause. Warum gerade in Bad Aussee? Bad Aussee ist nicht nur der Mittelpunkt Österreichs, sondern hat auch noch eine fantastische Bergwelt und ist schon immer Treffpunkt für die Literatur. Die Landschaft gibt viel Kraft und inspiriert und war deshalb schon von jeher beliebt bei Schriftstellern. Hugo von Hofmannsthal, der „Jedermann“-Dichter und Mitbegründer der Salzburger Festspiele, kam sein Leben lang jeden Sommer und blieb der Region treu. Er hatte immer ein einfaches Quartier und wollte keine Besuche empfangen, denn er wollte in der Sommerfrische viel arbeiten. Seine vielen Aufenthalte im Ausseerland hat er in der Novelle „Sommerfrische“ festgehalten. Auch Arthur Schnitzler, der österreichische Erzähler und Dramatiker war ein begeisterter Anhänger des Ausseerlands. Adalbert Stifter schrieb nach seinen Aufenthalten die Erzählung „Bergkristall“, in der er sich mit der Natur und Landschaft auseinandersetzt. Nikolaus Lenau, der größte lyrische Dichter Österreichs war im 19. Jahrhundert oft in Altaussee und schrieb: „Aussee bleibt mir das Schönste.“

Rückblick auf das Literasee Wortfestival 2016

Sieben Autoren aus Deutschland und Österreich lasen während des Literasee Wortfestivals. „Das letzte Rennen“ von Marjana Gaponenko.

Marjana Gaponenko liest als erste nach der Eröffnungsfeier des Literasee Wortfestivals im Narzissensaal aus ihrem neusten Buch „Das letzte Rennen“. Komisch, grotesk, skurril, hellsichtig und voll schwarzem Humor und Melancholie erzählt Marjana Gaponenko die Geschichte eines Taugenichts. Ihm passiert lauter Unvorhergesehenes und er erfährt auf drastische Weise einige hilfreiche Lektionen und schließlich lernt er davon fürs Leben. Kaspar ist ein verwöhnter junger Mann in der guten Wiener Gesellschaft. Er studiert etwas ziellos vor sich hin und scheint von den Menschen, insbesondere den Frauen um ihn, weniger zu verstehen als von den Ponys, die sein wohlhabender Vater sammelt. Die Mutter ist früh gestorben. Er hat kein Talent für das Leben, er hat kein Ziel und er kennt den Wert des Geldes nicht. Er bricht sein Studium ab und wird Stallknecht,

denn Pferde haben keine Vorurteile. Der Vater Adam, ein aus Polen stammender Ingenieur und Selfmademan, verehrt Pferdekutschen und Kutschpferde und liefert sich mit dem einzigen Sohn ein verhängnisvolles Rennen. Die Kutschenfahrt wird sein Leben verändern, das verspricht eine überraschende Wendung am Ende des Buches. Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa in der Ukraine geboren und studierte dort Germanistik. Sie ist eine Russin aus der Ukraine, die auf Deutsch schreibt. Fremdsprachen fallen ihr zu. Schon seit ihrem 16. Lebensjahr schreibt sie. Schreiben war ihr wichtiger als Tennis zu spielen oder Sport zu treiben. „Ich wundere mich auch, dass ich in der deutschen Sprache schreibe. Nach Stationen in Krakau und Dublin lebt sie nun in Mainz und Wien. 2010 erscheint ihr erster Roman „Annuschka Blume". Für den Roman „Wer ist Martha?" wurde sie mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem österreichischen Literaturpreis Alpha ausgezeichnet. Ihr erstes Theaterstück „Zu den Sternen“, erschien 2015. Ihre freie Zeit verbringt Marjana Gaponenko mit ihren Haflingern.  

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren und hat schon als Kind geschrieben. In Graz hat er Mathematik und Germanistik studiert. Rückblickend sagt er: „Ich weiß nicht, ob ich ein guter Lehrer geworden wäre?“ Heute arbeitet er als Übersetzer und freier Schriftsteller. 2011 wurde er für seinen Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman „Indigo“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. Für ihn war es ein „Oskar“ Moment als er von Denis Scheck im Fernsehen interviewt wurde. 2014 erschien sein erster Gedichtband „Die Vogelstraußtrompete. „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" ist sein neuester Roman. In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Alexander Dorm sitzt im Rollstuhl, er fühlt sich als Superman, ist ein Stalker und homosexuell. Außerdem ist er in Chistoph Hollberg verliebt und bombardiert ihn mit Liebesbriefen und hasste dessen Ehefrau. Sein Temperament ist unberechenbar und er gilt als schwierig. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll. Er hatte ihn als Stalker verfolgt und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord getrieben. Das Opfer Christoph besucht den – Täter Alexander. Ist es Rache? Das Arrangement funktioniere zum beiderseitigen Vorteil, versichert man Natalie. Alex beginnt Natalie zu hassen, da sie sich für Christoph interessiert. Aber bald zerstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen. Macht, Gewalt und Unterwerfung sind die Themen des Romas. Clemens. J. Setz liebt das Unvorhersehbare, er hasst Geschichten, in denen man weiß wie sie ausgehen. Außerdem hat er eine Vorliebe für ungewöhnliche Titel. Ich habe keinen Sound oder Stil, die Geschichte muss interessant bleiben, wie Schubladen. Er lässt sich gerne von absurden Dingen inspirieren. "... der provokativste, intelligenteste, sprachmächtigste und verstörendste Roman des Jahres".

„Der Pfau“ von Isabel Bogdan

Nach einem frühen Abendessen liest Isabel Bogdan im Narzissensaal im Hotel aus ihrem ersten Roman „Der Pfau“. „Der Roman „Der Pfau“ sollte eigentlich eine Kurzgeschichte werden, die aber immer länger wurde“, erklärt Isabel Bogdan. Ein Pfau spielt verrückt, er attackiert blaue Gegenstände. Dadurch bringt er das Teambuilding-Wochenende einer Bankergruppe in den Schottischen Highlands gehörig durcheinander. Die leicht zickige Chefin einer Investmentabteilung verbringt mit ihrem vierköpfigen Team ein Wochenende auf einem heruntergekommenen Landsitz in den Highlands um ihre Zusammenarbeit zu verbessern. Als sie gleich zur Begrüßung Gänsedreck an ihre sündteuren Designerschuhe bekommt, ist sie verärgert. Ihr Team ist enttäuscht, das wäre lieber in einem Luxushotel abgestiegen. Der Landsitz stand mutterseelenalleine in der Landschaft, kein Pub war in der Nähe und das Schlimmste aber war, es gab keinen Handyempfang. Lord und Lady McIntosh wissen, dass einer ihrer Pfauen blaue Sachen attackiert, aber da es bereits November und die Balzzeit vorbei ist, machten sie sich keine Sorgen. Es kam wie es kommen musste, der Pfau attackierte den blauen Sportwagen der Bankerin und hinterlässt ein paar Kratzer. Dann wird der Pfau erschossen aufgefunden, heimlich vergaben, der Hund der Investmentbankerin buddelt den Pfau aus und damit beginnt ein Versteckspiel und Rätselraten. Ein überraschender Wintereinbruch, eine Grippe und ein Kurzschluss tun ihr Übriges. Der Pfau ist eine subtile Komödie mit britischem Humor und könnte aber auch in den Ausseer Bergen passieren. Isabel Bogdan wurde 1968 in Köln geboren, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Sie lebt in Hamburg und arbeitet als Übersetzerin, Autorin und Herausgeberin. Bücher von Jane Gardam, Nick Hornby, Jonathan Safran Foer, Jonathan Evison und Megan Abbott hat sie übersetzt. 2011 erschien ihr erstes eigenes Buch, „Sachen machen“, bei Rowohlt. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung für Tamar Yellin: „Das Vermächtnis des Shalom Shepher“. „Als Übersetzerin muss man übersetzen, wie dem Schriftsteller der Schnabel gewachsen ist. Als Schriftstellerin kann ich jetzt schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist“. Für ihren Roman „Der Pfau“ erhielt sie den Hamburger Förderpreis für Literatur.

„Die Unglückseligen“ von Thea Dorn

Thea Dorn liest in der Buchhandlung „Buch & Boot“ in Altaussee. Für sie ist beim Lesen in ein Buch eintauchen, genauso wie in einen See eintauchen. Der Ort Altaussee ist wie geschaffen dafür, denn hier gibt es viele Seen in der Umgebung. Das österreichische Fernsehen ORF ist auch extra zu ihrer Lesung gekommen. Ihr neustes Buch „Die Unglückseligen“ erschien im Februar 2016. Der Roman schildert die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Das ist starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben – nach Deutschland. In ihrem ersten Roman seit „Die deutsche Seele" nimmt Thea Dorn einen mit in die Extreme moderner Biomedizin und zieht einen zugleich in die Untiefen einer romantischen Seele. „Die Unglückseligen“ ist ein großes Lese- und Erkenntnisvergnügen, in dem sich die lange Tradition des Fauststoffes zeitgemäß spiegelt. Es ist ein alter Menschheitstraum, wie man den Tod überwindet. „Meine Mutter starb 2008, seitdem weiß ich was Sterben und Tod heißen. Alles ist verdammt endlich. Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich die Wahl zwischen einer Depression oder ein Buch zu schreiben.“ Gut, dass sie sich für das Letzte entschieden hat. Thea Dorn wurde 1970 geboren und wollte ursprünglich Gesang studieren um Sängerin zu werden. Die Musik von Wagner ist ein Traum für sie. Da sie von der Musik Mozarts nicht so beeindruckt ist und sie auch nicht Musiklehrerin werden wollte, so wurde es nichts mit dem Musikstudium. Sie studierte letztendlich Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Als Schülerin wollte sie bei einer Aufführung Faust spielen, sie musste aber das Gretchen spielen, so hat sie jetzt das Thema Faust wieder aufgegriffen. Ab 2000 ist sie als freiberufliche Schriftstellerin ins kalte Wasser gesprungen. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller, wie „Die Hirnkönigin", Theaterstücke, Drehbücher und Essays. Mit Richard Wagner schrieb sie den Sachbuch-Bestseller „Die deutsche Seele“. Sie moderierte die Sendung „Literatur im Foyer" im SWR-Fernsehen und kuratierte unter dem Motto „Hinaus ins Ungewisse" beim Literaturfest München 2012. Der Film „Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem „Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm ausgezeichnet. Thea Dorn lebt in Berlin.

„Am Rand“ von Hans Platzgumer

Der Ort für die Lesung mit Hans Platzgumer aus seinem neuen Roman „Am Rand“ hätte nicht spektakulärer sein können. So geht man für die Lesung 700 Meter tief in das Salzbergwerk Altaussee zum unterirdischen Salzsee. Seit 1147 wird hier Salz abgebaut und immer noch gibt der Stollen Salz her. In seinem Buch „Am Rand“ geht Gerold Ebner den Berg hinauf. Zur Lesung geht Hans Platzgumer im Kontrast nach unten in den Berg hinein. Der Protagonist setzt sich für eine Lebensbeichte an den Abgrund. Wozu ist man fähig in der Überzeugung, das Richtige zu tun? Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Gerold Ebner wächst in einer Siedlung im Vinschgau in Westösterreich auf. „Südtirolersiedlung" wird sie genannt, eher rau ist die Umgebung, die Nachbarn stammen vom Balkan oder aus Anatolien, nicht gerade die typische Vorstadtidylle. Mit seinem besten Freund Guido trainiert er Karate. Zusammen ertragen sie die Schikanen der jugoslawischen Banden, die das Viertel terrorisieren. Als Kind hat Gerold Ebner seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater. Beim zweiten Mal geht es um das, was man Sterbehilfe nennt. Er erlöst seinen Freund Guido von seinen Leiden, als der ihn nach einem schrecklichen Unfall um Hilfe bittet. Ist er damit zum Mörder geworden? Ich bin kein Monster? Ist er ein Mörder oder soll er Verantwortung für seine Taten übernehmen. Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt. Fesselnd bis zum Schluss schildert der Ich-Erzähler die Ereignisse, die ihn an den Rand eines Felsens geführt haben. Hans Platzgumer wurde 1969 in Innsbruck geboren. Die Musik kam zu mir, man muss nur seiner Leidenschaft folgen. Heute lebt er mit seiner Familie in Bregenz und Wien, nachdem er auch im Ausland gelebt hat. Er reist heute noch sehr viel, denn jede Reise ist für ihn eine Horizonterweiterung. Er studierte an der Musikhochschule in Wien, absolvierte ein Filmmusik-Studium in Los Angeles und veröffentlicht in unterschiedlichen Formationen elektronische Musik. Er schreibt Romane, Hörspiele, Opern, Theatermusik und Essays. „Ich bin Schriftsteller und aber immer noch Musiker“, sagt er. Einen Roman zu schreiben ist wie eine Komposition mit Rhythmus und Dynamik. Hans Platzgumer gilt als Chamäleon der österreichischen Musikszene. Er hat seit 1987 mehr als 50 Alben veröffentlicht, 25 Soundtracks erstellt und über 1000 Konzerte gegeben. Er wurde mit diversen Auszeichnungen bedacht, wie dem New York Radio Award oder der  Goldenen Schallplatte mit Andre Heller.

„Ein sterbender Mann“ von Martin Walser

Die Lesung von Martin Walser ist Höhepunkt des Literasee Wortfestivals. Er ist der wohl erfolgreichste der anwesenden Schriftsteller. Die Lesung ist eine Doppellesung mit Thekla Chabbi einer Sinologin, die Martin Walser bei der Arbeit zu seinem Buch unterstützt hat. Sie hat als Sina Baldauf eine lesenswerte Reisereportage aus Marokko beigesteuert. Im Vorwort dankt ihr Martin Walser. Theo Schadt ist 72 Jahre alt, Firmenchef und auch als „Nebenherschreiber“ erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von seinem engsten und einzigen Freund Carlos Kroll. Beruflich ruiniert und gekränkt, sitzt Theo Schadt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau Iris in der Schellingstraße in München. Und weil er glaubt, er kann den Schicksalsschlag nicht mehr überleben, hat er sich in einem Online-Suizid-Forum angemeldet. Da bekommt er von Menschen Antwort, die Ähnliches erfahren haben und als gemeinsames Thema den Freitod wollen. Im Forum lernt er Aster, eine Leidensgenossin kennen, mit der er Todeswünsche austauscht. Aus den vielen Chatprotokollen entstand ein Briefroman. Eines Tages sitzt er wieder an der Kasse, da lernt er Sina Baldauf kennen. Wegen ihr, die nach einer Kündigung in einer Lebenskrise steckt, verlässt Theo Schadt seine Frau nach achtunddreißig Ehejahren. Doch dann muss er erfahren, dass Sina Baldauf mit dem, der sie verraten hat in einer offenen Beziehung lebt. Ist sein Leben eine verlorene, nicht zu gewinnende Partie? Martin Walsers neuer Roman, über das Altsein, die Liebe und den Verrat, ist beeindruckend gegenwärtig. Martin Walser wurde 1927 in Wasserburg geboren und lebt in Überlingen am Bodensee Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden „Pour le Mérite“ ausgezeichnet und zum „Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.

„Die Annäherung“ von Anna Mitgutsch

Der neuste Roman „Die Annäherung" von Anna Mitgutsch erschien im März 2016. Die Geschichte beschreibt eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Als Theo, der Vater wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wird, wird er sauer, denn ihm wird die Endlichkeit bewusst. Er ist alt und fortan pflegebedürftig, was ihn eine Ohnmacht und Hilflosigkeit spüren lässt, die er bisher nicht kannte. Er zieht Bilanz, ist in Gedanken oft bei seiner früh verstorbenen ersten Frau, deren Sterben er erst jetzt richtig begreift, und er erinnert sich an nicht mehr gut zu machende Versäumnisse, während ihm die Gegenwart und die bisher glückliche Ehe mit Berta aus dem Gleichgewicht geraten. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht. Die Zuneigung von Ludmilla gibt ihm wieder eine Bedeutung und macht ihn wieder zu einem Menschen. Seine Reise zu Ludmilla in die Ukraine wird zu einer Spurensuche in die Vergangenheit. Theo will am Ende des Lebens noch etwas Großes erleben. Frieda, Theos Tochter aus erster Ehe hat Probleme mit der zweiten Frau Berta. Als Frieda in der Pubertät war ist ihre Mutter gestorben. Frieda studiert Zeitgeschichte und möchte von Theo wissen: „Was war da, was warst du, wo hast du dich schuldig gemacht?“ Er war kein Täter, es gibt Grauzonen zwischen Wahrheit und Lüge. „Ich will dich verstehen, weil ich dich liebe. Sein Kriegstagebuch wird Antworten auf ihre Fragen geben. Das Buch beschreibt Theos letztes Lebensjahr in einer ruhigen melodischen Sprache. Anna Mitgutschs Figuren balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Zuneigung und Ressentiment, Schuld und Schuldlosigkeit auf eine Lösung – vielleicht Erlösung – zu, die es niemals geben kann. Anna Mitgutsch wurde in Linz geboren. Sie hat Germanistik studiert, weil sie schreiben wollte und hat 1970 damit begonnen. Außerdem unterrichtete sie Germanistik und amerikanische Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten. Sie lebte und arbeitete viele Jahre in den USA. Seit 1974 verfasste sie eine Vielzahl von Essays zur Gegenwartsliteratur. Zuletzt erschienen bei Luchterhand die Romane „Familienfest“, „Zwei Leben und ein Tag“ und „Wenn du wiederkommst“ sowie der Essayband „Die Welt, die Rätsel bleibt“. Sie erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Solothurner Literaturpreis und 2015 erhielt sie das Ehrendoktorat der Universität Salzburg.

Moderation Doris Lind moderiert das Literasee Wortfestival. Sie ist die Frau der Worte. Ihre Liebe zum Wort spürt man bei ihrer Moderation. Sie ist Mitgestalterin des Literasee Festivals und der monatlichen Lesungen im Rahmen der „Literarischen Momente“ im Hotel „DIE WASNERIN.“ Doris Lind liebt lange Romane und bevorzugt im beruflichen Schreiben kurze, klare Texte. Sie braucht fürs Arbeiten den Puls der Stadt – sie lebt und arbeitet in Graz – und fährt am Wochenende aufs Land. Sie hat große Angst davor, dass ihr Leben für all die Bücher die sie lesen will, nicht ausreicht. Das hat zur Folge, dass sie trotz vieler Interessen vor allem eines tut: in allen Lebenslagen und an allen Lebensorten lesen, lesen, lesen. Doris Lind wurde 1972 in Vorau geboren. Sie hat Doktorats- und Diplomstudium der Germanistik sowie Diplomstudium der Fächerkombination „Bühne, Film und andere Medien“ an der Karl-Franzens-Universität Graz studiert. Sie war

PR Referentin in Museen, Projektmanagerin bei „Graz 2003 – Kulturhauptstadt Europas und Projektmanagerin und Producerin in der Werbeagentur „Der I-Punkt“. Was immer sie auch tut – Literaturprojekte konzipieren, Textarbeit betreiben oder im beruflichen Schreiben trainieren – immer begeistert sie damit Menschen. Im Jahr 2010 hat Doris Lind ihr Unternehmen als Literaturmanagerin, Literaturvermittlerin, Texterin und Texttrainerin eröffnet.

Literasee Festival 2017

Mit Spannung wird schon das Literaturfestival Im Hotel „DIE WASNERIN“ in Bad Ausssee im April 2017 erwartet. Welche Schriftsteller werden lesen?  Es wird nicht nur die Elite geladen, sondern auch Neuentdeckungen kommen zum Zug. Zusätzlich zum Literasee Wortfestival gibt es auch einmal im Monat einen „Literarische Moment“ bei dem jeweils ein Schriftsteller aus seinem neusten Buch liest.

Hotel „DIE WASNERIN“

Im Hotel „DIE WASNERIN“ ist man während des Literasee Wortfestivals gut aufgehoben. Die gute Küche verwöhnt, und der Spa Bereich sorgt für Entspannung. Nach der letzten Lesung am Abend trifft man sich zu spannenden Diskussionen noch an der Bar.

Steirische Tourismus GmbH, St. Peter Hauptstraße 243, A-8042 Graz, Österreich, Tel.: +43-316-4003-0, info@steiermark.com - www.steiermark.com

Salzkammergut Tourismus-Marketing GmbH, Salinenplatz 1, A-4820 Bad Ischl, Österreich, Tel.: 43-6132-26909, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at

Tourismusverband Ausseerland-Salzkammergut, Bahnhofstraße 132, A-8990 Bad Aussee, Österreich, Tel.: +43-3622-54040-0, info@ausseerland.at - www.ausseerland.at

G’sund & Natur Hotel „DIE WASNERIN“ ****S, Sommersbergseestrasse 19, A-8990 Bad Aussee, Österreich, Tel.: +43-3622-52108, info@diewasnerin.at - www.diewasnerin.at

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Gabi Dräger.

Gabi Draeger ReiseTravel.euUnsere Autorin Gabi Dräger zeichnet bei ReiseTravel verantwortlich für die Redaktion Reise. Ihr Thema sind die Berge. Sie lebt und arbeitet in München. gabi@reisetravel.eu

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