Haidmühle

Kultur Landschaft Museum Grenzerfahrung in Haidmühle

Grenzerfahrung in zweierlei Hinsicht: Von Haidmühle aus, einem kleinen Dorf im Dreiländereck Bayern, Österreich, Tschechien kann man in die wenige Meter entfernte Tschechei hineinschauen. Das Dreiländereck Bayerischer Wald liegt in einem der größten und unberührtesten Waldgebiete Europas. Hier hat man Grenzerfahrung sowohl wegen der 1,3 Kilometer Grenze zu Böhmen, einem gemeinsame Kulturraum, mit dem heute wieder eine enge Zusammenarbeit stattfindet. Zum anderen wegen der harten Lebensbedingungen, die hier herrschen. Die Menschen haben ihren eigenen Rhythmus entwickelt, angepasst an den der Natur und sich mit den Lebensbedingungen arrangiert.

Grenzerfahrung Haidmühle

In Haidmühle zeigt sich der Bayerische Wald von der ursprünglichen Seite

Heute wächst auch hier Europa wieder zusammen. Teile des Bayerischen Waldes auf deutscher, des Böhmerwaldes auf tschechischer und des Mühlviertels auf österreichischer Seite begeistern jeden Naturliebhaber. Jahrzehntelang allerdings war das Leben der Menschen hier geprägt vom Eisernen Vorhang.

Aber auch die Grenzbedingungen aufgrund der unwegsamen Landschaft, die erst vor 300 bis 400 Jahren gerodet und von den ersten Anwohnern besiedelt wurde, die langen Winter und der eisige Böhmwind hier in der Gegend taten ihr übriges, um den Menschen vieles abzuverlangen. Sie nutzten den vorher nur von Säumern, Goldsuchern, Jägern und Sammlern durchstreiften Urwald auf mühsame Weise.

In Haidmühle wurde zur Veranschaulichung dieser harten Lebensbedingungen aber auch der naturbelassenen Schönheit der Landschaft ein authentisches Museum erschaffen, das Kultur Landschafts Museum Grenzerfahrung. Es ist einzigartig im deutschen Sprachraum und bietet die Möglichkeit, Bayerwald typische Relikte der traditionellen Kulturlandschaft hautnah zu erleben. Kulturhistorisch bemerkenswerte Elemente wie Wässerwiesen, Triftanlagen oder Säumergräben werden an ihrem ursprünglichen Platz in der Landschaft erlebnisreich präsentiert. Schautafeln und Infopunkte machen die Landschaft und ihre Geschichte erlebbar. Dieses didaktische Konzept grenzt das KuLaMu ab vom klassischen Museum und auch vom Freilichtmuseum, in welchem die Exponate gesammelt und von ihrer angestammten Umgebung losgelöst präsentiert werden.

Fünf Steige führen durch die naturbelassene Landschaft, durch Biotope mit seltenen Schmetterlingsarten. Orchideen, blühenden Wiesen und Sumpfgebieten. Der Bischofsreuter Flursteig (1) informiert an 14 Erstsiedleranwesen über längst vergessene Wirtschaftsweisen in den Hochlagen des Bayerischen Waldes. Und macht die Mühsal der Siedler spürbar. Der Triftsteig Kreuzbachklause (2) informiert über die riesigen Mengen Holz, welche ohne Motorkraft über das Gebirge transportiert werden konnten. Die Kulturlandschaft am Goldenen Steig (3) führt auf den Spuren des 1000 Jahre alten Handelsweges von Bischofsreut nach Ceske Zieby auf den Wegen, welche bereits die Säumer zogen. Der Haidmühler Industriesteig (4) führt zu den Originalschauplätzen der Industrie hier in der Region. Der Haidmühler Eisenhammer erhüttete und verarbeitete Mitte des 19. Jahrhunderts Roheisen zu landwirtschaftlichen Gerätschaften und verbreitete einen Hauch von Schwerindustrie im Böhmerwald. Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Eisenbahn, die Haidmühle zum Grenzbahnhof und Zollstation für Personen und Güter machte. Der Steig der Artenvielfalt (5) führt auf einem Rundweg durch die typischen Lebensräume der Bischofsreuter Waldhufen.

Der Säumerweg ist der älteste Steig, seit 1.000 Jahren begangen, er wurde aber vermutlich schon von den Kelten genutzt. Böhmen hatte kein Salz für Würze und Konservierung, das Salz aus Salzburg wurde über Passau von den Säumern nach Böhmen transportiert. Der Weg führte über den steilen Bergrücken, zum einen, weil es unten nass uns sumpfig war. Zum anderen weil man Aussicht auf etwaige Räuber hatte. Salz war ein begehrtes Gut und wurde nicht umsonst das weiße Gold genannt. 

Urig und gemütlich ist es in der in der Dreisesselalm. Sie bietet Bayerische Schmankerl und Blick auf die Haidl-Region. Direkt vor der Haustür liegt der Dreisessellift, der längste Schlepplift im Bayerischen Wald. Hier ist auch der Ausgangspunkt für Schneeschuhwanderer und Tourengeher im Winter und Wanderer im Sommer. www.dreisesselalm.de

Schon Adalbert Stifter hat den Hochwald am Dreisessel beschrieben und pries überschwänglich diese Landschaft. Ihm zu Ehren wurde der grenzüberschreitende Adalbert-Stifter-Geh- und Radweg eingerichtet, im Rosenberger Gut entsteht zu Ehren des großen Böhmerwalddichters ein modernes Museum. Der mächtige Bergzug Dreisessel mit dem Dreisessel (1312 m), dem Hochstein (1332 m) und Plöckenstein (1364 m) ist seit Jahrhunderten Länderscheide von Bayern, Böhmen und Österreich und ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Skifahrer. Auf der anderen Seite wird Haidmühle überragt vom 1167 hohen Haidel. Der Ort ist außerdem bekannt für die jährlich statt findenden Internationalen Schlittenhunde-Rennen.

ReiseTravel Fact: Der Bayerische Wald und das Kultur Landschafts Museum ist eine Grenzerfahrung in Haidmühle und einen Besuch wert.

Anreise: Mit dem Pkw über die BAB 3 Nürnberg-Passau oder die A92 München-Deggendorf, Ausfahrt Aicha vorm Wald Richtung Freyung. Mit der Bahn über den Bahnhof Passau und mit dem Flugzeug Flughafen München II. (Entfernung ca. 180 Kilometer).

Bayerischer Wald: Hier, im Bayerischen Wald, kommt die Kraft aus der Natur wie im Kraftwerk Jochenstein in der Nähe der Dreiflüssestadt Passau. Kraft schöpfen kann der Mensch in der unberührten Natur z. B. im KuLaMu, während eines erholsamen Bierbottichbades im Bierhotel und des Nächtens in den Daunenbetten des Bettenhauses Mühldorfer.  

Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04, D-93059 Regensburg, info@ostbayern-tourismus.de, www.ostbayern-tourismus.de

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt zur Einstimmung auf die Grenzerfahrung Haidmühle

Der Gläserne Tod

 

Das Buch ist nur vor Ort erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl 

Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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