Tirana

Naturerleben im Norden Albaniens

Die abwechslungsreiche und bis vor wenigen Jahren völlig unerschlossene Mittelmeerdestination Albanien setzt ihren touristischen Wachstumskurs kontinuierlich fort. Albanien-Reisende fragen dabei vermehrt Natururlaub nach. Die Albanischen Alpen in der Grenzregion zu Montenegro und dem Kosovo sind eine der letzten „unentdeckten“ Gebirgsregionen in Europa. Touristen finden hier im Norden des Landes Gebiete mit Hochgebirgscharakter wie sonst nirgendwo auf dem Balkan. Mit 2.692 Metern ist der albanische Berg Jezerca die größte Erhebung. Karge Karstlandschaften bestimmen das Bild und laden zu ausgiebigen Wanderungen ein.

Touristen fühlen sich insbesondere vom Nationalpark Theti in Nordalbanien angezogen. Die unberührte Natur, die phantastische Berglandschaft, die reiche Kultur und die gastfreundschaftlichen Familien sind das Potential, aus den sich in den letzten beiden Jahren ein attraktives touristisches Bild entwickelt hat. Im Dorf Theti bieten elf Familien in ihren traditionellen Steinhäusern Übernachtungsmöglichkeiten an. Diese sind einfach, aber mit guten Sanitäranlagen. Unterstützt wurden sie dabei von der Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, die durch intensive Beratung, Schulungen, Finanzierung von Ausstattungen, Identifizierung von Wander- und Trekking-Wegen und der Erstellung einer Wanderkarte und weiteren Publikationen zu dieser Region langfristig zu einer erfolgreichen touristischen Entwicklung beiträgt. Ziel ist es, in dem abgeschiedenen Dorf Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, um so die Lebensbedingungen zu verbessern. Das nur per Jeep oder zu Fuß erreichbare Dorf Theti im Norden des Landes zählte 2008 mehr als 5.000 Gäste und damit geschätzte Einnahmen von etwa 100.000 Euro, die unter anderem für die Renovierung der Häuser und Pensionen genutzt wurden.   

Rund 1.650 verschiedene Pflanzenarten existieren in dieser Region. Auch seltene und vom Aussterben bedrohte Arten lassen sich hier entdecken. Das größte Gewässer im Park ist der Theti-Fluss, der aus mehreren Quellen und Bächen gespeist wird. Berühmt ist vor allem die Schlucht mit dem Canyon von Grunas, deren 40 Meter hohen Wände sich bis auf eine Breite von nur einem Meter verengen. Von einem hölzernen Steg aus können Touristen in die Schlucht hinunter schauen. Ausgangspunkt für Wanderungen in den Naturpark ist die Stadt Shkodra, das regionale Zentrum des Nordens. Outdoor-Aktivitäten sind in dieser Gegend besonders gefragt: Ob Kajak fahren oder Gleitschirmfliegen, hier lädt die unberührte Natur zu einer Entdeckungsreise ein. 

Erfolgreiche touristische Bilanz: Im Jahre 2008 reisten fast 2,5 Millionen Gäste nach Albanien, darunter 1,24 Millionen Ausländer. Im Vergleich zu 2007 bedeutet dies einen Anstieg von 21 Prozent. Weitere 1,15 Millionen Gäste waren im Ausland lebende Albaner, die ihre Heimat besuchten. Etwa 1,2 Millionen Gäste reisten über den Flughafen Tirana ein, was einen Anstieg von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Derzeit verbinden 13 Airlines die Hauptstadt Albaniens mit 32 europäischen Airports. Auch die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die an der albanischen Küste anlegten, hat sich vermehrt.

Die Steigerung der Touristenzahlen ist unter anderem auf Investitionen in und  Marketingmaßnahmen für das kulturelle Erbe zurück zu führen. Die Besucherzahl der UNESCO-Welterbstätten Butrint und Girokastra ist im letzten Jahr ebenfalls gewachsen.

Investitionen und Perspektiven: Die albanische Regierung treibt die touristische Entwicklung des Landes, den Natur-, Kultur- und Badetourismus sowie die Infrastruktur voran und wird auch in Zukunft durch verschiedene Organisationen unterstützt. 20 Millionen Euro stellte die Regierung für den Bau eines neuen Terminals am Flughafen Mutter Teresa in Tirana zur Verfügung. Nach Abschluss des Projekts können hier zukünftig 1,5 Millionen Passagiere abgefertigt werden.

Der Ausbau der privaten Unterkünfte soll weiter gefördert, die Standards gesichert und das Wissen zur langfristig erfolgreichen Führung eines touristischen Betriebs vermittelt werden. Weitere Einnahmequellen wie zum Beispiel die Direktvermarktung von lokalen Spezialitäten und landwirtschaftlichen Produkten, das Angebot von Reit- oder Campingmöglichkeiten sollen entwickelt werden.

Das Interesse ausländischer Investoren für die Tourismuswirtschaft Albaniens ist 2008 ebenfalls gestiegen, ebenso die Präsenz Albaniens in den internationalen Medien. Aus diesem Grund setzt das Balkanland zukünftig einen Schwerpunkt auf die touristische Information und Vermarktung. Albanien wird bereits vermehrt von ausländischen Reiseveranstaltern angeboten. Zudem hat kürzlich der erste Tourist Information Point am Flughafen Tirana eröffnet. Hier können sich Gäste Albaniens ab sofort über die Highlights des Landes informieren und Tipps für ihre Reise bekommen.

Das kulturelle Erbe und die Historie des Landes sind weitere wichtige Faktoren für die touristische Entwicklung Albaniens. Zusammen mit der Regierung von Spanien und den Vereinten Nationen implementierte die albanische Regierung das Programm „One UN“. Hierbei soll das kulturelle Potential des Balkanstaates positiv genutzt und einzelne Kulturinstitutionen des Landes gefördert werden. Ein Budget von 3,2 Millionen US Dollar steht für dieses Projekt zur Verfügung. „Schätze des Balkans“ www.balkan-schaetze.com 

Albanian National Tourism - www.albaniantourism.com

Ein Beitrag für ReiseTravel von Asger Schubert.

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt: Albanien hat schon vieles hinter sich: Zusammenbruch der Industrie, des Finanzsystems und der Märkte. Jörg Dauschers kleines Buch „Nach Albanien“ berichtet vom Leben nach der Krise. 

 

Albanien 

 

 

Von Albanien lernen: Mit viel Sympathie für Land und Leute schildert Dauscher den Alltag in einem nordalbanischen Dorf. Improvisation, Subsistenzwirtschaft und Knappheit bestimmen das Alltagsleben. Dauscher beleuchtet sowohl die schwierigen als auch die reizvollen Seiten eines postindustriellen Zustandes. Dabei ergeben einzelne kurzen Szenen, Beobachtungen und Reflexionen einen poetischen Bilderbogen eines Landes im Umbruch. Albaniens Wirtschaft brach Ende der neunziger Jahre infolge von Finanzspekulationen zusammen. Es kam zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Tausende von Flüchtlingen kehrten den Land den Rücken und versuchten über Italien in die EU zu gelangen. Mittlerweile hat sich Albaniens Finanzsystem stabilisiert - auf niedrigem Niveau. Dauscher beleuchte auch die Mobilität des Landes: „Mit dem Zug dürfe man nicht fahren. Zu schlecht, zu langsam. Dies war der allgemeine Rat. Bus wäre besser, schneller, komfortabler: Zug nicht gut. Zurück in Deutsch­land habe ich herausgefunden, dass die wenigen Reiseführer, so unterschiedlich sie sind, in genau diesem Punkt überein­stimmen: Zug nicht gut. Zugegeben: die Züge sind nicht gerade neu. Aber: sie fahren pünktlich und zuverlässig. Und sie sind billig, also ihren Preis wert“.

Vor zwei Jahren war Dauscher in einer albanischen Familie zu Gast und wohnte einige Zeit in Nordalbanien. Anschließend bereiste er das gesamte Land bis hinunter zur Südküste. Die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen hat er auf knapp achtzig Seiten zu einem literarischen Reisebericht verwoben.  

Nach Albanien. Bericht einer Reise von Jörg Dauscher, BoD, Norderstedt; ISBN 978-3-837-08134-3, www.bod.de  

Das Buch kostet im Buchhandel 5,90 Euro. 

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