Regensburg

Von Regensburg nach St. Wolfgang pilgern zum Hl. Wolfgang

Von Regensburg an den Wolfgangsee führt der Pilger- und Wallfahrtsweg: Vorbei an einzigartigen Naturschauspielen, aber auch durch zahlreiche sehenswerte Städte führt die Pilgerroute auf den Spuren des Heiligen Wolfgang. Der Weg kann zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Beide Touren führen in den ersten Kilometern über verschiedene Routen, treffen sich aber nach der österreichischen Grenze nahe Braunau.

Sowohl der Fußweg als auch der Radweg beginnen in der UNESCO Welterbestadt Regensburg, einer Stadt mit mittelalterlichem Charme als eine der ältesten Städte Deutschlands. Regensburg ist übersät mit Kirchen, die beeindruckendste ist allerdings der Regensburger Dom St. Peter. Sehenswert ist auch das alte Rathaus, von 1663 bis 1806 Sitz des immerwährenden Reichstags, des ältesten deutschen Parlaments. Über die Donau führt ein Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst, die Steinerne Brücke. Am südlichen Ende der Altstadt liegt das fürstliche Schloss Thurn und Taxis, entstanden aus den Gebäuden des ehemaligen Benediktinerklosters St. Emmeram, welches als eines der ältesten und bedeutendsten bayerischen Kloster gilt. In der zugehörigen Barockkirche liegt auch der Heilige Wolfgang begraben.  www.regensburg.de

Zu Fuß geht es von hier aus weiter über Mallersdorf mit dem auf einem Hügel gelegenen Kloster und einer Rokoko-Klosterkirche nach Landshut und Altötting. Landshut, seit 1839 Regierungshauptstadt von Niederbayern, war einst Sitz der „Reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut und hat aus dieser Zeit prunkvolle Bauwerke aufzuweisen. Die Backsteinkirche St. Martin mit einem der höchsten Kirchtürme der Welt oder auch die Stadtresidenz. Über den Dächern der Stadt thront die Burg Trausnitz, das Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren sind neben den Prunkräumen die Narrentreppe mit Fresken der einst auf der Burg beliebten Commedia dell`arte erhalten.  www.landshut.de

Altötting, auch das religiöse Herz Bayerns genannt, mit der berühmten „Schwarzen Madonna“ in der Gnadenkapelle ist einer der meist besuchten Wallfahrtsorte und Ziel der Pilger aus aller Welt. Auf einer Schrankuhr aus der Pestzeit schwingt der „Tod von Eding“ seine Sense. Nur 15 Kilometer entfernt liegt Marktl, der Geburtsort des Papstes Benedikt XVI. www.altötting.de

Die nächste bedeutende Stadt ist Burghausen mit einer denkmalgeschützten Altstadt, verwinkelten Gassen und der längsten Burg der Welt. Jenseits der Salzach, dem Fluss, der den Stadtkern liebevoll umschmeichelt, führt der Weg weiter im österreichischen Teil und trifft in Mattighofen auf den Radweg. www.burghausen.de

Die Radfahrer legen die Strecke bis hierher von Regensburg aus über den Donau-Radweg zurück, der an der Ehrenhalle Walhalla in Form eines griechischen Tempels vorbeiführt. Sie gilt als Hauptwerk aller Kunstschöpfungen des bayerischen König Ludwig I., im Inneren der Walhalla sind Büsten berühmter deutscher Frauen und Männer aufgestellt.  http://www.walhalla-regensburg.de/

Ebenfalls am Ufer der Donau liegt Straubing, die alte Herzogstadt mit ihren zahlreichen Kirchen und dem Wahrzeichen der Stadt, dem 68 Meter hohen Straubinger Stadtturm. Im Gäubodenmuseum kann man den weltberühmten Straubinger Römerschatz bewundern. www.straubing.de

Herzogstadt Straubing am Ufer der Donau

In der Nähe befindet sich Bogenberg, einst Sitz der Grafen von Bogen. Ihnen hat Bayern das weiß-blaue Rautenwappen zu verdanken, das von den Wittelsbachern übernommen wurde. Der Bogenberg ragt weithin sichtbar aus der Donauebene heraus und gilt als Vorbote zum Bayerischen Wald. Das Gnadenbild der Muttergottes ist das älteste, ununterbrochen verehrte Marienbild Bayerns. www.bogenberg.de

Lange bevor man das Kloster erreicht hat, zeigen sich die beiden Zwiebelhauben von Metten. Dieses ist dem Erzengel Michael geweiht und ist nicht nur wegen der Barockbibliothek weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt.

Ebenfalls in den Radweg eingebunden wurde das Kloster Schweiklberg www.schweiklberg.de sowie das Kloster Aldersbach mit der berühmten Kirche der Gebrüder Asam und einer der bekanntesten Brauereien Deutschlands www.aldersbacher.de

Eine weitere sehenswerte Kirche befindet sich in Sammarei. Sie ist über einer Holzkapelle erbaut, die noch aus dem Jahr 1619 stammt. Bei einem Brand eines Bauernhauses blieb sie unversehrt. In der Kapelle des Ortenburger Schlosses gibt es eine bemerkenswerte Renaissance-Holzdecke in der Kapelle. Nebenan liegt ein Wildpark und ein Stück davon entfernt der größte Vogelpark Süddeutschlands. www.gemeinde-ortenburg.de

Eine Glockengießerwerkstatt aus der Zeit um 1385 ist noch im Originalzustand erhalten in Braunau, ebenso die Grundmauern eines alten Badehauses aus dem Jahr 1592. Heute ist dieses museal erschlossen www.braunau.at

Der nächste interessante Zielort ist für beide Touren nun das Kloster in Mondsee, dem Tor zum Salzkammergut. Es ist eines der ältesten in Österreich mit einer Basilika Minor und Werken des Klosterbildhauers Meinrad Guggenbichler. Interessant in Mondsee ist auch das Pfahlbaumuseum oder das Rauchhaus und Bauernmuseum Mondsee. www.mondsee.at

In Sankt Wolfgang schließlich sind die Pilger an ihrem endgültigen Ziel angelangt. In der Kirche St. Wolfgang befindet sich ein bedeutender Flügelaltar von Michael Pacher, in der Mitte der Kirche liegt der Gnadenaltar und der sagenumwobenen Felsen, die Zelle des Heiligen www.st-wolfgang.at

ReiseTravel Fact: Das Salzkammergut mit seinen Seen und der traumhaften Landschaft eignet sich hervorragend dafür, die Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Gerade im Rahmen des neuen Mega-Trends „Pilgern“ ein ausgezeichneter Ort, um zu entschleunigen und gleichzeitig zu genießen.

 

Anreise: Mit dem Auto von Salzburg her kommend über die B 158 – Bad Ischl, von Wien auf der A 1 bis Regau, dann über die B 145 nach Bad Ischl. Achtung: Bei der Benützung österreichischer Autobahnen fallen Mautgebühren an, mit der Bahn über Bad Ischl, mit dem Flugzeug nach Linz/Hörsching, Graz/Thalerhof, Salzburg oder München.

Salzkammergut Tourismus, Salinenplatz 1, A-4820 Bad Ischl, Tel. 0049 (0) 6132/269090, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at

Tourismusverband Ostbayern e.V., Im Gewerbepark D 04, D-93059 Regensburg, Tel. 0039 (0) Regensburg, info@ostbayern-tourismus.de - www.ostbayern-tourismus.de

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt zur Einstimmung auf die Reise:

Auf den Spuren des heiligen Wolfgang: Wolfgang von Regensburg (924 bis 994) zählt zu den bedeutendsten Heiligen in Bayern und Österreich. Viele Orte berufen sich heute noch darauf, dass Wolfgang dort tätig war, in vielen Kirchen der Region wird er verehrt. Der neue Fuß- und Rad-Pilgerweg, der in Zusammenarbeit mit Klöstern, Pfarreien und Tourismusorganisationen entwickelt wurde, verbindet die wichtigsten Stationen des hl. Wolfgang miteinander: von seiner Bischofsstadt Regensburg bis hin nach St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut, wohin er sich 976 als Einsiedler zurückgezogen hatte.

Der Wolfgangweg Tyrolia

Pilgern zu Fuß oder mit dem Rad zwischen Bayern und Österreich: Der Fußweg (ca. 300 km lang) verläuft von Regensburg über Thalmassing und Bayerbach nach Landshut, weiter über Vilsbiburg und Neumarkt-St. Veit nach Altötting und von dort über Burghausen, Mattighofen und Straßwalchen zum Mondsee und weiter nach St. Wolfgang am Wolfgangsee. Der Radweg (ca. 330 km) folgt der Donau bis Vilshofen, um dann über Bad Griesbach und Braunau nach Mattighofen zu verlaufen, wo er sich mit dem Fußweg vereint. Entlang der Strecke begegnet der Pilger in Kirchen und Klöstern laufend dem hl. Wolfgang und seinem Wirken.

Peter Pfarl, seit Jahrzehnten Experte, Forscher und Buchautor zum hl. Wolfgang, bietet in seinem Führer zu diesem neuen Pilgerweg zunächst eine spannende Einführung zum Leben, Wirken und zu den Legenden des Heiligen. Er rollt die Geschichte seiner Wallfahrt auf, erklärt Brauchtum und Patronate und bringt so die Orte, an denen Wolfgang verehrt wird, in Beziehung zueinander.

Im Anschluss daran werden die 11 Fuß- und 4 Radetappen ausführlich mit kulturhistorischen Hinweisen und Hintergrundinformationen vorgestellt. Kartenskizzen, exakten Wegbeschreibungen, interessanten Fotos und vor allem alle Adressen von Übernachtungsmöglichkeiten am Weg runden den handlichen Pilgerführer ab.

Dr. Peter Pfarl geboren 1939 in St. Wolfgang am Wolfgangsee, ist Jurist und Rechtsanwalt. Fasziniert von die Wallfahrtstradition in seinem Heimatort forscht er seit Jahrzehnten zu Themen der Volksfrömmigkeit und ist Autor zahlreicher Bücher.

Der Wolfgangweg - Von Regensburg über Altötting nach St. Wolfgang am Wolfgangsee von Peter Pfarl, 120 Seiten, 56farb. Abb., 15 farb. Karten, Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien, ISBN 978-3-7022-3257-3,

Das Buch kostet im Buchhandel 17.95 Euro.

Ein Beitrag mit Fotos für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl ReiseTravelRedakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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